Sonntag, 27. April 2014

ontour im Frühjahr 2014 - Teil 2 Zingst

Meine Freundin und ich kennen Zingst aus früheren Tagen; ich war das letzte Mal 2008 dort. Da wir durch das Auto meiner Freundin mobil waren und sich Zingst in relativer Nähe zu Stralsund befindet, haben wir uns am Urlaubssamstag nach einem geruhsamen und ausgiebigen Frühstück auf den Weg gemacht. Wie gut ich mich an die Windflüchter zwischen Pruchten und Bresewitz erinnerte.


Die erste Überraschung war die Meiningenbrücke, die inzwischen gesperrt ist, dafür gab es eine neue Pontonbrücke.
 

 Wir erinnerten uns an früher: Falls man nicht gerade über Klockenhagen, Wustrow, Ahrenshoop (von Rostock kommend) auf die Halbinsel fuhr, durfte man regelmäßig am Meiningenstrom an der Ampel stehen. Ganz früher, als es nur die alte einspurige Brücke gab, staute sich dieser Verkehr dann gern  bis Pruchten (morgendliche Anreise der Urlauber) bzw. kurz vor Zingst (abendliche Rückfahrt der Urlauber). Erst die spätere Pontonbrücke brachte verkehrstechnisch Erleichterung, allerdings war auch diese einspurig (und im Winter nicht im Betrieb). Jetzt lag vor uns also eine zweispurige Brücke ohne Ampel. Prima! Eine "richtige" neue Brücke ist geplant und soll gebaut werden; ich hoffe sehr, dass Zingst wieder einen Anschluss an die Bahn erhält und die Brücke entsprechend ausgebaut wird! Weitere Informationen findet Ihr übrigens hier in der Wiki (klick) .

Zingst hat sich früher verändert, Zingst verändert sich noch. Es wurde und wird gebaut. So wurde inzwischen auch auf der anderen Seite der Strandstraße direkt vor dem Deich am Übergang mit der Seebrücke der Hotelkomplex "Steigenberger" erweitert. Die Jordanstraße, die vom Kreisel zur Kreuzung Richtung Zingst-Zentrum führt, ist allerdings immer noch schmal und in Saisonzeiten mit Fußgängern, Fahrradfahrern, Autos, Tretmobilen etc. bestimmt verstopft. Meine Freundin und ich haben uns in der Nähe des Postplatzes einen Parkplatz gesucht und mussten erst einmal Hartgeld einwechseln, weil der Automat weder wechselte noch einen Schein nahm. Clever - besonders in der Saison kann ich mir vorstellen (und wurde mir vom Inhaber des Geschäfts, wo ich mein Geld wechseln musste, auch prompt bestätigt).




Wir sind dann trotz des trüben Wetters mit großer Regenwahrscheinlichkeit geruhsam vom Postplatz Richtung Strandstraße und dann Richtung Seebrücke geschlendert, haben uns dort den Wind um die Nase wehen lassen, Kunstobjekte auf der Seebrücke angeschaut und beobachtet, wie eine Tauchgondel ihre Fahrt zum Meeresboden unternahm. Die Tauchgondel gab es 2008 übrigens noch nicht. ;) Wenn das Wetter gut ist, kann man von Zingst aus übrigens die Insel Hiddensee sehen, die z.B. von der Weißen Flotte sowohl von Zingst als auch von Stralsund angefahren wird.



Immer wenn ich an die Ostsee komme, muss ich testen, wie kalt das Wasser ist. Das steckt in mir drin, da kann ich einfach nicht anders. Ab dem Frühsommer werden dafür natürlich die Schuhe und Socken ausgezogen, aber dieses Mal musste die Hand reichen. Kalt. ;)

Unser Gang brachte uns dann in die Klosterstraße, wo sich noch immer das italienische Eiscafe Tiziano befindet, welches ich mit leckerem Eis in Verbindung brachte. Wir haben uns dort Kaffee und etwas Leckeres (bei mir gab es Apfelstrudel mit Eis) gegönnt. Als ich sah, dass sie noch immer "Gifteis" anbieten, konnte ich nicht widerstehen und nahm eine Kugel mit auf den Weg. Ich liebe diese Eissorte, die vanillig schmeckt mit Karamell und irgendwie auch so, als wäre Schoko u. Nuss enthalten. :) Und ja, das ist 1 Kugel Eis. ;)
 

Unser Weg führte uns auch auf den Zingster Friedhof, auf dem Martha Müller-Grählert liegt. Sie hat das sogenannte "Ostseewellenlied" verfasst, welches heute umgedichtet und vertont unter "Wo de Nordseewellen ..." bekannt ist. Die Dichterin konnte ihre Urheberrechter nicht durchsetzen.

Vorbei an der evangelischen Peter-Pauls-Kirche ging es dann Richtung Zingster Strom und dem Hafenbereich entgegen. Die im Zingster Strom gelegenen Insel Kirr ist Brut- und Rastplatz diverser Vogelarten, früher wurden dort auch Kühe geweidet. 




An die großflächigen Betonstufen direkt am Hafen konnte ich mich auch nicht erinnern - früher war dort ein begrünter Deichbereich. Aber im Sommer finden dort am Hafen auch Veranstaltungen statt incl. der Zeesbootregatta - vielleicht wollte man den Gästen eine andere Sitzmöglichkeit als Rasen bieten.

Das sich langsam aber sicher der zunächst nur tröpfelnde Regen verstärkte, sind wir dann die Hafenstraße entlang wieder Richtung Postplatz zum Auto gegangen und sind eine andere Strecke aus Zingst herausgefahren, am alten Bahnhof und dem Experimentarium vorbei Richtung Prerow, um dann aber wieder Richtung Brücke abzubiegen.


Für einen Ausflug zum Osterwald, der Sundischen Wiese und Pramort, war an diesem einen Tag keine Zeit - und auch das Wetter nicht wirklich schön, aber wer weiß, vielleicht ein anderes Mal. ;)

Weitere Bilder findet ihr in diesem Album:
Zingst 2014

Dienstag, 22. April 2014

Ostern 7d7b: Fazit

Dieses Jahr habe ich das erste Mal an Mellis und Mandys regulärer "Sieben Tage - sieben Bücher"-Aktion teilgenommen (die Miniaktion vorher war für mich ein Probelauf) und ich hatte mich für die - sozusagen  challengefreie - Version1 entschieden: Lesen was und wieviel man will, keine Zielvorgabe, allerdings auch keine Gewinnchance. Und es lief prima bei mir.

Wirklich vorgenommen hatte ich mir, wieder einige meiner angefangenen Bücher zu beenden und das habe ich auch geschafft: Insgesamt 4 angefangene Bücher  habe ich beendet (750 Seiten), zwei Hörbücher habe ich weiterhin "am Laufen". 

Ich hatte gehofft, daneben auch ein oder zwei frei gewählte Bücher zu lesen. Überraschenderweise wurden es sogar 5 Titel (okay, zwei davon waren auch sehr kurz *g*) mit insgesamt 1289 Seiten.

Die Details - also welche Titel ich in der Aktion gelesen habe und wieviele (Rest-)Seiten auf welches Buch entfielen - findet Ihr in meiner Übersichtsseite (klick). 

Und erfreulicherweise war nur ein Buch dabei, welches mich gar nicht überzeugte ("Acht Zimmer..."), ganz besonders angetan war ich von "Elizabeth wird vermisst" und "Die weiteren Aussichten".

Wenn ich nicht in der Karwoche am Montag und Dienstag noch Urlaub gehabt hätte und mein Osterwochenende nicht völlig terminfrei gewesen wäre, sähe das Ergebnis allerdings ganz anders aus. :) Mittwoch und Donnerstag musste ich ja arbeiten und an diesen beiden Tagen passierte nämlich auch lese- bzw. hörtechnisch so gut wie nichts. Denn auch mein Hörbuch "Die unendliche Geschichte" habe ich die Woche immer weiter gehört. Den genauen Umfang kann ich nicht benennen, vielleicht 3 bis 4 Stunden. Beendet habe ich das Hörbuch noch nicht; Xayide ist allerdings inzwischen aufgetaucht...

