Freitag, 31. Oktober 2014

Freitagsfüller

Da ist er, der


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Ein Klick auf die untenstehende Bild könnte die Lesbarkeit meiner Antworten noch erhöhen :)



Montag, 27. Oktober 2014

für die Interessierten: noch einmal Printzugänge im Oktober








Blogger beschuldigen, die nächste Runde:
Dick Francis geht auf das gemeinsame Konto von Ariana u. der Winterkatze (Kommentarbereich)
"Öland" geht nur auf Winterkatzes Konto (Kommentarbereich) und
"Der viktorianische Vibrator" ist Kiya anzulasten.

Immer diese Verführungen *Händehochwirft*!

Sonntag, 26. Oktober 2014

Herbstlesen by Winterkatze #14

Ich habe überlegt, ob sich dieser Post heute überhaupt lohnt, schließlich starte ich erst jetzt. Aber schließlich ist es der letzte Herbstlese-Tag 2014 der Winterkatze ..

Heute Vormittag habe ich mich ja mit Kolleginnen zum Frühstück getroffen, das eigentlich eher Brunch-Charakter hatte. Wir waren in einer urigen Pension, die Frühstücksbuffett anbietet und letzteres war vorwiegend deftig, gut bürgerlich, d.h. neben Rührei mit Speck (oh ja, das habe ich natürlich mitgenommen, meine Arterien wollen auch feiern) gab es u.a. Sülz- u. Blutwurst und Tartar. Aber es fanden sich auch einige Schnitt- und Camembertkäsesorten, etwas Obst, geräucherter Fisch und sogar Auberginen u. gefüllte Weinblätter (was leider beides so recht nichts für mich war) u. natürlich Süßes - zum Abschluss wurde eine Hühnersuppe gereicht, die neben Huhn auch Grießnocken und Maultauschen enthielt. Sie war lecker, hätte aber noch besser geschmeckt, wenn sie richtig heiß gewesen wäre. Das Frühstück war insgesamt gut und wir haben einen schönen entspannten Vormittag verbracht.


Vor dem Frühstück hatte ich zwar etwas in "Die Verlassenen" gelesen, sodass ich inzwischen bei ca. 70 % des ebooks bin, aber hauptsächlich habe ich mich durch meinen Feedreader gelesen und kommentiert. Gerade habe ich noch den Flurdienst erledigt und dabei etwas "Wuthering Hights" gehört (ich bin gerade an der Stelle von Nellys Erzählung, als Heathcliff nach dreijähriger Abwesenheit wieder auftaucht). An die Stimmlage und Sprechart der Sprecherin Emma Messenger habe ich mich inzwischen gewöhnt. Ich werde allerdings gleich in den Lesesessel wandern und mir sowohl "The Clocks" als auch "Die Verlassenen" hinlegen. Mal sehen, wozu ich greife. :)

Es ist dann doch statt Poirot noch einmal "Die Verlassenen" geworden, weil ich wissen wollte, wie Tom Perrotta die Geschichte zu einem Abschluss bringt. Leider hat das Buch meine Erwartungen nicht erfüllt. Es las sich gut, keine Frage, aber ein emotionales Echo gab es bei mir nicht. Ich sage mal, es lief auf höfliches Interesse an dem Schicksal der Charaktere hinaus. Ich hatte bis zum Schluss auch das Gefühl, dass an der Geschichte etwas fehlt: bezüglich Nora, Laurie, einem Priester. Ich hatte auch erwartet, Details über wissenschaftliche Erforschung oder religiöse Anfeindungen, über die wirtschaftlichen Auswirkungen, möglicherweise auch Katastrophen, über die Politik innerstaatlich und global zu lesen, z.B. über Nachrichtensendungen, der Prolog und der eine Priester war mir da etwas zu wenig, die Kleinstadt dafür zu klein. Nun, das ist der Vorteil von Skoobe, ich konnte das Buch leihen und muss nicht ausgegebenes Geld bereuen. ;) Und außerdem hatte ich nette Lesegesellschaft - die erdet fast alles ;)



Ich muss mich noch mit der Winterzeit arrangieren - ich merke, dass es eigentlich schon neun ist und ich heute früh auch nach Sommer- und nicht nach Winterzeit aufgewacht und aufgestanden bin. Deswegen werd ich nachher mein Abendessen zu mir nehmen



und später noch etwas lesen - es wird dann endlich Poirot ;) -, aber diesen Beitrag nicht mehr aktualisieren. Dafür schaue ich noch bei Euch anderen Teilnehmern der Herbstlese-Aktion vorbei.

Liebe Winterkatze,
Du hattest eine großartige Idee Ende August und ich fand die gemeinsamen Herbstlese-Wochenenden im September und Oktober wunderbar. Sie waren für mich im Wesentlichen lesereich, sie waren anregend und voller Versuchungen (denen ich manchmal auch nicht widerstehen konnte), sie waren kommunikativ und entspannt. 
Danke!

Samstag, 25. Oktober 2014

Herbstlesen by Winterkatze #13

Hier ist es also, das letzte Herbstlese-Wochenende der Winterkatze in diesem Jahr. Es wird für mich ein paar kleinere (Wohnung, Flurdienst) und eine größere Unterbrechung (Frühstück mit meinen Kolleginnen morgen) haben, aber im Übrigen bin ich von Kopf bis Fuß auf Lesen eingestellt. Besonders, da ich in der Woche so gar nicht dazu gekommen bin. Hauptsächlich hatte das mit der Arbeit zu tun, einmal Überstunden bis halb acht und im Übrigen immer pünktlichen Feierabend, aber dafür war die Arbeit so intensiv, dass ich abends nur vor mich hin glubschte und z.B. die aufgenommenen Folgen "Orphan Black" schaute. Diese Serie ist ja spät abends am Dienstag auf ZDFNeo gestartet und es werden immer zwei Folgen auf deutsch ausgestrahlt. Ich kenne die erste Staffel auf englisch und es ist entspannend, die Teile jetzt auf deutsch sehen zu können. Wer die Serie noch nicht kennt - schaut Euch den Pilotfilm an und entscheidet selbst, ich finde die erste Staffel klasse, die Hauptdarstellerin ist sehr wandlungsfähig und im Übrigen mag ich Felix total gern. ;)

Aber genug vom TV.

Ich möchte an diesem Wochenende gern meinen aktuellen Poirot (The Clocks) beenden, mit dem ich ja auch unter der Woche nicht weitergekommen bin, und im Übrigen lasse ich mich etwas treiben. Auch zu was ich gleich greifen werde, ist mir noch nicht klar (auf englisch habe ich noch keine Lust), aber ich werde berichten. :) Erst einmal Frühstück:

Update 15.00 Uhr
Skoobe ist furchtbar! Sobald dort neue Bücher in den Katalog aufgenommen werden, MUSS ich sie durchsehen und ständig wächst dadurch meine dortige Merkliste. Heute Vormittag habe ich mir dort "Die Verlassenen" von Tom Perrotta aufgerufen und zu lesen begonnen. An einem Tag verschwinden urplötzlich ohne irgendeine Vorwarnung Millionen von Menschen; in dem Roman geht es darum, wie die Zurückgelassenen damit klar kommen. Ich habe inzwischen ca. 20 % des Romans gelesen und der Autor kreist bislang um die Geschichte von Laura und Kevin Garvey und ihren zwei Kindern - aus dieser Familie wurde zwar niemand "entrückt", aber dennoch sind sie alle mehr oder minder davon betroffen, was zu Verschwinden auf einer anderen Art und Weise führt. Das Buch wurde übrigens als Serie ("The Leftovers") adaptiert, die ich allerdings nicht kenne.

