Donnerstag, 12. November 2015

England und die Detektive von Luise Berg-Ehlers, Jutta Schreiber und Horst und Tina Herzig

Dieser Tage habe ich mich mal wieder literarisch nach Großbritannien begeben, genauer gesagt nach England, und zwar mit den Buch "England und die Detektive".

Luise Berg-Ehlers lieferte die Texte, Jutta Schreiber Rezepte (jawohl!) und Horst und Tina Herzig Fotografien.

Es war wie eine kleine sightseeing-tour, die mich über das Land, durch Dörfer, ein paar Städte, darunter auch London, führte. Ja, das klingt verdächtig nach einem Satz aus meiner Nachlese zu "Mit Miss Marple aufs Land" von Luise Berg-Ehlers und das ist auch kein Wunder. "England und die Detektive" ist thematisch ähnlich und es gibt inhaltliche Überschneidungen. Aber während "Mit Miss Marple aufs Land" sich mehr mit den Krimiautorinnen beschäftigt, Leseproben anbietet und dabei auch über die erschaffenen Detektive und deren Lebens-und Arbeitsraum spricht, liegt der Augenmerk von "England und die Detektive" deutlich stärker auf den - fiktiven - Detektiven.

Hier gibt es biographische Einblicke in das Leben und Wirken des jeweiligen Ermittlers bzw. der Ermittlerin, die als Fakten präsentiert werden. ;) Dieses schließt nicht nur ein, wo der bzw. die Betreffende lebt, sondern auch, wo gearbeitet wurde, wie die familiären, beruflichen oder kollegialen Verhältnisse aussahen, was gegessen wurde, welche Hobbies vorhanden waren und es werden Beispiele der Arbeit geliefert.  Autorenschaften werden erwähnt, aber dies ist eher Nebensache. Damit sich der Interessierte orientieren kann, gibt es Fotos von Örtlichkeiten und, für den Hunger, Rezepte über einzelne vom Detektiv geschätzte Gerichte. Hier findet sich z.B. ein Rezept für Scones (Miss Marple), ein solches für Fasan in Brotauce wie es im Savoy zubereitet worden wäre oder Pommes Byron (Lord Wimsey), für Pubfood (Inspektor Morse), ein Brannigan-Butty (Kate Brannigan), ein Kräuteromelett (Bruder Cadfael), ein Trifle ala High Table Oxford (Don Gervase Fen) und und und.

Es gibt, wie gesagt, inhaltliche Überschneidungen mit dem Buch "Mit Miss Marple...", u.a. bei Miss Marple oder z.B. Lord Wimsey (incl. das Glockenläuten), aber die Auswahl an präsentierten Detektiven unterscheidet sich doch und auch der Umfang der Informationen. So finden sich hier auch der schon oben erwähnte Gervase Fen, Don am Oxforder College, Sherlock Holmes, Pater Brown oder auch im Kapital über Detektive und ihre Vorlieben Sid Halley, ein früherer Jockey, oder der  Antiquitätenhändler Lovejoy. Ich habe in diesem Buch ein wenig mehr über das Leben im Kloster erfahren oder z.B. was ein Don am Oxford ist, wie das Londoner "Einzugsgebiet" und die Zusammensetzung von Sherlock Holmes war oder wie ich Fish & Chips machen könnte, wenn ich es wollte. :)

Es gibt aus meiner Sicht also genug Unterschiede zu "Mit Miss Marple aufs Land", aber ob sie für einem anderen Interessierten ausreichen, um das thematisch ähnliche "England und seine Detektive" zusätzlich zu erwerben, muss derjenige selbst beurteilen. Zumal beide Bücher nicht gerade günstig sind (falls nicht gerade vergriffen).

