Samstag, 31. Januar 2015

Januar 2015: Zugänge zum SuB und Winterkatzes SuB-trahiert

1) Zugänge
Dieser Bücherstapel ist in diesem Monat bei mir eingezogen, wobei die obersten drei Exemplare bereits gelesen bzw. gehört sind:


 Die Nachlese von "The Art of Asking" ist online, der Nach-Klang zu "Frauen - einfach genial" auch. Zu Buzbees "The yellow-lighted Bookshop": tja, hm, ganz nett, etwas Historie der Entwicklung von Buchläden, etwas Autobiographie mit Jobs in der Buchbranche (auf den amerikanischen Markt bezogen) und etwas Liebeserklärung an das Printbuch).

Da mich Andrea Weißbrod mich mit ihrer Herangehensweise an Madame de Pompadour überzeugt hatte, kam der Krimi "Tote Väter" mit. In "Doctors - Who's Who?" geht es um die Serie Doctor Who, genauer gesagt um die Schauspieler, den den Doctor über die Jahre gespielt haben. Was Doctor Who angeht: In diesem Monat habe ich auch eine Biographie von und über Elisabeth Sladen als ebook gekauft. Sie hat die Begleiterin Sarah-Jane des 3. u. 4. Doktors gespielt, tauchte beim 9. Doktor noch einmal auf und bekam die Hauptrolle in einem spin-off.

Während meines Urlaubs in Cuxhaven war ich in zwei Buchhandlungen und aus jeder habe ich ein Sachbuch mitgenommen. Ich kam weder an dem Reclam-Lexikon (griechische u. römische Mythologie) vorbei noch an "Das Zeugenhaus", in dem während der Nürnberger Prozesse Zeugen der Anklage und der Verteidigung untergebracht waren; in diesem Buch lese ich gerade.

Oh, ich habe ja auch "The Legend of Sleepy Hollow" by Washington Irving, read by Tom Mison, für lau bei audible geladen und tatsächlich auch gehört. Gut - und verständlich - gelesene nette kleine Kurzgeschichte. Spannend, was aus ihr in Film und TV gemacht wurde ;) Ich schaue derzeit "Sleepy Hollow" auf Pro7 Maxx und mag es.


2) Die Winterkatze hat bei sich  im November 2014 mehr oder weniger eine neue Kategorie eingeführt, die "SuB-trahiert" heißt. Es geht darum, sich bewusst u. gezielt um länger im SuB liegende Titel zu "kümmern". Das hat mir so gut gefallen, dass ich mich anschließe. Ich hoffe, ich bekomme das regelmäßig hin. :) Im Januar hatte ich mir vorgenommen, sonntags mindestens einen schon länger im SuB liegenden Titel anzulesen. Das klappte ganz gut (wenn auch nicht immer sonntags *g*):


print:
1) "Der Tiger" von John Vaillant hatte ich mir nach einem Blick auf Pashienos Fotos (klick) aus dem TuB geschnappt, meine Nachlese ist online.
2) "Die Mittwochsbriefe" von J.F. Wright habe ich sehr zügig an einem Nachmittag durchgelesen. Es ist kein Briefroman, wenngleich immer wieder vom Ehemann geschriebene Briefe im Verlauf der Geschichte "zitiert" werden. Die drei erwachsenen Kinder finden diese Briefe, nachdem ihre Eltern mehr oder weniger zusammen über Nacht eingeschlafen sind. Ich fand die Geschichte in Teilen nicht überzeugend (z.B. Malcoms "Temperament" und dann dieses Ende) und in Teilen vorhersehbar rührselig (Briefe, der Abschluss von mind. zwei Handlungsbögen). Die Geschehnisse auf dem Friedhof kamen nur noch hinzu: welch praktisch passendes spontanes timing etc. Das war insgesamt nicht meins.
3) "Vollidiot" von Tommy Jaud habe ich angelesen, dann andere Seiten aufgeschlagen und noch mehrfach hineingelesen, zugemacht und weggelegt. Interessierte mich nicht, reizte mich nicht, abgebrochen.
4) "Der Tod hat schwarze Tatzen" von C.A. Morgan war ... okay. Die ermittelnde Polizistin war schon wegen der Katzen daheim sympathisch, ihre Zwangsassistentin war eigentlich auch in Ordnung. Aber das Benehmen der beiden auf der Insel und das ach so tolle Wochenendgehabe danach fand ich eher befremdlich angesichts der Tatsache, dass die beiden anlässlich eines Events auf einer Insel binnen zwei Tagen mehrere unschöne Leichen finden. Mehr aus dieser Reihe (es war Geschenk einer Kollegin) brauche ich nicht.


Währen des Urlaubs in Cuxhaven habe ich mich mit schon länger auf dem ebook-reader schlummernden Titeln beschäftigt:
5) "Quiet Earth" by Craig Harrison (Nach-Lese folgt),
6) "The Philosopher and the Wolf" by Mark Rowlands (Nach-Lese folgt, hatte ein zwei Aspekte, die mir tatsächlich das ganze Buch etwas verleideten)
7) "The great Detectives" von William S. Shepard (hierbei handelte es sich um vier Essays über eine Auswahl von literarischen Gestalten und ihre Schöpfer: Vidocq (Vidocq), Dupin (Poe), Holmes (Conan Doyle), Mr. Bucket (Dickens), Sergeant Cuff (Collins), Poirot u. Marple (Christie), Wimsey (Sayers), Maigret (Simenon), Spade (Hammett) u. Marlowe (Chandler). Es ist eine gut zu lesende, nette kleine Abhandlung, in der anhand dieser Charaktere u. ihrer Schöpfer im Grunde etwas die Entwicklung des Kriminalromans aufgezeigt wird. Es gibt kursorische biographische Details der Schöpfer u. Beispiele aus den Romanen, wobei der Autor trotz Inhaltsangaben im Großen und Ganzen die Spoilergefahr im Blick behält.

Doch, ich bin zufrieden mit der SuB-trahiert Sparte in diesem Monat. ;) Alle im Januar 2015 gelesenen bzw. gehörten Titel findet ihr in meiner Leseliste 2015.