Die Teilnehmerzahl hat mich ein wenig umgehauen. Im Ergebnis hae ich zwar die Blogartikel vieler Teilnehmer gelesen, aber ich war nicht sehr aktiv bei den Kommentaren - häufig, weil mein Beuteschema anders ausschaut und ich dann nicht wirklich etwas zu sagen wusste. ;) Aber die verschiedenen Bücher und Hörbücher, die Stile der Teilnehmer, die Updates, Vlog, der Austausch: Das war schon was (nicht nur die Briten können Understatement). :)

Bei Mandy habe ich übrigens zum Schluss nur noch grob "gescannt", weil ich mich nicht spoilern lassen wollte - beim ersten Band "Bestimmung" habe ich den Post noch vollständig gelesen (ich habe den Film gesehen), danach habe ich mich aber nicht mehr getraut, weil ich die Bücher vielleicht doch noch lesen will. :) Angeregt durch die Posts habe ich mir auch einige Leseproben für den Kindle (z.B. Mellis "Some Girls Bite") besorgt, um in die vorgestellten Bücher zu schnuppern, bzw. sind Bücher auf meine Merkliste (z.B. Neyashas "Das Wetter vor 15 Jahren") gewandert. BücherFähe ist mit ihren gelesenen Mark-Twain-Büchern dafür mitverantwortlich, dass ich nicht nur "The Diaries of Adam and Eve" von ihm gelesen habe, sondern dass ich mir gestern den ersten Teil von "Meine geheime Autobiographie" im Schuber (allerdings als Mängelexemplar, puh ist die Ausgabe sonst teuer) sowie "The Bible according to Mark Twain" bestellt habe. ;) Und Birthe: Bei Skoobe kann man "Wunsch Traum Fluch" von Frances Hardinge ausleihen, seufz.

Melli und Mandy, vielen Dank noch einmal an dieser Stelle. Mir fehlt richtig, dass ich nicht über die aktuelle Buchauswahl schreibe oder darüber, dass ich heute arbeitsbeding kaum zum Lesen gekommen bin. Falls Ihr wieder 7d7b ausruft und ich es irgendwie zeitlich einrichten kann, wäre ich gern wieder dabei. :)

Montag, 21. April 2014

Ostern 7d7b: Tag 8

Da ist er nun, der letzte Tag der Aktion. Er begann damit, dass ich in Aitmatov hineinblätterte, aber das Buch und ich sollten heute nicht zusammenkommen. Bei Skoobe las ich "Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens" von Sebastian Niedlich an, aber kurz hintereinander die Formulierung "erschloss sich mir nicht" zu lesen und danach "in keinster Weise" reizten mich nicht, dieses Buch auszuleihen. Ähnlich erging es mir mit Jana Freys "Heute lebe ich" bei Skoobe, in welchem mich die Unterbrechungen (kurze Statistik, kurz Aussehen u.ä.) etwas nervten. Die beiden Skoobe-Bücher mögen jeweils gut und spannend oder lustig sein, aber für mich waren sie heute früh nichts. ;) Selbst auf Jane Austen hatte ich heute morgen keine Lust, wie ich nach 30 Seiten "Kloster Northanger" festgestellt habe, obwohl mich der Anfang dieses Romans - wieder - erheiterte.

Irgendwann griff ich dann zu "Der raffinierte Mr. Scratch" von Michael Poore und blieb hängen. Mr. Scratch ist Moderator einer menschendemütigenden Show und wird nach einer Aufnahme prompt niedergeschossen. Wie der Leser aber alsbald erfährt, hat Mr. Scratch eine gute Konstitution - er ist nämlich der Teufel. Und in dem Roman erfährt man mehr über ihn, durch seine Erinnerungen an verschiedene Ereignisse der Geschichte (u.a. Benjamin Franklin) oder weshalb er und mit wem er auf die Erde kam.Und dann sind da noch die drei menschen des 20. Jahrhunderts, die ihre Seele gegen die Erfüllung ihres jeweiligen größten Wunsches an den Teufel abtreten: die an Amnesie leidende Memory, die berühmt werden will; der Indianer Zacharias, der die Welt verändern will und der gierige Fish, der Geld will.

Der Teufel dieses Romans erinnerte mich an Mephistopheles aus Goethes Faust, auch wenn ich das Stück schon lange nicht mehr gelesen habe. Aber beide Figuren sind Kräfte, die erkennen, die Veränderung bewirken wollen, die vorantreiben, auch wenn sie dabei verführen oder manipulieren müssen. Mr. Scratch hat ein Motiv für Aktivitäten, aber er entspricht nicht dem "klassischen" Teufelsbild. Was Mr. Scratch antreibt, erfährt man im Verlauf des Romans und auch, ob und wie er sich entwickelt.

Ich fand Poores Ansätze interessant, aber irgendwie fühle ich mich nach Beenden des Buches etwas unbefriedigt. Sicher, durch die Interaktionen von Mr. Scratch mit verschiedenen Personen der hauptsächlich amerikanischen Geschichte erfährt man einiges über ihn. Dennoch habe ich das Gefühl, als würde etwas fehlen: Liegt es daran, dass die den Rahmen bildende aktuelle Geschichte immer wieder und recht lange durch die Rückblenden unterbrochen wird? Oder ist es die starke Konzentration auf die amerikanische Geschichte? Vielleicht fehlt mir der angepriesene Humor und Witz des Romans, allerdings ist dieser ja recht auch subjektiv. Ich kann den Finger offenbar nicht auf die Stelle legen (es ist nicht der Erzählstil, den fand ich flüssig und gut lesbar). Nun, manchmal ist das so. ;)

Einen weiteren Post werde ich heute nicht mehr einstellen und diesen Beitrag auch nicht updaten, selbst wenn ich jetzt noch zu einem weiteren Buch greifen sollte. Ich werde am heutigen Abend sicher noch eine Blogrunde drehen. Und ein Fazit für die klasse Aktion plane ich auch bis zum nächsten Wochenende. Aber da ich morgen spätestens um 06.00 Uhr aufstehen muss, will ich heute früh im Bett sein. Irgendwie klappte das die letzten Tage nicht so ganz, es war regelmäßig nach 24.00 Uhr. :)

Sonntag, 20. April 2014

Ostern 7d7b: Tag 7 - "Elizabeth wird vermisst" von Emma Healey

Heute gegen Mittag habe ich mir "Elizabeth wird vermisst" von Emma Healey gegriffen und bin in dem Roman ziemlich versunken. Inzwischen habe ich den Roman beendet und fühle mich, ich weiß gar nicht genau, wie ich mich fühle.

Der Roman ist vollständig aus Mauds Perspektive geschrieben, einer 81jährigen Witwe, deren Sohn Tom nach Deutschland verzogen ist und deren Tochter und Enkeltochter weiterhin in ihrer Stadt leben. Für den Leser ist von Anfang an klar, dass Maud Probleme hat, es gibt überall Zettel, Worte fallen ihr nicht ein (Brett, auf dem man sitzen kann). Zwar kommt täglich die Hilfe Clara (na, sie hatte ich ja wegen der von ihr erzählten Horrorgeschichten gefressen!) und Mauds Tochter Helen vorbei (wirklich täglich?), aber Maud vermisst ihre Freundin Elizabeth. Mehrfach ruft sich im Haus ihrer Freundin an, geht zu deren Haus, aber sie trifft sie nie an. Elizabeth soll bei ihrem Sohn Peter sein, aber Peter hat sich schon früher nicht besonders um seine Mutter gekümmert. Und vielleicht stimmt das ja auch gar nicht. 

Immer und immer wieder kommt Maud auf Elizabeth zurück, was, für den Leser spürbar, u.a. ihrer Tochter fast den letzten Nerv raubt. Aus Mauds Sicht erscheint es dagegen so, dass Helen ihr nicht glaubt. Also versucht sie immer wieder etwas über Elizabeths Verleib zu erfahren. Als Leser weiß man, dass es eine vernünftige Erklärung dafür geben muss, dass Elizabeth nicht daheim ist. Nur, welche? Denn da man als Leser Mauds Perspektive teilt und sie es nicht (mehr?) weiß, bleibt dem Leser nichts anderes übrig, als Mauds Versuche zu verfolgen, ihre Wahrnehmungen und Erinnerungen zu teilen. Letztere beschränken sich dabei nicht nur auf ihre Freundschaft mit Elizabeth, sondern umfassen auch Mauds Jugendzeit kurz nach Kriegsende, als Mauds verheiratete Schwester Sukey verschwand.

