Samstag, 31. Oktober 2015

Winterkatzes Herbstlesen 2015 #7 - Halloween - Ausgabe


Wer hat an der Uhr gedreht? Es war doch erst gestern, dass die Münchenerin hier war? Seufz, kaum war sie weg, wurde schon die Uhr umgestellt und heute ist  Halloween. Nun ja. ...
Ich mag einige Dinge, die an "All Hallow's Eve" stattfinden, die Feuer, die Verkleidungen, grusligen Spuk, die geschnitzten (und beleuchtete) Kürbisse (wie ich in der Wiki gelesen habe, waren es ursprünglich Rüben,  auch Jack O'Lanterns genannt). Mir ist dabei auch egal, ob der Ursprung keltisch ist oder Bräuche verschiedener Völker und Glaubensrichtungen vermischt wurden. :) Trotzdem möchte ich abends lieber meine Ruhe haben und bin dankbar dafür, dass hier auf dem Land der Umzug von Kindern zu Halloween weiterhin nicht so verbreitet ist. Vielleicht liegt es daran, dass die hiesigen Bauernschaften den Schwerpunkt nicht auf Kürbisse legen. ;)
Ghostly MuMs
aufgenommen von L.

Momentan fühlt es sich hier allerdings nicht nach Halloween an: Der Himmel ist strahlend blau. Die Sonne scheint und es ist sogar warm für diese Jahreszeit (es sollen wieder 15 Grad werden). Also brauche ich wohl etwas für das Halloween-Feeling über den heutigen Samstag hinaus für das ganze Wochenende, jawohl. :) Rausgelegt habe ich mir Agatha Christies Hallowe'en Party.  Nicht weit entfernt liegt außerdem Winterkatzes Leihgabe "Sparrow Hill Road" von Seanan McGuire. Und zur Not hätte ich hier noch einen gewissen Dunklen-Turm-Band - während der letzten Woche bin ich arbeitsbedingt kaum zum Lesen gekommen. ;)

Ich werde berichten!

Update 15:00 Uhr

Wirklich zum Lesen gekommen bin ich erst in meinem Lieblingscafe, weil ich vorher ein wenig hier und dort online gestöbert und kommentiert habe und dann noch etwas Haushalt gemacht habe. Im Samocca habe ich dann aber Mrs Ariadne Oliver zu einer Kinder-Halloween-Party begleitet. Oder einer Eleven-Up-Party, was etwas mit dem Schulsystem zu tun hat. Jedenfalls nahmen auch pubertierende Schülerinnen im Alter von ca. 12-14 Jahren teil und natürlich kam die Sprache auch auf Mrs Olivers Karriere als Krimiautorin. Und ein Mädchen, Joyce, behauptete, sie habe früher einen Mord gesehen, wisse aber erst jetzt, dass es einer gewesen sei. An dieser Behauptung, die von den Zuhörern als abwegig abgetan wurde, ist aber vielleicht doch wahr gewesen, denn Joyce wurde später am Abend tot aufgefunden, ertränkt in einem Eimer, in welchem noch Äpfel vom Apfelbeißen-Spiel waren. Mrs Oliver hat ihren guten alten Freund Hercule Poirot aufgesucht und dieser ist jetzt vor Ort.  Ich finde es immer wieder überraschend, dass es Agatha Christie gelingt, mich als Leserin auf der einen Seite zu schocken mit dieser Art von Mord und auf der anderen Seite mit Eigenwilligkeiten Poirots oder Mrs Olivers zum Schmunzeln oder Auflachen zu bringen ...
Ich werde jetzt noch eine Blogrunde drehen und mich dabei entscheiden, ob ich bei Poirot bleibe oder auf die Sparrow Hill Road wechsle.

Update 20.10 Uhr
Mangels Mittagessens habe ich mir am Nachmittag eine Kürbisbuchtel und eine heiße Schokolade gegönnt und dabei meinen Poirot-Roman.


Hercule Poirot hat inzwischen mit einigen Leuten in dem Örtchen geredet und ich bekomme das Gefühl, dass dort irgendetwas nicht stimmt. Fast jeder meint, es müsse ein Außenstehender, ein aus einer Anstalt Entlassener, o.ä. gewesen sein. Irgendwie klingen sie sogar alle gleich. Hm, mal sehen, wie sich das noch entwickelt.

Da ich neugierig war, habe ich mir dann "Sparrow Hill Road" von Seanan McGuire gegriffen und dort hineingelesen. Ich mag die Art, wie sie Rose Marshall erzählen lässt. In der Quasi-Einleitung, bevor sie Larry, den Trucker, trifft, habe ich sie förmlich vor mir gesehen: Auf dem Weg ins Diner, den Kopf halb nach hinten gedreht und mich zu sich winkend, damit ich folge und mir ihre Geschichte anhöre.

Auch wenn mir McGuires Erzählstil gefällt, werde ich vermutlich gleich wieder zu Poirot zurückkehren. Ich möchte wissen, wer und weshalb Joyce, die offenbar eine Lüge zu viel in ihrem Leben erzählt hat und der im Dorf dann niemand mehr glaubte, getötet hat...

Update 23.50 Uhr
Nein, ich gebe auf. Mir sind ständig die Augen zugefallen. Ich weiß nicht einmal mehr, wie häufig ich begonnen habe, diese Seite in dem Christie-Roman zu lesen. :) Dabei hatte ich gehofft, diesen Roman noch auf die Oktober-Sub-Trahiert-Liste packen zu können. ;)

Ab in die Koje - wir lesen uns morgen wieder hier in diesem Theater.

