Dienstag, 22. Juli 2014

Fotos von den MuMs - wird doch mal wieder Zeit, oder? :)

Hier sind die Helden mal wieder. Die Fotos wurden mit meinem neuen Handy aufgenommen und regelmäßig mit Instagram-Filter bearbeitet.

 (ohne Bearbeitung
 (ohne Bearbeitung)

(Merlin on top of Marlowe on top of me)

 
(vergangenen Samstag auf dem Balkon, Marlowe in Flirtlaune)





Sonntag, 20. Juli 2014

"Der Mieter" von Roland Topor (audio)

Okay, das war seltsam, manchmal eklig.
Und surreal.

Aber von Anfang an.

"Der Mieter" von Roland Topor erzählt von dem Angestellten Trelkovsky, der in Paris eine Wohnung sucht. Offenbar ist das in Paris in der Zeit, in welcher der Roman spielt, ein echtes Problem und Drama. Von einem Bekannten erfährt er dann, dass gerade ein kleine Wohnung  freigeworden ist. Die Mieterin habe nämlich einen Selbstmordversuch unternommen und liege mit schweren Verletzungen im Krankenhaus. Es ist unwahrscheinlich, dass sie je in die Wohnung zurückkehren wir.  Trelkovsky begibt sich in das Haus zum dort lebenden Vermieter und nach einigem Hin und Her erhält er die Wohnung. Trelkovsky besucht Simone auch noch einmal im Krankenhaus, bevor diese verstirbt, kann aber mit ihr kein Wort wechseln. Sein Glück, eine Wohnung gefunden zu haben, wird jedoch alsbald getrübt. Die Nachbarn beschweren sich über die Lautstärke der Einweihungsfeier, das Möbelrücken etc. Mehr und mehr fühlt sich Trelkovsky von den Nachbarn überwacht, schikaniert, bedroht, obwohl er sich kaum noch in der Wohnung bewegt. Hinzu kommt Trelkovskys Interesse für die verstorbene Simone. Oder wurde auch letzteres nur von den Nachbarn induziert?

Es ist nur Jens Wawrzeck zu verdanken, dass ich das Hörbuch beendet habe. Denn gerade den Anfang der Geschichte mit den Schleimereien Trelkovskys fand ich nicht so interessant oder faszinierend. Mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit hätte ich die Geschichte früh ad acta gelegt, wenn, ja wenn nicht  Jens Wawrzeck mit seiner charakteristischen Stimme gelesen hätte. Es war noch nicht einmal so, dass er am Anfang exzessiv betont gelesen oder "agiert" hätte (das steigerte sich besonders zum Ende hin und das - dank des Sprechers - machte das Geschehen sehr präsent). Nach meinem Empfinden liest er Passagen fast nüchtern, distanziert, als würde Trelkovsky sich von außen betrachten und analysieren.

Jedenfalls blieb ich am Ball  und erlebte, wie Trelkovsky versuchte, in dem Mietshaus "Fuß" zu fassen und "dazu" zu gehören. Ich verfolgte einerseits, wie die verstorbene Simone Faszination auf ihn ausübte - im Cafe oder seine Freude, wenn er entdeckte, dass ihr Geschmack übereinstimmte. Und ich erfuhr andererseits von seinen Problemen mit den Nachbarn. Ist es das, wir heute Mobbing nennen? Entwickelt Trelkovsky paranoide Züge? Falls ja, weshalb? Was ist mit den Nachbarn, was ist mit Trelkovsky? Ihr mehr wissen wollt, dann greift zum Buch oder der Hörbuchumsetzung.  Ich will an dieser Stelle nicht detaillierter auf die Geschehnisse eingehen, weil sie in ihrer Komplexität zu Spoilern führen würden.

Ich denke, es ist eine Geschichte, die - falls man sie beendet - auf jeden Fall etwas im Leser/Hörer provoziert. Unbeeindruckt geht wohl niemand von der Geschichte fort. Sie wurde übrigens kurz nach Erscheinen von Roman Polanski (mit sich in der Hauptrolle) verfilmt. Den Film kenne ich allerdings nicht und kann jetzt nicht sage, wie werkgetreu er ist.



Samstag, 19. Juli 2014

Zugänge und Gelesenes/Gehörtes

Ungefähr Monatsmitte? Okay, dann zeige ich Euch heute die bisherigen Julizugänge. Sie sind irgendwie ... nun, schaut selbst:



Meine Hercule-Poirot-Phase ist offensichtlich noch nicht vorbei. :) Gelesen habe ich von den Zugängen übrigens sämtliche auf dem zweiten Bild abgelichteten Bände.