Okay, es ist recht praktisch, dass diese Jugenderinnerungen zeitlich relativ geordnet getriggert werden, aber auch wenn mir das auffiel, wirklich gestört hat es mich nicht. Irritierter war ich eher, dass angesichts der von Helen und Clara länger beobachteten Vorfälle der medizinische Mental-Test - vermutlich - recht spät durchgeführt wurde.

Aber das sind Kleinigkeiten, die für mich kaum ins Gewicht fallen. Ich war und bin viel zu faziniert von Mauds Leben. Las ich zu Beginn das Buch noch leicht distanziert wie eine Art Autobiographie, wurde ich mehr und mehr in ihr Leben hineingezogen und insbesondere die Mischung aus bewussten Phasen mit völlig normalen folgerichtigen Schlussfolgerungen, der sich ohne Vorwarnung der Gedächtnisverlust anschlossen (z.B. als Maud sich zu Oxfam begibt und danach in den Park geht) erschütterte mich.

Ich bewundere Emma Healeys Entscheidung, den Roman konsequent nur aus Mauds Perspektive zu schreiben. Sie hat sich dabei bewusst gegen eine ordnende Stimme im Roman entschieden und thematische Wiederholungen in Kauf genommen. Für mich bewirkte das eine starke Annäherung an Maud. Und ihre Gedanken und Empfindungen, ihre Schlussfolgerungen, Entscheidungen und Ängste fühlen sich für mich richtig und plausibel an. Ja, wie ein Alzheimer Patient seine Umwelt wirklich wahrnimmt, können wir nur durch ihn erfahren, jedoch mit fortschreitender Krankheit immer verzerrter (Kurzzeitgedächtnis/ Kommunikationsfähigkeit). Mich würde es jedoch nicht überraschen, wenn diese Wahrnehmungen denen von Emma Healeys Maud entprechen.

Ob ich am heutigen Abend noch ein weiteres Buch beginnen werde, weiß ich noch nicht. Obwohl Emma Healeys Erzählstil angenehm ist - sie überdramatisiert nicht und drückt auch nicht auf Tränendrüsen -, bin ich momentan noch etwas ausgelaugt von diesem Roman. Ich werde vielleicht noch eine kleine Blogrunde drehen, mein Glas Rotwein austrinken und meine Backerbsen weiterhin vor den MuMs beschützen (die beiden machen wirklich vor nichts halt!). Voraussichtlich morgen werden wir uns also wieder hier in diesem Theater lesen.

(Merlin und Marlowe heute gegen 18.30 Uhr)

Ostern 7d7b: Tag 7 - "Verkaufen Sie auch Bücher" von Jen Campbell

Als ich gestern, besser gesagt heute früh, ins Bett gegangen bin, hatte ich noch Lust auf ein paar Zeilen leichter Unterhaltung und habe deshalb noch einmal bei skoobe hineingeschaut.

Und prompt habe ich mich etwas an "Verkaufen Sie auch Bücher" von Jen Campbell festgelesen, jedenfalls soweit, dass ich nach der Leseprobe das Buch auch ausgeliehen habe. Als ich heute morgen weiterlesen wollte, musste ich erst einmal in den Tiefen meines Gehirns graben, weil die skoobe-app einen neuen Login forderte. Bis ich darauf kam, dass ich vor kurzem die Email-Adresse geändert hatte und ich deswegen bei den früheren Versuchen immer eine Fehlmeldung kam, war ich fast mit meinem Frühstück fertig. ;)


Irgendwann fiel aber der Groschen und ich habe mich dann weiter köstlich bei der Lektüre amüsiert. Das Buch enthält ausgewählte Buchhändler-Kundengespräche aus einem Edinburgh-Bookshop, einem Londoner Antiquariat, aus verschiedenen Buchläden der Welt und wird um einige Beispiele aus deutschen Läden ergänzt. Bei letzteren ging es hauptsächlich um Autoren/Titel-Fragen und die Detektivarbeit unserer Buchhändler/innen ist bewunderswert. In diesem Buch geht es natürlich um die abenteuerlichen Kombinationen, aber in diesem Zusammenhang muss ich immer daran denken, wie eine Buchhändlerin aufgrund der Angaben einer Kundin "Krimi, spielt unter der Stadt Edingburgh, Titel und Autorenname unbekannt", die Rebus-Reihe von Ian Rankin ermittelte.

Aber zurück zum Buch: Die Kundengespräche aus UK kreisen weniger um konkrete Titel, sondern um eigenwillige Kundenvorstellungen (was sie in dem Laden tun dürfen, was es überhaupt für ein Laden ist etc.). Hier wechselte bei mir Schmunzeln mit Kopfschütteln ab. Dass eine Kundin darum bittet, ihr den Buchanfang vorzulesen, weil sie die Brille vergessen hat, ist dabei harmlos und irgendwie süß, dass andere Kunden dem Antiquariat Bücher als Erstausgabe verkaufen wollen, die eindeutig keine sind, lässt schon die Augenbrauen hochwandern. Recht angetan war ich von der Schlagfertigkeit der Mitarbeiter des Londoner Antiquariats (klick).

Das Buch bot einen wirklich unterhaltsamen Zeitvertreib und meine Nachbarn könnten das eine oder andere Mal mein Lachen gehört haben. Wirklich nett.

Hm, was greife ich mir jetzt. Ich habe "Kloster Northanger" von Jane Austen in der Übersetzung von Ursula und Christian Grawe in greifbare Nähe gelegt, aber "Elizabeth wird vermisst" von Emma Healey reizt mich auch sehr. Und ich wollte eigentlich schon seit längerem Aitmatovs "Liebesgeschichten" lesen. Und eigentlich auch "Der raffinierte Mr. Scratch" von Michael Poore. Tja, was nun?

Egal welches Buch es wird, ich werde darüber in einem separaten Post am heutigen Abend berichten. ;)

Samstag, 19. April 2014

Ostern 7d7b: Tag 6 - "Die weiteren Aussichten" von Robert Seethaler

22.00 Uhr und ich habe tatsächlich noch ein weiteres Buch beendet, obwohl Marlowe alles daran gesetzt hat, mich abzulenken (denn natürlich konnte ich Marlowe Marmorkeks Flauschbauch nicht widerstehen und habe ihn viel lieber gekrault, als zu lesen):




"Die weiteren Aussichten" von Robert Seethaler ist ein eigenwilliges Buch: 

Die Sprache des Autors ist speziell. Es ist Hochdeutsch und doch wieder nicht, denn der Satzbau verrät mir einen anderen Ursprung. Das Internet verrät mir, dass Robert Seethaler gebürtiger Österreicher ist.

Dazu kommen Redundanzen , bewusst und gewollt.  Über den Roman hinweg ("Das war ja so...") oder innerhalb von Absätzen. Sie verbinden und verstärken, was Seethalers Protagonisten erleben. Und auch letztere sind besonders.

Der knapp 27jährige Herbert lebt noch mit seiner Mutter zusammen; die beiden sind Pächter einer Tankstelle im dörflichen Nirgendwo. Ein weiterer Hausbewohner, oder besser gesagt Aquariumbewohner, ist Georg. Das Leben geht seinen gewohnten Gang, alles ist gleich, wirklich Privatsphäre hat Herbert nicht und wenn es ihn stört, so spricht er nicht darüber. Bis eines Tages ein junge Frau auf ihrem Fahrrad an der Tankstelle und Herbert vorbei radelt. Herbert bekommt heraus, dass Hilde im örtlichen Schwimmbad putzt - und bei seinem ersten Versuch, Hilde dort zu beeindrucken, scheitert Herbert grandios und vollständig. Er knallt nämlich auf das Brett des Sprungturms und muss von Hilde aus dem Wasser gerettet werden. Das nächste Date findet auf einem Dorffest statt mitsamt Musik, Alkohol und einem Dorfstänkerer. Und die Mutter ist auch nicht gerade angetan von der Hilde. Ach ja und reden - ja reden tun weder Hebert noch Hilde noch die Mutter sehr viel, aber wenn sie etwas sagen, wiegt es um so mehr.