Sonntag, 25. Oktober 2015

Winterkatzes Herbstlesen #6

Guten strahlend schönen guten Morgen! Naja, wettermäßig ist er das hier zwar nicht - zuviel Regen aktuell -, aber es ist Sonntag, die MuMs haben mich ausschlafen lassen und ich habe mein Frühstück bereits neben mir stehen. :)

Gestern habe ich im Bett noch ein paar Seiten in "Öland" gelesen; gerade war die Beerdigung von Gerlofs langjährigen Freund Ernst; danach hat sich Gerlof mit einer weiteren Bewohnerin des Altersheimes unterhalten und hat von ihr u.a. ein paar kleine weitere Details erfahren, was Ende des Krieges passiert ist. Ich bin neugierig, wie es weitergeht und deswegen werde ich nach einer kleinen Blogrunde auch mich wieder in diesen Krimi vertiefen und hierzu später weiter berichten.

Update 12.15 Uhr

"Öland" habe ich inzwischen ausgelesen und das Ende fand ich sehr befriedigend. Überhaupt hat mich Theorin mit seiner ruhigen und dabei atmosphärischen Erzählweise überzeugt und, ja, gefesselt.  Das Verschwinden des Jungen überschattet natürlich den ganzen Roman, aber es geht um die Zurückbleibenden, die Überlebenden, um den Verlust und wie sie versuchen, damit umzugehen. Merlin forderte übrigens nebenher immer wieder Aufmerksamkeit. :)

Nachdem ich das Buch zugemacht hatte, brauchte ich allerdings erst einmal eine Pause, die ich mit einem Pausenspiel am Tablet überbrückt habe. Da ich dann auch Hunger bekam, habe ich mir die Küche die Sachen gegriffen, die weg mussten, bevor sie schlecht (bzw. zu trocken) werden. Ich werde mir jetzt eine Folge Columbo anmachen und danach schauen, wie es Eddie, Susannah und Roland im Dunklen-Turm-Zyklus so geht. Ich berichte dann weiter. ;)

Update 19.50 Uhr

Die MuMs haben mir am Nachmittag Gesellschaft geleistet, Marlowe war allerdings ein wenig unruhig, als draußen ein paar Krähen lautstark um Aufmerksamkeit baten. :)



Ich kann berichten, dass Rolands Ka-Tet inzwischen komplett sind und sich auf dem Weg in eine größere Stadt namens Lud in Mittwelt befinden. Vielleicht hat Eddie recht, wenn er sagt, dass sich Lud auf krud reimt und dies möglicherweise kein gutes Omen ist. Denn bekanntlich hat sich Rolands Welt weiterbewegt und die Zivilisation, die es einmal gab, wurde durch Krieg und Chaos verdrängt. Was diese Stadt für das Ka-Tet wirklich bietet - Segen oder Unheil - wird sich noch zeigen müssen. Vermutlich werde ich später im Bett noch etwas im dritten Band des Dunklen-Turm-Zyklus lesen, jetzt aber werde ich zum Abschluss des Sonntags zunächst noch eine Blogrunde drehen und dann eine Folge Columbo anmachen. Ein Update gibt es heute hier nicht mehr in diesem Theater, aber am nächsten Wochenende bin ich wieder hier zu finden. :)

Ich wünsche Euch noch einen schönen Sonntagabend!

Samstag, 24. Oktober 2015

Winterkatzes Herbstlesen 2015 #5

Nach einer verkürzten Nacht, die mit einem entspannten und leckeren Büroessen im Osnabrücker Gezeiten zu tun hatte und einem nachfolgenden kurzen Plausch bei einer Freundin, begann mein Tag heute etwas später. Dankenswerterweise waren die MuMs nachsichtig, aber gegen 9 Uhr waren ihren liebevollen Weckmaßnahmen - kalte Nase in mein Gesicht, auf der Hüfte parken und schnurren - dann doch etwas nachdrücklicher. :)

Dennoch habe ich es geschafft, das Comic-Heft der "Lumberjanes #1" morgens im Bett zu lesen. Diesen ebook-Comic-Appetitanreger gab es für 0,99 EUR. Es war sehr kurz (gezählt 22 Seiten Geschichte) und ich bin momentan sehr unsicher, ob die kindle-Version wirklich der der Print-Taschenbuchversion entspricht (die 124 Seiten haben soll). Nun, ich habe eine Mail an Amazon geschickt, mal sehen, was da zurückkommt. Die Zeichnungen mochte ich und es scheint, dass die fünf jungen Freundinnen im Lumberjane-Summer-Scout-Camp ein interessantes Abenteuer erleben werden...

Ich weiß noch nicht, zu welchem Buch ich nachher greifen werde. Da ich unter der Woche kaum gelesen habe, könnte ich mit "Drei" von Stephen King (weiterhin zweisprachig) weitermachen. Oder ich greife zu einem Alt-SuB-Buch, um wenigstens ein Buch beim SuB-Trahieren vorweisen zu können. Obwohl, das dürfte ich auch nächstes Wochenende vielleicht noch schaffen, da ich für Halloween einen aufgehobenen Poirot-Roman bereitgelegt habe. :) Ich werde einfach später berichten. :D

Update 15.50 Uhr



Inzwischen habe ich mir meinen Samstags-Milchkaffee gegönnt. Mitgenommen ins Cafe hatte ich dank Alysandes Erwähnung in den Kommentaren bei der Winterkatze "Öland" von Johan Theorin - und aus der Paketstation konnte ich zudem "Nimona" abholen. Nun saß ich da mit einem reizvollen ganz neu angekommenen Comic (entdeckt übrigens über Goodreads, wo vor kurzem "national book awards" Finalisten gelistet waren) über eine junge Gestaltwandlerin, die es schafft, der Sidekick des Bösewichts Lord Blackheart zu werden und einem Krimi über ein auf Öland verschwundenes Kind, der schon länger darauf wartet, gelesen zu werden.

