Samstag, 1. Oktober 2016

Winterkatzes Herbstlesen 2016 #2

Wie schon an anderer Stelle erwähnt, habe ich heute nach 4,5 Stunden im Büro den Schlussstrich gezogen und bin in mein Lieblings-Cafe gefahren, um mich mit einem Milchkaffee und einem Stück Marcarpone-Apfel-Kuchen auf das Wochenende weiter einzustimmen.



Begleitet hat mich Miss Marple. Nein, das ist nicht richtig. Ich habe Inspector Neele bei seinem Besuch auf Yewtree Lodge begleitet, dem Familiensitz des Geschäftsmannes Rex Fortescue. Dieser wurde ganz offensichtlich vergiftet - er brach in seinem Büro nach dem "Genuss" einer Tasse Tee zusammen -, und zwar vermutlich zur Frühstückszeit. Der Pathologe tippt auf Eibe ("yew") ... Mögliche Täter daheim mit Motiv gibt es: Die sehr junge Ehefrau mit dem jungen Tennislehrer; der Sohn, mit welchem sich Mr Fortescue sen. offenbar im Zusammenhang mit der Firma zerstritten hat, die Tochter mit einem Verlobten, der wiederum Mr Fortescue nicht gefiel ... Ich habe momentan ca. 1/3 des Buches gelesen, Miss Marple ist noch nicht in Sicht und ich bin neugierig, wer sie in den Fall einbeziehen wird.

Es ist schon irgendwie lustig, dass ich zu englischen Agatha Christie Romanen zum Entspannen greife. Auch auf dem "vielleicht-bald-lesen-Stapel" neben meinem Lesesessel liegen mehr in englisch als in deutsch geschriebene Bücher. Hm.

Update 22.30 Uhr
Tja, gelesen habe ich seit dem Posten des vorstehenden Beitrags nur die Beiträge der Mitleserinnen, bevor ich dort kommentiert habe. Ich war gerade beim letzten Kommentar angekommen, als es an meiner Tür klingelte. Zwei Bekannte standen vor der Tür, um mich zu dem vor ca. 4 Wochen verabredeten Essen abzuholen, welches ich völlig vergessen hatte! Da stand ich nun in Jogginghose und Schlabbershirt und völlig zerzaust! Ich weiß, dass ich den Termin in meinem Smartphone-Kalender notiert hatte - aber offenbar habe ich ihn nicht gespeichert oder ich muss ihn aus Versehen gelöscht haben. Am Freitag hatte ich noch daran gedacht, dass dieser Tage das Essen ansteht und ich meine Bekannte noch fragen müsse, wann genau der Termin sei, aber dann war sie nicht gleich greifbar und ich vergaß sogar die Frage. Nun, während die beiden Merlins Bekanntschaft machten (und Marlowe sich verkrümelte), habe ich mich fix umgezogen, etwas zurecht gemacht und ab ging es zum Essen.

Wir haben einen wundervollen amerikanischen trockenen Merlot  getrunken, der wundervoll sanft war, und zum Essen habe ich mich für Zander auf Risotto entschieden (und der Merlot passte sehr gut dazu).

Der Abend war sehr schön, sehr entspannt und köstlich! Aber dass ich die Verabredung so vollständig vergessen hatte, gab mir schon zu denken.

Inzwischen sind auch die MuMs versorgt, die am frühen Abend noch kein Abendessen bekommen hatten, und ich werde gleich noch online eine Runde drehen, bevor ich leicht angeschickert und mit vollem, aber nicht übervollen, Bauch ins Bett gehen werde. Mal sehen, ob ich noch ein paar Seiten in meinem Agatha-Christie-Roman lesen werde, während es draußen regnet und sich ein Gewitter ankündigt. Ich sage schon mal hier an dieser Stelle gute Nacht und süße Träume und wir lesen uns morgen wieder hier in diesem Theater. :)

Kommentare:

  1. Vor einiger Zeit habe ich auf einem Blog oder bei Instagram (oder wo auch immer) einen Artikel gesehen, dass immer mehr Leute lieber auf Englisch als auf Deutsch lesen. Da frage ich mich, was mit mir falsch läuft. Ich habe irgendwie immer ein Hemmnis, auf englisch zu lesen.
    Dabei lese ich momentan (nein, ich pausiere, aber egal) ein englisches Sachbuch. Das finde ich so schwierig zum Lesen, dass es gerade pausiert. So! :D Wenn ich dann im Fluss bin, gehts, aber der Anfang...

