Mittwoch, 17. Februar 2016

"Wir haben einfach gekocht - 100 Erinnerungen an Lieblingsrezepte" von Jörg Reuter, Manuela Rehn, Cahtrin Brandes, Caroe Hoene

In einer regionalen Zeitung war im Januar 2016 ein Artikel über "Wir haben einfach gekocht"  enthalten, das bereits im September 2015 erschienen ist. Ich habe mich sehr spontan und umgehend entschieden, dieses "Kochbuch" zu ordern.

Nun bin ich nicht jemand, der viel Zeit mit Kochen verbringt. Es ist zwar mehr geworden, seitdem ich eine vernünftige Küche habe und hat sich über die Jahre noch gesteigert (Anlass war die "Entdeckung" der TV-Show "Das perfekte Dinner" durch mich, weil ich dort wiederholt sah, dass das Zubereiten von Mahlzeiten eigentlich sooo schwer nicht war), aber im Vergleich zu meinen Freundinnen bin ich eindeutig eine Selten-Gelegenheitsköchin. Ich finde es daher immer ein wenig lustig, wenn ich mir selbst ein Kochbuch kaufe, in dem es um Gerichte geht, die ich vermutlich sowieso nicht kochen werde. Und das war mir bereits vor dem Kauf dieses Buches klar.  

Die Rezepte in diesem Buch sind grundsätzlich nicht super kompliziert und die Zutaten (bzw. möglicher Ersatz) auch für mich erreichbar. Ich gebe aber zu, dass ich als Singleköchin mit zwei Gefrierschubladen den Aufwand scheue, ein für 4 Personen ausgerichtete Hauptgericht-Rezepte z.B. für gefülltes Eisbein, selbstgemachte Maultaschen, Tafelspitz, vegetarische (oder nicht vegetarische) Königsberger Klops, erst umzurechnen und dann zuzubereiten. Ich bin so ... bequem und liebe die schnelle Pasta-(oder Reis)Gemüse-Küche bzw. das Zusammenwerfen eines grünen Salats o.ä. ;) 

Zu finden sind in diesem Buch Rezepte für

- Vorspeisen wie z.B. Blumenkohlsalat mit Zwiebeln und Petersilie, Kohlrabisuppe, Hochzeitssuppe oder Zurek, 
- Hauptgerichte, deftig - vorstehend sind Beispiel genannt - oder süß wie u.a. Ofenschlupfer, Armer Ritter oder Kartäuserklöße mit Apfelweinsauce, 
- Beilagen und Saucen wie Kartoffelgemüse, Saure Bohnen, Bubespitzle oder (lustig, es unter dieser Sparte zu finden) Rouladen mit Hackfleischfüllung, Weinsauce oder Grüne Soße 
- Nachspeisen wie z.B. Schneebälle in Vanillesauce, Quarkkeulchen oder schlesische Mohnklöße, Backwerk (hier ist u.a. ein Hefezopf oder Frankfurter Kranz zu finden), Konfitüren und Kompott (z.B. Zwetschgenmus) und Rezepte für einen Eier- sowie einen Kaffee-Sahne-Likör.

Über die Qualität der Rezepte und danach gekochter Gerichte kann ich aus den vorstehend genannten Gründen nichts sagen, aber bei Amazon gibt es Rezensenten, die die Rezepte offenbar geschmacklich erfolgreich getestet haben. Jedenfalls: Diese Rezepte stammen - und das war auch der Grund meines Kaufs - von in Altenheimen lebenden Seniorinnen und Senioren. Das Berliner Team machte sich auf den Weg in 12 Altenheime. Der Ablauf war immer gleich: Am ersten Tag ging man in das Heim, sprach mit den Bewohnern über das Kochen; es wurde Gerichte und Rezepte der Kindheit, der Jugend, des Alltags erinnert und genannt und man entschied sich, welche drei Gerichte gekocht werden sollten (weitere wurden nur als Rezept aufgenommen). Am zweiten Tag kam man mit den besorgten Zutaten zurück, bereitete die Gerichte zusammen mit den Bewohnern zu und aß danach mit ihnen. 