Ich habe etwas gebraucht für den Roman, er las sich nicht so einfach weg. Das hatte mit der Sprache des Autors zu tun, mit den eigenwilligen, kaum miteinander redenden Charakteren und dem geruhsamen Beginn. Und machmal las ich Szenen - z.B. die Geschichte des Dorffestplatzes oder die Hasen Robert und Oswald am nächsten Morgen oder das immer wieder Einbeziehen von Georg -, bei denen ich dachte, was soll das jetzt hier, wieso dieses Abschweifen? Aber erstaunlicherweise, in der Nachschau, erscheint mir die Geschichte in all ihrer Skurilität, Irrwitzigkeit (ich sage nur Krankenhausliege, Boot und Berg), Dramatik und Emotionalität genau so, wie sie geschrieben ist, passend; die ursprünglich gefühlt überflüssigen Szenen runden das Gesamtbild ab. Das Buch "Die weiteren Aussichten" ist schon speziell, vielleicht auch nicht für jeden etwas, mir jedenfalls gefiel es.

Für mich war es das heute voraussichtlich auch mit dem Lesen. Nun, ich werde noch einmal eine kleine Blogrunde drehen, aber dann geht es in die Koje. Unglaublich, dass von den Osterfeiertagen schon wieder die Hälfte vorbei ist und die 7d7b-Aktion beinahe vorbei. tempus fugit. ;)




Ostern 7d7b: Tag 6 - "The Diaries of Adam and Eve" by Mark Twain

Die BücherFähe liest gerade Mark Twain. Nun, ich habe mir zwar nicht Tom und Huck auf den reader geholt, aber die kleine Kurzgeschichte "The Diaries of Adam and Eve" by Mark Twain. Der Grund war ein einfacher: Mir schien sie den richtigen Umfang für den ersten Teil des Samstags zu haben, nachdem ich bis um halb neun Uhr (!) durchgeschlafen habe und gegen neun aufgestanden bin. Dann waren noch einige Dinge in der Wohnung zu erledigen, erneut ein paar Urlaubsfotos zu sichten, die MuMs zu versorgen und natürlich mit ihnen zu katzeln, eine Blogrunde zu drehen, ein paar Kommentare zu beantworten - und ruckzuck war es kurz vor zwölf. Huch! ;)

Auf der Suche nach einer Zwischenlektüre habe ich dann beim Stöbern die 0,89 EUR-Ausgabe von "The Diaries of Adam and Eve" by Mark Twain gefunden und mitgenommen.


Wie der Titel bereits andeutet, ist das Buch in Tagebuchform geschrieben, wobei es mit Eva beginnt, die zu diesem Zeitpunkt bereits einen ganzen Tag alt ist. Von Anfang an zeichnet sie Wissbegierde aus, sie untersucht ihre Umgebung und experimentiert, aber sie erlebt auch die Schönheit um sich herum. Neben dem netten Tiger und anderen Tieren entdeckt sie irgendwann ein anderes Wesen (wohl ein Reptil), welches erstaunlicherweise Sprache benutzt, aber offenbar auch vor ihr Angst hat und vor ihr flieht. Szenenwechsel. Adams Tagebucheinträge sind im Gegensatz zu Evas recht kurz, knackig, beobachtend - und diese neue Kreatur mit den langen Haaren nervt, sie redet so viel. Adam ist damit beschäftigt, einen Schutz vor dem Regen zu bauen, er prüft die Reife von Früchten, durchstreift die Gegend ...

Die biblische Geschichte entfaltet sich auf andere Art und Weise vor den Augen des Lesers. Twains Humor schimmert durch; es werden modern(er)e Worte und Ansichten verwandt. Bei einigen Schlussfolgerungen, die Mark Twain seine Eva ziehen lässt (als sie zu ergründen sucht, weshalb sie Adam liebt bzw. in ihrem späteren Gebet) könnte man sclucken. Aber: Twain erzählt die biblische Geschichte. Er packt sie in ein neues Gwand, aber er folgt den biblischen Grundzügen. Der Punkt ist, dass Mark Twain Eva und Adam zu Personen macht und ihnen selbst auf den wenigen Seiten dieses Buches Raum gibt, sich zu entwickeln. Evas unverblümt formulierte - der biblischen Geschichte entsprechende - Schlussfolgerungen stellen vor dem Hintergrund des (wenn auch einzelnd geschilderten) gemeinsamen Lebens der beiden in meinen Augen einen solchen Gegensatz dar, dass sich für mich besonders vorgeführt und als falsch erkennbar werden, besonders, wenn man den Schluss dieses Buches einbezieht.

Wie ich festgestellt habe, gibt es noch mehr Geschichten von Mark Twain über Adam und Eva, die in diesem Buch jedoch nicht enthalten sind. Das behalte ich im Hinterkopf ...

Hm, jetzt ist es schon 17.00 Uhr. Ich denke, es wird voraussichtlich am späteren Abend noch einen separaten Post von mir geben. Wenn ich gut bin, greife ich mir "Die weiteren Aussichten", vielleicht schaffe ich die ca. 200 Seiten heute noch.

Freitag, 18. April 2014

Ostern 7d7b: Tag 5 - "Nachts sind alle Schafe schwarz" von Heike Abidi

Na wer hätte das gedacht. Da habe ich doch glatt noch ein Buch heute gelesen.

"Nachts sind alle Schafe schwarz" von Heike Abidi ist ein Titel aus der dieswöchigen Kindle-Deal-Reihe. Die Inhaltsangabe fand ich ganz nett. Aber 3,99 EUR? Also habe ich erst einmal bei skoobe geschaut und bingo, der Titel war dort vorhanden. Ich habe ihn an- und dann bis jetzt weitergelesen.

Drei Freundinnen, jeweils knapp über 30, treffen sich monatlich. Rebekka ist alleinerziehende Mutter, die daheim für einen cholerischen Werbefuzzi arbeitet. Caro betreibt einen Öko-Kinderklamottenladen und ist mit dem Oberarzt Frank verheiratet; ihre biologische Uhr tickt, aber sie wird nicht schwanger. Greta ist Künstlerin, die sich aktuell mit Tierporträts über Wasser hält und deren Mutter Elisabeth immer wieder bei ihr ein paar Wochen einzieht, um ihren (der Mutter) aktuellen Lebensgefährten zu erziehen. Jede von ihnen hat einen Traum, der sich aber nur durch erhebliche finanzielle Mittel bewerkstelligen ließe. Und aus einer betrunkenen Laune heraus setzen die drei eine Annonce in die Zeitung, in der sie esoterische Hilfestellung in Form einer animalischen Balance anbieten. Und das Telefon klingelt ...

Die Kurzfassung: Es war nette, leicht verdauliche, Lesekost. Die Erzählweise war leicht und flockig, viel Alltagssprache, die aber nicht gewollt klang. Die drei durchaus sympathischen Protagonistinnen hatten jeweils mit Unsicherheiten zu kämpfen und es gab Hoch- und Tiefphasen für sie. Der Humor konnte bei mir nicht zünden - aber mit Humor ist das ja auch so eine Sache. ;) Elisabeths Marotte, die sich durch den gesamten Roman zieht - nein, ich meine nicht das Einfallen in die Wohnung ihrer Tochter, sondern ihr Problem mit Wortfindungen/Sprichwörtern/Unwissenheit -, ließ mich zwischen genervt sein und wundern schwanken angesichts der Tatsache, dass offenbar niemand sie korrigierte.Was daran witzig sein soll, erschließt sich mir ebenso nicht wie die der Grund, weshalb die Menschen, die Elisabeth wertschätzen und lieben, das offenbar als nette oder liebenswerte Marotte ansehen. Denn letztlich lassen genau diese Menschen Elisabeth im Grunde immer wieder - auch öffentlich - auflaufen.

In der Gesamtschau hat mich der Roman dennoch ganz nett über den Abend gebracht, aber ich bin auch nicht böse, dass ich 3,99 EUR gespart habe. ;)

Ich werde gleich noch eine kleine Blogrunde drehen und im Anschluss in die Koje gehen. Und morgen geht es mit der Lesezeit für 7d7b weiter. :)

Ostern 7d7b: Tag 5 - "Acht Zimmer, Küche, Meer" von Anna Rosendahl

So ganz habe ich mein Vorhaben heute ja noch nicht geschafft, denn eigentlich wollte ich mit "Acht Zimmer ..." um diese Uhrzeit fertig sein. Da ich aber a) lange geschlafen, b) Fotos gesichtet und c) mit den Katzen gespielt habe, fing ich erst gegen späten Vormittag mit dem Lesen an. Dennoch bin ich inzwischen rund 120 Seiten weiter gekommen. Wirklich glücklich bin ich mit dem Buch nicht, aber da ich ein Grundinteresse an dem Ausgang der Geschichte habe, werde ich es nicht kurz vor Toresschluss (noch knapp 150 Seiten) abbrechen. :) Und damit ich nicht weiter herumtrödele (das ist natürlich der einzige Grund, es liegt ganz und gar nicht daran, dass ich keine Lust zum Kochen haben *g*), wird mein bereits knurrender Magen heute Mittag mit Pizza gefüllt. Die TK-Ware wandert gleich in den Backofen ...