Ich habe zwar in Nimona kurz reingeblättert (mir gefiel, was ich auf den ersten fünf Seiten sah), mich dann aber doch in "Öland" vertieft. Mir gefällt, wie Theorin die neblige Atmosphäre auf Öland zu Beginn der Geschichte einfängt und ich hatte eine Gänsehaut, als er von den - kindlichen - Brüdern Kant am Strand erzählt. Da ich mein Mittag heute ausfallen ließ, habe ich mir aus dem Cafe dann noch Kuchen mitgenommen, ein Stück Russischen Zupfkuchen für morgen (obwohl wenig gezupfter schokoladiger Teig zu sehen ist *g*) und ein Stück Schokoladenkuchen für heute. Uff, ich war etwas sprachlos, als ich sah, was für ein Stück Schokokuchen sie mir einpackte. Aber vermutlich brauche ich diese schokoladige Portion (mmmh, saftig!) für die weitere Lektüre von Öland. Ich werde berichten ....

Update 20.30 Uhr

Das Kuchenstück war so mächtig, dass ich nicht nur am Nachmittag einmal augenpflegend weggenickt bin, sondern zudem noch immer keinen Hunger habe. :) Vermutlich wird es heute Abend nur noch einen Snack nebenher geben, Joghurt o.ä. :) Abgesehen vom einem Nickerchen habe ich aber auch "Öland" weitergelesen, auch wenn Marlowe versuchte, sich zwischen mich und den Text zu schieben. :)

Gerlof, der Opa des verschwundenen Jungen Jens, hat seine Tochter Julia, Jens Mutter gebeten, nach Öland zurückzukommen, weil er über das Verschwinden nachgedacht hat.  Julia kommt auch nach mehr als 20 Jahren mit dem Verlust von Jens nicht klar, kehrt aber nach einigem Hin und Her nach Öland zurück und ist inzwischen bereits ein paar Tage vor Ort.  Parallel erzählt Theorin von Ereignissen um 1936 bzw. ab 1940, die sich um eine ganz bestimmte Person drehen. Letztere jagt mir jedes Mal einen Schauer über den Rücken; bereits beim ersten erzählerischen Zeitsprung dachte ich, man sollte ihn wegsperren und mit jedem weiteren erzählerischen Sprung intensiviert sich das noch. Ich bin ungefähr in der Hälfte des Krimis angekommen. Ob ich heute in diesem Krimi noch weiterlese oder mir erst einmal einen Ausgleich suche, weiß ich noch nicht.  Ich werde voraussichtlich später noch ein letztes Update hierzu posten. :)

Update 22.50 Uhr
Nein, ich habe nicht mehr weiter gelesen, sondern ein wenig im Netz gestöbert (und Leseproben geladen), Blogs besucht, etwas kommentiert und am Tablet mit "Dotspinner" herumgedaddelt (im Flugmodus, damit keine Werbung kommt ;)). Das Spiel macht mich wahnsinnig, seit 3 Tagen daddelt ich damit herum und habe immer noch nicht das erste Level geschafft. :) Ich werde mich jetzt in meine Koje verziehen und den Krimi mitnehmen. Wer weiß, so vor dem Schlafen vielleicht noch ein paar Seiten ..

Wir lesen uns morgen wieder! Gute Nacht und vergesst nicht, die Uhren umzustellen, die das nicht von allein machen. *g*

Dienstag, 20. Oktober 2015

"Richter Ahnungslos: Wie ich unfreiwillige Schöffe wurde und was ich dabei über Recht und Unrecht gelernt habe" von Marc Baumann

Schöffe. Laienrichter. Natürlich sagen mir diese - austauschbaren - Begriffe etwas. In meiner Vorstellung hat der Schöffe Einsicht in die Gerichtsakte, nimmt an der strafrechtlichen Hauptverhandlung teil, hört zu, fragt, erörtert die Sach- und Rechtslage mit dem Richter (und ggf. Staatsanwalt und Verteidiger) und ist an der Urteilsfindung beteiligt. Ich habe in die Wiki geschaut und stelle fest, dass meine Vorstellungen dem Amt recht nahe kommen. Schöffen stammen aus der Bevölkerung, sie sollen an der Urteilsfindung und Rechtsprechung mitwirken.Man kann sich freiwillig um das Amt bewerben.

Marc Baumann, seines Zeichens Journalist, wurde allerdings mehr oder weniger zwangsverpflichtet. Worte sind auch sein Tagesgeschäft, aber dass ein "vielleicht" auf die Frage eines städtischen Beamten, ob er mal das Schöffenamt ausüben möchte, keine Verneinung darstellt, kam ihm nicht in den Sinn. München hatte offenbar Bedarf und so wurde seine "Bewerbung" positiv entgegengenommen. Begeistert war Marc Baumann, der gerade Vater geworden war, davon nicht, aber seinen Verpflichtungen ist er nachgekommen.

In dem Buch "Richter Ahnungslos" verarbeitet Marc Baumann seine Erfahrungen und Erlebnisse als ehrenamtlicher Richter ohne Robe. Er war 5 Jahre im Amt und im Schöffengericht des Amtsgerichts München im Einsatz - aber natürlich nicht die ganze Zeit. Schöffen nehmen an einer vorgegebenen Anzahl von Prozessen teil.

Es ist ein relativ schmalen Büchlein von 160 Seiten (ich habe die ebook-version über skoobe gelesen), das strukturiert ist und sich gut lesen lässt. Man merkt dem Autor an, dass er mit Sprache umzugehen weiß. In "Richter Ahnungslos" berichtet Marc Baumann u.a. darüber, wie er in sein Schöffenamt eingeführt wurde, welche Erfahrungen er persönlich im Umgang mit der Justiz hatte oder was - und wie - im Richterzimmer besprochen wird. Er stellt das Schöffenamt und seine Bedeutung vor, aber auch die damit verbundenen Probleme. Z.B. wird die Einsicht in die Strafakte dem Schöffen offenbar nicht immer gewährt und (auch) in diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob und wie ein Laienrichter eine Position neben oder auch gegen den Berufsrichter einnehmen und behaupten kann. Die Kapitel werden ergänzt durch Beispielsfälle, an denen Marc Baumann beteiligt war.