"Frauen einfach genial - 14 Erfinderinnen, die unsere Welt verändert haben" von Barbara Sichtermann u. Ingo Rose

Eher zufällig bin ich beim Surfen auf das Hörbuch "Frauen einfach genial - 14 Erfinderinnen, die unsere Welt verändert haben" von Barbara Sichtermann u. Ingo Rose gestoßen, wobei mir der Name Barbara Sichtermann bekannt vorkam. Das war auch kein Wunder, hatte die Winterkatze doch in ihrer Sachbuch-Challenge 2014 von dieser Autorin "Gerstenbergs 50 Klassiker - Autorinnen" als Buch und Hörbuch vorgestellt (klick). :)

Um ganz so viele Erfinderinnen geht es hier nicht, sondern nur um 14 Frauen. Diese werden auf zwei CDs (rd. 160 Minuten) vorgestellt und ich hatte mir diese Hörbuchausgabe für meine Urlaubs-Autofahrt nach Cuxhaven herausgelegt. Und ich muss sagen, es war sehr informativ.

In prägnanten Abschnitten - ich habe nicht auf die Uhr geschaut, vielleicht jeweils ca. 10 Minuten? - werden die 14 Erfinderinnen und ihre Ideen vorgestellt. Dabei handelt es sich um

- Barbe-Nicole Clicquot (Rüttelpult)
- Florence Nightingale (Tortendiagramm)
- Josephine Cochran (Spülmaschine)
- Käthe Paulus (Paketfallschirm)
- Margarete Steiff (Teddy)
- Mary Anderson (Scheibenwischer)
- Melitta Bentz (Kaffeefilter)
- Maria Montessori (Einsatzzylinderblöcke)
- Hedy Lamarr (Frequenzsprungverfahren)
- Marion Donovan (Einwegwindel)
- Bette Graham (Liquid Paper)
- Mary Quant (Minirock)
- Anita Roddick (Body Shops)
- Martine Kempf (Katalavox


Von den genannten Frauen waren mir nur Maria Montessori, Hedy Lamarr, Margarete Steiff und Florence Nightingale sowie Melitta Bentz bekannt. Aber selbst bei diesen mir vertrauten Namen gab es für mich Neues zu entdecken. Hedy Lamarr sagte mir nur als Filmschauspielerin etwas, mit dem Frequenzsprungverfahren (Zusammenhang mit bluetooth) hätte ich sie wie viele andere nie in Verbindung gebracht. Montessori-Schule - klar, sagt mir das etwas, aber ich hatte mich bislang nicht mit der Frau - einer Ärztin - beschäftigt. Oder weshalb Florence Nightingale die Damit der Lampe genannt wurde, habe ich z.B. auch erst hier erfahren.

Daneben gab es für mich weitere Erfinderinnen zu entdecken. ;) Wie dankbar bin ich haushaltstechnisch Josephine Cochran oder aus Jobgründen Bette Graham (ich habe noch auf einer mechanischen Schreibmaschine gelernt und selbst heute kommt die elektronische Schreibmaschine bei manchen Formularen im Büro noch zum Einsatz, lach). Martine Kempf finde ich äußerst faszinierend, hochintelligent und fachübergreifend interessiert (Katavalox ist ein von ihr neben ihrem Studium entwickeltes Spracherkennungssystem für Körperbehinderte, das u.a. in Kraftfahrzeugen zum Einsatz kommt).

Ich fand die Länge der einzelnen Abschnitte und die das Kapitel abschließende kurze Musikunterbrechung sehr passend. Durch die überschaubare Länge konnte ich auch mehrere Kapitel "aufnehmen" ohne das Gefühl zu haben, ich würde die Erfinderinnen durcheinanderbringen (vermutlich wäre es auch ein gutes Hörbuch für kürzere Autofahrten). Die informative und verständliche Erläuterung der Idee(n) bzw. Erfindung(en) wird jeweils mit einem biografischen Abriss zur Person und einen Blick auf die weitere Entwicklung (Person/Firma/Idee) kombiniert. Katja Schilds Stimme ist dabei klar, zurückhaltend und sehr angenehm zu hören.

Das Hörbuch beruht auf dem Bildband "Frauen einfach genial" (klick), in welchem jedoch vier weitere Erfinderinnen vorgestellt werden. Ob und in welcher Weise die Texte zu den 14 Erfinderinnen für die Hörbuchumsetzung gekürzt wurden, vermag ich mangels Kenntnis des Buches nicht zu sagen. Vielleicht werde ich mir auf Dauer noch den Bildband ergänzend besorgen.

Donnerstag, 29. Januar 2015

"The Art of Asking" by Amanda Palmer

Amanda Palmer. Ja, ich gebe es zu: Hätte ich nicht Neil Gaimans Blog abonniert, wäre mir dieser Name nicht bekannt. Und ich hätte auch nicht gewusst, dass Amanda Palmer das Buch "The Art of Asking" geschrieben hat. Dann bin ich dem Titel wieder begegnet, dieses Mal bei einer Instagram-Nutzerin. Sie hat mir empfohlen, mal in den TED-Clip hinein zu schauen, in welchem Amanda Palmer über die Themen des (späteren) Buches spricht. Den Clip selbst habe ich damals in Gaimans Blogbeitrag ignoriert. Ich habe das Anschauen dann nachgeholt (hier ist er übrigens (klick)) und die Aufzeichnung hat mich auf das Buch neugierig gemacht.

Ich habe anlässlich der Lektüre auch in ein paar Musikvideos von Amanda Palmer hineingeschaut bzw. gehört. Ihre Musik trifft nicht meinen Geschmack, auch wenn mir z.B. die ruhigeren Songs wie "In my mind" oder "The perfect fit" durchaus ansprachen. Neben der musikalischen Komponente gibt es jedoch mehr, nicht nur die Songtexte, sondern auch mit den Konzerten verbundenen "Acts" oder lebende Statuen (besonders ihre "Eight-Food-Bride"), von denen sie in ihrem Buch erzählt. Es enthält neben begleitenden Fotografien übrigens auch Songtexte, z.B. dankenswerterweise "Girl Anachronism": In diesen Clip habe ich nur kurz hineingeschaut; z.B. dieser Text wäre mir entgangen. Das wäre schade gewesen, denn die Wahrnehmung dieses und der anderen Texte lohnt sich.