Auch mit  "(Mis)understandig Photography" habe ich mich schon beschäftigt. Letzteres war ein Katalog zu einer noch bis August 2014 laufenden Ausstellung über die Geschichte der Fotografie des Folkwang Museums. Er ist auch grundsätzlich interessant: Künstler die zur Ausstellung beitrugen (bzw. beitragen, sie läuft noch bis August 2014) kommen textlich zu Wort, ihre Arbeiten werden gezeigt. Leider sind die von mir erhofften Themen in dieser Form jedoch nicht dabei, sondern es geht um, hm, thematischen Beschäftigung mit der Geschichte der Fotografie: Arbeiten mit ursprünglichen Materialien und Papier, eigene Neuinterpretation/Nachgestaltung klassischer Fotografien, analoges Arbeiten, Nachspüren der Laienfotografie etc. Die Interessen, Ansätze und Interpretationen sind dabei so verschieden wie die Künstler. Nach der Inhaltsangabe hatte ich aber etwas anderes erwartet, nämlich einen Blick verschiedener Fotografen auf die Wahrnehmung der Fotografie als Kunst bzw. der Ergebnisse der Fotografie durch den Betrachter: Wie nimmt der Betrachter das Werk da im Verhältnis zur beabsichtigten Aussage, will (kann) der Künstler diese Perspektive überhaupt einnehmen, "spielt" er mit Erwartungen des Betrachters? Provoziert er Missverständnisse, will er sie auflösen etc...  Diese meine Erwartung wurde allerdings nicht erfüllt. ;)

Zu den Poirot-Büchern:
"Cards on the table" hinterließ mich zwiespältig. Den Plot fand ich interessant, Mrs Oliver reizend, aber Poirot musste sich mit zu vielen anderen ermittlenden Personen den Raum teilen (für mich), die Autorin spoilert einen ihrer eigenen Romane in diesem Buch und dann sind da noch Poirots Anmerkungen zur Selbstjustiz hier und sein Verhalten in einem anderen Fall ...

"Death in the Clouds" mochte ich, einige falsche Fährten habe ich vermieden, nur um der Autorin doch wieder "auf den Leim zu gehen".

"Three Act Tragedy" brachte ein Wiedersehen mit Mr Satterthwaite, auf das ich persönlich auch hätte verzichten können - viel lieber hätte ich mehr von Poirot in diesem Roman gelesen, musste aber im Grunde bis zum dritten Akt warten. Das ist auch mein größter Kritikpunkt, die Story fand ich ganz nett.

"Lord Edgware Dies" mochte ich sehr, nicht nur wegen des Plots, sondern weil Hastings und Poirot wieder interessante Gespräche hatten, z.B. über Zeugen.

"Murder on the Orient Express" ist solch ein Klassiker. Trübt das  vielleicht meinen Blick auf den Roman? Selbst wenn - für mich ist die Plotkonstruktion toll und auch noch als relativ zeitnaher reRead im englischen Original fesselnd. Die Filmadaption mit David Suchet ist übrigens vom Ton her deutlich anders, sehr dunkel. Von dem im Roman aufblitzenden Humor ist fast gar nichts mehr zu finden. Dennoch: Die Umsetzung erforscht etwas, dass in diesem Roman zwar so nicht auftaucht, aber zumindest in einem anderen ("Cards ..." ) thematisiert wird.

"Peril at House Ends" (noch ein Juni-Zugang) habe ich auch im Juli gelesen und auch war ich sehr angetan von dem Plot und war wie wild am herumrätseln. Ich habe auch etwas vor Poirot erkannt - nur konnte ich daraus sozusagen keinen Honig ziehen, weil ich diesen Aspekt nicht mit den anderen Dingen richtig verknüpfen konnte. ;)

Und in dem Poirot-Kurzgeschichtensammelband lese ich auch peu a peu weiter. ;)

Außerdem habe ich diesen Monat auch noch "Die Unsterblichkeit der Henrietta Lacks" ausgelesen, eine Leihgabe von Hermia (vielen Dank!), eine interessante Lektüre über die seit Jahrzehnten in der medizinischen Forschung genutzten HeLa-Zellen, die der Patientin Henrietta Lacks ohne ihr Wissen entnommen und verwertet wurden. Das Buch beschäftigt sich mit dem Leben Henriettas, dem ihrer Kinder und den HeLa-Zellen.

