Mittwoch, 10. Februar 2016

Die Mutter aller Krankenhausserien?

In einer Amazon-Rezension wurde die Serie "Das Krankenhaus am Rande der Stadt" - im tschechischen Original: "Nemocnice Na Kraji Mesta" - als Mutter aller Krankenhausserien bezeichnet. Ich kann nicht beurtelen, ob das stimmt. Dafür habe ich zu wenig Krankenhausserien gesehen. :) Gelegentlich habe ich mal eine Folge aus "Die Schwarzwaldklinik" geschaut, wenn sie bei meinen Eltern lief.  "ER" habe ich fast vollständig verpasst, ebenso "General Hospital" oder "Grey's Anatomy". Die australische Serie "Die fliegenden Ärzte" habe ich zum Teil gesehen und "Dr. House" kenne ich recht gut, ich glaube, diese beiden Serien kann man mit "Das Krankenhaus am Rande der Stadt" nicht gut vergleichen.

Die tschechische Serie "Das Krankenhaus am Rande der Stadt" habe ich als Kind in der DEFA-Synchronisation gesehen. Lustig, dass ich Ingeborg Krabbe sofort vor Augen hatte (sie hat die Oberschwester synchronisiert). Ich habe deutliche Erinnerungen an die hübsche Ina und die blonde Marta, den burschikosen Dr. Strosmajer und den jungen Dr. Blazej, aber auch an den Krankenwagenfahrer Roman. Aber ansonsten ...

Viele Details habe ich vergessen, wie z.B., dass es vorrangig um die orthopädische Chirurgie geht, die väterliche Chefarzt-Figur, die Probleme seines Sohnes oder die Anästhesistin Dana. Ich war auch völlig überrascht, dass die Serie nur aus insgesamt 20 Folgen besteht! In meiner Erinnerung lief die Serie viel länger - und vermutlich tat sie das auch wirklich, aber in Form von Wiederholungen. :) 

Zugelegt habe ich mir die erste der beiden Staffeln bereits im vergangenen Jahr, aber zum Anschauen bin ich erst vor kurzem gekommen. Die Bildqualität ist in manchen Szenen zwar schlecht, aber die Serie wurde 1978 bis 1981 produziert und konnte offenbar erst spät für die DVD-Veröffentlichung  bearbeitet werden; das verantwortliche Studio Icestorm weist im Grunde entschuldigend im Vorspann darauf hin, dass man mehr nicht habe liefern können. 

Als ich mir die 13 Teile der ersten Staffel ansah - sie Staffel wird zu einem Ende gebracht, man muss also nicht zwangsläufig weiter schauen -, fühlte ich mich nostalgisch, aber ich lief und laufe nicht Gefahr, deshalb den real existierenden Sozialismus, in dem ich aufgewachsen bin, zu verklären. Zumal neben der lustigen zusammenhaltenden Arbeiterbrigade, den Bananen am Krankenbett (!) oder dem recht stressfrei erscheinenden Umgang mit den Patienten  kommt z.B. auch der Fachpersonalmangel (sowohl auf Pflege-, als auch auf Ärzteebene) zur Sprache oder dass der Direktor des Krankenhauses erstaunlich genau informiert war. Oder, dass auch ein "altes Mütterchen" Kohle für den Winter bestellen musste.  - Kurzer Exkurs: Ich erinnere mich gut an den Umtransport der Kohle-Briketts vom Abladeplatz auf dem Hof in den überdachten Werkstatt-Schuppen meines Vaters mittels Schubkarre und später dann von dort eimerweise in die Wohnung zum Beheizen der Kachelöfen. So hübsch und ordentlich gepackt wie heute gab es die Briketts damals nicht; das war ein einziger loser kohl-schwarzer Haufen. - Als Kind sind mir diese Details der Serie allerdings entgangen. ;)  

Was mir bei dieser Serie - wie auch schon in "Die Frau hinter dem Ladentisch" angenehm auffiel, ist die Einleitung in die aktuelle Folge, die früher offenbar nicht so zeitnah hintereinander ausgestrahlt wurden wie heute (ich habe keine konkrete Erinnerung daran).  Ein Sprecher führt unaufgeregt jedes Mal in die aktuelle Folge in, indem er - unterstützt von ein paar Szenen - eine kurze Zusammenfassung des letzten Geschehens liefert und den Zuschauer unterrichtet, wie es in der Ehe des einen Paares steht oder wie die Gesundung eines Patienten vorangeht. Mir gefiel das, obwohl ich die Folgen DVD-weise hintereinander weg geschaut habe und diese Zusammenfassungen daher wirklich nicht brauchte. ;) 

Ich kann mir vorstellen, dass die zweite Staffel mit den restlichen sieben Folgen auch noch bei mir einzieht, vielleicht, wenn sie mal im Angebot günstig zu bekommen ist. Die zweite Staffel weist dann die "BRD"- statt der DEFA-Synchronisation auf, aber mit genügend Hör-Abstand zur ersten Staffel fällt diese Stimmen-Änderung für mich vielleicht nicht weiter ins Gewicht. Ob ich mir allerdings auch die Fortsetzung "20 Jahre später" besorge, steht völlig in den Sternen; an diese Fortsetzung erinnere ich mich überhaupt nicht. 

