Samstag, 28. Februar 2015

"Tents, Tortoises and Tailgates" by Scott Lillie

Es ist immer wieder interessant, wie man von einem Buch zum nächsten kommen kann. Ich hatte "Ein Sommer mit Wölfen" von Farley Mowat ausgelesen, in welchem ein Biologe einen Forschungsauftrag in der kanadischen Wildnis erhält (als Erlebnisbericht überzeugte mich das Buch nicht). Dann fiel mein Blick bei Amazon beim Stöbern auf  "Tents, Tortoises and Tailgates - My life as a wildlife biologist" by Scott Lillie. Da es gerade im Angebot für lau war (inzwischen wohl nicht mehr), griff ich einfach zu und begann auch direkt zu lesen.

Scott Lillie erklärt direkt in der Einleitung (die man auch als Leseprobe abrufen kann), dass er als sogenannter "field biologist" gearbeitet hat, also keiner der Spezialisten oder Biologen ist, die man morgens im Frühstücks-TV o.ä. sieht. Er und andere Biologen seiner Zunft arbeiten draußen im "Feld": Sie sind diejenigen, die Tiere regelmäßig beobachten und überwachen, ihnen in diesem Zusammenhang z.B. Chips einsetzen, die die Daten sammeln und auswerten.

In dem Buch erzählt Scott Lillie im Wesentlichen aus und über seine zehnjährige Arbeit in den USA, auch wenn er ein paar Mal außerhalb der Staaten war und bei diesen Gelegenheiten Tiere beobachtete oder z.B. bei Einsätzen von Kollegen freiwillig mithalf. Ich war in keiner Weise enttäuscht, dass der Autor nicht über afrikanisches oder südamerikanisches Wildleben in dem Buch erzählt. Es gibt "vor der Tür"selbst für mich als Laien erkennbar viel Interessantes zu sehen, bei mir vor Ort zu.B. hakenschlagende Feldhasen, Eichhörnchen, die an Hauswänden hochkraxeln oder eine verirrte Feldmaus. ;) Im Falle von Scott Lillie war es so, dass er in verschiedenen Staaten der USA tätig war. Er arbeitete im Wald, in Wüsten oder in Missouri, während der Winter in den Frühling überging mitsamt der damit verbundenen Witterungsbedingungen. Dabei traf er auf Schildkröten, Hirsche, Wespen (hier klang Lillie etwas wie Indiana Jones in Bezug auf Schlangen *schmunzel*) und noch einige weitere Tiere.

Das Buch besteht aus vielen kleinen Episoden und persönlichen Einblicken und gerade das hat mir sehr gut gefallen. Hier ging es nicht um ein Tier (wie in "Der Tiger") oder um eine Tierart (wie in "Der Sommer mit Wölfen"), es ging nicht mal ausschließlich um Tiere, sondern um die vielen kleinen Dinge, die Lillies Leben als Feldbiologe ausmachten. Das umfasst z.B. die Einweisung/dem Training für den Auftrag incl. Zweck des Auftrages, welche Methoden es zur Überwachung eines bestimmten Gebietes gibt, Begegnungen mit Tieren und Pflanzen (gewollt und ungewollt), Teamarbeit, Wetter- und andere Arbeitsbedingungen, invasive Flora oder den Wechsel zwischen monatelangem Leben in der Wildnis und der Stadt etc.

Obwohl das Buch mit 142 (Taschenbuch-Format-)Seiten relativ schmal ist, liefert der Autor, wie ich finde, erstaunlich viele interessante Einblicke in seine Arbeit und sein Leben (die übrigens auch authentisch klingen). Ich habe es vor der Lektüre geahnt und bin mir jetzt sicher: Für mich wäre Feldbiologin kein Job, zu sehr liebe ich die Bequemlichkeit meines Sofas und gefällt mir, dass ich z.B. nicht erst nach einer Schlange Ausschau halten muss, bevor ich mich hinsetze. ;)


Anmerkung zur Sprache
Bei diesem Buch kam ich häufiger mit dem (us-amerikanischen) Englisch an meine Grenzen und musste Worte nachschlagen, die regelmäßig einen Bezug zur Pflanzen- oder Tierwelt hatten und in meinem Englisch-Vokabular nicht vorkamen. :) Hier habe ich nicht nur die integrierte Wörterbuchfunktion meines ebook-readers weiter schätzen gelernt, sondern auch, dass ich bei Wlan-Nutzung aus dem Text heraus direkt auf die Wikipedia zugreifen konnte. Das war hilfreich und praktisch. ;)

Kommentare:

  1. Abgesehen von den sprachlichen Herausforderungen, klingt das Buch wirklich spannend! Ich mag solche "Alltagsbeschreibungen" von nicht so gewöhnlichen Arbeitsgebieten. :)

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    1. Ich habe mir über Feld-Biologen vorher nie Gedanken gemacht, Winterkatze, daher fand ich das auch total spannend .

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  2. Ich bin gerade bei einem Probemonat "Kindle unlimeted" und zufällig ist das Buch auch dabei. Mal sehen, vielleicht schaffe ich, in der Zeit zu lesen - interessant klingt es allemal!

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  3. Kindle unlimited hat mich bislang nicht so gereizt, Hermia, wie ist denn das Angebot an "Fremdverlag"-Titeln? Ich nutze ja Skoobe und finde dort zwar keine amazon-eigenen Titel u. auch z.B. nichts von Diogenes, aber heyne, blanvalet, goldmann, beck, überreuter, knaur, herder, etc. sind vertreten und es kommen sogar recht aktuelle Titel rein wie der "Wolfsschlucht" von A. Föhr aus Februar d.J.

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  4. Kindle unlimited lohnt sich meiner Meinung nach überhaupt nicht. Oder nur, wenn man viele Selfpublisher liest. Aus meiner Wunschliste stehen nur zwei Bücher drauf - dieses hier und dann "Frau Maier fischt im Trüben". Ich dachte mir eigentlich, nachdem das ganze schon etwas länger läuft, sei das Angebot auch besser, aber nix da.

    Naja, der Probemonat ist kostenlos, von daher nehme ich die zwei Bücher mit. Vielleicht auch noch ein bisschen was aus dem Romance Sektor, aber dann beende ich das ganze wieder.

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    1. Ah, ja, das deckt sich mit meinem Eindruck, Hermia. Ich habe heute aber auch gelesen, dass bestimmte Hörbucher mit in die unlimited-Ausleihe aufgenommen wurden, viell. findest Du im Testmonat ja dort etwas für Dich.

      Bei Skoobe ist es natürlich so, dass man ein Tablet oder zumindest ein Smartphone braucht; die App läuft auf einem normalen ebook-reader wie kindle ja nicht.

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