Das Buch beinhaltet also nicht nur die so erinnerten Rezepte, deren Zutatenmenge zum Teil erst während der Zubereitung "erkocht" werden musste, da weniger nach Vorgabe und mehr nach Gefühl gekocht oder gebacken wurde. Es gibt auch zu jedem besuchten Altenheim einen Abriss der zwei Tage und Fotos der helfenden Bewohner beim gemeinsamen Kochen. Mir hat es durchaus auch eine Gänsehaut bereitet, diese Passagen zu lesen - z.B. wenn in einem Nebensatz davon berichtet wird, dass eine sonst eher apathische Bewohnerin während dieser gemeinsamen Aktion auflebt - oder die Fotos anzuschauen von Händen, die Gemüse schneiden und Menschen, die offensichtlich das gemeinsamen Zubereiten genießen. Es fühlt sich so richtig an, dass Menschen (die aus welchen Gründen auch immer nicht mehr selbst warm kochen) in Altenheimen so in die Zubereitung von Mahlzeiten eingebunden werden anstatt Essen aus einer Schulküche, von Essen auf Rädern oder aus der Küche des Heims geliefert zu bekommen. Ich wünsche mir, dass - selbst mit Blick auf potentielle Risiken - so ein Einbezug in die Zubereitung von Mahlzeiten in vielen Altenheimen mit entsprechender Küche möglich ist bzw. wird, sei es beim Vorbereiten von frischem Gemüse, sei es beim Teigvorbereiten für Kuchen oder Süßspeisen. Es muss ja nicht tagtäglich sein, aber vielleicht eine Backrunde zum Wochenende oder eine Mitmachrunde unter der Woche. Bereits auf den wenigen Seiten hier nur davon zu lesen, wie sehr dies den Menschen Freunde bereitet hat, weil dies nicht nur eine wertbestätigende Arbeit ist, sondern auch Gelegenheit, mit anderen zusammenzukommen, sich über Rezepte auszutauschen und über die Art, wie man daheim gekocht hat, war berührend. Ich hoffe, dass dieses Buch und seine Vermarktung das Wundervolle solcher  Koch- oder Schnippelgruppen, wie es sie in manchen Heimen bzw. in Senioren-WGs bereits gibt,  landesweit (und vielleicht auch darüber hinaus) aufzeigt und die Neugründung solcher Gruppen bewirkt. 

Das Einzige, das ich an dem vorliegenden Buch schade finde ist, dass sich die besuchten Altenheimen überwiegend im Mitte- und Südwesten Deutschlands befinden (ab Kassel in Hessen ging es weiter nach Süden: Dillenburg, Frankfurt/Main, Freudenberg, Artelshofen, Sinzheim, Nürtingen, Wolfegg, Bad Aibling). Daneben wurde nur ein Heim in Barrien (etwas südlich von Bremen, also kein Küstenort) besucht,  ein Heim in Berlin-Kreuzberg und ein Haus in Köthen (Sachsen-Anhalt). Persönlich finde ich die örtliche Auswahl der Heime ungleichmäßig über die Republik verteilt; falls es besondere Gründe dafür gab, sind sie im Buch nicht erwähnt. Dies ist aber auch mein einziger Kritikpunkt, der eher mit der Vorbereitung des Buches als mit der tollen Idee und ihrer Umsetzung bis zum vorliegenden wundervollen Buch zu tun hat. Vielleicht gibt es ja irgendwann einen Nachfolger, in welchem dann die übrigen Gegenden Berücksichtigung finden. :) 

p.s.

Freitag, 12. Februar 2016

Zugänge im Februar - NICHT zum TuB :)

Dieses Mal ist Herr Silencer schuld.

Ich bin schon seit einer Weile (ziemlich stille) Leserin von Herrn Silencers Blog, reise ihm dort virtuell z.B. nach Italien hinterher oder beobachte, was Huhu in Herrn Silencers Abwesenheit so treibt  und welche Aktivitäten das Wiesel entfaltet. Da Herr Silencer gern verreist, hat er vor kurzem einen Beitrag über seine Reiseausrüstung geschrieben (klick). Und deswegen ist er Schuld, dass ich selbst Anfang dieses Monats auch Geld für vier Reiseutensilien ausgegeben habe. ;)

1) Zunächst einmal habe ich mir das selbstaufrollbare Multikabel angeschafft, das Herr Silencer in seinem Beitrag präsentiert hat, klein, kabelsalatlos und praktisch.