Diesen Post werde ich später noch aktualisieren. Wir lesen uns! :)

Update 15.30 Uhr
"Acht Zimmer, Küche, Meer" von Anna Rosendahl ist ausgelesen und das bedeutet, dass ich das dritte meiner angefangenen Bücher beendet habe. :) Wie schon gestern und heute angedeutet, überzeugt mich der Roman nicht wirklich:

Marina, die Protagonistin, erfährt von einem Rügener Notar, dass ihr vermächtnishalber vom "alten Grünberger" ein Haus zugedacht wurde. Die Nachricht überrascht durchaus, weil sie keinen Grund für diese Zuwendung erkennen kann. Marina hat eine Woche Zeit, sich zu entscheiden, ob sie das Haus in Besitz nehmen will und fährt daraufhin nach Rügen. Sie will herausfinden, was hinter dem Vermächtnis steckt. Und nebenbei werden frischt sie Kindheitserinnerungen auf, denn sie, ihre Schwester und ihre Eltern haben ca. 9 Jahre auf der Insel gelebt.

Die Grundidee - Kindheitserinnerungen einerseits, ein wenig Geheimnisaufdeckung andererseits und alles in einem schönen kleinen Ort an der Ostsee - fand ich interessant genug, um mir das Buch als Urlaubslektüre zu greifen. Aber auch wenn nette Aspekte in dem Roman enthalten sind, stolperte ich immer wieder über steif klingende Sätze (siehe gestriger Post) und außerdem konnte mich mit dem Erzählen im Präsens nicht recht anfreunden. Ich hatte zudem den Eindruck, als wollte die Autorin alles mögliche in der Geschichte unterbringen (und mir war es zuviel):  Es kommt das Gemälde eines Hirsches (Dwalin in der nordischen Mythologie) vor, dessen Eigenschaften natürlich auch für Marina Bedeutung haben und später steht tatsächlich ein Hirsch samt Rudel auf dem Gartengelände in einer stürmischen Nacht (von letzteren gibt es einige, was an der See ja nicht ungewöhnlich ist, aber ihre Beschreibungen haben mich leider nicht an sie erinnert). Eine Frau hat Ahnungen und kennt sich natürlich in der Küche aus, mit Kräutern und macht Liköre... Das Thema Zwillinge kommt immer wieder vor und noch andere Zufälle. Die familiäre Geschichte(n) und wer alles im Haus auftaucht und dann noch DDR-Geschichte ... Nun, falls Ihr den Roman noch lesen möchtet, will ich hier nicht spoilern.

Ein anderer Punkt sind die Figuren, bei deren Aktionen bzw. Reaktionen (z.B. Marinas Vater oder Marinas Gespräch mit Martin nach einem Treffen) ich häufiger den Kopf schüttelte, weil ich sie so unerwartet bzw. unrealistisch fand. Für mich gab es im Wesentlichen zu wenig Ecken und Kanten bei den Charakteren. Am interessantesten fand ich noch Martins Schwester und die Exfrau des Grünbergers.

Im Ergebnis hat mich die Geschichte nicht vom Hocker gerissen. Aber ohne es zu lesen, hätte ich das ja nicht erfahren. :) Nun, der Roman wird auf den Buchspenden-Stapel wandern.

Ich überlege noch, ob ich mir als nächstes "Die weitere Aussichten" von Robert Seethaler - hier hätte ich noch gut 200 der 316 Seiten zu lesen - oder was anderes greife. Darüber werde ich in einem separaten Post am heutigen Abend berichten. Wir lesen uns! :)

ps
Unter diesen Bedingungen - also mit dem Netbook seitlich auf der Hüfte liegend - musste ich übrigens diesen Post schreiben:


Donnerstag, 17. April 2014

Ostern 7d7b: Tag 4

Ich bin gerade erst nach Hause gekommen und habe erst einmal die Katzen versorgt. Die armen MuMs waren ja förmlich verhungert, ich bin so böse ...

Und nein, ich habe nicht bis vor kurzem gearbeitet, sondern mein Arbeitstag endete um 18.30 Uhr. Ich bin heute nach der Mittagspause mit Peddy den Berg hoch geradelt, einfach, damit ich etwas frische Luft und Sonne bekomme. Am Nachmittag meldete sich dann eine Freundin und fragte, ob wir uns nicht abends noch treffen könnten und ich habe spontan zugesagt. Nun, so gab es leckere Pasta (mit dem Knobi werden die MuMs leben müssen), Merlot und nette Unterhaltung. Später gesellte sich noch Cheffe dazu und wir hatten einen wirklich lustigen schönen Abend, der natürlich aber auch irgendwann enden musste. ;)

Gelesen habe ich heute, allerdings nichts 7d7b-taugliches, da nicht privat. ;) Und auch mit "Der unendlichen Geschichte" bin ich nur etwas weiter gekommen, nämlich nur ca. 20 Minuten. Und ganz ehrlich, jetzt werde ich auch nicht mehr großartig etwas lesen. Aber was soll's. Der Arbeitstag war intensiver als gestern, der Abend war sehr schön und morgen werde ich mich auf die acht Zimmer mit Küche und Meer stürzen (denke ich).

Ich wünsche Euch jetzt schon mal eine schöne Osterzeit. Wir lesen uns. :D


Mittwoch, 16. April 2014

Ostern 7d7b: Tag 3

Einen Tagespost muss ich doch wenigstens online stellen. :)

Ich bin, wie erwartet, nicht wirklich zum Lesen gekommen. In der Mittagspause habe ich mir zwar "Acht Zimmer, Küche, Meer" von Anna Rosendahl gegriffen, aber die etwas steife Sprache der aufgeschlagenen Seiten (Zitat: "Ich muss nur noch meine Jacke und den Schlüssel holen, denn die Terrassentür unversperrt zu lassen, traue ich mich nicht. Auch weiß ich nicht, wie lange mein Spaziergang ausfallen wird" *) zog mich nicht wirklich ins Geschehen. Das Buch hatte ich mir als Urlaubslektüre für den Zug ausgesucht und gekauft, aber ich habe im Urlaub nicht mal die Hälfte des Buches gelesen, sondern bin auf "Indexing" von Seanen McGuire ausgewichen und dort hängengeblieben. ;) 

Nach der Arbeit habe ich noch einen kleinen Gang gemacht und dabei "Die unendliche Geschichte" weitergehört. Gert Heidenreich ist wirklich ein guter Hörbuchsprecher und hauchte gerade sowohl der goldäugigen Gebieterin der Wünsche als auch dem Alten auf dem Berge Leben ein. :)

Ich werde jetzt gleich die MuMs versorgen und dann selbst etwas zu Abend essen. Vielleicht lese ich doch noch ein paar Seiten in "Acht Zimmer, Küche, Meer", bis ich mich um 20.00 Uhr mit zwei Freundinnen online zur Castletime treffe. :)

Einen weiteres Update wird es von mir heute nicht geben und wie die Blogrunde ausfällt, mag ich auch noch nicht einschätzen. Morgen wird es ähnlich wie heute laufen, aber ich werde auch am Abend des Gründonnerstag einen Post einstellen.

Wir lesen uns!