Der Titel "The Art of Asking" klingt nach einem Ratgeberbuch. Das ist es und ist es doch wieder nicht. Zwar können Interessierte aus dem Buch durchaus Anregungen entnehmen, wie man bestimmte Dinge angehen kann (sei es die Kommunikation mit den Fans, sei es das Kickstarter-Handling) oder dass Selbstzweifel und Unsicherheiten Teil des Weges sind. Allerdings ist über das gesamte Buch hinweg deutlich, dass es sich um persönliche, teils sehr private Erfahrungen handelt, die Amanda Palmer freiwillig mit Fans und anderen geteilt hat bzw. in dem Buch erstmals teilt. Sie erzählt von der Entwicklung ihrer künstlerischen Karriere, Selbstzweifeln, Crowdsurfing, dem Netzwerken, von ihren Fans, Freunden und auch davon, wie sie ihren späteren Ehemann Neil Gaiman kennenlernte.

Gerade da mir Amanda Palmer als Musikerin nicht wirklich nahe ist und ich mich vor diesem Hintergrund weder für Netzwerken oder Kickstarter interessiere, war es im Grunde diese private Ebene, die mich als Leserin ansprach. Und diese "Zugangsebene" reichte aus, um mir Amanda Palmer "einfach als Künstlerin" nahe zu bringen. Ich fand es bereits interessant zu erfahren, was sich Amanda Palmer sich für ihren Akt als lebende Statue überlegt hat und welche Erfahrung sie dabei z.B. auch in Regensburg machte. Die Blickrichtung (Straßen-)Künstler zum Publikum hin war für mich neu. Dabei kommen auch kleine Details zur Sprache, z.B. weshalb Amanda Palmers Augenbrauen so aussehen wie sie aussehen oder wie es dazu kam, dass sie eine Ukulele spielt.

Natürlich war ich neugierig, ob und in welcher Weise sie über ihre Beziehung zu Neil Gaiman spricht, weil ich seine kreativen Arbeiten nun schon mal kenne. Die Autorin - und ihr Ehemann - gewähren dem Leser tatsächlich immer wieder kleinere Einblicke, die, wie ich finde, in ihrer Auswahl erstaunlich viel über die Beziehung an sich offenbaren, über Neil Gaiman (bislang habe ich nichts Biographisches über ihn gelesen) und natürlich über Amanda Palmer (im Zusammenhang mit den weiteren privaten Einsichten im Buch ist das jetzt natürlich nicht ganz so erstaunlich ;)).

"The Art of Asking" hat mir einen Blick in Amanda Palmers privates Leben gewährt, mich etwas in ihre künstlerische Szene (incl. Plattenlabel, Kickstarter Alkonhol) eintauchen und ihre künstlerische Arbeit mit negativen und positiven Aspekten kennenlernen lassen. Sie ließ mich teilhaben an ihren Gedanken über den Wert eines Künstlers - ob nun als lebende Statue auf der Strasse oder als Couch-/Crowdsurferin sowie über das Wahrnehmen einer Person (das ließ mich auch an "The Artist is present" (klick) denken). Mir erscheint Amanda Palmer in ihrer Kreativität laut (in Musik u. Meinungsäußerung) und leise (Statue, Musik); sie ist kommunikativ, sie bittet, nimmt, gibt aber auch auf mehreren Ebenen.

Ein Fan ihrer Musik bin ich trotz des Buches nicht geworden. Ich habe auch nicht begonnen, ihr aktiv in den sozialen Medien zu folgen. Vermutlich werde ich (auch) in Zukunft nur von ihr hören, wenn ihr Ehemann sie in seinem Blog erwähnt. Ich finde das nicht schlimm und bezweifle, dass Amanda Palmer damit ein Problem hat. Ihre und meine Sphäre überschneiden sich halt nur in einem Bereich. ;) Die Lektüre von "The Art of Asking" fand ich trotzdem faszinierend und den Menschen Amanda Palmer lebendig und stark. Soweit sie mich ließ: I saw you.

Sonntag, 11. Januar 2015

"Der Tiger" von John Vaillant

Ich bin Winterkatzes Empfehlung gefolgt und habe mir nach meinem letzten gelesenen Sachbuch (Inuit) einen Titel gegriffen, der sich schon länger in meinem TuB befand: "Der Tiger" von John Vaillant. Ich lasse den deutschen Untertitel des Buches hier ganz bewusst weg, weil er nur auf einen Aspekt Bezug nimmt und dabei "absolut" klingt. Meiner Meinung nach hätte sich der Verlag an den englichen Untertitel halten sollen  "A True Story of Vengeance and Survival" (vielleicht: Eine wahre Geschichte von Rache und Überlebenskampf).

John Vaillant ist Journalist und Autor, der auch schon für National Geographic gearbeitet und nicht nur den vorliegenden Titel publiziert hat. In "Der Tiger" geht um die Vorkommnisse im Dezember 1997 in Sobolonje, einer kleinen Holzfällersiedlung, die sich in der Taiga im Fernen Osten Russlands befindet.

Juri Trusch ist Leiter einer Einsatzgruppe der russischen "Inspektion Tiger" und wird als solcher nach Sobolonje wegen eines Vorfalles mit einem Amur-Tiger gerufen. Die "Inspektion Tiger" ist eine Art Wildhüter-Organisation betreffend Wild und Wald, wobei der Schwerpunkt auf dem Tigerschutz liegt - nicht nur wegen der Wilderei "zum Eigenbedarf", sondern besonders wegen des Handels mit Tiger-Produkten. Im Dezember 1997 fährt Trusch mit seinen Leuten zur Hütte des Wilderers Markow. Was sich dort aus den Spuren ergibt, ist erschütternd und beängstigend und wirft Fragen auf: Offenbar hat ein Amur-Tiger vor der Hütte des Wilderers Markow gezielt auf diesen gewartet; die Männer finden Markows wenige Überreste im Wald. Sie finden weitere Hinweise, dass der Tiger an Markows Hütte Inventar mit Markows Geruch zerstört hat. Auch wenn der Tiger eine Raubkatze mit Revierverhalten ist und eine beängstigende Fähigkeit zur Abstraktion hat, ist dieses Verhalten ungewöhnlich. Einer der Männer stellt die Frage: Warum war der Tiger so wütend auf Markow?!

