Samstag, 19. Juli 2014

Zugänge und Gelesenes/Gehörtes

Ungefähr Monatsmitte? Okay, dann zeige ich Euch heute die bisherigen Julizugänge. Sie sind irgendwie ... nun, schaut selbst:



Meine Hercule-Poirot-Phase ist offensichtlich noch nicht vorbei. :) Gelesen habe ich von den Zugängen übrigens sämtliche auf dem zweiten Bild abgelichteten Bände.

Auch mit  "(Mis)understandig Photography" habe ich mich schon beschäftigt. Letzteres war ein Katalog zu einer noch bis August 2014 laufenden Ausstellung über die Geschichte der Fotografie des Folkwang Museums. Er ist auch grundsätzlich interessant: Künstler die zur Ausstellung beitrugen (bzw. beitragen, sie läuft noch bis August 2014) kommen textlich zu Wort, ihre Arbeiten werden gezeigt. Leider sind die von mir erhofften Themen in dieser Form jedoch nicht dabei, sondern es geht um, hm, thematischen Beschäftigung mit der Geschichte der Fotografie: Arbeiten mit ursprünglichen Materialien und Papier, eigene Neuinterpretation/Nachgestaltung klassischer Fotografien, analoges Arbeiten, Nachspüren der Laienfotografie etc. Die Interessen, Ansätze und Interpretationen sind dabei so verschieden wie die Künstler. Nach der Inhaltsangabe hatte ich aber etwas anderes erwartet, nämlich einen Blick verschiedener Fotografen auf die Wahrnehmung der Fotografie als Kunst bzw. der Ergebnisse der Fotografie durch den Betrachter: Wie nimmt der Betrachter das Werk da im Verhältnis zur beabsichtigten Aussage, will (kann) der Künstler diese Perspektive überhaupt einnehmen, "spielt" er mit Erwartungen des Betrachters? Provoziert er Missverständnisse, will er sie auflösen etc...  Diese meine Erwartung wurde allerdings nicht erfüllt. ;)

Zu den Poirot-Büchern:
"Cards on the table" hinterließ mich zwiespältig. Den Plot fand ich interessant, Mrs Oliver reizend, aber Poirot musste sich mit zu vielen anderen ermittlenden Personen den Raum teilen (für mich), die Autorin spoilert einen ihrer eigenen Romane in diesem Buch und dann sind da noch Poirots Anmerkungen zur Selbstjustiz hier und sein Verhalten in einem anderen Fall ...

"Death in the Clouds" mochte ich, einige falsche Fährten habe ich vermieden, nur um der Autorin doch wieder "auf den Leim zu gehen".

"Three Act Tragedy" brachte ein Wiedersehen mit Mr Satterthwaite, auf das ich persönlich auch hätte verzichten können - viel lieber hätte ich mehr von Poirot in diesem Roman gelesen, musste aber im Grunde bis zum dritten Akt warten. Das ist auch mein größter Kritikpunkt, die Story fand ich ganz nett.

"Lord Edgware Dies" mochte ich sehr, nicht nur wegen des Plots, sondern weil Hastings und Poirot wieder interessante Gespräche hatten, z.B. über Zeugen.

"Murder on the Orient Express" ist solch ein Klassiker. Trübt das  vielleicht meinen Blick auf den Roman? Selbst wenn - für mich ist die Plotkonstruktion toll und auch noch als relativ zeitnaher reRead im englischen Original fesselnd. Die Filmadaption mit David Suchet ist übrigens vom Ton her deutlich anders, sehr dunkel. Von dem im Roman aufblitzenden Humor ist fast gar nichts mehr zu finden. Dennoch: Die Umsetzung erforscht etwas, dass in diesem Roman zwar so nicht auftaucht, aber zumindest in einem anderen ("Cards ..." ) thematisiert wird.

"Peril at House Ends" (noch ein Juni-Zugang) habe ich auch im Juli gelesen und auch war ich sehr angetan von dem Plot und war wie wild am herumrätseln. Ich habe auch etwas vor Poirot erkannt - nur konnte ich daraus sozusagen keinen Honig ziehen, weil ich diesen Aspekt nicht mit den anderen Dingen richtig verknüpfen konnte. ;)

Und in dem Poirot-Kurzgeschichtensammelband lese ich auch peu a peu weiter. ;)

Außerdem habe ich diesen Monat auch noch "Die Unsterblichkeit der Henrietta Lacks" ausgelesen, eine Leihgabe von Hermia (vielen Dank!), eine interessante Lektüre über die seit Jahrzehnten in der medizinischen Forschung genutzten HeLa-Zellen, die der Patientin Henrietta Lacks ohne ihr Wissen entnommen und verwertet wurden. Das Buch beschäftigt sich mit dem Leben Henriettas, dem ihrer Kinder und den HeLa-Zellen.