*Zitat aus "Acht Zimmer, Küche, Meer" von Anna Rosendahl, Wilhelm Heyne Verlag München, S. 140 der Originalausgabe 4/2014, ISBN 9783453410701

Dienstag, 15. April 2014

Ostern 7d7b: Tag 2 - "Ich und die Menschen" von Matt Haig

An meinen letzten Urlaubstag habe ich mich am Vormittag mit einer Freundin zum Frühstück getroffen, habe danach meinen Ostereinkauf erledigt, die kätzischen Helden bespaßt, Blogrunden gedreht, ein paar Urlaubsfotos bearbeitet und irgendwann auch in meinem Buch "Ich und die Menschen" von Matt Haig weitergelesen. Dann gab es eine Unterbrechung für ca. 1 1/2 Stunden, weil ich mit einer Freundin zusammen eine Stunde lang durch den Wald gewalkt bin (ohne Stöcke, die ich mir auf Dauer wohl mal besorgen sollte). Danach war ich dermaßen warm, dass nicht einmal mein Schulterbereich mehr weh tat (offenbar ausstrahlende Brustwirbelblockade, wenn ich es richtig verstanden habe, am kommenden Dienstag habe ich einen Physiotherapie-Termin). Und nach der Dusche, der Versorgung der MuMs und dem eigenen Abendessen konnte ich auch tatsächlich ein weiteres angefangenes Buch beenden:

Ausgangspunkt von "Ich und die Menschen" von Matt Haig ist, dass eine außerirdische Intelligenz von den sogenannten Moderatoren seines Planeten auf die Erde geschickt wird und dort den Körper und die Identität des Mathematikers Andrew Martin annimmt. Letzterem ist ein wichtiger mathematischer Durchbruch gelungen und die Vonnadorianer wollen diese Information vollständig vernichten, damit sich die Konsequenzen dieses Durchbruches nicht realisieren. Nun sind die Vonnadorianer so ganz anders als die Menschen, nicht nur physisch (deswegen auch die Übernahme des Körpers), sondern auch von ihren Fähigkeiten und ihrer Psyche her, also ihrer gesamten Einstellung zum Leben.

Der "neue" Andrew Martin materialisiert sich nun auf der Erde, und zwar unerwarteterweise nicht im Büro, sondern irgend wo. Und nackt. Außerdem  gelingt der mentale Gehirnscan incl. Wissensweitergabe vom entführten Andrew Martin nicht, sodass "der Neue" auch z.B. zunächst die Sprache nicht versteht. Dennoch soll und will er seine Aufgabe erledigen und macht sich auf den Weg.

Der Plotbestandteil, dass ein Außenseiter die menschliche Natur beobachtet und kommentiert, ist für mich nichts Neues. Auch wenn mir genau in diesem Moment kein Buch einfällt, so kenne ich dieses Konzept aus den verschiedenen Star-Trek-Serien (ja, mal wieder ein Star-Trek-Bezug *g*), in denen z.B. Spock, Data oder Odo diese Position einnehmen. Aber es gibt so viele menschliche Aspekte, die man kommentieren kann - und in diesem Fall spielt die Geschichte in der Gegenwart. :) Die Entität dieses Romans nenne ich ab jetzt 97, da diese Zahl für sie eine Bedeutung hat:

97 muss sich, um seinen Auftrag zu erledigen, mit den Menschen und ihrer Welt arrangieren und dabei hilft ihm die u.a. auf Mathematik basierende Lebensphilosophie der Vonnadorianer nicht wirklich. Ich musste schon etwas schmunzeln, als 97 seine Schlüsse aus dem ersten von ihm beobachteten Verhalten der Menschen zieht bzw. seinen Wortschatz (und weitere Schlussfolgerungen) aus der Cosmopolitan entnimmt.
Ein paar von 97s Beobachtungen und Fazits sind im ersten Augenblick irrwitzig falsch und durchaus erheiternd. Andere sind neu formulierte, wieder andere schlichte bekannte Wahrheiten, was ihren Bedeutungen natürlich jeweils keinen Abbruch tut (z.B. Planet der verpackten Dinge - und dabei sind nicht nur Lebensmittel gemeint - oder die Beobachtungen anlässlich der Nachrichtensendung). In diesem Zusammenhang: Ich mag 97s ganz persönliche Hinweise an einen Menschen (Nr. 5 lautet z.B. "Lache. Es steht Dir." *).

Ein anderer Aspekt: Durch 97s Beobachtungen, Schlussfolgerungen und die von ihm getroffenen Entscheidungen werden nicht nur die Menschen beleuchtet und beurteilt, sondern indirekt auch die Vonnadorianer, nicht nur in deren Reaktion in den regelmäßigen Kontakten. Dies ist ein Gesichtspunkt, der bei den ganzen Beschreibungen des Lebens auf der Erde vielleicht etwas untergeht. 97 hat in der Geschichte halt eine besondere Position mit den Menschen auf der einen und den Vonnadorianern auf der anderen Seite.

Zu den Punkten, ob und wie 97 seine Aufgabe erfüllt, ob und in welcher Weise seine notwendigen Arrangements mit der Welt der Menschen Auswirkungen auf ihn haben, will ich hier, schon um Spoiler zu vermeiden, nichts weiter schreiben. Mich haben jedenfalls 97s Fortschritte (und nicht nur diese) interessiert und der Autor konnte mich mit seinem Protagonisten sowie seiner Erzählweise problemlos "bei der Stange" halten. Ich kann mir übrigens vorstellen, dass auch das englische Original gut verständlich ist.

Für mich war es ein sehr gut lesbarer humorvoll-ernsthafter Roman mit einigen zum Nachdenken anregenden Fragen und Ansätzen. Und sicher werden mir einige Formulierungen in Erinnerung bleiben, wie z.B. der Hinweis Nr. 47, der da lautet "Eine Kuh bleibt eine Kuh, auch wenn Du sie Steak nennst." * ).


*Zitate aus "Ich und die Menschen" von Matt Haig in der Übersetzung von Sophie Zeitz, dtv-premium Verlag, dt. Erstausgabe 2014 S. 324, 327, ISBN 9783423260145


Ich werde gleich noch eine kleine Blogrunde drehen, denn ich muss in meine Koje. Morgen wird es vermutlich nur einen überschaubaren Post geben. Selbst wenn ich zum Lesen kommen sollte, wird es nicht viel sein. Die Arbeit hat mich wieder und abends bin ich verabredet. Ich sage jetzt schon mal gute Nacht - und wir lesen uns demnächst in diesem Blog-Theater. :)

Ostern 7d7b: Tag 2 kurze Zwischenmeldung

Heute am Vormittag habe ich eine kleine Blogrunde gedreht und die Mails gecheckt. Dann war ich zum Frühstück verabredet. Inzwischen wurden ein paar Fotos bearbeitet, dann gekatzelt und gleich will ich einen weiteren Blick in den Feedreader werfen. Und heute Nachmittag bin ich auch noch mal zwei Stunden unterwegs ... Gelesen? Noch nichts, aber das Buch liegt (immer noch *g*) bereit.

Einen "richtigen" Beitrag werde ich erst am heutigen Abend schreiben; vielleicht ist es dann sogar eine Nachlese. ;)

Wir lesen uns!

Montag, 14. April 2014

Ostern 7d7b: Tag 1 - Abendpost

Wie versprochen noch eine kleines Update. Nachdem ich "Understanding Austen" beendet hatte, ging es erst einmal zur Post und ein wenig zum Einkaufen, bevor ich ein verspätetes Mittagessen zu mir nahm und eine Runde katzeln angesagt war.

Gelesen habe ich auch noch. Ich habe mir das letzten Freitag gekaufte und am Samstag begonnenen Buch "Ich und die Menschen" von Matt Haig gegriffen und mit Unterbrechungen bis jetzt rund 130 Seiten  darin gelesen. Da mir in der letzten - ähm- Stunde immer wieder die Augen zugefallen sind, höre ich aber auf Seite 202 auch auf und wandere in meine Koje. Ich bin recht optimistisch, dass ich das Buch morgen beenden werde und dann gibt es auch zum Roman einen ausführlicheren Post.

Euch allen wünsche ich noch einen schönen restlichen Leseabend. Wir lesen uns morgen wieder!

Ostern 7d7b: Tag 1 - "Understanding Austen" by Maggie Lane

Seufz, da habe ich noch Urlaub und konnte dennoch ab halb fünf nicht mehr schlafen. Statt mich aber sofort auf ein Buch zu stürzen, bin ich ins Wohnzimmer umgezogen, um mir noch den Kommentar von Joss Whedon zu seiner Umsetzung von "Much ado about nothing" anzuhören, bevor die DVD als Leihgabe zur Post geht. Aber dann brühte ich mir frischen Tee auf und schnappte mir meinen ebook-reader, denn dort warteten noch ca. 20 % von "Understanding Austen, Key concepts in the six novels" by Maggie Lane auf mich.

