Montag, 2. Februar 2015

"The Quiet Earth" by Craig Harrison

Ich bin wie andere Leser auch über den Film "The Quiet Earth", den ich sehr schätze, auf die zugrundeliegende Geschichte "The Quiet Earth" von Craig Harrison gekommen, die im letzten Jahr endlich als (engl.) ebook veröffentlicht wurde. Die Einleitung im ebook habe ich vorsichtigerweise erst NACH Lektüre des Romans gelesen: Weshalb nur werden diese Art Erörterungen nicht als Nachworte veröffentlicht?! Mal von der Spoilergefahr abgesehen, geben sie häufig eine bestimmte Lesart vor, die man als Leser nicht unbedingt bei der eigenen Lektüre gedanklich ausklammern kann. Es wird dann schon schwierig, Texte unbefangen selbst kennen zu lernen. Dies aber am Rande. ;)

Ich sehe den Film als eigenständig an, als eine auf den Motiven des Romans basierende Geschichte. Letztere habe ich gelesen - und dann gleich noch einmal gelesen: Ich wollte die Romandetails vor dem Hintergrund des Romanendes noch einmal aufnehmen, wobei zum Teil mit hineinspielte, dass das Englische nicht meine Muttersprache ist und ich überlegte, ob mir deshalb ggf. Einzelheiten entgangen sind.

Der Roman beginnt damit, dass der Endzwanziger Hobson im Motel im Bett hochschreckt und eine Welt vorfindet, in der es keinerlei tierisches Leben mehr zu geben scheint. Es ist Sommer in Neuseeland, heiß, kein Wind geht, E-Werke liefern keinen Strom mehr. Ist er wirklich allein? Weshalb er? Was ist passiert?

Ganz bewusst gehe ich nicht weiter auf den Inhalt der Geschichte ein, außer so viel: Sie spielt auf der Erde in und ist in der Gegenwart (1981) verwurzelt.

Ich bin mir sicher, dass ich bei neuerlicher Lektüre wieder Punkte entdecke, die mir wichtig erscheinen, mich zum Recherchieren oder Philosophieren anregen. Vielleicht verlagert sich mein Augenmerk dann weiter vom Erzähler Hobson weg (z.B. auf seinen erinnerten Kollegen Perrin) oder ich denke mehr über Sühne nach, Biologie oder vielleicht über Thermodynamik. Der Punkt ist, dass der relativ kurze Roman diese Möglichkeiten eröffnet. Der Film setzt Teile des Romans um, andere interpretiert er um bzw. schafft andere dramatische Punkte. Aber wie der Roman lädt auch der Film zum "Wiederkommen" ein.

Alles in allem gefällt mir die Geschichte sehr, auch wenn mir der Autor manche Dinge bzw. Ereignisse zu kurz abgeleitet hat, besonders die auslösende Elemente zum Ende hin (im Hotel und nachfolgend).

Kommentare:

  1. Mir sagen weder Buch noch Film etwas. Oo Aber deine Anmerkung zum Vorwort möchte ich unterstreichen! Als Nachwort finde ich solche Sachen auch viel passender - im Zweifelsfall kann man ja das Buch mit dem Wissen im Hinterkopf noch einmal lesen. Ich vermute mal, dass so ein Vorwort wie bei der "richtigen Literaturkritik", bei der ja gern die gesamte Handlung inklusive Ende und Interpretationen veröffentlicht werden, gesehen wird.

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    1. Ach, mich wundert das nicht, dass Dir weder Film noch Buch was sagen, sie sind ist schon ziemlich genrespeziell. :)

      Ja, vermutlich wird das so gesehen, seufz. Ein Hoch auf Nachworte?! ;)

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  2. Oft habe ich mir Vorworten ähnliche Probleme wie du und wünsche mir auch, dass sie lieber als Nachwort ins Buch integriert worden wären. Erfreulich war in dieser Hinsich das letzte Vorwort, das ich gelesen habe (zu "The Sound and the Fury"). Da wurde null gespoilert, trotzdem war es für das Lesen des Romans sehr hilfreich, ohne dass es die eigene Lesart beeinflusst hat. War auch nur 3 Seiten lang, aber eben als Hinführung an den Text perfekt.

    "Letztere habe ich gelesen - und dann gleich noch einmal gelesen: Ich wollte die Romandetails vor dem Hintergrund des Romanendes noch einmal aufnehmen" - Hier musste ich schmunzeln, weil es mir bei "The Sound and the Fury" ja jüngst genauso ging, dass ich nach der letzten Seite quasi direkt wieder von vorne angefangen habe (ich habe dabei allerdings vom Buch zum Hörbuch gewechselt). Bei manchen Büchern muss das einfach so sein, da will man mit den neu gewonnenen Wissen die Geschichte noch einmal erleben/durchforsten. Und meist lohnt sich das dann sehr. :-)

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    1. PS: Das Buch klingt sehr interessant - ich mag ja diese Last-Man-Geschichten. Vielleicht sollte ich es auch mal auf meine Leseliste setzen.

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    2. @Ariana
      Vielleicht gibt es das ebook demnächst ja mal wieder im Angebot, aktuell ist es ja ziemlich teuer.
      Kennst Du "I bin Legende" (ich kenne die geschriebene Geschichte nicht, nur den Film mit Will Smith, er mir Albträume wegen des Hundes (!) beschert hat)`?

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