Marc Baumann bietet einen, wie ich finde,  zugänglichen und informativ geschriebenen Einblick in das Amt eines ehrenamtlichen Richters und ich hoffe, das Schöffenamt wird nicht (weiter) ausgehöhlt, sondern gestärkt. Denn: Wer Schöffe wird, hat grundsätzlich die Möglichkeit, Einfluss auf die Rechtsprechung zu nehmen, das ist Verantwortung und Privileg zugleich.

Die geschilderten Abläufe erscheinen mir realistisch und plausibel - die Endbewertung insofern überlasse ich aber Strafrichtern, Staatsanwälten und Schöffen, die das offenbar - soweit ich es bei Skoobe und Amazon ersehen konnte - auch so sehen. Eine Sache allerdings fiel mir beim Lesen auf und ich erlaube mir, hier die Besserwisserin heraushängen zu lassen:  Marc Baumann schreibt an einer Stelle: "Jeder Verteidiger kann Berufung einlegen, zwei Wochen sind dafür Zeit, niemand muss ein erstes Urteil akzeptieren, zum Glück." Das ist so nicht richtig: Nach § 314 StPO ist muss die Berufungseinlegung gegen Urteile im Strafverfahren innerhalb einer Woche erfolgen (es wird nur unterschieden, ab wann diese Wochenfrist zu laufen beginnt), sonst wird das Urteil rechtskräftig. Innerhalb einer weiteren Woche kann die Berufung dann begründet werden, § 317 StPO, wobei ich glaube, dass diese Begründungsfrist auf Antrag auch verlängert werden kann. Diesen Fehler finde ich in diesem Buch, welches nach den Dankesworten auch von einer Juristin korrekturgelesen wurde, überflüssig und vermeidbar.

Sonntag, 18. Oktober 2015

Winterkatzes Herbstlesen 2015 #4

Es ist jedes Mal dasselbe: Wenn ich ein Anzeichen dafür gebe, wach zu sein, kommen die MuMs mit fragendem Blick und fragendem Schnurren an meinen Kopf - wach?! Kuscheln? Nach 5 Sekunden: Ja, reicht, danke, lieb, was ist mit Futter?

Dankeswerterweise geben sie sich regelmäßig auch mit etwas längerem Streicheln zufrieden und nehmen mir auch das Liegenbleiben nicht übel, sondern setzen sich dann erwartungsvoll auf das Bett. Wenn ich dann aber aufstehe, dann hat vor 5 Minuten bitte schön das Futter im Napf gewesen zu sein ...Sie müssen dennoch warten, zuerst ist die Bad-Routine dran. ;)

Aber bevor ich mir dieses Sonntagsfrühstück zubereitet habe, bekamen Merlin und Marlowe etwas. Man muss ja Prioritäten setzen. :D

Am gestrigen Abend habe ich nach einer etwas längeren Internet-Runde tatsächlich noch gelesen, allerdings nicht im Stephen King, sondern in "Richter Ahnungslos" von Marc Baumann. Letzterer schreibt über seine Erlebnisse als Schöffe beim Amtsgericht München (Strafabteilung); das Buch ist übrigens mehr als eine Auflistung von Fallbeispielen. Ich komme ganz gut voran, möglicherweise beende ich es heute noch. Darüber werde ich hier noch berichten ...

Update 12.40 Uhr
Das Buch von Marc Baumann über seine Schöffenzeit habe ich ausgelesen. Ich fand es sehr gut geschrieben, zugänglich und mit 160 Seiten interessant. In der Zwischenzeit habe ich sogar eine kleine Nachlese geschrieben, die in der nächsten Woche online geht. Da inzwischen die Waschmaschine fertig ist, werde ich jetzt aus meinem Lesesessel aufstehen, die Wäsche in den Trockner bringen und dann auch gleich den Flurdienst erledigen. So kann ich dann den Nachmittag ganz entspannt hier im Sessel abhängen und mich aller Voraussicht nach mit Jake in New York treffen und schauen, was es mit diesem Schuttplatz auf sich hat, der von einem Bretterzaun umgeben ist, auf welchem steht "Sieh der Schildkröte gewaltige Pracht, auf deren Panzer die Welt gemacht"...

Update 19.45 Uhr
Da bin ich doch glatt versackt. Naja, nicht ganz, schließlich habe ich inzwischen auch schon zu
Abend gegessen - Fastfood, d.h. jeweils die Portionshälften der vorgegarten Rosmarinkartoffeln und des Nordsee-Bratfisches aus dem Kühlregal wurden durch die Pfanne gejagt und mit grünem Salat kombiniert - und eine Folge Columbo geschaut.

Aber im Übrigen war ich mit Jake unterwegs, der eine Kindergeschichte über eine Lokomotive gelesen hat und jetzt unterwegs ist, einen anderen Jungen zu treffen. Und Eddie, Susannah und Roland sind auch weiter unterwegs, gerade sind sie auf einem Hügel in Mittwelt angekommen und schauen über ein Tal auf eine vermutlich verlassene Stadt - und dann ist da noch etwas anderes, um das sich die drei kümmern müssen.