Wie sich im Verlaufe des Buches zeigt, ist die Frage gar nicht so abwegig. Anhand von Interviews, der Sichtung des Videomaterials, welches Juri Trusch aufgenommen hat, und umfangreicher weiterer Recherche zeigt John Vaillant das Lebensumfeld besonders der Amur-Tiger, aber auch anderer Raubkatzen, die z.B. in der Wüste leben. Dabei geht es auch immer um die Menschen, die sich den Lebensraum mit den Raubkatzen teilten und teilen, die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Tiger und auch, wie sich die Entwicklung von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft auf diesen Lebensraum und die Lebewesen in ihm auswirkten und weiterhin auswirken.

Der Autor beschränkt sich also nicht darauf, über die "Ermittlungs"-Arbeit und Jagd der Inspektion Tiger im vorliegenden Fall zu berichten. Er beleuchtet insbesondere die Lebensbedingungen in Sobolonje, die herrschende Armut, das Klima, das Verhältnis und die Bindung der Einwohner zum Land (zu "Mütterchen Russland" oder "Mutter Taiga") und zur Fauna, insbesondere zum "Zar der Tiere", dem Tiger. Auch die Lebensläufe der Beteiligten mit Konzentration auf Trusch, Markow und Potschepnja (einem weiteren Opfer) flicht Vaillant ein und zeigt so, wie Markow zum Wilderer wurde oder warum Potschepnja in den Wald ging. Und natürlich bleibt auch der Tiger nicht außen vor, auch wenn sich diese Informationen aus den Spuren ergeben, die die Opfer, der Schnee, Beschädigungen an Hütten etc. liefern. Hinzu kommen immer wieder Erläuterungen zur Entwicklung Russlands, dem Verhältnis zu China, Ausführungen zu Raubkatzen anderer Gegenden, Gespräche mit anderen Jägern, Forschern, anthropologische Betrachtungen, Tierschutz etc. Durch diese recht umfassende Gesamtschau verlor das Buch für mich leider ein wenig an Kraft und Schwung.

Versteht mich nicht falsch: Grundsätzlich fand ich jedes der von Vaillant eingebrachten Details interessant, aber die Informationsfülle zu unterschiedlichen Lebens- und Wissensbereichen fühlte sich für mich schon enorm an (das Buch bringt es auf 432 Seiten (davon 8 Farbfotoseiten) + einer Leseprobe zu einem weiteren Werk des Autors). Dabei wurde der Kernbericht des Buches, also die Verfolgung des angreifenden Amur-Tigers, nach meinem Empfinden in manchen Bereichen auseinandergezerrt. Manchmal musste ich nach seitenweisen Informationen über Kosaken oder früheren Jagdgeschehnissen suchend zurückblätternd, weil ich nicht mehr vor Augen hatte, wer eine beteiligte Person im aktuellen Geschehen war oder wo sich der Tiger gerade befand. Dass dies notwendig war und mich verlangsamte, störte mich. Dennoch war es eine faszinierende Lektüre, besonders über den Amur-Tiger und den Überlebenskampf von Mensch und Tier in der russischen Taiga. Dazu trägt auch der grundsätzlich flüssige und gut lesbare Erzählstil Vaillants incl. der Übersetzung ins Deutsche bei, alledings nichts ohne Ausnahmen:  Was, z.B., ist ein empathischer Kugelschreiber und hat er sich während der Übersetzung entwickelt? ;)

Leseprobe: klick
Videotrailer (klick)

Freitag, 9. Januar 2015

"der, die, was? - Ein Amerikaner im Sprachlabyrinth" von David Bergmann

Vielleicht sollte es einen Warnhinweis bei Skoobe geben: Das Stöbern durch unseren Katalog ist gefährlich, sie könnten mehr als einen interessanten Titel finden... ;) In diesem Fall wurde ich beim Stöbern auf "der, die, was? - Ein Amerikaner im Sprachlabyrinth" von David Bergmann" aufmerksam.

David Bergmann ist ein U.S.-Amerikaner deutscher Abstammung, dessen Familie ca. in der Mitte des 19. Jahrhunderts in die USA auswanderte. Erste Begegnungen mit der deutschen Sprache hatte er schon daheim, da sich seine Großmutter mit anderen Einwohnern (auch frühere Einwanderer aus Deutschland bzw. Abkömmlinge derselben) seines Wohnortes in plattdeutscher Mundart - und nicht etwa in einer geheimen Omasprache - unterhielt. Als er später nach Chicago ging, bekam er als "Extra" bei einer Wohnungsauflösung ein Textbuch der deutschen Sprache, was neben anderen Dingen dazu führte, dass der Autor freiwillig in Chicago deutsch zu lernen begann und später sogar nach Deutschlag zog.

In dem Buch hat David Bergmann seine Erlebnisse und Erkenntnisse beim Erlernen der deutsche Sprache niedergeschrieben. Und in vielen Bereichen ist das Buch eine gute Mischung aus Information und Unterhaltung mit Spassfaktor.

Für mich als deutsche Muttersprachlerin war es schlichtweg interessant zu erfahren, mit welchen Problemen der englischsprachige Autor beim Erlernen der deutschen Sprache zu kämpfen hatte. Diese finden sich nicht nur bei der Aussprache z.B. von Umlauten, von "ch" oder dem Buchstaben "r" oder . Es geht z.B. natürlich auch um die Bildung des Plurals, Diphthonge, die Bestimmung des Wortgeschlechts und des zugehörigen Artikels oder um kreative Wortdefiitionen (Beispiel: Obmann = ein Mann, der unschlüssig ist) etc. David Bergmann nimmt mit Außenseiterblick deutsche Worte und Sätze unter die Lupe ("Der Bundestag tagte bis bis in die Nacht.") und zeigt u.a. auf, welchen Nutzen Vorabendserien wie "Verbotene Liebe" haben können. Nebenher verrät der Autor auch ein wenig über sich und lässt den Leser an überraschenden Erkenntnissen (z.B. der mutmaßlichen Verbindung zwischen Studienkosten und Vorlesungsteilnahme) partizipieren.