Dann war da noch das Buch "The Art of Recording Audio Books" by Barbara Rosenblat, für mich ein interessanter kurzer Blick hinter die Kulissen der Hörbuchproduktion (Nachlese: klick).

Und ich habe "Der Mieter" von Roland Topor, gelesen von Jens Wawrzeckgehört, eine Leihgabe von Ariana (vielen Dank). Ich will dazu eigentlich noch einen Nachklang schreiben, mal schauen, ob ich das schaffe. ;) Und hier ist der Nach-Klang (klick).

Außerdem im Juli beendet habe ich "Emma im Knopfland" von Ulrike Rylance, gelesen von Fritzi Haberlandt, und ich habe mich ganz wunderbar von diesem Kinderbuch unterhalten gefühlt, in dem Emma in dem Knopfzimmer ihrer Verwandten urplötzlich ins Knopfland transportiert wird und dort mithilfe von ein paar Knöpfen und Nichtknöpfen versucht, wieder "groß" zu werden und in ihre Welt zurückzukommen. Fritzi Haberlandt liest die Charaktere ganz bezaubernd.


Ach ja, Gesellschaft hatte ich beim Lesen übrigens auch regelmäßig. :)



Samstag, 12. Juli 2014

"Audiobook Narrator: The Art of Recording Audio Books" by Barbara Rosenblat

Merkwürdig, wie man manchmal zu seiner Lektüre kommt: In meinem Feedreader bin ich letztens in einem Beitrag über die Serie "orange is the new black" (die ich nicht kenne) über den Namen einer der dortigen Schauspielerinnen gestolpert: Barbara Rosenblat. Frau Rosenblat ist mir als Sprecherin von Hörbüchern ein Begriff, insbesondere habe ich ihr mit Begeisterung als Sprecherin der "Amelia-Peabody-Reihe" im engl. Original gelauscht.

Aufgrund des Beitrages und des Besuchs ihrer Webseite  (klick) fand ich heraus, dass sie ein ebook "Audiobook Narrator: The Art of Recording Audio Books" verfasst hat.

Mein Interesse war geweckt, auch wenn ich keine Karriere als Hörbuchsprecherin anstrebe. Der Preis des ebooks mit geschätzt 78 Seiten war mir allerdings zu hoch (aktuell 7,40 EUR). Allerdings hatte ich die Möglichkeit, das ebook auszuleihen - und so bin ich im Verlauf der letzten Woche  Hercule etwas untreu geworden und habe immer wieder in Barbara Rosenblats Ratgeber gelesen.

Auf dieser goodreads-Seite (klick, und dort unter "more") findet Ihr eine Auswahl aus den 39 Fragen, auf die Barbara Rosenblat im ebook eingeht. Die Fragen -und auch ein paar der Antworten - erinnerten mich etwas an die Kategorie "FAQ" auf manchen Webseiten. Nun, die Autorin führt im Vorwort auch aus, dass es Fragen sind, die ihr während eines 2,5 Stunden Seminars gestellt wurden - wer detaillierte Anweisungen zur Hörbuchproduktion oder Studio-Equipment erhalten möchte, der möge dieses Buch nicht kaufen (man sich eine ebook-Leseprobe schicken lassen kann, dürfte der potentielle Käufer wohl entsprechend gewarnt sein).

Dafür, dass das ebook kurz und die Antworten (zwangsläufig) regelmäßig überschaubar waren, fand ich eine erstaunliche Fülle an Informationen und die Lektüre interessant:

Ich habe mich nie mit der Frage beschäftigt, wie man ein professioneller Hörbuchsprecher wird oder ob meine Vorlese-Fähigkeiten mich in irgendeiner Weise hierfür qualifizieren würden (ich denke nicht). Meine Perspektive war bislang "kundengeprägt":  Mag ich dem Hörbuchsprecher, Stimme, seiner Interpretation, seiner Atmung (für mich in der Tat wesentlich: Hörproben, in denen ich den Sprecher bei normaler Lesung deutlich atmen höre, packe ich wieder weg, so z.B. Otto Sanders Lesung von "Der Hundertjährige, der durch ein Fenster ..." )? Ich habe in letzter Zeit mehrfach festgestellt, dass ich bei Hörbüchern ungeduldiger bin als bei Büchern. Während ich letzteren noch Zeit und ggf. eine neuerliche Chance gebe, breche ich Hörbücher ab, wenn mir der Sprecher nicht zusagt. So geschehen mit Gerd Anthoff  bei "Tod auf dem Nil" (ich glaube, es waren keine 10 Minuten) oder bei Peter Simonischek mit "Alexis Sorbas" (im zweien Track, glaube ich).