Ich werde mich gleich daran machen, eine Internetrunde zu drehen, und danach werde ich entweder die gestrige Folge Doctor Who schauen, eine weitere Folge Columbo oder nachlesen, ob Jake diesen anderen Jungen findet. Berichten werde ich heute darüber allerdings nicht mehr.  Aber am nächsten Wochenende bin ich wieder hier in diesem Theater zu finden. :)

zum Abschluss noch Fotos meiner heutigen Lesegesellschaft:



Samstag, 17. Oktober 2015

Winterkatzes Herbstlesen im Oktober #3


Die erste Waschmaschinenladung ist gerade in Arbeit, die MuMs sind versorgt und auch mein Frühstück steht inzwischen bereit - ich esse, wie man hier (mal wieder) erfährt, also auch beim Lesen - und der Einkauf ist für heute nachmittag geplant. Es kann also mit dem Herbstlesen dieses Wochenende losgehen. :)

Seit dem Sonntag vor zwei Wochen, als ich mit "Tot" - dem dritten Band aus dem Dunklen Turm-Zyklus - begonnen habe, bin ich selbst für meine Verhältnisse nicht sehr weit gekommen. Das lag nicht nur daran, dass ich weiterhin den Band zweisprachig lese - kapitelweise oder längere Absätze zunächst englisch, dann die deutsche Übersetzung -, sondern auch daran, dass ich erst auf Arbeit sehr ausgelastet war, dann kam letztes Wochenende die Münchenerin zu Besuch, mit der ich ein paar schöne freie Tage und dann zumindest noch ein paar schöne freie Abende (als ich wieder ins Büro musste) verbracht habe. Ich denke, ich spoilere nicht wirklich, wenn meinen aktuellen Stand bekannt gebe: Der Junge Jake - inzwischen mit zwei Büchern aus dem Buchladen "Manhattaner Restaurant für geistige Nahrung" ausgestattet - hatte gerade ein intensives Erlebnis auf einer Schutthalde (und nein, kein sexueller Bezug). Ich bin also noch nicht einmal in der Mitte des Teils angekommen. Ob ich jetzt damit weitermache oder zu dem Büchlein "Mord mit blauen Augen" von Manuela Sandhop greife - laut Umschlagtext ein Gartenkrimi - muss ich noch entscheiden. 

Ich werde hier weiter berichten .... :)

Tja, das ist heute nicht so recht etwas mit dem Lesen geworden. Jedenfalls nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. :D

Nach meinem Frühstück hat mich erst Merlin abgelenkt, dann Marlowe, dann noch etwas im Internet gesurft und schon war die Wäsche durch und es für mich Zeit, meinen Samstagskaffee zu trinken. Zumindest in dem Cafe habe ich gelesen und dabei fast "Mord mit blauen Augen" beendet. Dann stand noch der Einkauf an und daheim angekommen war die zweite Waschmaschinenladung fertig und alles ging in den Trockner.

Eigentlich wollte ich mich dann mit einem Tee in meinen Lesesessel begeben und mein Buch beenden - aber dann stand plötzlich ein Besuch an und ehe ich mich versah, war es 18.00 Uhr und ich hatte - da mein Mittagessen ausgefallen war - Hunger. Also schnappte ich mir den gekauften Mini Pak-Choi, eine Tomate, zwei, drei Löffel Linsen und brutzelte, während die Maccronelli im Wasser kochten.

Inzwischen habe ich gegessen, eine Folge Columbo geschaut und meinen Gartenkrimi beendet. Letzterer spielt in Tecklenburg, einem Städtchen, durch das ich u.a. regelmäßig während des Nikolausmarktes schlendere oder wenn ich mir ein Stück auf der Freilichtbühne ansehe (was ich dieses Jahr allerdings nicht geschafft habe). Ich hatte mir etwas Lokalkolorit erhofft, das sich aber für mein Empfinden kaum äußerte. Ja, es ist von der Evangelischen Kirche, Omis Lädchen und der Schlossschänke die Rede, aber den Charme der Burgstadt mit der markanten Freilichtbühne, dem grünen Hang-Kurpark oder dem urigen Hexenpfad (nichts davon kam übrigens im Roman vor) konnte die Autorin für mich nicht einfangen und transportieren. Schade. Was die Charaktere und den Plot angeht: Die Beziehungen einiger Charaktere zueinander fand ich nicht ausreichend dargelegt, sodass ich z.B. etwas irritiert war, die Protagonisten ein verheiratetes Chormitglied am Abend im Grunde auf Distanz zu halten, der sie aber am nächsten Morgen ganz früh anruft, weil er seine Frau nicht findet. Vielleicht hätte es weniger Szenen ums Essen geben sollen und dafür mehr über bestehende Beziehungen. ;) Der Krimiplot überzeugte mich leider auch nicht so recht. Allerdings war es auch kein Buch, dass mich sehr genervt oder geärgert hätte, was ja auch nicht schlecht ist. ;)

Ich werde jetzt noch eine Runde im Netz drehen und schauen, was Ihr heute so getrieben habt. Vielleicht werde ich auch noch etwas lesen - aber darüber berichte ich dann morgen. :) 

Donnerstag, 8. Oktober 2015

"Die vergessene Generation: Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen" von Sabine Bode

Wie schon an anderer Stelle erwähnt, bin ich auf "Die vergessene Generation: Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen" von Sabine Bode bei Anette aufmerksam geworden.

Sabine Bode beschäftigt sich in diesem Buch, dass erstmals 2004 erschien, mit der Generation von Kriegskindern, also Kindern, die zwischen 1930 und 1945 geboren wurden. In ihrer Einleitung lässt sie Revue passieren, welchen Recherche-Problemen sie 2004 begegnete, da - auch politisch - damals kein Interesse an der Erforschung und Aufarbeitung von deutschen Kriegskinder-Traumata bestand. Die Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit und des Holocaust ist und war richtigerweise und natürlich vorrangiges Thema. Wer jedoch deutsche Kriegskinder als Opfer in Betracht zog, geriet und gerät in den Verdacht, eine Schuldaufrechnung vornehmen zu wollen. Das ist gesellschaftlich und politisch gesehen auch noch immer ein sensibles Thema, wie auch das vorliegende Buch zeigt: Dort wird - zumindest wirkt es auf mich so - als überraschend und daher beachtenswert angeführt, dass die Erkenntnisse der (ebenfalls im Buch angesprochenen) Täter-Opfer-Forschung auch Gegenstand der Überlegungen des jüdisch-stämmigen Holocaust-Forschers Micha Brumlik sind.