2) Herr Silencer schwört auf Spork, ich habe mich für ein anderes Campingbesteck mit Hülle entschieden, wobei der Flaschenöffner auch eine Schneidefläche hat und die Gabel von der Löffel-Öffnerkombination auch getrennt werden kann. Der "Griff" hat eine schwere Qualität und liegt recht gut in der Hand. Nun muss ich nicht mehr ein Besteckset u. einen Flaschenöffner einpacken, damit ich mir im Hotel einen Joghurt, eine Ladung Glutamat verpackt in einem Nudelcup, Eis etc. zu Gemüte führen oder einen Kapselverschluss öffnen kann. :)



3) Mit seinem Beitrag gab Herr Silencer den Auslöser, mir jetzt endlich wieder ein Gepäckstück für Kurzreisen zu besorgen, denn mein Trolley und mein Koffer sind eher für Abwesenheiten ab einer Woche ausgelegt. :) Entschieden habe ich  mich für Vaude Rails 60l:



Es ist ein Trolley mit großen Rollen, Hand- und Rucksackoption (die Tragegurte sind auch etwas gepolstert) und auch in der Vordertasche kann noch gut etwas verstaut werden.




Die Vordertasche ist bei Bedarf zudem abnehmbar und kann sich in eine Umhängetasche verwandeln.



4) Zum Beispiel in diese Umhängetasche kommt dann das letzte angeschaffte Stück, der Gonex Faltrucksack 20 l, der meinen Bedürfnissen eher entspricht als der von Herrn Silencer vorgestellte Ultra Sil, auch wenn der Gonex gefaltet mehr Platz benötigt als der Ultra Sil.



Die Aufbewahrungstasche wird nach dem Auffalten zur kleinen Innentasche. In die vordere Tasche passt das Beispiel-Taschenbuch (zugegeben: mit ein wenig Gefummel) hinein, sicherlich aber mein ebook-reader, Tickets, Kalender o. Notizheft oder eine Packung Taschentücher u.ä. In die Netztaschen an der Seite kann eine Mütze gestopft werden, falls sie nicht mehr benötigt wird, oder ein Flasche Wasser;  die Tragegurte sind anpassbar. Und der Innenbereich kann je nach Bedarf befüllt werden. ;)

Eingeweiht werden diese Reiseutensilien voraussichtlich alle demnächst anlässlich meiner (Bahn-)Kurzreise nach Kiel. :)

Mittwoch, 10. Februar 2016

Die Mutter aller Krankenhausserien?

In einer Amazon-Rezension wurde die Serie "Das Krankenhaus am Rande der Stadt" - im tschechischen Original: "Nemocnice Na Kraji Mesta" - als Mutter aller Krankenhausserien bezeichnet. Ich kann nicht beurtelen, ob das stimmt. Dafür habe ich zu wenig Krankenhausserien gesehen. :) Gelegentlich habe ich mal eine Folge aus "Die Schwarzwaldklinik" geschaut, wenn sie bei meinen Eltern lief.  "ER" habe ich fast vollständig verpasst, ebenso "General Hospital" oder "Grey's Anatomy". Die australische Serie "Die fliegenden Ärzte" habe ich zum Teil gesehen und "Dr. House" kenne ich recht gut, ich glaube, diese beiden Serien kann man mit "Das Krankenhaus am Rande der Stadt" nicht gut vergleichen.

Die tschechische Serie "Das Krankenhaus am Rande der Stadt" habe ich als Kind in der DEFA-Synchronisation gesehen. Lustig, dass ich Ingeborg Krabbe sofort vor Augen hatte (sie hat die Oberschwester synchronisiert). Ich habe deutliche Erinnerungen an die hübsche Ina und die blonde Marta, den burschikosen Dr. Strosmajer und den jungen Dr. Blazej, aber auch an den Krankenwagenfahrer Roman. Aber ansonsten ...