Dann war da noch das Buch "The Art of Recording Audio Books" by Barbara Rosenblat, für mich ein interessanter kurzer Blick hinter die Kulissen der Hörbuchproduktion (Nachlese: klick).

Und ich habe "Der Mieter" von Roland Topor, gelesen von Jens Wawrzeckgehört, eine Leihgabe von Ariana (vielen Dank). Ich will dazu eigentlich noch einen Nachklang schreiben, mal schauen, ob ich das schaffe. ;) Und hier ist der Nach-Klang (klick).

Außerdem im Juli beendet habe ich "Emma im Knopfland" von Ulrike Rylance, gelesen von Fritzi Haberlandt, und ich habe mich ganz wunderbar von diesem Kinderbuch unterhalten gefühlt, in dem Emma in dem Knopfzimmer ihrer Verwandten urplötzlich ins Knopfland transportiert wird und dort mithilfe von ein paar Knöpfen und Nichtknöpfen versucht, wieder "groß" zu werden und in ihre Welt zurückzukommen. Fritzi Haberlandt liest die Charaktere ganz bezaubernd.


Ach ja, Gesellschaft hatte ich beim Lesen übrigens auch regelmäßig. :)



Kommentare:

  1. *schmunzelt angesichts der Neuzugänge*

    Ich hätte anhand der Inhaltsangabe auch einen anderen Schwerpunkt erwartet bei dem Foto über Fotografie. Gut, dass es dir anscheinend trotzdem gefallen hat.

    Bei den Agatha-Christie-Romanen müsste ich erst einmal meine Erinnerung an deutsche Titel und Inhalte auffrischen, um all deine Bemerkungen schätzen zu können. Ich glaube, ich lasse es bei der Erkenntnis, dass du viel Spaß beim Lesen hattest. :)

    Deine Lesegesellschaft ist wie immer bezaubernd. Schön, dass sie selbst an warmen Tagen dafür sorgen, dass du es muckelig hast. :D

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    1. Vielleicht hilft es Dir, wenn ich sage, dass es in den Büchern um
      - vier Kartenspieler in einem Raum,
      - eine im Flugzeug ermordete französische Geldverleiherin,
      - einen von der Bühne zurückgezogenen und am Meer lebenden Schauspieler geht, in dessen Haus ein Pastor ohne Feinde nach Trinken des Cocktails zusammenbricht;
      - eine mit einem Lord verheiratete Schauspielerin geht, deren Ehemann endlich in die Scheidung einwilligt und dann vorher verstirbt
      - um einen Mord in dem berühmten Orientexpress (kicher).

      Ja, das Fotografiebuch war grundsätzlich interessant, nur - naja, ich hätte es wohl nicht geordert, wenn es mir bewusst gewesen wäre. Allerdings ist das meine Schuld, da auf der Verlagsseite (glaube ich) erkennbar war, dass es ein Katalog ist, was ich offensichtlich überlesen habe. ;)

      Ja, die MuMs sind weiterhin fürsorglich. Auch gestern und auch heute *uff*

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    2. Ähm ... nein. :D So weit habe ich mich in den meisten Fällen noch erinnert, aber mir fehlen die Details, die es mir ermöglichen zu sagen "das mochte ich" oder "hier gefiel mir diese oder jene Wendung besonders gut". :)

      Baltimore klebt zur Zeit auch an mir (und bringt mir dank der dünnen Kleidung täglich neue Kratzer bei), während die anderen ganz froh sind, wenn sie irgendwo ein kühles Fleckchen finden.

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    3. Ah, ja, das kann ich mir auch vorstellen. Vielleicht bekommst Du ja Lust, mal wieder in einen Poirot Roman hineinzuschauen. ;)

      Marlowe war verruückt genug, über längere Zeiten auf dem Balkon zu bleiben - fand dann aber auch das Waschbecken im Bad offenbar angenehm kühl. Merlin mochte mich...

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    4. Die Lust hätte ich schon, die Möglichkeiten aber nicht - wenn ich nicht gerade noch mehr Bücher aus der Bibliothek hole, für die ich eigentlich keine Kapazität frei habe. ;)

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    5. Ja... man kann ja auch nicht sagen, dass Christie nur ein paar Poirot Bücher geschrieben hat, auch wenn sie sich - selbst auf englisch noch - relativ flott weglesen lassen. :)

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