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    1. Ich glaube nicht, dass bei Dir irgend etwas falsch läuft, Jenny. :D Ich glaube auch nicht, dass bei mir etwas "falsch" läuft, aber bemerkenswert finde ich es dennoch.

      Sachbücher auf englisch zu lesen, ist dann gleich wieder eine ganz andere Herausforderung, schon allein wegen der Fachterminologie. Und wenn man dann als Leser in das Sachgebiet erst einsteigt oder zumindest noch nicht so in ihm versiert ist, um die grundlegenden Zusammenhänge vor Augen zu haben, dann erhöht sich die Herausforderung gleich noch mehr. Bei einem Roman ist verstehendes Lesen ja doch deutlich einfacher...

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    2. Ja genau. Manche Sachbücher versteht man ja auch schon auf Deutsch nicht. :D
      Ich muss aber trotzdem mal wieder weiterlesen. Doch momentan lese ich lieber meine (im Gegesatz dazu leichten) Klassiker. :)

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  2. Ich mag Cafés, aber ich glaube zum Lesen könnte ich mich da nicht genug entspannen. (Obwohl ich auch in der Bahn lesen kann, hm...)
    Ich muss sagen, dass ich lieber auf Deutsch lese, als auf Englisch und sich das vermutlich auch nicht ändern wird. Aber dieses Jahr habe ich doch das ein oder andere Mal zu englischen Büchern gegriffen und werde das auch weiterhin tun. Einige Bücher werden halt nicht übersetzt, ich will sie aber unbedingt lesen. Bei anderen bin ich nicht geduldig genug um abnzuwarten, OB sie übersetzt werden.
    Entspannung hat bei mir aber trotzdem mehr mit dem Inhalt, als mit der Sprache zu tun.
    Aber im Grunde ists ja wurscht, hauptsache man kann sich entspannen und hat es gemütlich und ist zufrieden :)

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    1. Nun muss ich gestehen, Ina, dass ich "mein" Cafe bevorzugt in der Zeit zwischen 14 und 15 Uhr besuche und dann ist es dort sehr ruhig. Die Mittagssnack-Zeit ist vorbei, die Kaffeezeit hat noch nicht wirklich begonnen und so kann ich mit meinem Kaffee die Lesezeit sehr genießen, ohne von Anderen zu sehr abgelenkt zu werden. :) Das klappt natürlich nicht immer, aber meine Trefferquote ist sehr gut. *g* In der Bahn kann ich auch lesen (im Bus nicht wegen der Bewegung), dort klappt das Ausblenden der Mitreisenden regelmäßig auch sehr gut.

      Nicht nur ich, sondern z.B. auch die Winterkatze, haben festgestellt, dass die Christie-Sachen nicht so übersetzt wurden, wie es sein sollte, und so habe ich begonnen, sie im Original zu lesen. Zum Teil wollte ich einige Bücher unbedingt im Original lesen (Jane Austen), zum Teil war ich einfach auch neugierig (Harry Potter, Stephen King), wie sie im Original klingen. Oftmals denke ich, das Original ist so viel besser als die Übersetzung, aber wenn ich dann überlege, wie ich den Passus anders übersetzt hätte, wird mir schnell bewusst, wie schwierig es ist, denn Inhalt bzw. manchmal eher den Sinn in eine andere Sprache zu bringen. Besonders, da es ja nicht nur um einen Passus geht (der mir gerade auffällt), sondern das ganze Buch "rund" klingen muss. :D Das ist für mich schon sehr lehrreich gewesen.