Allerdings gibt es auch Passagen in dem Buch, die mir weniger Freude bereiteten. Wiederholende Wortspielereien, mit denen David Bergmann verschiedene Etappen seiner Lernfortschritte auflockerte, verloren für mich irgendwann an Unterhaltungswert und ermüdeten. Und die Charakterisierung der Teilnehmer des Deutschkurses an der Uni Göttingen, die u.a. aus Ungarn, Dänemark, Frankreich und Polen stammten,  fand ich teilweise unangemessen (Kapitel 17); dieses Gefühl verstärkte sich noch durch die Wiederholungen in Kapitel 17 u. 19 ("Fahrradklauer").

So hinterlässt das Buch zum Schluss bei mir leider einen durchwachsenen Eindruck.

Montag, 5. Januar 2015

"Mein Leben mit den Inuit" von Fred Bruemmer

Ich erinnere mich nicht mehr, was der Anlass war, dass dieses Buch vor bestimmt zwei oder sogar drei Jahren auf meinem Wunschzettel landete. Vielleicht war es die Lektüre von "Nicht alle Eisbären halten Winterschlaf" von Jorn Riel, eine um Grönland spielende Kurzgeschichtensammlung. Jedenfalls habe ich das vergriffene Taschenbuch "Mein Leben mit den Inuit" von Fred Bruemmer im vergangenen Jahr zu einem vernünftigen Preis bekommen und mich eingekuschelt in die Lektüre vertieft.

Das Buch ist mit 170 Seiten recht schmal und klein und zeichnet sich dennoch durch Informationsdichte aus. Fred Bruemmer erzählt auf diesen Seiten von seinen Reisen zu verschiedenen Inuit-Gruppen Alaskas und Grönlands in den 70ern und teilweise von späteren neuerlichen Besuchen in den 80ern/90ern. Der Autor war als Tierfotograf und Schriftsteller immer wieder in unterschiedlichen Regionen der Welt unterwegs, dabei immer wieder langfristig in der Arktis. Er hat nicht nur Inuit interviewt, etwas recherchiert oder sich eine Woche o.ä. in einem Camp aufgehalten, um etwas von dem Leben der Inuit mitzubekommen und ein paar Fotos zu schießen. Bruemmer hat vielmehr monatelang mit verschiedenen Inuit-Gruppen gelebt hat. Er hat sie auf der Jagd begleitet, ihr Handwerk bei der Jagd und daheim beobachtet. Der Autor war in ihr Sozialleben integriert und lebte in ihren Zelten bzw. Iglus, was so weit ging, dass er am eigenen Leib erleben musste, was eine Ächtung in der Gemeinschaft bedeuten kann (auch wenn sie vermutlich milder ausgeübt wurde als sie gegenüber einem Inuk gezeigt worden wäre).

Mich hat es überrascht, wie viele Informationen mit "Mein Leben mit den Inuit" vermittelt werden. Nicht nur schreibt Bruemmer über den Ablauf von Jagdausflügen mit dem Hundeschlitten. Ich erfahre vielmehr auch etwas über den traditionellen und moderneren Schlittenbau (natürliche Holzvorkommen sind in der Arktis nunmal Mangelware), das Präparieren der Kufen, den Fleischbedarf der Huskys (und dass diese Bezeichnung wohl eine Verballhornung von Eskimo ist) und ihr Durchhaltevermögen. Auch die Jagd auf Eiderenten, Lummen, Saiblinge, Karibus, Robben, Seelöwen, Narwalen etc. wird angesprochen. Dabei erzählt Bruemmer, wie er Inuit auf den Fahrten über das Meer zu Jagdgebieten unabhängig vom Wetter begleitet, wie er zumindest versucht, mitzuhelfen. Er zeigt auf, wie Jahreszeiten und Lebensrhythmus der Inuit verbunden waren und wie und wofür die Jagdbeute restlos verwertet wurde, vom Essen (incl. Haltbarmachung), Kleidung, Schlitten über Handwerkszeug, Spielsachen für die Kinder, Schnitzereien ...

Für mich zeigte sich in immer wieder, dass Fred Bruemmer nicht nur ein interessierter, neugieriger Fotograf und Schriftsteller war, der einen Job erfüllen wollte, sondern dass er die Inuit bewunderte und respektierte und ebenso ihre traditionelle im Einklang mit der Natur stehende Lebensart. In "Mein Leben mit den Inuit" - das Buch ist trotz der Informationsdichte gut lesbar - fließen immer wieder historische Ereignisse ein (Ankunft von Forschungsschiffen, Missionaren, Krankheiten), aber auch von Knud Rasmussen aufgezeichnete Inuit-Lieder; ergänzt wird der Text mit ein paar schwarz-weiß Fotos (normaler Papierdruck). Es war für mich eine faszinierende Lektüre, die mir die traditionelle Lebensart der Inuit nähergebracht hat.

Poe sagt:
In das Buch musste ich auch hineinlesen. Dabei sind mir glatt die Flügel zusammgefroren, gefühlt jedenfalls. Für einen Drachen wie mich ist es dort oben vielleicht doch etwas kalt, durchschnittlich -34°C im Januar, die sogar bis zu -57 °C absinken können! Ich bin mir auch nicht so sicher, ob ich mit dem Essen klarkommen würde. Blubber, hm, naja, ich weiß nicht. Auf der Jagd wäre ich außerdem garantiert noch weniger hilfreich gewesen als Fred Bruemmer. Z.B. bei einer Fahrt mit dem Kajak hätte mein Magen dafür gesorgt, dass ich über der Reling hänge). Ich bin ganz schön beeindruckt. Von den Inuit, aber auch von Fred Bruemmer. 

Sonntag, 4. Januar 2015

Oryx und Crake von Margaret Atwood

Bei Cat bin ich auf Margaret Atwoods Roman "Oryx und Crake" aufmerksam geworden - ich habe mir diesen Roman (erschienen 2003) und den zweiten Teil der Trilogie "Das Jahr der Flut" (erschienen 2009) zu Weihnachten geschenkt. Der dritte Teil "Die Geschichte von Zeb" ist 2013 erschienen.