In diesem Sachbuch untersucht und erläutert die Autorin "Konzepte" bzw. die Bedeutung von bestimmten Worten in den sechs vollendeten Romanen von Jane Austen. Sie geht z.B. auf die Unterschiede von "Sensibility, Sense und Sentiment" ein, widmet sich der Bedeutung von "Genius", "Wit", "Exertion und Composure" usw. 

Die einzelnen Konzepte bzw. Bedeutungen werden anhand von Beispielen aus den Romanen belegt, wobei sich "Understanding Austen" aber nicht darauf beschränkt, die Konzept und (eine Vielzahl passender) Zitate zu listen. Vielmehr erläutert Maggie Lane die Zusammenhänge bzw. Gegensätze (Sense and Sensibility, Reason and Feeling etc.) und beleuchtet sie mithilfe von Austens Charakteren und dem Romangeschehen. Sie wirft in diesem Zusammenhang auch immer wieder einen vergleichenden Blick auf die Heldinnen der Romane bzw. die männlichen Gegenparts. Ich denke daher, dass die Lektüre von "Understanding Austen" dann am sinnvollsten und interessantesten ist, wenn man alle sechs Romane kennt.

Neben den Konzepten an sich erfährt man aber auch mehr über die von Austen gepflegte Sprache. Es war mir natürlich nicht neu, dass sich Wortbedeutungen seit der Austen-Zeit geändert haben. So steht "person" in den Austen-Romanen nicht nur für ein Individium als Person, sondern für den Körper, die Erscheinung (heute: appereance). Aber ich fand es schon spannend, dass Austen die sich zu ihrer Zeit bereits ändernde Sprache in die Romane eingearbeitet hat.  Die ältere Generation benutzt z.B. das Wort "pretty" in einem anderen Kontext - wie gutes Benehmen - als die jüngere Generation. Catherine erhält in "Northanger Abbey" eine Lektion im Zusammenhang mit dem Sprachgebrauch. Und Charaktere gebrauchen ein Wort bei verschiedenen Anlässen mit seinen - zum Teil sehr feinen - unterschiedlichen Bedeutungen. Hier kam ich auch an meine Grenze: Die Bedeutungsänderungen eines Wortes bzw. die Bedeutungsnähe mehrerer Worte im Zusammenhang mit Englisch als Fremdsprache führte bei mir zu Verständnisproblemen. Denn obwohl ich inzwischen ein paar der Austen-Romane auch im Original gelesen bzw. gehört habe, praktiziere ich auch dort "verstehendes" Lesen bzw. Hören und natürlich gehen mir so sprachliche Feinheiten verloren.

Trotzdem fand ich die Lektüre faszinierend und ich kann sie ja wiederholen. Aktuell ist es so, dass die Beschäftigung mit "Understanding Austen" und dem Wiedersehen der Austen-Charaktere mir Lust macht, die sechs Romane wieder zu lesen - aber auf deutsch ;) - und vor dem Hintergrund von "Understanding Austen" zu schauen, wie die Übersetzer Austens Sprache umgesetzt haben (irgendwann kommt auch wieder ein Originalroman -vielleicht Emma - an die Reihe).


Ich  werde jetzt erst einmal zur Post und noch etwas einkaufen, bevor ich mich einem "neuen" Buch widmen kann. Und darüber gibt es dann einen weiteren Beitrag.

Sonntag, 13. April 2014

ontour im Frühjahr 2014 - Teil 1 Anreise und Stralsund

Mit der Münchenerin habeich über das erste Aprilwochenende einen Kurztrip nach Mecklenburg-Vorpommern unternommen. Meine Freundin und ich haben uns in Rostock getroffen und sind dort zunächst ein wenig durch die Stadt geschlendert,
 


bevor wir uns über die Autobahn nach Stralsund aufmachten.


Wir hatten den Aufenthalt im Intercity-Hotel gebucht. Letzteres liegt nur ca. 10 Gehminuten vom Bahnhof entfernt (unsere Zimmer waren sehr ruhig) und das Servicepersonal ist freundlich und hilfsbereit. Erfreulicherweise hatte sich seit Jahresbeginn eine Änderung bei der WLAN-Nutzung ergeben, sodass dieses pro Zimmer für zwei Geräte kostenfrei war. Da ich es aber nicht hinbekam, mein Tablet einzuloggen, sondern nur mein Smartphone, habe ich aus Stralsund heraus nicht gebloggt. ;) Ganz angetan waren wir beide auch davon, dass im Hotelpreis ein Passierschein für den Stralsunder Nahverkehr (Bus und Bahn incl. Rügen) enthalten war. Wir konnten also kostenfrei in Stralsund und auf Rügen den Bus nutzen und auch per Bahn nach Rügen reisen.

Die Hansestadt Stralsund liegt am Strelasund, einem Arm der Ostsee, und ein hervorragender Ausgangspunkt für Touren nach Rügen (über den Rügendamm als Landverbindung mit Auto/Rad/Bahn o.ä. oder über die Rügenbrücke - kein Bahnverkehr bzw. mit dem Schiff), nach Usedom, nach Hiddensee, Greifswald, Zingst/Darss/Fischland etc. Und natürlich ist Stralsund selbst zu erkunden mit den diversen Binnenteichen, an denen man wunderbar spazieren kann. Oder man erforscht die Stadtmauer mit den verschiedenen Toren, diverse Kirchen, nutzt das vielfältige Angebot an Museen (wobei insbesondere das Ozeaneum zu erwähnen ist) oder schlendert so durch die Innenstadt oder am Hafen entlang, schaut sich die Gorch Fock I an oder besucht Ausstellungen. Es gibt so viel zu entdecken.Meine Freundin und ich haben - da wir einen Tag nach Rügen gefahren sind und einen anderen Tag auf den Zingst - nicht so viel gesehen, wie wir wollten. So haben wir nur Streifzüge durch die Stadt unternommen, waren am Hafen und im Ozeaneum - Stralsund ist definitiv mehr Zeit bzw. eine weitere Reise wert.

Tja, da die Dia-Show-Einbindung nicht funktioniert, bekommt Ihr hier ein paar Fotoeindrücke zur Auswahl.









Weitere Fotos zu Stralsund findet Ihr hier (klick!):
Stralsund 2014

The Oscar Wilde Collection - audio

Vor kurzem habe ich mir ja die Hörbuchversion von "The Importance of Being Earnest" angehört, an welcher Judy Dench mitwirkte. Bei Audible habe ich dann die "Oscar-Wilde-Collection" entdeckt, die insgesamt fünf Produktionen enthält:

1) "A woman of no Importance"
Ein junger Mann soll Sekretär von Lord Illingworth werden, aber die Mutter des jungen Mannes ist vehement dagegen. Und oh, wie manipulativ ist doch dieser Lord Illingworth, was von den Damen der zusammengetroffenen Gesellschaft hingenommen wird.  Daneben gibt es hier ein amerikanisches Mädchen Hester (puritanisch erzogen), die den Außenseiterblick auf die englische Gesellschaft liefert und auch kommentiert. Auch findet hier z.B. eine Erörterung dazu statt, ob für Männer und Frauen das Recht gleichermaßen zur Anwendung kommen sollte.Die Darstellung mochte ich bis auf wenige Ausnahmen - mir war eine ältere Lady zu schrill besetzt.

2) "An ideal Husband"
Mit dem Film (Cate Blanchett) im Hinterkopf, welches das vor Jahren von mir gelesene Stück überlagerte, war ich überrascht, in welchen Bereichen Stück und Film auseinanderfallen. Besonders fiel mir beim Hören auf, dass Sir Chiltern sein Heil in der Lüge sucht und fadenscheinige Entschuldigungen bringt - ganz im Gegensatz zu Lord Goring, der (übrigens jeweils) den Weg der sofortigen Wahrheit empfiehlt. Da versteckt sich einiges hinter Lord Gorings Bonmonts. Darstellertechnisch war ich wieder fast zu 100 % zufrieden. Nur Mabels Sprecherin war mir zu schrill (auch wenn ich mich wiederhole, ich habe kein anderes Wort *g*); sie wurde übrigens von Yeardley Smith gesprochen, die auch Lisa Simpson im Original ihre Stimme leiht.

3) "The Importance of Being Earnest"
Hierbei handelt es sich um eine andere Version als diejenige mit Judy Dench. Tante Augusta wird - was sich für mich erstaunlich passend anhörte - von einem männlichen Darsteller gespielt und John (Jack) Worthing  von James Marsters, den ich auch an seiner Stimme erkannte. ;) Zum Stück (das letzte aus der Feder von Oscar Wilde) selbst hatte ich ja bereits hier (klick) etwas geschrieben. Die vorliegende Hörspiel-Umsetzung der L.A. Theatre Works hat mir auch sehr gut gefallen.