Gegen 13.00 Uhr habe ich das Buch dann aber weggelegt und bin ins Cafe gefahren, wo mir nach meinem Mittagessen dann B.J. Novak mit ein paar seiner Kurzgeschichten Gesellschaft geleistet hat. Dieses Mal konnte ich mit seinen Geschichten auch etwas anfangen, so erzählt z.B. ein Mann seine Seite der Geschichte mit dem Sexroboter, den er zurückgegeben hat, oder es wird eine pfiffige Version geschildert, wie man sich wirklich so gegenüber potentiell Beziehungsinteressierten darstellt, wie man wirklich ist (ein rotes T-Shirt spielt eine Rolle und taucht in einer anderen Kurzgeschichte auch wieder auf).

Jetzt werde ich erst einmal checken, ob die Heizung noch einen Anstupser meines Vermieters braucht (wie heute früh), da die Anlage unten trotz "Anforderung" von hier oben der Ansicht war, überhaupt keine Wärme in diese Wohnung schicken zu müssen. Mein Vermieter hat das mit dem "Testfahrknopf" gelöst, der von Schornsteinfegern offenbar beim Testen der Heizung aktiviert wird u. die Heizung sozusagen zwangsweise hochfährt. Jedenfalls habe ich das so verstanden. Danach wurde es oben auch warm. Allerdings ist der Raum und die Heizung jetzt, nachdem ich 2 1/2 Stunden außer Haus war, nicht warm ...

Update 19.00 Uhr
Tja... Also der Vermieter war vor 2,5 Stunden oben, hat hier alle Thermostate aufgedreht um zu schauen, ob die Heizung unten anspringt und nach ca. 20 Minuten wurden auch alle Zuläufe heiß. Ob er den Turboknopf gedrückt hat oder nicht, weiß ich allerdings nicht. Als ich begonnen habe, diese Update zu schreiben, war die Heizung meinem Eindruck nach nur am Abkühlen statt intervallartig zwischendurch aufzuheizen, aber ich habe gerade festgestellt (Merlin thront auf der Heizung), dass der Zulauf wieder warm wird (die Heizung stand die ganze Zeit auf 5). Ich werde mir das morgen weiter anschauen. Aber: Da mein Frühstück mit den Kolleginnen am Arbeitsort stattfindet und sich im Büro mein alter Heizlüfter befindet (das Büro des Juniorchefs wird auch nie richtig warm), werde ich mir diesen morgen mitnehmen, just in case. Ggf. war nämlich einfach mein Vermieter so nett (er denkt ja durchaus mit) und hat abends noch einmal die Heizungsanlage gecheckt u. vielleicht Test-Turboknopf noch einmal gedrückt, um nach dem Wochenende eine Fachfirma zu kontaktieren. Ich werde es merken; die Heizzeit ist ja da und er ist wie ich an Werktagen am Arbeiten. Wenn ich also am Montag in der Mittagspause in eine ausgekühlte Wohnung komme ... ;) Positiv gedacht: Lieber jetzt als bei Minusgraden!

Ich habe "Die Verlassenen" weitergelesen und bin ca. in der Mitte angelangt. Hauptpersonen sind weiterhin die Mitglieder der Familie Garvey, auch wenn ein, zwei weitere Personen hinzukommen, die aber eine Verbindung zur Familie haben. Das Buch lässt mich an "Ein plötzlicher Todesfall" von J.K. Rowling denken, ging es dort weniger um den Todesfall an sich, geht es hier auch weniger um die Entrückten. Es ist das emotionale Feedback und das soziale Geflecht um den/die Verschwundenen herum, von dem berichtet wird. Der Roman liest sich für mich zügig weg und ich bin interessiert daran, wie es mit den Charakteren weitergeht und wie der Autor das Romanende gestaltet.

Inzwischen habe ich mein Abendessen gemacht, es gibt einen Apfel-Avocado-Salat mit Pinienkernen (die Avocado musste weg), nur mit Zitronensaft und Kürbiskernöl abgeschmeckt, dazu etwas Ziegencamembert und Brot. Ich mag die experimentelle Mischung, lach.

Nachher schaue ich noch bei Euch vorbei, lese noch etwas und werde mir dann wohl die aktuelle Doctor-Who-Folge der 8. Staffel anschauen. Diesen Post werde ich auch nicht mehr aktualisieren, sondern mich morgen nach meiner Frühstücksverabredung mit einem neuen Beitrag melden. Wir lesen uns! :)


 (Lesegesellschaft am Nachmittag)

Dienstag, 21. Oktober 2014

"Darm mit Charme" von Giulia Enders

Soll das wirklich gehen? Kann mir wirklich auf charmante Art und Weise etwas über ein Organ erzählt werden, was ich eigentlich nur mit der Verdauung und der Entsorgung in Verbindung bringe. Und wird das nicht eklig?

Ich bin schon länger um das Buch "Darm mit Charme" von Giulia Enders herumgeschlichen. Immer wieder habe ich es in den Läden stehen oder liegen gesehen mit der lustigen Zeichnung und der aufmunternd schauenden Autorin auf dem Cover. Und vor rund einer Woche war es dann soweit. Ich habe endlich das Buch in die Hand genommen und aufgeschlagen. Gelandet bin ich dabei auf den Seiten 120 und 121 - auf der Textseite ging es (noch) um Ursachen/Vermeidung von Verstopfung (u.a. Verletzung eines stillen (Arbeits)Abkommens mit dem Darm, der Angst vor dem Plumpsklo und Verdauungsnirvana) und was es mit dem Schaukelhocken auf sich hat. Auf der anderen Seite war das Schaukelhocken auf der Toilette dann mit witzigen Zeichnung (die übrigens von der Schwester Jill der Autorin stammen) illustriert. Tja, das Buch wanderte über die Bezahltheke in meine Tasche. Und mit der Lektüre wurde daheim dann auch in der nächsten ruhigen Stunde begonnen.

Inzwischen hat mir Giulia Enders unglaublich viel Neues über den Dünn-, Blind- und Dickdarm erzählt, über die Speiseröhre und den Magen. Dabei geht es nicht nur um die Organe an sich und welche Aufgaben sie wie erfüllen - TOOORTEEEE - als Beispiel ;).

Vielmehr finden sich für mich als Laien in dem Buch auch sehr gut aufbereitet Informationen z.B. zum Nervensystem des Darms. Die ganzen Ausführungen zu der Darm-Hirn-Achse fand ich absolut faszinierend. Während die Informationen über Auge, Ohr, Nase und Haut ins Bewusstsein gelangen, führen die vom Darm-Nervensystem gesammelten Informationen zum Innenleben in das Unterbewusstsein; schon die eigentlich noch in den Kinderschuhen steckende Erforschung liefert vielversprechende Ergebnisse bzw. Arbeitstheorien: So können sich positiv auf den Darm wirkende Bakterien auf die Gefühls- und Schmerzverarbeitung auswirken.

Auch die Kapitel zu den Mikroben, Darmbakterien, Antibiotika und die Auswirkungen von Desinfektionsmitteln auf unser Befinden fand ich spannend, zumal die letztgenannten Punkte auch immer wieder Gegenstand von Gesundheitsnachrichten sind. Das Urinexperiment mit Ratten im Zusammenhang mit Toxoplasmen war übrigens nicht nur interessant, sondern auch etwas beunruhigend.

Um auf meine Eingangsüberlegungen zurück zu kommen: Ja, es funktioniert. Giulia Enders kann mir charmant nicht nur etwas, sondern sehr viel über das Darmrohr-  in dem es ein ganze Universum von Abläufen und Leben zu entdecken gibt - mit seinen verschiedenen Abschnitten und seinen Wechselwirkungen mit unseren anderen Organen erzählen. Manches davon fand ich ein kleines bisschen derb und dabei trotzdem unterhaltsam und sogar humorvoll - selbst die kleine Abhandlung über Kot.