An einer Stelle erklärt die Autorin in ihrem Buch, dass Hörer manchmal keine 15 Minuten warten, um sich auf eine fremde (Hörbuch-)Stimme einzulassen.  ist natürlich keine in Stein gemeißelte Regel, aber wie schon erwähnt: Ich bin deutlich ungeduldiger bei Hörbüchern und will mich nicht stundenlang mit einem Sprecher herumquälen, wenn ich die Zeit angenehmer verbringen und mir das Hörbuch vielleicht sogar auch mit einem  Künstler suchen kann.

Es wird erkennbar, wie sehr es Barbara Rosenblat motiviert, dass sie den Hörer mit ihrer Stimme auf eine Reise mitnehmen kann, wie aufregend sie es findet,  mit dieser Kunst regelrecht zu verführen. Das muss auch etwas sein, was einen Hörbuchsprecher antreibt. Denn nach dem, was ich dem Buch entnehmen, es ist ein anstrengender Job, die Vorbereitung, das "Schauspielern" (nicht nur sprechen), nuanciert zu lesen, ein Tempo zu finden (bei Kinderhörbücher, die zusammen mit Printversionen erscheinen, ist es z.B. wichtig, dem Kind und ggf. einem Elternteil Zeit für Bilder etc. zu lassen). Die Bezahlung liegt zwischen "nothing and a lot of money". Die Bezahlung ist natürlich davon abhängig, wie gut (und bekannt) man ist, aber auch vom Studio, ob man Mitglied einer Gewerkschaft ist - oder ob z.B. der Autor einen bestimmten Sprecher ausdrücklich wünscht etc. Für Anfänger dürfte es zwangsläufig schwierig sein. z.B. weil sie noch keine Studioerfahrung haben. Hier verweist Frau Rosenblat auf das Programm "talking books for the blind", wo man vielleicht nicht bezahlt ist, aber Erfahrungen im Studio sammeln kann. Barbara Rosenblat geht im ebook auch auf  technische Aspekte ein - Heimstudio/Verlagsstudio, Raumklang etc. -, darauf, dass man sein eigenes "Werkzeug", seine Stärken kennen sollte. Sie gibt Tipps zum Erstellen von Demobändern und wo man Informationen über den Hörbuchmarkt und Studios etc. herbekommt. Interessant fand ich auch die Verweise auf  Audio-Datenbanken im Internet (z.B. für die Dialektrecherche).

Beim Lesen dieses kleinen Buches wurde für mich ganz deutlich, dass Barbara Rosenblat ihre Arbeit als Hörbuchsprecherin spannend  findet und mag. Das überrascht mich allerdings nicht: Ich denke nicht, dass man Hörbücher so sprechen/einlesen kann, wie sie es tut, wenn man nicht mit Freunde dabei ist.

Ein guter Hörbuchsprecher - ach, der englische Begriff  "voice artist" ist meiner Ansicht nach so viel passender! - hebt das Buch auf eine andere höhere Ebene. Ein Hörer, der das Buch bereits kennt, entdeckt vielleicht eines ganz Neues im Text oder seine Phantasie wird auf eine andere Weise angeregt, ein Charakter erscheint deutlicher oder man sieht Handlungsbögen in intensiverem Licht. Das finde ich als Hörerin natürlich großartig und ich  bin jedes Mal glücklich, wenn ich für mich einen solchen "voice artist" finde. Barbara Rosenblat gehört für mich dazu, Stepen Fry, David Nathan, Andreas Fröhlich, Oliver Rohrbeck um nur einige zu nennen. Deswegen an dieser Stelle einfach mal ein großes Danke an die Hörbuchsprecher und -sprecherinnen, die voice artists, dieser Welt und die unterstützenden Techniker, Regisseure und Produzenten - denn auch deren Rolle ist, z.B. wegen der Aufnahme von "Ton-Lesezeichen" für den Sprecher, nicht zu unterschätzen. ;)