Mein wesentlicher Kritikpunkt hier ist allerdings identisch mit meinem zu "Mit Miss Marple aufs Land": Die Autorin spoilert ohne Vorwarnung. Oh, sie spoilert nicht bei jedem Detektiv, aber sie tut es häufg genug, damit es mich stört. Es ist ja in Ordnung, dass von der Autorin Beispiele der Arbeitsweise aufgezeigt werden und auch, dass sie erfolgreich waren - dabei muss jedoch nicht gleich der Täter mit preisgegeben werden. Ich wage mal die Vermutung, dass noch mehr Menschen wie ich, die entweder eine Serie noch nicht kennen oder nicht alle Romane, dieses Buch lesen.  Und ja, möglicherweise dauert es lange, bis ich den entsprechenden Roman lesen (falls überhaupt) und ich die Angaben dieses Buches bis dahin vergesse, aber der Punkt ist: Die Autorin hätte die betreffenden Sätze einfach etwas umformulieren oder früher enden lassen können. Schade, dass das vor der Veröffentlichung nicht bedacht wurde.

Kommentare:

  1. Sid Halley?! Wie cool! Endlich mal ein Verweis auf Dick Francis! Ich mag die Figur sehr gern - gerade in dem ersten Roman mit ihm. :)

    Äh, ja ... also ... schön, dass du weiter Sachbücher besprichst, die du dann auf die Leihliste setzen kannst. :D

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    1. Ich habe diesen Dick Francis-Roman ja noch nicht gelesen - einen habe ich noch hier, aber ich weiß nicht, welchen.
      Und *hüstel* das Buch hatte ich unbewusst schon in die Nähe des Kartons mit weiteren Sachen für Dich gelegt, Winterkatze. ;)

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    2. Du hast "Mammon" im TuB (den du, wenn ich das richtig sehe, mal in deiner Liste kräftig aktualisieren könntest). :D Auch ein guter Roman, aber ganz anders als die Sid-Halley-Geschichten.

      Tsts, ist das jetzt ein Fall von "du kennst mich zu gut" oder von "du böse Verführerin"? ;)

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    3. Ähm ... kein Wunder, dass ich das Gefühl hatte, du hättest lauter gelesene Bücher auf dem TuB ... ich geh dann mal eine Runde schlafen, vielleicht bin ich dann wieder aufmerksamer ...

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    4. Als ich Deinen ersten Kommentar las, dachte ich erst: Hng? *schmunzel*
      Unrecht hast Du aber grundsätzlich nicht: Auf der Seite TuB war ja früher (auch) die entsprechende Auflistung, sie ist ja auch immer noch dort in Linkform zu Goodreads (die beibehaltene Bezeichnung der Seite ist zudem auch etwas irreführend) - und ich muss auch wieder aktualisieren, jedenfalls die TuB-Abbau-Liste. :D

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    5. *Hng* passt gerade ganz gut. Und Aktualisierungen schaden bestimmt nicht! ;)

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    6. Ach, was Deine Frage angeht, ich bin keine böse Verführerin. Außerdem ist grundsätzlich Kiya schuld, wie ich schon Aly geschrieben habe. :D Aber ich hatte da wohl unbewusst so eine Ahnung ... ;)

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  2. Hachja, wieder ein Buch für meinen Wunschzettel!
    Grüßchen
    Aly mit einer süßen Schnarchkatze und zwei stillen Schläfern

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    1. Ich bin unschuldig daran, Aly. :) Wenn ich mich recht erinnere, hat Kiya das Buch erstmals erwähnt und nur deswegen ist es hier gelandet und so ... :)
      Liebe Grüße zurück und Streicheleinheiten an die drei Traumkatzen/-kater. :D

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  3. Ui, ich finde, das klingt sogar noch interessanter als das andere Sachbuch. Allerdings kenne ich halt nur einen Teil der Detektive (und davon auch nicht alle Bücher), insofern wäre das mit den Spoilern wohl schon ein Problem. Schade, umso mehr, wenn das anscheinend leicht zu vermeiden gewesen wäre.

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    1. Leider ist die Autorin manchmal über das Ziel etwas hinausgeschossen,Neyasha, z.B. bei dem Mord in Oxford, den Harriet und Lord Wimsey klären sollen. Bei der Geschichte um den Hund von Baskerville (die zugestandenermaßen aber schon fast Allgemeinwissen ist) wurde das Geheimnis um den Hund gelüftet. Bei Pater Brown präsentiert sie, _glaube_ ich auch den Mörder ( "Der Hammer Gottes"); natürlich kann es sein, dass bereits auf den ersten Seiten dieses Romans der Mörder offenbart wird, aber auch das weiß ich nicht. ;)

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