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  3. Hm, ich habe dich dann mal mit einem zweiten Eintrag (für das zweite Update) in der Liste verlinkt ... Ich muss gestehen, dass ich deinen Beitrag nur durch Zufall mitbekommen habe, weil ich an Lesetagen selten tagsüber noch in den FeedReader schaue. Vielleicht musst du mir dann besser Bescheid geben, wenn du mehrerer Beiträge pro Tag machen magst.

    Ich könnte dir sagen, wer dafür sorgt, dass Miss Marple involviert wird - und sie wird sehr ungehalten sein, wenn sie auftaucht! ;)

    Was die englischen Bücher zur Entspannung angeht: Ich glaube, es hängt damit zusammen, dass wir als "Nicht-Muttersprachler" dazu neigen entspannende englische Titel zu kaufen. Herausforderungen stelle ich mich dann doch lieber eher auf Deutsch, während ich einen gemütlichen Krimi oder eine Urban-Fantasy-Geschichte (inzwischen) auch auf Englisch so gut lesbar finde, dass ich da auch gleich zum Original greifen kann.

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    1. Ich habe gerade auch in einem anderen Kommentar gesagt, Winterkatze, dass ich ab morgen auch einen Beitrag pro Lesetag machen und diesen updaten werde. Da alle anderen Mitleserinnen es so handhaben und sich darauf einstellen, den Beitrag wieder aufzurufen, macht das eher Sinn als darauf zu hoffen, dass die Teilnehmer den Feedreader nach neuen Beiträgen absuchen. :)

      Wie gut, dass Du nicht spoilerst! :D

      Hm, ich weiß nicht. Sicher, die Christie-Romane sind gut zugänglich, aber ich habe ja auch Jane Austen gekauft und gelesen oder englische Sachbücher (z.B. dieses Shakespeare-Buch). Allerdings lese ich so etwas in der Tat nicht, wenn ich gefordert oder erschöpft bin. :D Dafür ist in der Tat ein schöner Cozy viel besser geeignet. Es könnte aber natürlich auch einer mit Frau Maier sein o.ä. :D

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    2. Wir würden es auch mit mehreren Update-Beiträgen hinbekommen, wenn du mir einfach Bescheid gibst. Aber mit einem gesammelten Tagesbeitrag kann man halt eben schnell schauen, wenn man selber einen Kommentar hinterlässt oder drauf reagiert. Trotzdem solltest du es so machen, wie es dir lieb ist! :)

      Das Essengehen mit den Freunden war bestimmt eine Überraschung, nachdem du den Termin so gut vergessen hattest. Aber immerhin hast du den Abend in netter Gesellschaft und mit gutem Essen genießen können - und das ist doch perfekt für den Einstieg in ein langes Wochenende und das Herbstlesen und überhaupt wohlverdient nach den anstrengenden Wochen, die hinter dir liegen.

      Was das Vergessen angeht, würde ich mir da nicht zu viele Gedanken machen. Du hast und hattest zu viel um die Ohren - und so blöd es ist, die Arbeit ist nun mal "wichtiger" und dann wandert da eben die Konzentration und Erinnerungsfähigkeit hin und es bleibt keine Kapazität für langfristig getroffene private Verabredungen.

      Ich denke eben auch, dass anspruchsvollere englische Bücher von dir ebenso wenig zu entspannen gelesen werden wie anspruchsvollere deutsche Bücher - ich glaube, es hat wirklich weniger mit der Sprache als mit dem Inhalt zu tun. Und so ungern ich das sage, aber ich finde mehr unterhaltsame englische Bücher (egal, ob Cozy oder UF) als deutsche Titel.