Samstag, 5. Juli 2014

Höreindruck: "Booktaker" by Bill Pronzini - audio

Der Protagonist und Ich-Erzähler in "Booktaker" von Bill Pronzini ist ein namenloser Privatermittler. Er hat zu Beginn der Story ein neues Büro, liebt pulp, also hardboiled-detective-stories, und ist heilfroh, dass ein Antiquar (also keine blonde mysteriöse Frau) ihm einen Job anträgt. So muss unser PI wenigstens nicht die Wände anstarren und sich langweilen, bis er seine Freundin, die in ihrem Schreibjob Überstunden machen muss, wiedersehen kann. Aus dem riesigen Buchladen seines neuen Kunden wurden wertvolle Bücher und Drucke gestohlen trotz diverser Sicherungsmaßnahmen. Also wird der PI als weitere Hilfe eingestellt und nimmt seine Ermittlungen auf. 

Ich habe bislang keine klassischen hardboiled-Krimis gelesen und kann daher nicht sagen, wie "nahe" Bill Prozini ihnen mit seiner Serie um den namenlosen Detektiv kommt . Und von Bill Pronzini hatte ich vor Download dieses audible-free-books auch noch nichts gehört. ;) Entspricht diese Geschichte den klassischen Mustern von hardboiled-detective-stories? Keine Ahnung, aber sie entspricht jedenfalls meiner vagen Vorstellung von diesem Genre wegen der Stimmung in der Story, den dort auftauchenden Namen und Referenzen (als kleine Nebeninformation: Wie ich bei einer späteren Recherche im Internet erfahren habe, hat Bill Pronzini bis 2013 in dieser Serie 42 Romane geschrieben (neben anderen Romanen, Kurzgeschichten etc.). "The Booktaker" war in der Wiki nicht separat gelistet, es dürfte sich also um eine Kurzgeschichte handeln, die in einer Sammlung erschienen ist).

An den Sprecher Nick Sullivan und sein breites amerikanisches Englisch musste ich mich erst gewöhnen; er variiert stimmlich und im Dialekt, um seine Freundin und der übrigen Beteiligten zu interpretieren, was für mich recht gut funktionierte - okay, es ist selten überzeugend, wenn ein männlicher Sprecher versucht, einen weiblichen Charakter durch Anhebung der Stimme etc. darzustellen. ;)


Ich fand "Booktaker" incl. Auflösung jedenfalls ganz unterhaltsam und den namenlosen Detektiv, ja, sympathisch.

Freitag, 4. Juli 2014

Christie-Mania

Was Anfang des Jahres 2014 unschuldig mit dem Hören einiger vereinzelter Agatha-Chrstie-Miss-Marple-Hörbucher begann - die Autorin war mir ja über die Jahre immer wieder von Sayuri und auch der Winterkatze ans Herz gelegt worden -, setzte sich im Mai schon etwas verstärkt durch das Lesen von (damals im Angebot befindlicher) deutscher ebooks fort. Dabei machte ich die Bekanntschaft von Hercule Poirot. Da ich die deutschen ebooks nicht als das Gelbe vom Ei empfang und die Winterkatze auch schon auf Probleme im Zusammenhang mit der Übersetzung von Christie-Romanen hingewiesen hat, griff ich dann zu meinem ersten engl. Christie-Buch: "They mysterious Affair of Styles", und zwar - da günstiger - als ebook.


Und dies führte dann - ohne dass ich richtig mitbekam, wie mir geschah - im Juni zu einer intensiven Agatha-Christie-Buchankauf- und Lesephase (und nicht nur das, aber dazu gleich mehr). Da ich mit Christies Englisch prima klar kam und mir (wie schon vorher "Mord im Orientexpress" und "Tod auf dem Nil", jeweils in deutsch gelesen) die Umsetzung des Krimis gefiel - und ich einen Narren an Poirot gefressen hatte - orderte ich die print-Taschenbücher von HarperCollins. Diese Romane wollte ich schon im Regal und nicht nur auf dem ebookreader haben. Im Juni landeten daher diese 6 Print-Romane und die Kurzgeschichtensammlung bei mir.

Von diesem obigen Stapel habe ich übrigens im Juni nur "Peril at End House" nicht gelesen. Und auch die Kurzgeschichtensammlung habe ich nicht geschafft (nur ca. 100 Seiten von ca. 800).