Allerdings gab es zwei Dinge, die mir auffielen.
Der erste Punkt ist ein nicht übersetztes englisches Zitat auf S. 243. Da ich dies aber auch bei "Stand Up" thematisiere, will ich es auch hier anführen: Warum wird der Satz in einem deutschen Buch einer deutschen Autorin für den deutschen Markt nicht in Klammern oder in einer Fußnote übersetzt?
Der zweite Punkt ist Folgender: An einer Stelle geht es darum, wie das Vorhandensein von Darmbakterien sich darauf auswirken kann, ob man z. B. Asthma bekommt. Hier wird von der Autorin auch ein Experiment mit Mäusen wiedergegeben (zunächst wird die Entwicklung von Asthma provoziert, dann durch Bakterien u. Zellübertragung gemildert). In diesem Zusammenhang führt die Autorin auch aus, dass die Zellübertragung sicherlich einfacher ist als den Mäusen den Gebrauch winziger Asthma-Sprays näherbringen zu wollen.  Es ist nichts Neues, dass (Er-)Forschung auf Tiere zurückgreift und so gern ich es anders hätte, es gibt nicht immer einen anderen Weg. Vielleicht bin ich zu empfindlich, aber nachdem man die Krankheit erst verursacht hat stößt mir ein "Witz" über Mäuse mit witzigen Asthma-Sprays sauer auf. Ich finde den Nachsatz überflüssig und nicht charmant. Das Buch im Übrigen aber schon.

Sonntag, 19. Oktober 2014

Herbstlesen by Winterkatze #12

Sonntag - und er hat mich mit blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein geweckt. Da passte das Frühstück mit Frucht, Käse und Prosecco gut. Letzterer war ein Geschenk und ist mir leider deutlich zu trocken. Wie gut, dass ich noch Grenadine im Haus habe. ;)


Gelesen habe ich heute morgen noch nichts, sieht man einmal von den Feedreader-Beiträgen etc. ab. Diese kleine Zahlenspiel-App Numberama2 hatte mich vielmehr auch heute morgen etwas am Wickel und dann habe ich noch ein wenig an der Nachlese für "Darm mit Charme" geschrieben, nachdem blogger gestern ja solche Sperrenzchen machte. Heute scheint es aber wieder zu klappen, toi, toi, toi. Keine Ahnung warum, aber mir fällt gerade /wieder) ein, dass nächstes Wochenende die Uhr umgestellt wird, *seufz*.

Egal, jetzt werde ich mich in die Herbstleseaktion der Winterkatze stürzen und wohl mit "The Clocks" weitermachen, Vielleicht blättere ich später etwas in meinem neuen Feininger-Buch. Ich werde berichten. :)

Update 15.45 Uhr


So sieht es hier gerade aus - kurz waren die Augen auf, in denen ich die Frage lesen konnte, warum ich mich denn jetzt bitte schön aufsetzen und auch noch mit dem Computerteil herumspielen müsse, dann folgte Gähnen, die Augen gingen wieder zu und der Herr kuschelte sich erneut ein. :)

Wirklich viel gelesen habe ich immer noch nicht. Nachdem heute Vormittag mein Beitrag online gegangen war, kommentierte ich hier und dort, las Beiträge, kommentierte wieder und auf einmal war es halb eins und Zeit, mein Mittagessen zu machen (abends gibt es die Reste kalt als Salat *g*). Dazu habe ich aus der aktuellen Doctor Who Staffel dann "Kill the moon" geschaut - dramatisch und insofern toll, wissenschaftlich - ähm, nun, es ist keine klassische Science-fiction Serie. Ich habe über einiges hinweggesehen und -gehört, aber die Szene kurz nach Landung am Strand erschien mir so... so ... pittoresk und schön-sommerlich und passte so gar nicht zu dem Ereignis, was parallel stattfand bzw. was ihm auf der Erde vorausging. Aber nun. ;)

Danach habe ich nicht etwa zu Poirot gegriffen, sondern zu dem Austellungskatalog über Lyonel Feiningers Zeichnungen und Aquarelle aus der Nachlassschenkung William S. Liebermans an das Busch-Reisinger Museum. In dem Katalog ist also nur ein Teil von Feiningers Schaffen abgebildet, aber das stört mich nicht. Es sind vorrangig zeichnerischen "Notizen", die sich in der einen oder anderen Art in Feiningers Werken "wiederfinden". Ich finde aber gerade das recht spannend, solche Ausgangsbilder zu sehen, von denen einige mehr andere weniger einen skizzenhaften Charakter haben, so z.B. in Kohle und Tusche oder Aquarell. Viele seine zeichnerischen Notizen - nicht alle - sprechen mich an, seine schwarz-weiße Radrenn-Skizze gefällt mir in ihrer Dynamik mehr als das fertige farbige Gemälde. Sein Tusche-Ruderboot würde ich sofort aufhängen. Die Darstellung des Timmendorfer Strandes, in der die Menschen und die Ostsee unterhalb der Wolkenberge fast verschwinden und die sich durch Linien und Kanten statt weichen Kurven auszeichnet, finde ich auch spannend.

Ich denke, ich werde den Katalog noch zu Ende durchsehen. Was danach kommt - wer weiß. :)

Update 20.15 Uhr
Nicht unerwartet habe ich den Katalog bis zum Ende durchgeblättert, zwar gab es auch Erläuterungstexte dazu, aber wirklich "lesen" war es nicht - außer man zählt das Lesen von Bildern dazu. Wichtiger ist aber, dass ich mir den Katalog in Ruhe zu Gemüte führen konnte, Feininger hat herausfordernde, aber auch gefällige (und manchmal beide) Sachen gemacht.

Merlin und Marlowe sind inzwischen versorgt. Für mich gab es den Rest des Mittagessens und ich war bei medimops unterwegs, außerdem habe ich ein wenig in "The Clocks" weitergelesen und hatte dieses Mal meinen Clown bei mir. :)



Gleich werde ich noch eine Blogrunde drehen und mir dann wohl "Mummy on the Orientexpress" aus der aktuellen Doctor Who Staffel anmachen. Vielleicht komme ich noch dazu, später in der Koje ein paar Seiten zu lesen, aber updaten werde ich diesen Beitrag nicht mehr. Allerdings freue ich mich schon auf das nächste Wochenende, an dem es noch einmal Herbstlesen geben wird. Ich verabschiede mich auch heute wieder mit einem Abendhimmelbild - eine halbe Stunde später fing es kräftig an zu regnen. :)


Samstag, 18. Oktober 2014

ein paar Print-Zugänge

Im Oktober sind schon ein paar Bücher bei mir eingezogen.

Per Post trudelte ein



Zwar haben mich die Feyninger-Comicstrips nicht vollständig überzeugt (besonders die kleinen Kinder fand ich eher gruselig), aber sie haben mich auf seine Werke doch neugierig genug gemacht, um mir diesen Katalog zu bestellen. Kiyas Beiträge in der Herbstleseaktion tragen die Schuld an der gebrauchten Ausgabe der Geschichte der engl. Literatur und David Gutersons Kurzgeschichtenband wurde mir, glaube ich, beim Stöbern auf Amazon in der Rubrik "kauften auch..." angezeigt.

Mit meiner Freundin war ich während ihrer Besuchszeit in sechs verschiedenen Buchläden in drei Städten, wobei ich mir in jeder Stadt ein Buch gekauft habe:







"Darm mit Charme" habe ich inzwischen ausgelesen (wirklich gut). Aus dem Kurzgeschichtenband (schon wieder einer!) "Cornflakes mit Johnny Depp" habe ich bislang drei gelesen - ich weiß noch nicht, was ich von dem Erzähler halten soll. "Der Tag der roten Nase" habe ich mitgenommen, weil Finnland dieses Jahr Ehrengast der Buchmesse war. Ein paar Zeilen habe ich angelesen, aber noch nicht genug, um hier etwas dazu schreiben zu können. ;)

Herbstlesen by Winterkatze #11

Nachdem ich mein letztes Wochenende mit meiner lieben Freundin aus München verbracht habe, bin ich dieses Wochenende wieder bei Winterkatzes Herbstleseaktion dabei. Gelesen habe ich die Zeit auch, aber eher Eure Beiträge. Außerdem habe ich Bücher in, hm, sechs Buchläden in drei Städten zur Hand genommen, hineingelesen und in jeder Stadt auch, lach, ein Buch gekauft. Über die Woche hat mich "Darm mit Charme" von Giulia Enders begleitet und ich hoffe, dass ich dieses interessante und unterhaltsam geschriebene Buch heute auch beenden werde. Mit was es dann weitergeht, weiß ich noch nicht genau. Vielleicht mit "Der Tag der roten Nase", das ich gekauft habe, weil Finnland dieses Jahr Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse war. ;) Ich werde berichten. Jetzt gibt es erst einmal Frühstück.