Viele Details habe ich vergessen, wie z.B., dass es vorrangig um die orthopädische Chirurgie geht, die väterliche Chefarzt-Figur, die Probleme seines Sohnes oder die Anästhesistin Dana. Ich war auch völlig überrascht, dass die Serie nur aus insgesamt 20 Folgen besteht! In meiner Erinnerung lief die Serie viel länger - und vermutlich tat sie das auch wirklich, aber in Form von Wiederholungen. :) 

Zugelegt habe ich mir die erste der beiden Staffeln bereits im vergangenen Jahr, aber zum Anschauen bin ich erst vor kurzem gekommen. Die Bildqualität ist in manchen Szenen zwar schlecht, aber die Serie wurde 1978 bis 1981 produziert und konnte offenbar erst spät für die DVD-Veröffentlichung  bearbeitet werden; das verantwortliche Studio Icestorm weist im Grunde entschuldigend im Vorspann darauf hin, dass man mehr nicht habe liefern können. 

Als ich mir die 13 Teile der ersten Staffel ansah - sie Staffel wird zu einem Ende gebracht, man muss also nicht zwangsläufig weiter schauen -, fühlte ich mich nostalgisch, aber ich lief und laufe nicht Gefahr, deshalb den real existierenden Sozialismus, in dem ich aufgewachsen bin, zu verklären. Zumal neben der lustigen zusammenhaltenden Arbeiterbrigade, den Bananen am Krankenbett (!) oder dem recht stressfrei erscheinenden Umgang mit den Patienten  kommt z.B. auch der Fachpersonalmangel (sowohl auf Pflege-, als auch auf Ärzteebene) zur Sprache oder dass der Direktor des Krankenhauses erstaunlich genau informiert war. Oder, dass auch ein "altes Mütterchen" Kohle für den Winter bestellen musste.  - Kurzer Exkurs: Ich erinnere mich gut an den Umtransport der Kohle-Briketts vom Abladeplatz auf dem Hof in den überdachten Werkstatt-Schuppen meines Vaters mittels Schubkarre und später dann von dort eimerweise in die Wohnung zum Beheizen der Kachelöfen. So hübsch und ordentlich gepackt wie heute gab es die Briketts damals nicht; das war ein einziger loser kohl-schwarzer Haufen. - Als Kind sind mir diese Details der Serie allerdings entgangen. ;)  

Was mir bei dieser Serie - wie auch schon in "Die Frau hinter dem Ladentisch" angenehm auffiel, ist die Einleitung in die aktuelle Folge, die früher offenbar nicht so zeitnah hintereinander ausgestrahlt wurden wie heute (ich habe keine konkrete Erinnerung daran).  Ein Sprecher führt unaufgeregt jedes Mal in die aktuelle Folge in, indem er - unterstützt von ein paar Szenen - eine kurze Zusammenfassung des letzten Geschehens liefert und den Zuschauer unterrichtet, wie es in der Ehe des einen Paares steht oder wie die Gesundung eines Patienten vorangeht. Mir gefiel das, obwohl ich die Folgen DVD-weise hintereinander weg geschaut habe und diese Zusammenfassungen daher wirklich nicht brauchte. ;) 

Ich kann mir vorstellen, dass die zweite Staffel mit den restlichen sieben Folgen auch noch bei mir einzieht, vielleicht, wenn sie mal im Angebot günstig zu bekommen ist. Die zweite Staffel weist dann die "BRD"- statt der DEFA-Synchronisation auf, aber mit genügend Hör-Abstand zur ersten Staffel fällt diese Stimmen-Änderung für mich vielleicht nicht weiter ins Gewicht. Ob ich mir allerdings auch die Fortsetzung "20 Jahre später" besorge, steht völlig in den Sternen; an diese Fortsetzung erinnere ich mich überhaupt nicht. 

Kennt jemand von Euch die Serie auch? Könnt Ihr was dazu sagen, ob sie die Mutter aller Krankenhausserien ist? :)