Agatha Christie - Gehörtes: 
"Das Böse unter der Sonne" - gelesen von Jürgen Tarrach. Ich habe mich besonders zu Beginn des Hörbuches köstlich amüsiert (und überlegte, ob die Autorin auch Mr Oscar Wilde mochte). Poirot schlich sich weiter in mein Herz und Jürgen Tarrach kam auf meine Merkliste toller Sprecher.

Agatha Christie - Gelesenes

- "The mysterious Affair of Styles"
Die Erzählperspektive - aus Hastings Sicht - war hier für mich neu und irritierte mich etwas, da Hasting ja Vergangenes erzählt, dennoch seine - später nicht zwangsläufig bestätigten - Empfindungen und Wahrnehmungen einfließen lässt. Lustig, dass mir das hier so auffiel, dabei ist diese Erzählart ja nun wirklich nicht unüblich. *g* Poirot mochte ich auch hier, er wirkte sensibel auf mich.

- "The Murder of Roger Akroyd"
Wer den Roman nicht kennt: Lesen! Ich werde hier nichts weiter zu dem Geschehen schreiben. ;) Genial.

- "The ABC-Murders"
Der Roman funktionierte für mich nicht ganz, obwohl ich einiges in dem Roman mochte: die Gespräche bzw. Darstellung von Poirot u. Hastings zum Hineinversetzen in den Täter, die Reflektion versus Action. Mein "Problem" lag darin, dass durch die Fall-Konstellation Poirot auf mich ein paar Mal wie ein weiterer Polizist wirkte, der an dem Fall mitarbeiten und an Konferenzen teilnehmen muss ...

- "The big Four"
Dieser Roman wirkte episodenhaft und funktionierte für mich auch nicht wirklich. Ich wurde an Bond-Verfilmungen und Irene Adler erinnert. Ich meine, gelesen zu haben, dass der Roman auch tatsächlich aus mehreren Kurzgeschichten kombiniert wurde - vielleicht hätte ich die Einzelgeschichten besser gefunden. Hastings hätte ich mehrfach an den Ohren ziehen können!

- The Mystery of the blue Train"
Mir persönlich war etwas zu wenig Poirot in diesem Roman enthalten, auch wenn er viele interessante Frauencharaktere (Katherine Grey aus St. Mary Mead, die Antiquitätentochter Zia oder Dexton, Katherines Cousine) hatte.

- "Black Coffee"
Ich habe erst bei Erhalt des Buches registriert, dass dies die Romanfassung eines gleichnamigen Theaterstückes von Agatha Christie ist. Letzteres würde ich auf Dauer auch gern mal lesen, denn ich hatte das Gefühl, dass Charles Osborne manchmal "Anweisungen" der Autorin im Theaterstück (wer wo steht und was gerade tut; ich gehe davon aus, dass so etwas im fraglichen Theaterstück zu finden ist) zu sklavisch umgesetzt hat. Ein Teil der Lösung erschien mir vertraut. Und hier fand ich das Klassenbewusstsein und die Xenophobie - in einer Frau - besonders auffällig.

Wie vorhin schon erwähnt, blieb es nicht beim Ankauf von Christie-Büchern.

Ich wollte nämlich gern auch Verfilmungen der von mir gelesenen bzw. gehörten Poirot-Romane sehen. Über OnlineTvRecorder konnte ich "Mord im Orientexpress" mit Albert Finney und "Tod auf dem Nil" mit Peter Ustinov (jeweils auf deutsch gelesen) laden sowie die BBC-TV-Version von "The mysterious Affair of Styles" mit David Suchet. Und sobald David Suchet das erste Mal auf dem Bildschirm erschien und sprach wusste ich, dass dies für mich und meine Geldbörse ein gefährlicher Mann war. Er hatte zwar keine grünen Augen, aber er wurde für mich sozusagen sofort zu Poirot. Als ich dann auch noch "Evil under the sun" mit ihm sah, war es völlig um mich geschehen.

Ich schaute mich bei amazon.co.uk um und sah, dass ich die komplette Serie für rund 80 Pfund in UK bekommen würde. Für alle 70 Episoden und ein paar Extras fand ich den Preis nicht überhöht und griff zu. Ich schaue jetzt regelmäßig immer wieder eine Folge, sobald ich einen Roman gelesen habe. ;) Lustigerweise höre ich inzwischen auch Suchets Poirots Stimme, wenn ich einen Poirot Roman lese. *g*

Und nur falls Ihr Euch sorgen macht, dass ich ja nur noch "Peril at House Ends" und ein paar (*räusper*) Kurzgeschichten habe - Nachschub ist geordert ... *g*

Donnerstag, 3. Juli 2014

Mix- Zu- und Abgänge ;)

Es ist ja momentan wieder etwas ruhiger hier auf dem Blog: Ich schiebe es spontan auf die Arbeit (immer eine gute Idee), die bei mir derzeit zwar nicht zu einer Lese- oder Hörflaute führt, aber zu ausgeprägter Schreibunlust.