Eine Schuldaufrechnung ist deutlich erkennbar auch nicht Intention der Autorin. Ihr geht es darum, dass man weitere Opfer nicht länger übersieht - weder seitens der Gesellschaft noch in der Eigenwahrnehmung des Opfers selbst. Sabine Bode  - und hier gibt es im Grunde schon mein Fazit - öffnet die Augen bzw. bringt mit diesem Buch stärker ins Bewusstsein, was eigentlich offensichtlich ist, aber in Bezug auf deutsche Kriegskinder des 2. Weltkrieges  - ob nun hier geboren, von hier oder hierher vertrieben, hier geblieben oder ausgewandert - häufig negiert, verdrängt oder - wie wie auch von mir - nicht wirklich bewusst verknüpft wird: Dass im Krieg geborene und/oder aufwachsende Kinder leiden, unabhängig, um welchen Krieg es sich handelt oder auf welcher Seite sie sich befinden. Dass dies Traumata verursacht und Leben beeinflusst, oft nicht nur das eigene, sondern auch das gesellschaftliche Umfeld und auch dasjenige der nachfolgenden Generation(en). Wenn aber öffentlich noch heute Zurückhaltung besteht, dies zu thematisieren, wie schwierig ist es für die Kriegskinder, zu erkennen, dass auch sie Opfer des zweiten Weltkrieges sind und dass ihre damaligen Erlebnisse fortwirken können.

Die Autorin geht auf verschiedene Aspekte dieses Themas ein. Sie lässt Betroffene zu Wort kommen, wirft einen Blick in die Forschung, beschäftigt sich mit Aussagen und Ansichten z.B. Psychologen, auch im Lichte der Entwicklung. Ein erschreckendes Kapitel widmet sie der propagierten Erziehung in der Nazi-Zeit, erschreckend besonders deshalb, weil diese Ansichten -reduziert um Ideologie auch weitere Jahre verbreitet wurden und ganz eigene Folgen für die nächste/n Generation/en haben und weil mir nicht klar bzw. bekannt ist, inwieweit diese Empfehlungen nicht nur im damaligen West-, sondern auch Ostdeutschland befolgt wurden.

Es hat mich erstaunt, wie - stilistisch gesehen - leicht lesbar das Buch ist, was ich bei diesem Thema so nicht erwartet hatte. Zudem anderen bringt die Autorin auf rund 300 Seiten eine erstaunliche Fülle an Informationen und Denkanstößen unter. Dadurch gibt sie der Generation von Kriegskindern selbst eine Stimme, versorgt diese aber auch gleich mit dem Wissen und der Bestätigung, dass es völlig in Ordnung und gesund ist, die kindlichen Erlebnisse zu formulieren, zu erforschen, Trauerarbeit zu beginnen, Traumata aufzuarbeiten. Daneben ist das Buch für die nachfolgende(n) Generation(en) ebenso interessant wie wichtig, selbst wenn es in der Familie keine Kriegskinder gibt.

Wie ebenfalls in diesem Blog schon an derer Stelle erwähnt, passen z.B. meine Eltern nicht in die Generation, um die es in diesem Buch vorrangig geht: Meine Mutter ist 1929 geboren, mein Vater 1924; beide stammen aus dem heutigen Polen. Mein Vater wurde mit 17 oder 18 Soldat und musste an die russische Front, später kam er dort in Gefangenschaft. Er suchte nach dem Krieg über das DRK seine aus Westpommern weggezogene Familie; meine Mutter floh vor der anrückenden russischen Armee. Für mich ist es heute für Fragen zu spät und deshalb tat es auch weh, diesen Satz im Buch zu lesen

"Interessant ist, dass selbst in den betroffenen Familien detailliertes Wissen über das, was Eltern und Großeltern widerfahren war, vielfach zurückgehalten wurde."

Ich könnte nicht sagen, dass die Kriegserlebnisse meiner Eltern meine Erziehung wesentlich beeinflusst haben, was aber nicht so viel bedeutet: Ich bin ein Nachzügler, erst 1969 geboren, zudem in der DDR groß geworden (der Blick auf die Geschichte war ideologisch gefärbt) und nach meiner Erinnerung hat mich eher meine 19 Jahre ältere Schwester erzogen, während meine Eltern beide gearbeitet haben. Unabhängig davon habe ich die Chance, mit meinen Eltern zu reden vertan - oder mit meiner Schwester über ihre Kinderzeit Anfang der 1950er Jahre. Daran kann ich nichts mehr ändern und nach der Lektüre dieses Buches bedauere ich das noch mehr. Denn neben dem Schweigen der Älteren verhindert auch solche Zurückhaltung der Jüngeren die Chance auf - nicht nur - innerfamiliäre Gespräche.

Es ist klar, dass Vorstehendes nicht auf jeden Einzelnen der Kriegskinder-Generation und der vorhergehenden bzw.  nachfolgenden Generation zutrifft. Wie die Autorin in ihrer Einleitung ausführt, gibt es Unsichtbare, die sich auf Veröffentlichungen, auch in Funk und Fernsehen, nicht gemeldet haben. Auch Betroffene, die auf dem Gebiet der ehemaligen DDR leben, kommen mangels Rückmeldung bzw. Rechercheschwierigkeiten der Autorin im vorliegenden Band kaum zu Wort und ich kann mir vorstellen, dass das Feld noch weiter zu fassen ist. Ich hoffe, dass die aktuelle Ausgabe dieses Buches hieran etwas ändern und Augen weiter öffnen wird.