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    3. Stimmt schon, Winterkatze, aber es ist ein weiteres Zeichen, dass ich kaum noch aufnahmefähig bin. Ich bin ja inzwischen so weit, dass ich das erkenne, mein damit verbundenes Problem erkenne, jetzt muss ich noch daran arbeiten, dass ich früher als es jetzt der Fall ist, Grenzen setze. ;)

      Ja, es hat auf jeden Fall mit dem Inhalt zu tun. :D

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    4. Auch das bekommst du noch hin! Wenn ich überlege, wie das bei dir früher mit der Arbeit war, dann hat sich bei dir doch schon eine Menge getan. Manche Sachen kannst du halt bei der Arbeit nicht verändern und musst nur damit umgehen lernen.

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    5. Ich arbeite daran, Winterkatze, ich arbeite daran. :)

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  4. Eine interessante Diskussion hat sich hier ergeben zum Thema englische Bücher!

    Ihr habt ja gesehen, daß mein aktueller Stapel auch von englischen Büchern geprägt ist, obwohl das keine Absicht war. Über die letzten ca. 5 Jahre hat es sich so eingespielt, daß ich mir eigentlich die meisten Texte auf Englisch zutraue.
    Trotzdem ist es genreabhängig: Klassiker, Kinder- und Jugendbücher sowie Fantasy kaufe ich häufig im Original, weil ich das Preis-Leistungs-Verhältnis und oft auch die Aufmachung schöner finde. Bei Sachbüchern und historischen Romanen greife ich eher zur Übersetzung, bei Krimis wechselt es.
    Bei mir hängt das mit der Entspannung also wohl auch eher vom Inhalt als von der Sprache ab, Winterkatze.

    Meist bleibe ich auch bei einer Sprache. Natira, du hast ja Stephen King auf Englisch probiert - ich bin immer noch dabei, meine alten Heyne-Ausgaben zu ersetzen und mich erstmal durch die deutschen Bücher zu lesen.

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    1. Da sprichst Du auch ein wahres Wort, Kiya, denn das Preis-Leistungs-Verhältnis ist häufig nicht nur bei den Printausgaben, sondern auch bei den ebooks in englischer Sprache deutlich besser. Und manchmal ist es so, wie auch Ina sagte, dass es keine Übersetzungen gibt oder es ewig dauert - oder sie, wie man ja bei den Christie-Titel gesehen hat - nicht adäquat sind.

      Diesen direkten Vergleich zwischen Original und Übersetzung finde ich total spannend! Leider fehlt mir die Zeit, um mich weiter zweisprachig durch Kings Dark-Tower-Reihe zu lesen. Momentan würde ich sogar sagen, ich müsste wegen der Feinheiten und der Verknüpfungen noch mal von vorn anfangen (dann aber zuletzt schon wieder gelesenen Teile nur in einer Sprache *g*).

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    2. Interessant, denn gerade bei Klassikern habe ich Angst, dass die im Original zu schwierig sind. Dabei habe ich „To kill a mockingbird" auch auf Englisch gelesen und fand es super! Aber ich weiß nicht, ob ich mich trauen würde, Austen auf Englisch zu lesen... Ich glaube aber, ich bin auch einfach zu bequem. ;)

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    3. Ich fand es sehr hilfreich, dass ich den Austen-Roman "Pride and Prejudice" auf Deutsch kannte, und zwar sehr gut, da ich ihn mehrfach gelesen und auch als Hörbuch gehört hatte, Jenny. Dadurch sind einem Personen und Ereignisse vertraut und ich konnte mehr "gefühlsmäßig" erfassend im Original lesen.

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  5. Ich bin ja kein so großer Austen-Anhänger, aber auf Englisch schätze ich sie mir, die Feinheiten des Stils kann ich eher würdigen. Auf Deutsch kommen mir ihre Romane ein wenig wie leeres Geplapper vor ;-)

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  6. Antworten
    1. Ich mag sie auf deutsch und habe sie über die Zeit auf englisch mehr zu schätzen gelernt, Kiya, selbst wenn mich einige ihrer Protagonistinnen schlichtweg nerven oder zumindest ärgern. :D

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