Der Bio-Rewe-Sauerkirschaufstrich ist so etwas von lecker!

Update 16.15 Uhr: 
"Darm mit Charme" habe ich heute Vormittag beendet, Merlin leistete mir dabei Gesellschaft und tretelte einige Zeit auf meinem Bauch herum - während ich gerade ein spannendes Kapitel über Toxoplasmen las


Ich fand das Sachbuch richtig gut und überlege, ob ich noch eine Nachlese dazu schreibe. 

Später am Tag gab es zu Mittag Reste von gestern. Ich habe es bislang nicht geschafft, die "richtige" Menge Spaghetti abzumessen und zu kochen, irgendwie landen immer zu viele im Topf. ;)

Und noch später bin ich in mein Lieblingscafe gefahren, habe meinen Milchkaffee getrunken und mich dieses Mal hauptsächlich durch die Leseproben auf meinem ebook-reader gelesen. Dummerweise lasen sich alle gut an:
- "Das Mädchen ohne Maske" von Frances Hardinge (die deutsche Übersetzung von "Face like Glass") hat mich mehr als die engl. Leseprobe vor einiger Zeit mitgenommen, vielleicht weil ich die unterirdischen Tunnel des Käsemeisters mit den interessanten Lampen und Käsesorten einfach besser auf deutsch erkunden kann.
- "Wo ein bisschen Zeit ist" von Emil Ostrovski handelt von einem Teenager, dem an seinem Geburtstag von seiner Exfreundin mitgeteilt wird, dass sie gerade sein Kind entbindet und es danach zur Adoption freigeben will, was zu einem Roadtrip führt.
- "Die Meisen von Uusimaa singen nicht mehr" von Franz Friedrich scheint eine Art Episodenroman mit einem verbindenden Element zu sein, irgendwie mochte ich die Erzählart in der Leseprobe. Es ist kein Buch, bei dem ich "jetzt sofort kaufen" denke, aber ich behalte die Leseprobe. ;)
Im Cafe habe ich auch ein wenig in "Der Tag der roten Nase" von Mikko Rimminen heingelesen, aber erst so 13 Seiten. Ich weiß auch noch nicht, ob ich mit diesem Buch gleich weitermachen werde oder mir "The Clocks" von Christie greife. Oder etwas ganz anderes. :)

Update 22.45 Uhr
Zwischen meinem letzten Update und meinem Abendessen habe ich nicht in Büchern, sondern in den Posts der anderen Teilnehmerinnen gelesen, außerdem habe ich eine Nachlese geschrieben -und mich über Blogspot geärgert. Entweder war es ein regionales Serverproblem oder es wird im Hintergrund wieder irgendetwas geändert, was die Serverkapazitäten lahm legte, jedenfalls hatte ich einige Probleme mit dem Speichern von Beiträgen. Dann noch hier und dort etwas kommentieren, und schon war es Zeit, die MuMs zu versorgen und mich selbst auch. Von diesem riesigen Salatkopf


 habe ich ca. 8 Blatt für mein Abendessen weiterverarbeitet, es kam noch eine Tomate hinzu und der einsame Rest Gurke. Das Dressing habe ich aus Öl, Zitrone, hellem Balsamico-Essig, Salz, Pfeffer, Milch und Agavensaft zusammengerührt - ich mochte es. :)

Danach bin ich dann wieder in das Wohnzimmer umgezogen und habe zunächst etwas am Tablet mit Numberama2 herumgespielt, bevor es mit "The Clocks" von Agatha Christie in den Lesesessel ging, netterweise haben die MuMs mich dann gleich etwas bekuschelt.


Eine Stenografin wird telefonisch angefordert und findet am Auftragsort zwar nicht ihre Auftraggeberin, aber einen männlichen Toten. Merkwürdig dabei ist nicht nur, dass diese (blinde) Auftraggeberin erst kurz nach der Stenografin erscheint und überrascht ist: Sowohl von der Leiche, als auch von der Steografin. Letztere wurde nämlich nicht von ihr angefordert. Und was sollen nur diese merkwürdigen Fragen des Inspektors nach den Uhren? Schließlich hat sie nur zwei und nicht sechs, wie der Inspektor behauptet  ... Ich bin derzeit auf S. 87 und momentan ist von Poirot noch nichts zu sehen oder zu hören, aber Mrs Ariadne Oliver wurde erwähnt. Keine Ahnung, ob letztere auch in diesem Roman eine aktive Rolle spielt. Das muss ich erst noch erlesen - allerdings werde ich darüber heute nicht mehr berichten. Ich werde wohl alsbald in das Schlafzimmer umziehen und mich in meine Koje begeben.

Ich verabschiede mich mit einem Foto des heutigen Abendhimmels und wir lesen uns morgen wieder hier in diesem Theater. :) 

Donnerstag, 9. Oktober 2014

"Stand up" von Julia Korbik

Das Hotlist-Buch wurde von Hermia vorgestellt - und ihre Besprechung fand ich interessant genug, dass ich mir "Stand up" von Julia Korbik geordert habe.

Der Untertitel lautet "Feminismus für Anfänger und Fortgeschrittene" und will ein Wegweiser sein für alle, auch für harte Jungs. Und inhaltlich, finde ich, gelingt das:

Korbik gibt zunächst in Grundlagen einen Überblick, z.B. was Gender und Sex ist und Feminismus bedeutet,was Sexismus. Warum empfinden noch immer Menschen die Begriffe Feminismus, Feminist/in, als negativ?

Es geht weiter mit dem zweiten Teil Gleichberechtigung, in dem gesellschaftliche Punkte angesprochen werden, wobei neben Mutterschaft, Kunst und Gaming auch z.B. Pornografie oder Politik thematisiert werden. Julia Korbik präsentiert das  Geschlechterrollenverhalten und die Wahrnehmung von Mann und Frau in der Gesellschaft. Diese Punkte sind, was Korbik darlegt, stark miteinander verzahnt, was die Autorin (u.a.) im Themenbereich Biologie/Soziologie behandelt. Um es überspitzt zu sagen (diese Zusammenfassung stammt also von mir): Wenn (noch immer) auf Frauenseite vom Mann erwartet wird, dass er handwerkliche Arbeiten erledigt oder den Bezieungskontakt Kontakt initiiert, so ist es kein Wunder, dass genau dies dann auch in Werbung und Film und Serie wieder auftaucht und dort wieder der nächste Generation "vorgelebt" wird, was ein echter Mann und eine echte Frau ist, dass Frauen schlecht einparken und Männer schlecht zuöhren. Und so ergibt sich die (auch jeweilige Eigen-)Wahrnehmung der Frau und des Mannes.