Montag, 5. Oktober 2015

... Fotos, die es in die Herbstleseposts #1 und #2 nicht geschafft haben :)

Und zwar, weil ich vergessen habe, sie bei meinen Updates mit hochzuladen. Ich kann Euch sagen, die MuMs waren "not amused". :)

Meine Lesegesellschaft am vergangenen Wochenende:






Sonntag, 4. Oktober 2015

Winterkatzes Herbstlesen im Oktober #2

Toll! Wirklich, ohne Ironie, toll! Ich habe bis kurz nach 8 Uhr geschlafen (mal abgesehen von einem kätzischen Zwischenfall um halb zwei, der sofort von mir erledigt wurde), mich noch einmal umgedreht und bin erst um 09.00 Uhr aufgestanden. Auch die MuMs haben mich nicht gestört. Da ich zuletzt egal ob Arbeitstag oder Wochenende immer kurz vor 6 wach wurde, finde ich die zwei Extrastunden so richtig schön. Jetzt sitze ich hier mit meinem Frühstück neben mir, werde noch etwas im Feedreader stöbern und mich dann in aller Ruhe mit Büchern beschäftigen.

Vermutlich wird es mit dem dritten Band von Stephen Kings Dunkler-Turm-Zyklus weitergehen und/oder mit Frau Bodes "Die vergessene Generation". Vielleicht werde ich aber auch mal in die Graphic-Novel/Comic-Buch-Ecke meiner Wohnung schauen. Ich werde berichten. :)

Update 14.30 Uhr
Mit dem Lesen habe ich dann doch etwas später angefangen. Zunächst musste ich mir die gestrige Doctor-Who-Folge ansehen. Ich fand sie sehr atmosphärisch und gut gemacht, Clara allerdings etwas zu enthusiastisch mit dem HighFive und der Abenteuerlust. Wer weiß, was das noch gibt.
Danach habe ich mir "Die vergessene Generation" gegriffen und rund 120 Seiten weiter gekommen. Auch wenn es "gut" lesbar ist, sind die Lebensgeschichten der vorgestellten Personen fordernd und z.B. das Kapitel über die propagierte Erziehung während der Nazizeit ist ebenfalls erschreckend. Ich weiß noch nicht, ob ich in diesem Buch gleich weiterlese oder erst einmal eine Pause von der Länge einer Columbo-Folge mache oder die Lektüre wechsle. Ich werde berichten ...

Update 19.30 Uhr
Ich habe nach einer Blogrunde dann doch Sabine Bodes Buch weiter- und inzwischen auch ausgelesen. Für mich war es eine durchaus die Augen öffnende Lektüre, obwohl meine Eltern zwar nicht Kriegskinder, aber doch Flüchtling bzw. Zurückkehrer waren. Ich versuche, zu diesem Buch noch in einem separaten Post meine Gedanken zusammen zu fassen.
Jetzt ist die TK-Pizza (Hot-Dog-Style) im Ofen, die habe ich mir verdient - und ich mache mir jetzt auch eine Columbo-Folge an, um den Abend ausklingen zu lassen. Vermutlich werde ich aber später noch eine Blogrunde drehen. :)

Da ich nächstes Wochenende Besuch bekomme, werde ich wohl nicht aktiv am Herbstlesen teilnehmen, aber am dritten Oktoberwochenende bin ich dann wieder dabei.

Samstag, 3. Oktober 2015

Winterkatzes Herbstlesen im Oktober #1

Ich habe mich gefreut, als die Winterkatze erklärte, dass sie auch dieses Jahr wieder ein Herbstlesen im Oktober macht. In den Beiträgen der anderen Teilnehmer zu lesen finde ich immer wieder interessant. Selbst wenn man, wie ich selbst, relativ wenig auf den Teilnehmerblogs kommentiert, ist das Herbstlesen trotzdem ein entspannt lockeres Beisammensein und man "trifft" sich spätestens bei der Gastgeberin. :)

Mich hat heute früh tatsächlich eine Mücke geweckt, d.h. indirekt, denn Merlin schnappte nach ihr und sprang dabei auf meinen Oberbauch. Ich war wach und die neben mir summende Mücke hatte es auch überlebt. Gut für sie ... Inzwischen sind die MuMs versorgt und ich habe mein Frühstück neben mir stehen.

Mein Lesetag wird zunächst einmal eine Fortsetzung meiner gestrigen Lektüre bringen: "Drei" von Stephen King. Ich habe letztes Wochenende den King Roman "Wahn" (Org: "Duma Key") gelesen und danach auf den Turm-Zyklus Lust bekommen. "Schwarz" ist bereits gelesen und ich empfinde es nicht als Spoiler, wenn ich sage, dass Roland, der Revolvermann, seine Suche im zweiten Band fortsetzt. ;) Momentan hat er Kontakt mit Eddie Dean, einem ca. 21jährigen Drogenabhängigen, der einen Kurierjob macht. Eddies Welt, die sich nach unserer anfühlt, ist anders und fremd für Roland, Popkins heißen Sandwiches und mit Papier wird mit unglaublicher Verschwendung umgegangen, während es in seiner Welt extrem wertvoll ist. Eddie jedenfalls muss seinen Job zu Ende bringen ...

Update 12.40 Uhr
Eine Ladung Wäsche ist durch, die Spülmaschine hat ihren Job auch erledigt und mit der Münchenerin habe ich telefoniert - ich freue mich auf ihren Besuch am nächsten Wochenende.  Gelesen habe ich allerdings auch. Inzwischen hat sich vor Roland in seiner Welt wortwörtlich eine weitere Tür aufgetan (die erste Tür ermöglichte den Kontakt zu Eddie), die wieder in eine andere als Rolands Welt führt und zumindest in eine andere Zeit als derjenigen von Eddie, vielleicht ist es aber zumindest Eddies Welt? Ich werde gleich weiterlesen ... :)

Update 16.50 Uhr
Vor ein paar Minuten habe ich "Drei" beendet und mir einen Milchkaffee gemacht. Jetzt überlege ich, ob ich direkt mit "Tot" (also "The Waste Lands") weitermache - und falls ja, ob ich englisch oder deutsch oder beides lese, um wie früher bei Bd. 1 und 2 Vergleiche anzustellen - oder ob ich mit Frau Bode weitermache. Hm, ich werde berichten ... ;)

