Sonntag, 31. Januar 2016

Januar 2016 - Zugänge und Winterkatzes SuB-Trahieren

Bis ungefähr zur Mitte des Monats dachte ich, dass das Jahr vielleicht ohne Geldausgabe für Bücher beginnt, aber das änderte sich dann spontan durch drei Graphic Novels, drei Miss-Marple-Romane (ich habe schließlich nur noch einen Poirot über), zwei hier nicht abgelichtete ebooks und ein neues Kochbuch.


Das Kochbuch "Wir haben einfach gekocht" interessierte mich dabei weniger wegen der 100 Rezepte, sondern mehr deswegen, weil die Autoren in verschiedenen Seniorenheimen waren, um dort die Rezepte zu sammeln. Ich lese derzeit in diesem Buch und habe fest vor, das Buch in einem separaten Post vorzustellen. 

Das eine der ebooks ist ein kostenfreies Sachbuch gewesen "Rule #1 - Crazy people make you crazy" von John J. Patterson, welches ich auch bereits gelesen habe. Es beschäftigt sich damit, wie man mit einem gewissen Schlag Menschen klar kommt.  Crazy wird hier eindeutig im umgangssprachlichen Sinne für "Das ist ja verrückt!" benutzt und der Autor stellt auch klar, dass Menschen, die unter rule#1 fallen, von Natur aus weder krank noch bösartig oder intrigant o.ä. sind. Der Autor nennt zwar auch andere Beispiele, aber wenn z.B. der Teil einer Projektbearbeitung an einen Mitarbeiter M vergeben wird und dieser immer wieder "noch ein Problem" findet und deshalb nicht fertig wird oder wenn dieser einfach bestreitet, dass bestimmte Absprachen mündlich getroffen worden sind, könnte er unter diese rule#1 Menschen fallen. Das Gesamtprojekt kann dadurch verzögert bzw. sogar vollständig torpediert werden, falls hier nicht die Situation beobachtet, neu bewertet und ggf. eingegriffen wird. Dies kann z.B. durch den Einbau von Kontrollinstanzen wie Dokumentation erfolgen. Es bedarf des Erkennens von Warnzeichen (für die Beispiele genannt werden) und letztlich wird die eigene Einstellung des Lesers thematisiert. Alles in allem war es ganz interessant zu lesen. 

Das andere ebook war "Indexing - Reflections" by Seanan McGuire. Es ist aktuell für 3,50 EUR zu haben und da mir ja Teil 1 bereits gefiel ... Angefangen habe ich es allerdings noch nicht. 

Die Graphic Novels "Hotel Hades" und "Patchwork" von Katharina Greve habe ich bereits gelesen. Ersteres zeigt, wie drei in Berlin an einem Imbiss Erschossene ihre Reise in die Ewigkeit antreten und im dreigeteilten Reich des Hades (Tartaros, Elysion  und Asphodelos (Lethe)) ankommen. Ich fand die Zeichnungen und Farbgebung gut, die Perspektive erfrischend (z.B. mit Blick darauf, was die Ewigkeit im Elysion bewirken kann), restlos vom Sitz gerissen hat mich die Graphic Novel aber nicht (u.a. wegen des Endes von Florians Handlungsbogen, da hätte ich mir etwas anderes vorgestellt). Auch in "Patchwork"gefiel mir die zeichnerische Arbeit; d die Geschichte  - die im Job erfolgreiche und im Forschungsinstitut lebende Frau Dr. Waldbeck kommt auf recht ungewöhnliche Weise zu ihren Kindern und betritt mit ihnen nach Jahren auch die "Öffentlichkeit", was die Story thematisiert - überzeugte mich mehr als "Hotel Hades". 

Ebenfalls bereits gelesen ist "Agatha Christie - Das Leben ist kein Roman" von Anne Martinetti und Guillaume Lebeau. Diese Graphic Novel beschäftigt sich mit Agatha Christies Leben, in welchem ein paar ihrer Charaktere auch mal Zwiegespräch mit der Autorin halten (insbesondere ein gewisser Belgier). Da ich die Biographie Agatha Christies nicht weiter kenne, kann ich derzeit nicht beurteilen, wie viel diese Graphic Novel auslässt bzw. wie prägende Momente hier interpretiert wurden im Vergleich zu anderen Biographien. Dies mal außer acht lassend: Mir gefiel diese "Biographie" sehr gut; sie liefert sicherlich einen Überblick, enthält leisen Humor und ich mochte den Zeichenstil.