Dass es anders gehen sollte, muss und geht, wird dann natürlich auch angeführt. Immer wieder kommen Menschen mit feministischen Überzeugungen zu Wort, ob sie sich nun als solche bezeichnen oder nicht, und zwar querbeet.  Ob Schauspieler/in, Sängerin, Politikerin, Blogger/in: Entweder werden sie mit einem Zitat und dem "feministischen Verdienst" präsentiert oder aber sie beantworten fünf ausgewählte Fragen zu Vorbildern, Schlüsselmomenten etc. Dabei ist das Buch sehr aktuell - Lady Gagas Fleischkleid kommt ebenso zur Sprache wie die Brüderle-Sexismus-Debatte 2013. Es gab einige neue Fakten für mich, auch in den grafisch aufbereiteten Statistiken, und Ansichten  für mich zu erlesen. Z.B. ist der Amerikanerin Anne-Marie Slaughter der Meinung, dass Pionierinnen in der Politik (wie Indira Gandhi, Margareth Thatcher und man kann auch Angela Merkel als erste deutsche Kanzlerin hier anführen) zunächst "wie Männer" sein mussten/müssen, um überhaupt Politik zu machen Nach ihrer Etablierung/Akzeptanz konnten sie - oder ihre Nachfolgerinnen - sich dann auch für Frauenrechte einzusetzen, weil sie sich selbst nicht mehr "als Männer" in ihrem politischen Amt verstellen müssten. Slaughter führt zB. Hillary Clinton, die als inzwischen 3. US-Außenministerin weniger den gesellschaftlichen Druck verspürte, als Frau etwas beweisen zu müssen - und so mehr Möglichkeiten habe, sich für Frauenthemen einzusetzen. Diese Ausführungen machen für mich Sinn, ich kann mich Julia Korbik daher nur anschließen, wenn sie schlussfolgernd sagt:

"Wir brauchen mehr Politikerinnen in hochrangigen Führungspositionen. Weil so längerfristig bessere Chancen bestehen, dass diese sich für die Interessen von Frauen einsetzen. Aber auch, weil es eine Frage der Gerechtigkeit ist. Hey, die Hälfte aller Deutschen sind Frauen! Da können wir ja wohl erwarten, dass diese in den demokratischen Institutionen angemessen vertreten sind." *

Dem vorstehenden Zitat kann man auch gleich den Ton des Buches entnehmen. Er ist modern, jung, schnoddrig. In die zusammengetragenen Fakten, die Julia Korbik, geboren 1988, aufbereitet, fließen auch immer wieder Eigenerfahrungen der Autorin ein und wird der Leser - insbesondere im letzten Kapitel - direkt angesprochen. Das funktioniert gut und ist offensichtlich einer jungen Zielgruppe geschuldet.

Nun soll sich das Buch ja an Anfänger wie Fortgeschritten richten. Diese gibt es nicht nur einer Altersgruppe um die 20. Ich würde mich jetzt zwar nicht als Anfängerin bezeichnen, falle aber mit fast 45 Jahren nicht in die Zielgruppe. Ich war, wie Hermia, neugierig. Und ich hoffe, es wird mehr geben, die das Buch aus Neugierde lesen, unabhängig davon, ob sie Anfänger/in oder Fortgeschrittene/r in Sachen Feminismus sind. Wie der Ton, die direkte Du-Anrede, die Sprache durch eine andere Generation wahrgenommen wird, kann ich nicht abschließend beurteilen; ich hatte mit ihr grundsätzlich kein Problem, auch wenn sie ab und an etwas flapsig wirkte.

Was mir auffiel - vermutlich ist Herr Schneider mit dem von mir vor kurzem gelesenen Buch "Speak German" verantwortlich für meine entsprechende Sensibilisierung verantwortlich -, ist der englische Sprachgebrauch dort, wo es nicht um übernommene Begriffe wie "gender" oder "rape culture" o.ä. geht (die im Glossar auch erläutert werden).  Ich kann ja die Griffigkeit des englischen Titels "Stand Up" oder Kapitelergänzungen ("Let's get down to Business, Baby") sehen und das Moderne, wenn die Autorin im laufenden Text "anyone?" einfließen lässt. Trotzdem fielen mir diese Dinge ebenso auf wie "<3 feminism" auf dem Buchschnitt oder englische - nicht übersetzte - Zitate, Schlagworte/Grafiken im Buch. Ich fühle mich der englischen Sprache hinreichend mächtig, um auch bei den - zugestanden wenigen - englischen Zitaten klar zu kommen. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass man dies nicht einfach bei einem/einer Leser/in voraussetzen sollte, wie es aber offenbar geschieht, besonders, wenn es ein deutsches Buch einer deutschen Autorin für den (zumindest zunächst) deutsprachigen Markt ist und eine Übersetzung ins Deutsche problemlos als Fußnote o.ä. geliefert werden könnte. Würde die Autorin eine andere Weltsprache wie Spanisch benutzen, wäre ich z.B. auch aufgeschmissen. ;)

Ein anderer Punkt, der mir durch den Kopf ging, ist, ob "harte Jungs", wie es so nett auf dem Klappentext hinten heißt, wohl wirklich zu dem Buch in dieser Aufmachung - die zweifellos ins Auge fällt - greifen und hineinschauen würden. Ich befürchte eher nicht. Schon das wäre bedauerlich (denn grundsätzlich wären die Texte und Ansichten auch für Männer interessant). Bedauerlich ist aber auch, dass im Vergleich zu Frauen sehr wenig Männer mit feministischen Ansichten in "Stand Up" zu Wort kommen, von denen es sicher einige gibt. Für einen Wegweiser betreffend Feminismus - im Ergebnis mit dem Ziel der Gleichberechtigung von Mann und Frau - "für Anfänger und Fortgeschrittene" und "für alle- auch für harte Jungs" ist das schade, da männliche Impuls-und Inspirationsgeber etwas fehlen. 

"Stand up" finde ich trotz meiner Anmerkungen ein lesenswertes und informatives Buch, dass sich mit den unterschiedlichsten Aspekten feministischer Fragen auseinandersetzt, weiterführende Literatur benennt, den Blick schärft und Tipps gibt.

*Quelle: "Stand Up" von Julia Korbik, S. 300, 1. Auflage, Rogner & Bernhard, ISBN: 978-3-95403-044-6

Montag, 6. Oktober 2014

"Wider Deinen Nächsten" von Hans Montag

Bereits am Samstagabend habe ich mir "Wider Deinen Nächsten" von Hans Montag auf meinen ebook-reader für lau geladen und im Bett mit dem Lesen begonnen. Ich war einfach neugierig darauf, was mir der Autor - der nach der Kurzbeschreibung ein genaues Leben in der DDR Anfang der 80er zeichnet, wobei im Mittelpunkt Luise, ihre Jugendliebe Martin und ihr Ehemann Karl stehen, der sich mit der Stasi einlässt, damit Luise die Jugendliebe vergisst - erzählen würde.

Ich gebe unumwunden zu, dass ich das ebook in vielen Teilen nur quergelesen habe. 

Und "Spoilerwarnung". Ich gehe gleich etwas mehr ins Detail -

Die Geschichte spielt 1983 im selbst zu DDR-Zeiten katholisch geprägten Eichsfeld. Luise ist Unterstufen-Lehrerin, die gläubig ist und zur katholischen Messe geht. Beim Sex (oder davor oder danach) darüber nachdenkt, dass sie ja weiß, dass er eigentlich nur dann keine Sünde ist, wenn er der Fortpflanzung dient (*seufz*) und sie ihrem Mann vielleicht jetzt den Sohn schenken kann, den er sich wünscht (*grmfp*). Ihrem Ehemann wird der Direktorposten im VEB angeboten - es stellt sich schnell heraus, dass dies nur durch seine Zusammenarbeit mit der Stasi möglich war, was er seiner Frau auch erzählt und was zu deutlichen Spannungen in der Ehe führt.

Luises und ihre Eltern haben früher bereits unter der Stasi gelitten, ihre Mutter lebt jetzt in der Sperrzone, sodass man immer eine Genehmigng braucht, um sie zu besuchen. Luises Bruder ist in den Westen geflohen, kommt aber ab und an zu Besuch. Luises und Karls Tochter Jessica kommt im Verlauf des Romans zur Schule, erhält aber zusaätzlich auch Religionsunterricht (und wird, wie im Roman angedeutet wird, wohl kein Pionier).