Update 20.20 Uhr
Das ist mein letztes Update für den heutigen Tag. Ich habe gerade Tagliatelle mit Linsen-Tomaten-Gemüse gegessen und aktuell habe ich mir eine Folge Columbo (die erste Folge aus dem "Neustart" von 1989 mit eine deutlich ergrauten Peter Falk, wobei das Opfer einen Zauberladen hatte und durch eine Guillotine umkam). Ich habe vorher mit Band 3 aus dem Dunklen-Turm-Zyklus angefangen, und zwar parallel im Original und in der deutschen Übersetzung.  Es ist etwas deprimierend, dass es bereits im zweiten Satz einen Übersetzungsfehler gibt - aus mehr als 300 Schuss des Originals wurden mehr als 200 in der Übersetzung. Für diese Art des Lesens brauche ich naturgemäß mehr Zeit, mal sehen, ob ich meinen Drang, den Turm-Zyklus durchzulesen, entsprechend zügeln kann oder alsbald auf ausschließlich eine Version umsteige. ;) Für heute aber wird es voraussichtlich nur noch Columbo geben und später vielleicht noch ein paar Seiten aus "Die vergessene Generation". :)

Freitag, 2. Oktober 2015

September 2015: Zugänge zum SuB und Winterkatzes SuB-trahiert

Im September gab es, wie ich finde, eine recht überschaubare Anzahl an Zugängen:



Von den Zugängen habe ich bereits "Die tödliche Tugend der Madame Blandel" gelesen, den ich ganz nett fand. Die Autorin hat es geschafft, dass ich den Krimi ohne großartige Unterbrechung an einem Wochenende begonnen und beendet habe. Die Protagonistin ist eine ältere portugiesisch-stämmige verheiratete Frau, die als Gardienne (eine Art Hausmeisterin) arbeitet und die aufgrund etwas unglücklicher Umstände offenbar einen Tatort aufgeräumt hat. Sie beginnt eigene Ermittlungen anzustellen und kommt dabei - natürlich - dem ermittelnden Inspektor in die Quere, der hier eine Möglichkeit sieht, sich während des Urlaubs seines Vorgesetzten zu profilieren. Ein paar Dinge fand ich überflüssig (z.B. ein Nebenplot im Büro des Ehemannes des Opfers) und ich stimme auch mit mindestens einer Ansicht nicht überein, die die Autorin ihrer Protagonistin in den Mund legt - allerdings ist die Ansicht für die katholische Gardienne durchaus in Charakter -, aber insgesamt war es wirklich eine nett-entspannte Lektüre.

Ebenfalls bereits gelesen habe ich "Der Gast im Garten" von Takashi Hiraide, in welchem ein außerhalb der Großstadt lebendes Ehemann peu á peu Freundschaft mit einer Katze der Nachbarn schließt. Ein wenig gewöhnungsbedürftig fand ich das auf den ersten Blick Sprunghafte des kleinen Büchleins, es sind episodenartige Momentaufnahmen, die durch die besuchende Katze zum Teil nur angestoßen werden.

Auf "Die vergessene Generation" von Sabine Bode bin ich bei Anette aufmerksam gemacht und ich habe das Buch am 30.09.2015 gekauft und direkt begonnen. Ich finde es trotz des schwierigen Themas schon überraschend leicht lesbar, was natürlich am Stil der Autorin liegt.

"Wolfsschlucht" von Andreas Föhr war günstig zu bekommen und so habe ich meine Audiobuch-Sammlung um diesen - soweit ich weiß bislang letzten erschienenen - Krimi um Wallner und Kreuthner erweitert.

Dann wäre da noch "Das Sandkorn" von Christoph Poschenrieder. Die Inhaltsangabe klang interessant und als ich es günstig gesehen habe, kam es einfach mal mit.

Mein ebook-Reader liegt für  "A Japanese Experience - Discover a Land of Samurais, Geisha, Temples, Manga and Ani" von Hitomi Nakamura, welches ich in der kindle-Version als Angebot für lau mitgenommen haben. Interessanterweise ist, während ich dies schreibe, weder die print- noch die ebook-Version des Buches verfügbar.

In der Sparte Winterkatzes SuB-Trahiert kann ich wieder zwei ältere Titel nennen, die ich mir in diesem Monat gegriffen habe:



"Wahn" von Stephen King hat mich letztes Wochenende komplett vereinnahmt, Samstagmittag begonnen, Sonntagabend beendet. Protagonist ist ein verheirateten Bauunternehmer mit zwei erwachsenen Töchtern namens Freemantle, der während seiner Arbeit in einen so schweren Unfall gerät, dass er einen Arm verliert. Außerdem erleidet er eine schwere Kopfverletzung, von der er sich aber erholt. Dennoch geht über die Zeit seine Ehe in die Brüche und er ist seelisch ganz unten. Er versucht, auf der Insel "Duma Key" (so auch der engl. Originaltitel) wieder ins Gleichgewicht zu kommen und beginnt dort wieder zu zeichnen. Er scheint dort aber auch gewisse Schwingungen wahrzunehmen, die seine Zeichnungen beeinflussen.  Und dann sind da noch so merkwürdige Aussagen seiner Vermieterin, dass Duma Key nicht gut für Töchter sei.

"Alle sterben, auch die Löffelstöre" von Kathrin Aehnlich lag auch schon länger auf meinem SuB, wobei mich dieser Roman allerdings nicht mitgenommen hat. Die Autorin konnte bei mir einfach weder Emotionen noch großartiges Interesse für ihre erzählende Protagonistin und ihren gerade verstorbenen Freund wecken, jedenfalls abgesehen von den normalem Mitgefühl, welches man auch für Fremde empfindet.

Meine übrige Lektüre in diesem Monat ergibt sich, wie üblich, aus meiner Leseliste (klick).