Dienstag, 23. September 2014

Mode - eine kurze Geschichte von Jennifer Croll

Während der Herbstlese-Aktion der Winterkatze habe ich "Mode - eine kurze Geschichte" von Jennifer Croll gelesen. Ich habe mit Mode wenig "am Hut" und verfolge die Modeszene nicht bewusst. Thematisch fand ich das Buch aber interessant genug, um es mir zu besorgen. Denn der Klappentext versprach:

 "Wann erschien die erste Ausgabe der Vogue? Wer waren die bedeutendsten Modefotografen? Wie wurde das Mannequin zum Supermodel? Und was haben die Bilder von Mondrian, Dali oder Warhol auf Haute-Couture-Kleidern zu suchen? Mode - eine kurze Geschichte beschreibt die bahnbrechendsten Wendepunkte, größten Innovationen und spannendsten Entwicklungen der FAshionwelt und stellt ihre einflussreichsten Protagonisten vor: von Elisabeht mit ihrem ewig jugendlichen Teint bis zu Lady Gagas Schock-Outfits. Kenntnisreiche Texte und eine Fülle farbenfroher Bilder lassen die Geschichte der Mode von ihren Anfängen bis heute lebendig werden und beantworten alle Fragen, die Fashion-Fans schon immer beschäftigt haben."

Nun: In Kapiteln von ca. 8 - 10 Seiten (Text und Farbbilder) beschäftigt sich die Autorin mit verschiedenen Themenbereichen wie z.B. Mode und Königshäuser (z.B. der Look Elizabeths I. oder Dianas), Haute Couture, Modemagazine, Massenmode, Mode und Film, Mode und Ethik etc.

Die Kapitel liefern einen groben Überblick, der zumindest für meine neugierig-laienhaften Ansprüche im Wesentlichen ausreichend ist. Ich erfahre z.B. wie Aristokratie die Mode beeinflusst bzw. erste letztere auch "benutzt" hat. Marie Antoinette wird hier als Beispiel angeführt (ja, die Dame mit den Kuchen und dem Brot). Sie hat nicht nur eigene Mode entworfen und sie vorgelebt. Marie Antoinette erlaubte ihren Schneidern laut Buchangabe auch ausdrücklich, dass diese nach Ablauf einer gewissen Zeit die königlichen Ideen kopieren und verbreiten durften. Marie Antoinette erschuf sich so unabhängig von ihrer Position als Königin einen eigenen Status und mit ihm Einfluss.

Ich fand es auch auch interessant, an konkreten Beispielen zu erfahren, wie vom Militär Getragenes (z.B. ein im 30jährigen Krieg eng gebundener Schal kroatischer Söldner (á la Croate wird der Vorläufer der Kravatte)) bzw. für das Militär Entworfenes (der im ersten Weltkrieg für die Soldaten in den Schützengräben (engl. trenches) entwickelte Mantel) die Mode beeinflusste.

Bei der Lektüre des Buches habe ich für mich festgestellt, dass ich diese Inhalte deutlich interessanter fand als z.B., wer als Vater der Haute Couture gilt, wessen Ehefrau das erste Model war, wer auf der Vogue abgebildet war, wie sich Modemagazine wann entwickelten, was es mit Modehauptstädten und globaler Mode bzw. Internet auf sich hat. Das interessierte mich persönlich ziemlich peripher. Da las ich die Abschnitte über das Zusammenwirken von Kunst (außerhalb der Mode, denn das Schaffen von Kleidung als Ideen- und Kreativitätsausdruck dürfte ja auch mehr als reines Handwerk sein) und Mode schon wieder mit mehr Interesse und ebenso die Kapitel über die gegenseitige Beeinflussung von Film/Stars und Mode, Feminismus, Ethik oder Subkulturen, auch wenn sie kursorisch waren. So ist das mit den persönlichen Vorlieben. ;)

Es ist nicht überraschend, dass sich die Texte bei 192 Seiten und vielen Farbfotos nicht mit allen Aspekten befassen oder zu sehr ins Detail gehen können (aus meiner Sicht war dies offensichtlich aber auch nicht das Vorhaben der Autorin). Als Laie kann ich nicht beurteilen, ob etwas wirklich Wesentliches in der Zusammenstellung fehlt: Das Buch beschäftigt sich mehr mit der Beeinflussung der Mode als mit der Entwicklung von Kleidung. In den Kapiteln, die die Schaffung/das Entwerfen von Kleidung zum Thema haben, geht es im Grunde auch immer um gewebte Stoffe u. nicht um Strickwaren (was mir auffiel, weil z.B. die Herbstlese-Teilnehmerinnen Ariane u. Winterkatze stricken).Die industrielle Produktion bleibt, auch wenn sie z.B. im Kapitel Mode und Ethik gestreift wird, außen vor. Ich denke aber auch, dass sie nicht zwingend im Themenkreis dieses Buches enthalten sein muss.

Ich fand jedenfalls einige interessante Fakten ("Flapper"! *g*) und konnte zudem näher eingrenzen, welche Themenbereiche mich im Zusammenhang mit Mode mehr interessieren als andere. Nach Beenden des Buches empfand ich aber auch den Klappentext etwas zu viel versprechend. ;)

Eine Leseprobe findet ihr hier (klick).

Kommentare:

  1. Auch wenn der Klappentext etwas viel versprach, so scheinst du doch einiges aus dem Buch für dich gezogen zu haben - und das ist das Wichtigste! :) Ich mag diese Informationen über gegenseitige Beeinflussung von politischem Geschehen und Mode, wobei ich normalerweise eher darüber stolpere als mich gezielt zu informieren. *g*

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    1. Ja, das habe ich. Im Wesentlichen habe ich so etwas ja auch erwartet. ;)

      Thema Politik u.ä./Mode: Mir geht das auch so! In diesem Buch hatte ich damit so nicht gerechnet (siehe Klappentext) und war angenehm überrascht, dass diese Themen jedenfalls auch angesprochen werden. :)

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