Diese Gesamtkombination kam mir so unwahrscheinlich vor.

Schon dass Luise in dem DDR-Staat überhaupt Lehrerin werden und so Einfluss auf die - aus Staatssicht - ideologisch zu beeinflussenden Kinder haben konnte, erscheint mir vor ihrem familiären Hintergrund merkwürdig. Dass sie nicht Parteimitglied ist, sondern in einer Kleinstadt zudem die katholische Kirche besucht, kommt nur noch hinzu. Dass ihrem Ehemann der Direktorenposten angeboten wird, kann man - aus Sicht der Stasi - noch irgendwie nachvollziehen. Aber sein Grund?! Er macht das, um seine Frau, mit der er schon Jahre offenbar glücklich zusammenlebt, zu beeindrucken und sie ihre Jugendliebe vergessen zu machen (die in einem Priesterseminar und gar nicht vor Ort ist)? Oookay - wirklich clever, dass er das macht, als die Ehe prima funktioniert und bevor sein "Rivale" überhaupt da ist. Hier hätte man sicherlich einen anderen Motivationsgrund für den "Erstkontakt" liefern können, der  noch nicht mal von Karl hätte ausgehen müssen bei dem familiären Hintergrund seiner Frau.

Auch die weitere Entwicklung mit der Mutter, den katholischen Grundsätzen zur Ehe, Luises und Karls Eheleben, dem Bruder etc. haben mich beim Lesen einfach nicht mitgerissen. Sprachlich und inhaltlich fiel mir auch sehr leicht, die Tischgespräche und Gedanken über die Jugendliebe, die Familie des Bruders etc. - die ich zu sehr ablenkend von dem eigentlich interessanteren Geschehen empfang - quer zu lesen und den Inhalt trotzdem zu erfassen. Wie z.B. die Fahrt an die Ostsee. Die Eheleute fahren mit ihrem Wartburg in den Sommerferien nach Prerow und können dort ein Haus eines Parteimitgliedes nutzen. Wenn sie zur Ostsee gehen oder einen Spaziergang auf dem Deich machen oder ins Restaurant "Blauer Hecht gehen, erscheint der Ort menschenleer. Dabei waren die Ostseebäder in den großen Sommerferien voll, viele Kinderferienlager, FDGB-Heime, regelmäßig gab es Versorgungsengpässe z.B. bei den Getränken. Im Roman merkt man hiervon nichts. Karl, Luise und Jessica bekommen sogar bei einem ersten - unangemeldeten - Besuch im  (von den Gästen sehr geschätzten, wie eine Anwohnerin sagt) "Blauen Hecht" sofort einen der vier (!) Tische und es gibt frisch gefangenen Zander. Was haben Luise und Karl doch für ein Glück ... (*erinnert sich an Schlangen vor diversen Fischrestaurants mit mehr als vier Tischen*).

Leider überzeugen mich auch die Charaktere nicht. Karls Motiviation habe ich ja oben schon angesprochen und vielleicht bin ich zu unromantisch oder hartherzig, dass dieses Motiv bei mir nicht griff. Luise ... ich habe mich regelmäßig über sie geärgert, was durchaus mit an ihrer Religion liegen kann, belassen wir es dabei. Die Jugendliebe? Ja, die taucht natürlich auch im Roman auf und sorry, auch hier gab es keine emotionale, sondern nur eine rationale Resonanz bei mir. Das Romanende empfand ich außerdem als zu bequem.

Ich finde ehrlich, dass die Ideen des Autors Potential hatten, aber das wurde nicht ausgeschöpft. Schade.

Sonntag, 5. Oktober 2014

Zwischendurch: Mückentötolin

Bei der heutigen Herbstleseaktion macht auch 1000Worte mit (klick) und sie hatte in der vergangenen Nacht mit Mücken zu kämpfen. Ich habe übrigens vom Freitag zu Samstag eine Mückenjagd in meiner Wohnung veranstaltet ...

Jedenfalls musste ich,als ich bei bei 1000Worte von ihrem persönlichen Mückentöter las, an Mückentötolin denken, meiner Meinung nach ein sehr witziger Sketch von Herricht und Preil, die zusammen eine Vielzahl von Sketchen gemacht haben. Hier kommt er (klick für Schauen auf youtube):


Herbstlesen by Winterkatze #10

Und schon wieder kommt mein Beitrag so spät online! :) Aufgestanden bin ich dabei heute schon um halb acht (nach einer erholsamen Nacht), nachdem mich erst meine schwarze Socke und dann auch noch mein Oreokeks wecktechnisch angeschnurrt haben. Mein Erstfrühstück bestand heute nur aus einem Tee, dabei habe ich "Wider Deinen Nächsten" von Hans Montag beendet (gestern für lau als ebook gekauft) - ich habe hauptsächlich quer gelesen: Basis und Entwicklung der Geschichte, angesiedelt 1983 in der DDR bei Zusammenspiel von Kirche, Stasi und Familie, fand ich nicht stimmig. In meinem ersten Entwurf des heutigen Herbstlesebeitrages hatte ich dazu so viel geschrieben, dass ich daraus kurzerhand eine Nachlese gemacht habe, die nächste Woche online geht. ;)

Zwischen Buchende und Beitragschreiben gab es bei mir aber auch ein richtiges, und heute deftiges, Frühstück.

Ich werde mir gleich mit einem neuen Tee - der trübe Himmel und das graue Wetter verlangen irgendwie nach Tee - wieder in das Wohnzimmer begeben und mir dort ein Buch greifen. Welches, das weiß ich noch nicht. Aber ich werde berichten. :)

Update 16.00 Uhr
Was die Wetterfront angeht: Keine Änderung, immer noch trüb. Tee hilft, Milchkaffee mit Keksen allerdings auch. :D

Nachdem ich meine Feed- und Blogrunde gedreht hatte, bin ich ein zunächst bei meinem Bubble-Game auf dem Tablet hängen geblieben. Das aktuelle Level spiele ich schon gefühlte Ewigkeiten, weil ich nicht weiterkomme (diese blöden Vereisungs- und Klebekugeln, die man nicht zerstören kann!). Jedenfalls habe ich mein Tablet in der Hand behalten und bin bei Skoobe über "DDR für Angeber" von Thomas Wieke gestolpert. Dabei handelt es sich im Grunde um eine Art Lexikon. Es gibt

- ein Sachlexikon (z.B. "Falten gehen" als Synonym für Wählen, weil man den Wahlzettel - ohne weitere Aktivitäten - faltete und einwarf; ich kannte diesen Begriff übrigens nicht)
- ein Personenlexikon (wo man z.B. Eisler, Honecker und auch Herrn Schöbel findet),
- Sprüche, Kampagnen und Parolen
- das Land, die Leute, das Leben, wo neben Planwirtschaft, Alkoholproduktion und -konsum auch etwas über Künstler oder Essen in der DDR zu finden ist. Wiekes Einleitungssatz zu Würzfleisch ist einfach herrlich, lach, - ich vermute, er stimmt: "Neben der Soljanka eines der typischen DDR-Gerichte, deren voller Genuss nur einem in der DDR kulinarisch sozialisierten Menschen möglich ist.”  (aus "DDR für Angeber" von Thomas Wieke, Bassermann Verlag/Random House GmbH 2007, eISBN 978-3-641-01877-1).
- ein Volk von Mitgliedern (Parteien etc.)
- der Wessi und der Ossi (ich fand es witzig)
- ein Quiz :)
und einen kleinen historischen Anhang.
Das Büchlein hatte für mich durchaus Informations-, hauptsächlich aber Auffrischungs- und Unterhaltungswert (z.B.  Delikat-Läden und Forumschecks, die Familie als kleinste Zelle der Gesellschaft, die aberwitzige Planpolitik etc.), was auch damit zu tun hat, dass die Informationen nicht staubtrocken präsentiert wurden. ;)

Und nun? Vielleicht greife ich ja zu einem Poirot? Ich werde berichten. ;)

Update 19.30 Uhr
Nein, es ist nicht Poirot geworden, sondern ich bin dem Tablet und Skoobe treu geblieben. Bekanntlich habe ich ja nicht genügend ungelesene Bücher auf meinem SuB, weshalb ich mir welche ausleihen muss... Ich habe in "Die Achse meiner Welt" von Dani Atkins hineingelesen und bin hängen geblieben. Aktuell bin ich bei vielleicht 35 oder 40 % des Romans, so genau kann ich das bei Skoobe mit den veränderlichen ebook-Seitenzahlen nicht sagen. ;) Jedenfalls ist die Protagonistin Rachel gerade im Krankenhaus aufgewacht und sieht sich - aus ihrer Sicht - mit einer veränderten Umwelt konfrontiert. Die Geschichte bislang ist nicht sehr fordernd und liest sich recht flott weg.