"The Body in the Library" by Agatha Christie lese ich gerade (ich kann diesen Miss-Marple-Roman auf deutsch gekürzt und verfilmt mit Joan Hickson), außerdem klangen "A Murder is announced" und "The Mirror crack'd from side to side" gut. ;)

Winterkatzes SuB-Trahiert

Ich vermelde hier drei Bücher, auch wenn eines erst im Oktober 2015 auf meinem TuB gelandet ist, pfft. :)



"Der Mann, der vergessen wurde" von Mia Ajvide kam erst im Oktober zu mir, gefühlt lag es länger auf dem TuB. Der Protagonist Jack wird von seinen Mitmenschen vergessen. Es beginnt schleichend und nur kurzfristig: Seine Frau oder sein Chef sind kurz irritiert, wer vor ihnen steht, aber alle denken, sie waren nur gedanklich abwesend. Aber dann reagiert seine Frau voller Angst auf ihn, er ist ein Fremder, der in ihr Haus eindringt, andere Menschen vergessen ihn, sobald sie sich umdrehen. Während er versucht, zu überleben und herauszufinden, was passiert ist und wie es rückgängig gemacht werden kann, trifft er auf ein paar Menschen, die sein Schicksal teilen. So interessant ich den Ansatz und die Geschichte grundsätzlich auch fand - und die Vorstellung beängstigend, dass man sofort vergessen wird, sobald sich jemand umdreht, denn wenn man das zu Ende führt, ist das ein sozialer Tod bei lebendigem Leib -, den von der Autorin gewählten Endpunkt finde ich unglücklich; ich hätte gern gewusst, wie sie sich den weiteren Fortgang vorgestellt hat. Aber vielleicht war das etwas, was ihr erzählerisch nicht mehr wichtig war.

Agatha Christies "Elephants can remember" ist ein Poirot-Roman, veröffentlicht 1972. Mich hat er trotz des Auftrittes von Ariadne Oliver enttäuscht zurückgelassen, da sich für mich viel zu früh abzeichnete, wie die Auflösung aussieht. Das konnte die Autorin auch subtiler u. besser, ich denke besonders an "Five little pigs". Interessant fand ich in diesem Zusammenhang den in der englischen Wikipedia verlinkten Artikel aus "The Guardian"(klick), wonach aufgrund einer Studie Textforscher vermuten, dass die Autorin zu dieser Zeit an Alzheimer erkrankt war. Nach Lektüreende war ich beunruhigt wegen der möglichen Qualität von "Curtain", Poirots letztem Fall; das Buch steht hier noch ungelesen. Aber aus der weiter oben bereits erwähnten und später gelesenen biographischen Graphic Novel habe ich gelernt, dass "Curtain" deutlich früher geschrieben wurde.

"Der Atlas der fiktiven Orte" führt den Leser genau zu diesen, z.B. Atlantis, Mittelerde, die Sonneninsel, Lummerland, Schlaraffenland, Xanadu oder den Zauberberg. Eine grundsätzlich schöne Idee (die Landkarten fand ich nett), muss aber sagen, dass ich die Fakten zu den fiktiven Orten mangels Kenntnis bzw. weil ich entsprechende Stellen vergessen habe, nicht bewerten kann. ;)

Was ich sonst noch in diesem Monat gelesen habe, könnt ihr titelmäßig meiner Leseliste (klick) entnehmen.


Kommentare:

  1. So viele Neuzugänge waren das ja nicht -und du hast ja auch schon einige davon gelesen. ;) Dazu noch drei SuB-trahierte Titel und schon ist der Januar eindeutig ein erfolgreicher Lesemonat für dich! (Und auch wenn ein Titel nicht so alt ist, ein TuB-Titel ist ein TuB-Titel!)

    Was "Elefanten vergessen nicht" angeht, so mag ich den Roman. Die Geschichte ist vorhersehbar, aber das habe ich immer wieder bei Agatha-Christie-Romanen, dafür finde ich die Grundidee und die Figuren reizvoll. Vielleicht ist mir als Leserin der deutschen gekürzten Ausgabe auch nicht so sehr eine Veränderung zu ihren anderen Titeln aufgefallen wie dir mit der ungekürzten englischen Version ...

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    1. okay, 9 Bücher sind also nicht viel *schmunzelt*
      Aber ja, ich habe gleich einige davon weggelesen.

      Vielleicht waren die Kürzungen in der deutschen Ausgabe in "Elefanten vergessen nicht" ja mal hilfreich, denn ich fand den Roman - neben anderen Dingen - auch in die Länge gezogen. ;)

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    2. Solange du es noch an den Fingern abzählen kannst, ist es doch nicht nennenswert! ;)

      Das kann sein, ich schiele trotzdem zu den englischen Ausgaben und plane sie schon mal für das Jahresende mit ein. *g*

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