Ich stimme Cats Einschätzung zu, dass man über "Oryx und Crake" nicht zuviel vor der Lektüre wissen sollte. Soviel aber sei gesagt:

Der Leser wird in Schneemensch' Dasein geworfen. Er lebt in der Nähe einer, wie es aussieht, primitiven Menschengruppe, die er die Kindern Crakes nennt. Er scheint für sie zwar ein Unikum, aber auch eine Art Lehrer zu sein. Aber man hat den Eindruck, dass Schnemensch sich selbst überwacht und genau darüber nachdenkt, wie viel er den Kinder Crakes sagt. Umgeben sind Crakes Kinder und er von Flora und Tierwelt, wobei letztere laut Schneemensch aus Oryx' Kindern besteht. Es wird schnell deutlich, dass eine Katastrophe stattgefunden haben muss, die Vegetation überwuchert Gebäude, aber es gab mal Batterien, Konserven, Uhren, also eine entwickelte menschliche Zivilisation. Was ist passiert?

Seufz. Leider hat mich der Roman in seiner Gesamtheit nicht überzeugt.

Oh, ich mochte das Setting: Die Erde und die Menschen, die Atwood 2003 auf Basis unserer Welt entwickelt hat, finde ich faszinierend und interessant - aber zugleich beängstigend und durchaus auch abstoßend (nicht nur im "Großen", sondern auch im Kleinen, z.B. die staatlich gesponserte Webseiten, die Jimmy besucht, und die - auch - zeigen, wohin sich Gesellschaft und Politik entwickelt haben). Ab und an blitzt auch Humor durch, finden sich Anspielungen auf unsere Zeit (etwa durch Jimmys Faible für alte Filme oder Bücher) und die Autorin bewirkte mit einem Teil ihrer Geschichte, dass ich mich etwas mit dem modernen Ballett unserer Zeit beschäftigt habe. Das finde ich immer wieder faszinierend, wie Romane den Leser so beeinflussen können. :) Konkret geht es um Martha Graham - mir sagte der Name gar nichts, aber ich habe ihn dann gegoogelt. In der Tanz- und Ballettszene war sie eine Größe, sie hat eigene Techniken entwickelt und wer Interesse hat, kann in diesem Video (klick) nicht nur spannender Musik lauschen, sondern auch - wie ich finde beeindruckenden - Tanz entsprechend der Graham-Technik sehen.

Aber zurück zum Romangeschehen.

Neben dem Setting fand ich die Grundentwicklung des Plots auch in Ordnung, auch die Struktur im Hier einerseits und Damals andererseits empfand ich als organisch. Atwood konzentriert sich auf das Leben von Schneemensch und seine Erinnerungen, seine Wahrnehmung der Geschehnisse, der Freundschaften. Ich bin diesen Erinnerungen mit Misstrauen begegnet und denke, dass dies auch von der Autorin so gewollt war: Man tendiert halt dazu, "seine" Wahrheit zu sehen (besonders, wenn man nicht alle Umstände kennt) und diese - bei weiter bestehender Änderungsgefahr - zu rinnern. Außerdem traut selbst Jimmy nicht allem, was er - z.B. von Oryx - erfährt. Das alles führte dazu, dass Jimmy als Individuum in seiner Entwicklung zu Schneemensch (das ist kein Spoiler, wird ziemlich schnell im Roman deutlich) für mich greifbar wurde, Crake und Oryx dagegen leider nicht.

Und dann das Romanende. Okay, es ist als Trilogie geschrieben, aber dennoch fühle ich mich mit diesem Ende nicht ... glücklich. Möglicherweise wird das durch die Lektüre der anderen Teile relativert, aber ich befürchte eher nicht.

Um die beiden Punkte weiter auszuführen, komme ich an ein paar Spoilern nicht vorbei. Damit Ihr aber nicht aus Zufall gespoilert werdet, hatte ich zunächst die Spoilerabsätze 1 und 2 mit weißen Buchstaben auf weißem Hintergrund geschrieben.  Aber, das funktioniert nicht im Feedreader, wie ich festgestellt habe, und so könnte doch unwillkommen gespoilert werden. Ich habe mich daher entschlossen, diese Nach-Lese incl. - versteckter - Spoiler bei Goodsreads (klick) einzustellen, dort könnt ihr sie ggf. vollständig aufrufen.

Zuletzt: Mir sind bei der Lektüre dieser Ausgabe ein paar Dinge aufgefallen, die mich immer wieder aus dem Lesefluss gerissen haben. Mir fehlten z.B. Worte:

"Sie sahen Zeichentrickfilme auf dem alten DVD in einem der Zimmer..." (auf dem DVD-Spieler? S. 146)
oder
"Jimmy verspürte auf einmal den Wunsch, Crake Eindruck zu machen, ihn zu irgendeiner Reaktion zu zwingen..." ("auf" Crake Eindruck zu machen?, S. 77)

Hier sollte sicherlich die statt sie stehen: "Ähhh, singen sie Frauen" (S. 367)

"Schofel" musste ich erst einmal nachschlagen, weil ich mit dem Wort - ob das nun gut oder schlecht ist, sei dahingestellt - nichts anfangen konnte. Und jedes Mal irritierte mich, dass das Wort "ganz" in dieser Redensart fehlte "Zu schweigen von einem gewissen Druck, argwöhnte Jimmy, von Seiten seines Vaters, der den Präsidenten .... kannte..." Ich bin mir nicht sicher, ob das Wort "ganz" zwingend erforderlich ist, aber die im Buch verwandte Version ist mir einfach nicht vertraut.

Wie gesagt, in der Gesamtschau bin ich mit dem Roman nicht ganz glücklich. Das Lektorat/Korrektorat kommt noch hinzu. Aber: Das Setting finde ich, wie ebenfalls schon bemerkt, interessant und mich interessiert, über was Atwood in ihrer Trilogie noch erzählt. Ich werde also "Das Jahr der Flut" auch lesen und wohl auch "Die Geschichte von Zeb". ;)

Freitag, 2. Januar 2015

Fotos von den MuMs

Nach der Dashboard-Anzeige veröffentliche ich mit diesem Post auf meinem Blog den 1500. Beitrag. Deswegen habe ich auch meine Nach-Lese von "Oryx und Crake" etwas zurückgestellt, denn ich finde, Fotos von den MuMs passen besser zu diesem Anlass (ein paar der Bilder waren hier auf dem Blog zwar schon mal zu sehen, aber das macht sie ja nicht schlechter). :) 

Ich präsentiere: Die MuMs!
 