Trotzdem werde ich sie wohl jetzt weglegen, denn gleich gibt es Abendessen, dann will ich mir noch die letzte Doctor Who Folge anschauen (die ich gestern doch nicht gesehen habe). Kombiniert mit einer Blogrunde und Katzen bespaßen zeichnet sich dann auch bald das Aufsuchen der Koje ab. ;) Auch falls ich dann noch etwas im Bett lesen sollte, werde ich diesen Beitrag nicht mehr updaten.

Nächstes Wochenende ist die Münchenerin hier bei mir zu Besuch und meine Teilnahme an der kommenden Wochenend-Herbstleseaktion wird sich aller Voraussicht nach auf Lesen Eurer Beiträge beschränken. :) Am 15.10. bin ich dann wieder dabei. Bis dahin wünsch ich Euch eine tolle Lesezeit!

Samstag, 4. Oktober 2014

Herbstlesen by Winterkatze #9

Heute bin ich etwas später mit dem Einstellen meines Beitrages, was zwei Gründe hat: Ich habe bis um halb neun geschlafen (mit nur zwei kurzen Unterbrechungen), was nach über einer Woche mit sehr unruhigem Schlaf (ab vier oder halb fünf habe ich regelmäßig nur noch gedöst und habe jede halbe Stunde auf die Uhr geschaut) einfach nur schön war. Ich bin auch noch bis kurz nach 09.00 Uhr im Bett geblieben und dann ging der Samstag "weiter". :)

Inzwischen habe ich gefrühstückt und mich mit dem zweiten Teil von  "The Comic Strip Art of Lyonel Feininger" beschäftigt. Dort geht um den kleinen Wee Willie Winkie, der mit großen Augen die Landschaft um sich herum erkundet. Die Strips erschienen 1906 und 1907 in der Chicago Sunday Tribune und im Gegensatz zu den Kin-Der-Kids-Geschichten gibt es hier keine Sprechblsen (und keine Gespräche), vielmehr findet sich nur ein beschreibender Text. Und ich mag die fantasievolle Welt, Feininger für Wee Willie Winkie geschaffen hat (die Gesichtszeichnung des Kindes finde ich aber wieder - da zu erwachsen - eher gruselig): Zum Beispiel sieht er Wind, der größere Bäume und einen kleinen Schößling bewegt und nimmt die Szenerie wahr, als würde der Schößling tanzen und die großen Bäume wippen mit. Eine Wolke entwickelt sich zu einer Tante und eine Windmühle kann abends schon mal versuchen, es dem tadelnden Mond recht zu machen. ;)

Während ich meinen Milchkaffee trank, habe ich dann noch etwas weiter in "Stand Up" gelesen, wo es gerade um Politikerinnen, ihre Wahrnehmung durch die Presse, und darum geht, dass wir mehr Politikerinnen in hochrangigen Führungspositionen benötigen, schon allein deshalb, weil die Hälfte der Deutschen Frauen sind und sich dies auf der Regierungsebene nicht wiederspiegelt.

Und dann wurde ich von meinen beiden Helden abgelenkt und inzwischen ist es fast Mittag und ich muss mir langsam Straßenklamotten anziehen, weil ich später ins Samocca will und noch dann auch noch etwas einkaufen muss.

Update 19.30 Uhr
Huch, es ist ja schon halb acht!

Mein Einkauf heute Nachmittag gestaltete sich, was die Menschen angeht, problemlos. Ich hatte nur mehrere Kommunikationsprobleme mit dem Pfandflaschen-Automaten, grummel. Lange geärgert hat mich das aber nicht angesichts meiner heutigen Samocca-Time: Kaffee, Mittag und ein wenig in "Alles andere als ein Kinderspiel" von Yishai Sarid hineingelesen. Es geht um eine Kindergärtnerin in Tel Aviv, die sich in den Vater eines Schützlings verguckt. Außerdem ist gerade der Besitzer des Grundstückes verstorben, auf dem der Kindergarten steht und welches inzwischen in einem der begehrtesten Gegend der Stadt liegt). 

Die Frage, was ich nachmittags nach dem Einkauf auf dem Balkon lese, hat dann Marlowe beantwortet, der sich spontan auf "Alles andere als ein Kinderspiel" legte, sodass ich zu "Stand Up" griff. Das Ergebnis war, dass ich das Buch heute ausgelesen habe. Zwischenzeitlich habe ich dazu auch eine Nachlese geschrieben (deswegen ist es wohl auch schon überraschenderweise halb acht), die in der nächsten Woche online geht.  Zwischenzeitlich durfte ich dann auch noch feststellen, dass - wie gestern befürchtet - es auf den Fenstern Streifen gab. Seufz, bevor es selbstreinigende Fensterscheiben gibt, werden wohl Kraftfelder statt Fensterscheiben eingesetzt. Aber könnten man nicht wenigstens etwas produzieren, dass immer streifenfreie Fenster bei der Reinigung ergibt, egal, ob Sonne oder Regen?! Nun ja.

Die MuMs erzählen mir schon die ganze Zeit, wie hungrig sie doch sind, also werde ich mich jetzt um sie kümmern. Dann könnte ich mir auch noch etwas Abendbrot machen. Und dann werde ich auch bei den anderen Mitleserinnen vorbeischauen, was dort so passiert ist. Ob ich dann noch einmal zu "Alles andere als ein Kinderspiel" greife oder die aktuelle Doctor Who-Folge (Kill the moon) schaue, werde ich noch entscheiden. ;)

Ich denke, diesen Beitrag werde ich heute nicht mehr fortführen, sondern morgen frisch beginnen. Wir lesen uns spätestens dann hier wieder in diesem Theater. :)

 (weitere Balkonlesegesellschaft)
(Mir geht noch immer das Herz über, wenn die beiden so miteinander umgehen 
und insbesondere Merlin Marlowe putzt).