Also dachte ich mir, ich zeige (bzw. nenne) Euch mal meine Juni-Zugänge und erzähle kurz, was ich im Juni gelesen und gehört habe. Vielleicht entwickelt sich daraus ja tatsächlich eine Wochen- oder 2-Wochen-Routine (*blickt zur Winterkatze*).

Tja, und während ich den Post vorbereite merke ich, dass er wegen einer Autorin explodieren würde. Daher gibt es jetzt den, hm, "gemixten" Teil. ;), der Rest folgt in einem separaten Post.

Zugänge:  

Da wäre zum einen "Die Göttliche - Sarah Bernhardt" von Robert Gottlieb (noch verschweißt, wie Ihr seht). Hermia ist Schuld daran, dass es diesen Zugang bei mir gibt. Sie hatte aus dem LSD Steidl Verlag auf ihrem Blog zwei Bücher (klick und klick) besprochen und brachte mich dazu, mich dort auch einmal umzusehen. Das Buch hat Sachbuch-Challenge-Potential, ich muss nur Zeit finden. ;)

Die anderen drei Bücher habe ich auf einem Bücherflohmarkt gefunden und fand die jeweiligen Klappentexte interessant genug, um sie mitzunehmen:

- Ein Pianist bricht ein Konzert abrupt ab und wie wirkt sich das auf das Leben z.B. der Konzertbesucher aus?
- die Geschichte eines jungen Filmvorführers in Bombay
- eine in der Toskana spielende Nachbarschaftsbeziehung, in der offenbar auch Fernet Branca eine Rolle spielt).

Außerdem habe ich im Juni noch das ebook-Angebot "Der 13. Brief" von Lucie Klaassen (für lau) geladen, einen (NRW-)Regionalkrimi. Und als digitales audiobook landete bei mir im Juni u.a. "Der schwarze Mönch" von Anton Tschechov.

A) Gemixtes gehört
- Ich fange mal gleich mit Herrn Tschechov an: Mit "Der schwarze Mönche" konnte ich recht nichts anfangen (gelesen wurde es gut). Vielleicht hatte ich nicht die notwendige "Ruhe" für diese Kurzgeschichte, in welcher der Protagonist Kowrin zunächst (nach meinem Empfinden) fiebrig (oder high?) himmelhochjauchzend halluziniert, dann durch Behandlung gesund wird und an der Normalität (oder Realität?) scheitert.

- "Der Prinzessinnenmörder" von Andreas Föhr hat mich einen wesentlichen Teil meiner Autofahrt nach und von München zurück begleitet, eine von Michael Schwarzmeier gelesene gekürzte Hörbuchumsetzung des Romans. Es ist der erste Teil der Wallner-und-Kreuthner-Regionalkrimi-Reihe und mich hat er sehr gut unterhalten. Herr Schwarzmeier liest für meine Ohren gut (nur bei den Niedersachsen überzeugte er mich  nicht hunderprozentig) und nuanciert. Die Krimigeschichte fand ich stimmig und die Ermittlungsabläufe - ach, der Kreuthner ;) - nachvollziehbar und für mich als Laien realistisch.

- "Die Wahrheit und andere Lügen" von Sascha Arango habe ich auf der Rückfahrt von München begonnen und peu á peu bei den Fahrten zur Arbeit und zurück zu Ende gehört. Der hochstaplerische Schriftsteller mit dem Geliebtenproblem war recht interessant (Höreindruck - klick).

-  "Kitchen" von Banana Yoshimoto
Mir fällt dazu nur nett ein, nette Geschichte, nett anzuhören ...

- "Mimi Rutherford - 6 Hörspiele"
Oh je. Ich fand die Hörspiele von "nicht besonders" bis hin zu schlecht, was zum Teil an der Story lag, häufig aber auch mit der Art und Weise, wie die Sprecher ihre Rollen angelegt haben (Singsang, pathethisch, einschläfernd). Dass ich alle Hörspiele durchgehört habe, hatte mit der Hoffnung zu tun, es würde ein besseres dabei sein - aber nein.