 (von heute)

 







Arianas Hörbuchchallenge 2015

Ich finde es schön, dass auch Ariana ihre Hörbuchchallenge im Jahr 2015 (klick) weiterführt. Bereits 2014 hat Ariana mir mit ihrer Challenge geholfen, über Hörbücher auch verstärkt hier auf dem Blog zu berichten und ich hoffe einfach mal, dass das auch in 2015 wieder so gut klappt wie letztes Jahr.

Die Regeln könnt Ihr im Detail auf Arianas oben verlinkter Seite nachlesen. Kurz gefasst sind vom 01.01.2015 bix 31.12.2015 mindestens 10 Hörbücher oder Hörspiele zu hören und auf dem Blog zu besprechen, wobei die Titel auf einer Buchvorlage basieren müssen. Falls Ihr Interesse habt: Die Anmeldung ist zeitlich nicht befristet, allerdings zählen erst ab Anmeldung gehörte u. besprochene Titel für die Challenge.

Dieser Post wird mir als Übersichtsseite dienen. Ich hoffe, es wird ein gutes Hörjahr. :)
  1.  Der Spiegel im Spiegel von Michael Ende (Hörspiel und Buch ;) )
  2.  Karwoche von Andreas Föhr
  3. "Ein Mann namens Ove" von Fredrik Backmann
  4. "So B. It" von Sarah Weeks
Obwohl ich 20 Audiotitel gehört habe, von denen ca. 15 unter die Challengevorgaben fallen, bin ich dieses Jahr an dieser Challenge gescheitert, und zwar wegen mangelnder Besprechungen der Hörbücher. Falls Euch interessiert, welche Audiotitel ich in 2015 gehört habe, sie sind alle in der Leseliste 2015 mit aufgeführt, u.a. waren Neil Gaiman mit "The Ocean at the end of the Lane", Agatha Christie mit "The crooked House", Andreas Föhr mit "Totensonntag", Jane Austen mit "Persuasion" oder die Lesung zum Film "12 Monkeys" dabei

Donnerstag, 1. Januar 2015

Winterkatzes Sachbuch-Challenge 2015

Wie schon an anderer Stelle erwähnt, freue ich mich, dass die Winterkatze auch in 2015 eine Sachbuch-Challenge veranstaltet. Ich habe weiterhin viele Sachbücher im "Alt"-TuB, zusätzlich habe ich in 2014 neue gekauft und interessante Leihgaben der übrigen Challenge-Teilnehmer könnten auch noch hinzukommen. ;)


Die Grundregeln (Zeitraum, was als Sachbuch gilt) findet ihr ebenso auf der oben verlinkten Seiten der Winterkatze wie die beiden Möglichkeiten, die Challenge zu absolvieren. Falls Ihr Interesse habt, die Anmeldung ist bis zum 31.01.2015 möglich.

Ich habe mich für VarianteA entschieden: 10 Sachbücher vom 01.01.2015 bis 31.12.2015, die ersten fünf müssen bis zum 30.06.2015 hier im Blog besprochen sein. The same procedure as every last year. ;)

Dieser Post dient zugleich als Übersichtsseite für die Challenge-Bücher.  Mal sehen, womit es los geht. ;)

  1. Mein Leben mit den Inuit von Fred Bruemmer
  2. "der, die, was? - Ein Amerikaner im Sprachlabyrinth von David Bergmann
  3. "Der Tiger" von John Vaillant
  4. "The Art of Asking" by Amanda Palmer
  5.  "Frauen - einfach genial: 14 Erfinderinnen" von Barbara Sichtermann u. Ingo Rose
  6.  "Das Zeugenhaus" von Christiane Kohl
  7. "The Philosopher and the Wolf" by Mark Rowlands
  8. "Am Beispiel der Gabel - Eine Geschichte der Koch- und Esswerkzeuge" von Bee Wilson 
  9. "Ein Sommer mit Wölfen" von Farley Mowat
  10.  "Tents, Tortoises und Tailgates" by Scott Lillie
  11. "Mit Miss Marple aufs Land" von Luise Berg-Ehlers
  12. "Afrika - Kunst und Architektur" von Ivan Bargna 
  13. "Das kleine Buch der botanischen Wunder" von Ewald Weber
  14. "Im Dunklen: Mein Leben ohne Licht" von Anne Lindsey
  15. "Täuschend echt! Eine Geschichte der Kunstfälschung" von Henry Keazor
  16. "Worte, die man mir nicht sagte" von Véronique Poulain
  17. "Die vergessene Generation: Kriegskinder brechen ihr Schweigen" von Susanne Bode
  18. "Richter Ahnungslos" von Marc Baumann
  19. "England und die Detektive" von Luise Berg-Ehlers, Jutta Schreiber, Horst und Tina Herzig
  20. "Jeden Tag den Tod vor Augen: Polizisten erzählen", Herausgeber Volker Uhl
  21.  
    Eindeutig erfolgreich beendet. :)

Katrins Blogparade 2014

Blogparade Jahresrückblick 2014

Das Jahr nähert sich dem Ende und Katrin von Buchsaiten lädt wieder zur Blogparade ein mit folgenden fünf Fragen:

1) Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat? (und Begründung). 
Einen Titel im Sinne dieser Frage gibt es für mich dieses Jahr nicht, ich hatte mir bei der Auswahl der Titel an alle die gleichen "Mindest"Erwartungen. Aber: Es gab auch in 2014 von mir neu gelesene bzw. gehörte Titel, die mich in gewissem Sinne unerwartet intensiv beeindruckt haben:

Sofort kommt mir "Ardalén" von Prado in den Sinn, eine Graphic Novel. Die Geschichte und besonders die Zeichnungen haben mich emotional auf eine Weise berührt, wie es mir als Leserin selten passiert (ich "verfolge" das Geschehen eher statt dass ich es "erlebe").

auch zu nennen:
Das englische Hörbuch "The unexpected Man" von Yasmina Reza entpuppte sich trotz seiner Kürze als ein wunderbares Zwei-Personen-Stück.im Zug. Und ich mochte Thema und Erzählperspektive von "Elizabeth wird vermisst" von Emma Healey.
 
2) Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat? (und Begründung):
Meine schon unter Nr. 1 erwähnten "Mindest"Erwartungen wurden leider von ein paar Titeln nicht erreicht. Sehr deutlich wurde das bei "Milch und Honig" von Wladimer Lortschenkow, das ich sogar abgebrochen habe, so sehr haben mich die immer weiter bemühten Absurditäten und Twists des Autors genervt.

auch zu nennen:
Ich fand die Sprecher auf der Mimi-Rutherford-Hörspielbox, gekauft bei Weltbild, zum Teil in ihren Rollen richtig schlecht, habe aber durchgehalten und alle Geschichten mit teils zusammengebissenen Zähnen gehört. Conrads "Herz der Finsternis" bin ich mit hohen Erwartungen herangegangen, aber der Autor hat mich überhaupt nicht erreicht. Dann war da noch "Die Achse meiner Welt" von Dani Atkins, welches mir ständig mit sehr guten bis guten Bewertungen begegnete, das mir aber nur ein "ja, okay, nett, aber nichts was hängen bleibt" entlockte.

3) Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?
Agatha Christie  :) Es ging ruhig und entspannt mit ihrem Mr Quin und ihrer Miss Marple los, aber sobald ich meinen ersten Hercule-Poirot-Roman auf deutsch gelesen hatte, gab es kein Halten mehr. ;) Der Belgier ist mir unglaublich ans Herz gewachsen (ich habe mir sogar die vollständige TV-Box mit David Suchet geholt). Ich bin der Autorin auch "böse", wenn der Belgier in als "Poirot-Roman" ausgewiesenen Titeln kaum eine Rolle spielt oder erst ab der Hälfte des Buches auftritt. Inzwischen stehen alle Poirot-Romane bei mir im englischen Original, gelesen habe ich in 2014 alle Poirot-Kurzgeschichten und mit Ausnahme von 5 Titeln auch alle Poirot-Romane im Original. ;) Auch wenn mir nicht alle Poirot-Romane gefallen, so gibt es unter ihnen für mich doch Perlen wie z.B. "Dead Man's Folly", "The Murder of Roger Akroyd", Appointment with Death", "Murder on the Orient Express" u.a. ;)

Auch zu nennen:
Yasmina Reza mit "The unexpected Man": Ich kann mir vorstellen, dass ich auf diese Autorin wieder zurückkomme. Und auch Ayelet Gundar-Goshen, die mir mit "Eine Nacht, Markowitz" dieses Jahr ein Stück Geschichte Israels und seiner Bewohner nahebrachte (Dank an Hermia, bei der ich das Buch entdeckt habe), werde ich wohl im Blick behalten.

4) Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?
Die Frage ist, wie jedes Jahr, schwierig für mich. Hm, ich finde ja die Cover der englischen Poirot-Taschenbuch-Ausgaben von Harper Collins sehr ansprechend, z.B. "Murder on the Orient Express".

auch zu nennen:
Ich mochte auch das Cover von "What if", der Saurier zog gleich meinen Blick auf sich. Und auch das Cover von "Still - Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt" von Susan Cain mochte ich in seiner schwarz-weißen Gestaltung und den sich beäugenden Vögeln.

5) Welches Buch wollt ihr unbedingt in 2015 lesen und warum?
*lacht laut* Da gibt es einige, sie stapeln sich auf meinem TuB (klick).

Ich werde Katrins Fragen noch um zwei Fragen, die mit meiner Teilnahme an Arianas Hörbuchchallenge und an Winterkatzes Sachbuchchallenge zu tun haben:


6) Welches der von Dir in 2014 gehörten Hörbücher/Hörspiele empfiehlst Du?
"Denn das Glück ist eine Reise" von Caroline Vermalle, gelesen von Tobias Dutschke, empfehle ich von Herzen: Ein warmherziger Roadtrip über die Freundschaft zweiter Senioren, über Familie, das Leben und die Lebensfreude, der von Herrn Dutschke mit viel Einfühlungsvermögen gelesen wurde.

auch zu nennen:
 "Die Messerkönigin" von Neil Gaiman, gelesen von Oliver Rohrbeck, eine zwar nicht vollständige Einlesung des gleichnamigen Print-Buches, aber dennoch eine magisch-fantastische Geschichtenauswahl. Dann ist da noch die englische dramatised Version of "The Oscar-Wilde-Collection ("The Importance of Beeing Earnest", "Lady Windemeres Fan", "An ideal Husband", "A Woman of no Importance", "The picture of Dorian Gray"): Zwar überzeugte sie mich nicht zu 100 % (die Dorian Gray-Umsetzung war nicht meins), aber Wildes Stücke im englischen Original präsentiert zu bekommen, ist schon was.

7) Welches der von Dir in 2014 gehörten/gelesenen Sachbücher kannst Du empfehlen?
Wer einen Überblick über die Kunstgeschichte erhalten und dabei unterhaltsam informiert werden möchte, sollte sich mal "Eine Geschichte der Kunst" von E.H. Gombrich ansehen. Auch wenn der Umfang des Buches ein wenig abschreckend wirkt, lest das Vorwort, schlagt einfach eine Seite des Buches auf und Ihr werden sehen, was ich meine.

auch zu nennen:
"Shakespeare on Toast" von Ben Crystal, hinter dessen merkwürdigem Titel sich für mich ein Schatz an Informationen über Shakespeares Stücke, seine Regieanweisungen usw. verbarg.  Und dann erwähne ich mal noch  "What If - Was wäre wenn" von Randall Munroe,da dieser verlinkte Kurzeindruck tatsächlich dazu führte, dass ein paar Bloggerinnen an dem Titel Interesse bekundeten. ;)


Liebe Katrin, Deine Buchsaiten-Blogparade ist wieder eine schöne Gelegenheit, sich das vergangene Lese-/Hörjahr noch einmal zu vergegenwärtigen. Und sie ist *seufz* auch eine Gelegenheit, Bücher für den aktuellen Merkzettel bei den anderen Blogparaden-Teilnehmern zu entdecken. Das Jahr fängt ja gleich gut an.  :)

Euch allen ein frohes neues Jahr 
mit erholsamen, fordernden, zauberhaften, aufregenden, erheiternden, informativen, schönen Lese- und Hörzeiten!