Freitag, 3. Oktober 2014

Herbstlesen by Winterkatze - Bonustag 03.10.2014

Heute ist der Tag der Deutschen Einheit, was nicht nur Feiertag und - in diesem Jahr - verlängertes Wochenende in Deutschland bedeutet, sondern auch 24 Jahre Deutsche Einheit und (fast) 25 Jahre, seit die Mauer im November 1989 fiel. Aus heutiger Sicht kann ich mir kaum noch vorstellen, wie mein Leben ohne die deutsche Einheit verlaufen wäre, wie sich die DDR als Staat ggf. entwickelt hätte. Ich wärewohl kaum hier in NRW und würde wohl auch nicht in meinem Job arbeiten. Ich hätte vermutlich auch einen Großteil meiner heutigen Freunde nicht kennengelernt (außer, sie wären in die DDR umgesiedelt, was eher unwahrscheinlich ist). Ich bin froh über die größeren Freiheiten und Chancen, die sich mir heute im vereinten Deutschland bieten. Und ja, ich habe (n)ostalgische Gefühle in Bezug auf meine Kinder- und Jugendzeit in der damaligen DDR in "meinem" Dorf an der Ostseeküste, die ich als glücklich empfinde. Ich erinnere mich mit Wärme an die großen langen Ferien im Sommer, die Kinderferienlager, an private Gäste aus Naumburg - die Zugschaffner waren und aus Polen oder der damaligen UdSSR Süßigkeiten für mich mitbrachten. Ich erinnere mich an den Ranzen meines Bruders, den ich "auftrug" und an den Schulgartenunterricht (ich glaube ja, dass dieser für mich die Gartenarbeit verdorben hat *g*) und Skiabfahrten von dem ach so hohen Deich. Meine Erinnerungen sind allerdings auch mit "Ja, aber" verbunden, wie z.B.: Ja, aber denke an das MfS, an die Überwachungen, Verfolgungen. Oder, ja, aber denk mal an die Menschen, denen wegen ihrer Nichtzugehörigkeit zur FDJ und/oder Zugehörigkeit zur Kirche beruflich Steine in den Weg gelegt wurden. Ja, aber vergiss nicht den grausigen Grenz"schutz".
Ich habe überwiegend schöne Erinnerungen an meine Kinder- und Jugendzeit in der damaligen DDR und sie sind mir wichtig - diese "Ja, aber" sind es ebenfalls. Sie erden mich z.B., falls sich mein Erinnerungsbild zu sehr verklärt. Das ist wichtig und das ist gut so.

Und eigentlich wollte ich gar nicht so viel hierzu schreiben, schließlich soll es in diesem Post doch um das Herbstlesen gehen. Die WInterkatze und ich haben nämlich gedacht, wir starten schon heute in das Oktober-Herbstlese-Wochenende


Ich fange erst einmal mit dem Comic von Lyonel Feininger an, der schon gefühlt ewig und drei Tage auf meinem SuB liegt. Über den Namen bin ich vor Jahren  - nach der Wende ;) - zufällig gestolpert, als ich in Ribnitz-Damgarten (Mecklenburg-Vorpommern) war, wo ich u.a. eine Bernstein-Schmuckmanufaktur besichtigt habe. Damals bin ich auch über den Namen dieses deutsch-amerikanischen Künstlers gestolpert, der auch Zeichnungen von Ribnitz fertigt. "Mein" Comicbuch beinhaltet nur seine Comic-Veröffentlichungen in der Chicago Sunday Tribune, aber es gibt diesen Deutschland-Bezug und der passt heute. ;)


Update 15.30 Uhr
Ich halte es heute etwas wie Kiya - Nach rund 25 Seiten und dem Ende der Kin-Der-Kids-Strips habe ich den Feininger-Comic ersteinmal weggelegt. Was ich an Zeichnungen von z.B. Booten von Feininger bislang - im Netz - gesehen habe unterscheidet sich deutlich von seinen Comiczeichnungen. Ich empfinde seine Kin-Der-Kids zeichnerisch ziemlich gruselig und verstörend, der Storybogen - die Kids gehen in einer Badewanne auf Tour und werden von ihrer Tante (incl. Rizinus-Öl) mehr oder weniger verfolgt - reißt mich nicht vom Hocker. Ich denke, dass dies mit der Entstehungszeit der Strips (1906) und Referenzen/Humor zusammenhängt, die ich nicht entschlüsseln kann, sodass für mich nur Zeichnung und Story als solche bleibt. :/
Jedenfalls habe ich dann erst einmal in Korbiks "Stand Up" etwas weitergelesen und habe ca. 2/3 geschafft. Den schnoddrigen humorvollen Unterton der Autorin mag ich grundsätzlich. Sie geht auf die Entwicklung des Feminismus ein, welche - groben - Unterteilungen und Ansichten es gibt. Es gibt Graphiken, Kurzinfos von und über Feministinnen und Feministen, Vorstellungen von Blogs, Autorinnen, Büchern etc. und widmet sich verschiedenen Themen wie u.a. Gender und Geschlecht, Prostitution, Mutter werden bzw. sein in Deutschland etc.

Allerdings hat mich dann doch "Kinderland" von Mawil angelacht und ich habe den Comic aus seiner Folie befreit und verfolge jetzt die auszugsweise die Erlebnisse des Thälmann-Pioniers Mirko mit Hang zu Büchern (er liest u.a. "Detektiv Pinky" *schmunzel*) daheim oder z.B. in der Schule - incl. des Kampfes um eine Tischtennisplatte - der mir ebenso bekannt vorkommt (wir hatten zwar keine auf dem Schulplatz, aber auf dem "Spielplatz" gab es auch nur zwei) wie das Tafelwerk-Buch. Aktuell ist Mirko auf Klassenfahrt. Das Gepöbel manch älterer Schüler kommt dabei genauso auf das Tapet wie das Gebalze zwischen den Geschlechtern. Und in der Klasse fehlt seit den Ferien eine Schülerin und sie wird wohl auch nicht wieder kommen ...

Mawils Zeichenstil ist - gerade was die Gesichtsphysiognomie der Kinder angeht - ein wenig eigenwillig. Manchmal musste ich an Schweinsnasen denken ... Aber sie haben dennoch irgendwie Charme; die Figurenzeichnung im Übrigen und die Settings finde ich sehr gelungen, in bzw. mit ihnen wird das Wesentliche erfasst und transportiert und die Geschichte auch ohne Worte erzählt.

Ich hatte bereits einige "Ja"-Erlebnisse: Manche Dinge ändern sich im Ablauf oder von den Gefühl her nicht wirklich, ob man nun in der DDR 1989 in der 6. Klasse war oder 1982 ("Ich melde, die Klasse 7a ist zum Unterricht bereit" und anderes). Und an einer Stelle dachte ich nur. "Wah, so ein Teil hatte ich auch, ich erinnere mich, wie ich in diesem Spiel diese blöden Eier bis zum Abwinken eingesammelt habe!" lach. (im Foto: Marlowe :) und ein Teil von S. 20 aus Mawils "Kinderland"  - Reprodukt ISBN9783943143904, 1. Aufl.)

Ich bin mir noch nicht sicher, womit ich jetzt zur Kaffeezeit (der Milchkaffee wartet hier schon) weitermachen werde. Dazu gibt es später einfach noch etwas zu lesen. ;)

Update 20.30 Uhr
Einen Comic - "Kinderland" - und zwei Waschmaschinenladungen sowie 1x Fensterputzen später sitze ich in meinem Wohnzimmer und überlege, ob ich jetzt noch etwas "Stand Up" oder den Feininger Comic oder etwas anderes lese - oder vielleicht noch ein wenig fern sehe. "Kinderland" hat mir sehr gut gefallen; der Comic passt sehr schön zum heutigen Tag, hat Erinnerungen nicht nur an die Schulzeit im Allgemeinen und im Besonderen hoch gebracht, sondern mich auch daran denken lassen, wie ich 1989 von Güstrow aus mit einer Bekannten nach Berlin gefahren und von dort nach Westberlin rübergegangen bin, und später in einem überfüllten Zug zurückfuhr. Es war eine Reizüberflutung, viel mehr ist mir von diesem Trip nicht in Erinnerung geblieben. ;) Über die eigenwillige Zeichnung der Kindergesichter habe ich ja schon früher etwas gesagt, aber mal davon abgesehen: Ich empfand die Geschichte(n) sehr dynamisch und mitziehend, die Sprache sehr lebendig und auch die Figurenzeichnung - wortwörtlich und übertragen - gelungen.

Da ich nicht weiß, ob und ggf. was ich heute noch lese, wird dies mein letztes Update heute sein. Morgen berichte ich in einem neuen Post weiter - ich plane jedenfalls, "Stand Up" dieses Wochenende zu beenden. Mal sehen. ;)