- "Kurt Vonnegut Stories", gelesen u.a. von Harry Rowohlt
Ich durfte mir eine Auswahl von vier Stories anhören, z.B. über einen eigenwilligen Kühlschrankverkäufer, dann über einen Beamten, einen Erfinder und dann noch einen Spielzeugeisenbahn-Fan und ... nun, nett. Vielleicht muss man Vonnegut im Original lesen? Mich konnte jedenfalls keine dieser vier Stories überzeugen, mehr von Kurt Vonnegut zu lesen. Und Harry Rowohlt hat eine nette Stimme, aber ich wünschte, er würde sich innerhalb einer Story entscheiden, ob er beim amerikanischen Akzent bleibt oder nicht ..

- "Booktaker" von Bill Pronzini,
Das war eine relativ kurze Krimigeschichte,  Höreindruck (klick)

B) Gemixtes gelesen

- "Das Wetter vor 15 Jahren" von Wolf Haas
fand ich trotz ein paar sich ziehender Passagen unterhaltsam; teilweise habe ich laut aufgelaucht: z.B. über die so tiefsinningen Verknüpfungen der weiblichen Interviewerin und ihr Auffinden diverser Metapher im Zusammenspiel mit den Reaktionen des (fiktiven) Autors. Die Erzählform - Interview - der Geschichte ist ungewöhnlich, ich fand es gut zu lesen - und durch die Form wurde der Literaturbetrieb vorgeführt. 

- "Shakespeare on Toast" by Ben Crystal
versucht dem Leser die engl.-Original-Shakespeare-Texte näher zu bringen und für mich gab es in der Tat einiges zu entdecken, insbesondere aufgrund der vom Barden genutzten "Technik" bzw. durch Veränderung der Perspektive (Theater). (Nach-Lese - klick)


Höreindruck: "Die Warheit und andere Lügen" von Sascha Arango (audio)


In "Die Wahrheit und andere Lügen" von Sascha Arango geht es um Henry Heiden, einen erfolgreichen Schriftsteller, verheiratet, wohlhabend. Henry ist außerdem ein Hochstapler. Und dann wird seine Geliebte von ihm schwanger; er mag doch keine Kinder. Er müsste die Geschichte dann wohl auch seiner Frau erzählen. Aber wie viel soll er ihr erzählen. Alles? Etwas? Gar nichts? Wenn seiner Geliebten nun etwas zustöße ...


Am Anfang war ich etwas verwirrt, als es darum geht, was Henry seiner Frau erzählen will bzw. erzählt. Vielleicht war ich wegen der Autofahrt ein wenig unaufmerksam und die Verwirrung rührte daher, aber möglicherweise lag es auch nicht an mir. Falls Ihr den Roman bzw. das Hörbuch kennt: Wie erging es Euch am Anfang?

Jedenfalls musste ich mich erst etwas einhören, nicht nur in Sascha Arangos Erzählstil, sondern auch in Axel Milbergs Lesart, mit der ich am Anfang etwas Probleme hatte.  Je mehr aber Henrys Gedanken und sein "Weg" vor mir ausgebreitet wurden, desto mehr und mehr lernte ich Axel Milbergs Lesart zu schätzen, in der manchmal Arroganz zu hören war, aber auch eineArt Nonchalance - recht interessant im Zusammenhang mit Henrys Charakter.

Dennoch war ich mit der Erzählweise nicht immer glücklich. Persönlich hätte ich mir z.B. gewünscht, dass es sich bei den "Erläuterungen" des Erzählers, gerichtet an den Leser/Hörer, um Henrys Überlegungen  gehandelt hätte. Ich empfand die Hinwendung zum Leser eher als Bruch, der mich aus der Geschichte holte (in diesem Zusammenhang: Spricht der Autor an einer Stelle tatsächlich von der Sonne als Planet? Ich habe das Hörbuch nicht zurückgespult.)

Mit Henry Heiden hat der Autor, wie ich finde, eine interessante Figur geschaffen, charismatisch, egoistisch, skrupellos, nonchalant, in der Lage, sich in andere hineinzuversetzen ... Sein Umgang mit den Menschen, seine instinktiv-schnellen Aktionen und die sich daraus ergebenden Resultate fand ich wirklich faszinierend.

Auch wenn mich die Story nicht zu 100 % überzeugte, sie fesselte mich nach dem Einhören. Und das Ende passt für mich.