Kennt jemand von Euch die Serie auch? Könnt Ihr was dazu sagen, ob sie die Mutter aller Krankenhausserien ist? :)


Kommentare:

  1. Meine Eltern haben die Serie auch geschaut, ich selbst hab sie als Kind nicht geguckt, kann mich nur noch an den Titel erinnern. Ich wusste gar nicht, dass das eine tschechische Serie ist! :-D

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    1. Ja, das ist sie, Anette. :D Ob Deine Eltern auch "Die Frau hinter dem Ladentisch" geschaut haben (übrigens auch eine tschechische Serie)?

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  2. Nein, ich kenne die Serie nicht. Dafür bin ich (natürlich *g*) mit Schwarzwaldklinik und den Fliegenden Ärzten aufgewachsen. Diese Serien wurden eben mitgeschaut, wenn mein Mutter sie anschaltete.

    Ansonsten hatte ich als Teenager eine Phase, in der ich "Trapper John M.D." geschaut habe - wie mir Wikipedia gerade mitteilt, wurde die Serie ein Jahr nach deinem Krankenhaus am Rande der Stadt gedreht.

    So oder so ist es schön, dass du die Serie wieder so genossen hast! :) (Bei deiner Brikett-Beschreibung musste ich an all die Stunden denken, die ich als Kind mit dem Schleppen von Holzscheiten verbracht habe. *g*)

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    1. An "Trapper John M.D." habe ich gerade so gar keine Erinnerung, auch wenn mir der Name selbst etwas sagt. *googelngeht*Nein, ich habe auch nach ein paar Bildern der Serie keine Erinnerung. "Die fliegenden Ärzte" habe ich sehr gern gesehen. Aber es kam auch häufiger beim West-Fernsehen zu Frustrationen, wenn der Wind falsch stand oder Nebel hing und das Bild vor sich hin rauschte. Ich habe so manche Folge diverser Serien erst vollständig nach der Wende gesehen, lach.

      Neben dem Kohlenstall hatten wir auch eine Holzmiete, aber ich habe lieber Kohlen als Holz geholt, obwohl ersteres schwerer war. In der Holzmiete waren immer so viele Käfer. ;)

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    2. Ich hatte halt die "Mash"-Verbindung damals mitbekommen und bin dann hängen geblieben. :)

      Unser Holz war an der wettergeschützten Seite des Hauses gestapelt, da fielen Käfer nicht so auf. Einfach zwei Scheite gegeneinanderklopfen und schon konnte man die relativ bewohnerfrei ins Haus holen. :D

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    3. Bei uns war die Holzmiete separat und einer alten Laube "angebaut", und zwar auf der Ostseite, wenn ich mich recht erinnere. Das wuselte mir darin immer zuviel, Winterkatze - selbst wenn ich nichts sah. *g*

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  3. Huch, wie kommst Du denn auf dieses Thema? Spannend!

    Hihi, das hängt wohl davon ab, auf welcher Seite vom Zaun man aufgewachsen ist. :o))

    Ich kenne das "Krankenhaus am Rande der Stadt" zwar namentlich. Wir haben aber auch eher Schwarzwaldklinik geschaut (trotz oder gerade aufgrund der Ostsozialisation).

    Ansonsten habe ich es nicht so mit Arztserien.
    Auch wenn ich bei You Tube gerade mal reingeschaut habe.
    Was waren die alle jung!

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    1. Ach, ich stand Anfang des Monats vor meinem Regal mit den ungesehenen Filmen und Serien, sah diese Box, Jed, und bekam Lust, sie mir endlich anzusehen. :D

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  4. „General Hospital“ ist die Urmutter aller Krankenhausserien. Sie wird schon seit 1963 ausgestrahlt und ist mit > 10.000 Episoden schon jenseits von Gut und Böse. Der Gedanke einer DVD Box wäre daher echt ein Witz. ;-)

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    1. Lach, stimmt, das wäre wohl eine Monsterbox, Raven. Wahnsinn, wie lange diese Serie schon läuft.

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