4) "Lady Windemere's Fan"
Auch in diesem Stück gibt es eine "außen" stehende Frau, die sich behaupten muss. Diverse Männer - so auch Lady Windemere's Ehegatte - werden dabei beobachtet, wie sie diese Mrs. Erlynne besuchen. Lady Windemere,, die hiervon gerade erst erfahren hat, muss erleben, dass ihr Ehegatte Mrs. Erlynne in ihr eigenes Haus einlädt. Sie verlässt daraufhin verletzt das Haus mitsamt ihres Geburtstagsgeschenkes (Fächer) - und trifft auf Mrs. Erlynne.
Obwohl das Stück in der Kollektion erst an "vierter" Stelle erscheint, war es das erste von ihm ihm Theater erschienene Stück. In ihm finden sich Themen, die Wilde in den anderen drei Stücken aufgreift und ausführt, z.B. die Idealisierung des Ehepartners (Lord Windemere); eine Ehefrau, deren starre Einstellung zur Welt und den Menschen Entwicklung benötigt; die Frage, ob Männer und Frauen dem gleichen Recht unterworfen werden sollten; eine "außerhalb" stehende Frau; ein (sich entwickelnder) dandyhafter Charakter, unter dessen Oberfläche mehr steckt (Lord Darlington); die gesellschaftlichen Konventionen... Die Umsetzung gefiel mir ausnehmend gut.

5) "The Picture of Dorian Gray"
Der junge, schöne und unschuldige Dorian wird von Basil gemalt und lernt bei diesem Maler den manipulativen Lord Henry Wotton kennen. Bereits bei diesem ersten Treffen wird Dorian von Henry mit Worten (Vergänglichkeit von Jugend und Schönheit) verführt. Da das Bildnis ewig bleibt und er - Dorian - sich ändern wird, wünscht er sich, es wäre anders herum - und bemerkt alsbald erste Änderungen im Gemälde. Dorian erforscht nun alle möglichen Aspekte und Empfindungen des menschlichen Lebens, die Spuren finden sich auf dem Gemälde (im Roman wird impliziert, dass dies Dorians Seele darstellt). Streben nach Wissen im Austausch gegen Jugend und, ja, gesellschaftliche Macht trotz aller Skandale, da die obere Gesellschaft nur Dorians Oberfläche sieht bzw. nicht in der Position ist, mehr zu offenbaren - Faust lässt grüßen. Eine interessante Frage stellt sich am Ende - ich glaube nicht, dass ich das Ende großartig spoilere -, wenn Dorian sein Bild attackiert und das Bildnis zum Ursprung zurückkehrt und er selbst sich entsprechend verändert. Ist die Seele wieder rein, weil ja das Bildnis wieder so schön aussah wie am ersten Tag? Ich denke nein. Auch wenn die Seele im Rahmen dieses Romans in das Gemälde "eingeschlossen" war, wurde sie doch durch Dorians Aktionen befleckt - sonst hätte sie sich nicht geändert. Seine Attacke auf das Bild geschah aus meiner Sicht nicht etwa aus Reue, sondern Angst und Selbstschutz, andernfalls hätte er das volle Geständnis öffentlich abgegeben und nicht hinter verschlossenen Türen den bildhaften Beweis attackiert. Dorian geht weiterhin nicht wirklich in sich, sondern schiebt die Schuld auf Basil und sein Gemälde, auf Henry, ohne über die eigenen Entscheidungen zu reflektieren. Nach meinem Verständnis können daher die hinter der Attacke des Bildes stehenden Motive nicht zu einer Erneuerung oder Reinwaschung seiner Seele führen. Meiner Ansicht nach ging die Seele in dem "beschmutzten" Zustand dorthin, wo sie "hingehört", sei es in den Mann, sei es direkt in die Hölle oder in einen neuen karmischen Zyklus.
Dieses Hörspiel ist eine Radioproduktion und gekürzt (z.B. kommt James Vane nicht vor). Dabei wurden manche Passagen nicht als Hörspiel umgesetzt, sondern narrativ im Wechsel von einer Frau und einem Mann eingelesen. Ich bin mir nicht ganz sicher, denke aber, dass der männliche Narrator auch der Sprecher von Dorian war, die Frau konnte ich nicht zuordnen. Deren Beiträge gingen mir aufgrund ihrer Lesart (die Stimme selbst war angenehm) total auf die Nerven. Sie hatte in meinen Ohren ständig einen sehnsüchtig, verlangenden Klang bzw. betonte entsprechend die Sätze, was für mich zu den eingelesenen Passagen regelmäßig nicht passte.Auch den Wechsel zwischen diesen beiden Sprechern, der zum Teil satzweise erfolgte, empfand ich eher irritierend  Die Darsteller von Dorian Grey, Lord Henry Wotton und dem Maler Basil gefielen mir dagegen sehr gut.
Etwas überrascht war ich jedoch, im Verlauf dieses Hörspiels eine Szene (Mode, eigene Gesellschaft, Knopflochblume, Tod eines Verwandten der Dienerschaft) zwischen Dorian und seinem Butler zu hören, die ich bereits vor kurzem in "An ideal Husband" vernommen hatte. Nun könnte es natürlich sein, dass Wilde sich selbst zitiert (sicherlich passt die Szene zu dem Narzissmus von Dorian und auch von Lord Goring und ich erinnere mich, dass ein Austausch über Männer und Mütter bzw. Frauen und Mütter sowohl in "A Woman of no Importance" vorkommt als auch in, ich glaube "The Importance of Being Earnest"), aber beim groben Durchblättern des Romans habe ich die Szene in "The Picture of Dorian Gray" nicht gefunden.

Freitag, 11. April 2014

7d7b - Ostern 2014

Auch wenn ich davon ausgehe, dass ich an mindestens zwei Tagen der Karwoche nicht viel zum Lesen kommen werde, habe ich mich zur Teilnahme an der 7d7b-Osteraktion vom 14.04.2014 - 21.04.2014 (also eigentlich 8d8b *g*) von Mandy und Melli "entschieden.

Wie bei der Miniversion werde ich mich auch dieses Mal vorrangig darauf konzentrieren, meine angefangenen Bücher zu beenden. Alles weitere ist Bonus. :) Ich wähle also Variante 1:  "Bei dieser ersten Variante könnt ihr frei entscheiden welches Ziel ihr euch für diese Woche setzen möchtet! Ihr wollt eine bestimmte Anzahl an Büchern lesen? Lieber die Seiten zählen? Täglich eine gewisse Zeit lesen? Angefangene Bücher beenden? Alles ist möglich. Auch bei der Leseauswahl sind euch keine Grenzen gesetzt - Hörbücher, Kurzgeschichten, Mangas. Was ihr möchtet, bekommt ihr." Die Details der Aktion findet Ihr hier (klick), falls Ihr teilnehmen möchtet. Variante 2 bietet übrigens eine Gewinnchance.

Ich werde diese Seite hier als Übersichtsseite für meine täglichen Aktionsposts nutzen. Hoffentlich wird sie gut gefüllt werden. :)

Tag 1
- beendet: Understanding Austen by Maggie Lane (restlich 40 Seiten)
- Abendupdate

Tag 2
- beendet: "Ich und die Menschen" von Matt Haig (restliche 240 Seiten)

Tag 3
- allgemeines Statusupdate

Tag 4
allgemeines Statusupdate

Tag 5
- beendet:  "Acht Zimmer, Küche, Meer" von Anna Rosendahl (restliche 270 Seiten)
- gelesen: "Nachts sind alle Schafe schwarz" von Heike Abidi (336 Seiten)

Tag 6
- gelesen: "The Diaries of Adam and Eve" by Mark Twain (72 Seiten)
- beendet: "Die weiteren Aussichten" von Robert Seethaler (restliche 200 Seiten)

Tag 7
- gelesen: "Verkaufen Sie auch Bücher" von Jen Campbell (145 Seiten)
- gelesen: "Elizabeth wird vermisst" von Emma Healey (352 Seiten)

Tag 8
- gelesen: "Der raffinierte Mr. Scratch" von Michael Poore (384 Seiten)

FAZIT (klick)