Donnerstag, 3. Juli 2014

Mix- Zu- und Abgänge ;)

Es ist ja momentan wieder etwas ruhiger hier auf dem Blog: Ich schiebe es spontan auf die Arbeit (immer eine gute Idee), die bei mir derzeit zwar nicht zu einer Lese- oder Hörflaute führt, aber zu ausgeprägter Schreibunlust.

Also dachte ich mir, ich zeige (bzw. nenne) Euch mal meine Juni-Zugänge und erzähle kurz, was ich im Juni gelesen und gehört habe. Vielleicht entwickelt sich daraus ja tatsächlich eine Wochen- oder 2-Wochen-Routine (*blickt zur Winterkatze*).

Tja, und während ich den Post vorbereite merke ich, dass er wegen einer Autorin explodieren würde. Daher gibt es jetzt den, hm, "gemixten" Teil. ;), der Rest folgt in einem separaten Post.

Zugänge:  

Da wäre zum einen "Die Göttliche - Sarah Bernhardt" von Robert Gottlieb (noch verschweißt, wie Ihr seht). Hermia ist Schuld daran, dass es diesen Zugang bei mir gibt. Sie hatte aus dem LSD Steidl Verlag auf ihrem Blog zwei Bücher (klick und klick) besprochen und brachte mich dazu, mich dort auch einmal umzusehen. Das Buch hat Sachbuch-Challenge-Potential, ich muss nur Zeit finden. ;)

Die anderen drei Bücher habe ich auf einem Bücherflohmarkt gefunden und fand die jeweiligen Klappentexte interessant genug, um sie mitzunehmen:

- Ein Pianist bricht ein Konzert abrupt ab und wie wirkt sich das auf das Leben z.B. der Konzertbesucher aus?
- die Geschichte eines jungen Filmvorführers in Bombay
- eine in der Toskana spielende Nachbarschaftsbeziehung, in der offenbar auch Fernet Branca eine Rolle spielt).

Außerdem habe ich im Juni noch das ebook-Angebot "Der 13. Brief" von Lucie Klaassen (für lau) geladen, einen (NRW-)Regionalkrimi. Und als digitales audiobook landete bei mir im Juni u.a. "Der schwarze Mönch" von Anton Tschechov.

A) Gemixtes gehört
- Ich fange mal gleich mit Herrn Tschechov an: Mit "Der schwarze Mönche" konnte ich recht nichts anfangen (gelesen wurde es gut). Vielleicht hatte ich nicht die notwendige "Ruhe" für diese Kurzgeschichte, in welcher der Protagonist Kowrin zunächst (nach meinem Empfinden) fiebrig (oder high?) himmelhochjauchzend halluziniert, dann durch Behandlung gesund wird und an der Normalität (oder Realität?) scheitert.

- "Der Prinzessinnenmörder" von Andreas Föhr hat mich einen wesentlichen Teil meiner Autofahrt nach und von München zurück begleitet, eine von Michael Schwarzmeier gelesene gekürzte Hörbuchumsetzung des Romans. Es ist der erste Teil der Wallner-und-Kreuthner-Regionalkrimi-Reihe und mich hat er sehr gut unterhalten. Herr Schwarzmeier liest für meine Ohren gut (nur bei den Niedersachsen überzeugte er mich  nicht hunderprozentig) und nuanciert. Die Krimigeschichte fand ich stimmig und die Ermittlungsabläufe - ach, der Kreuthner ;) - nachvollziehbar und für mich als Laien realistisch.

- "Die Wahrheit und andere Lügen" von Sascha Arango habe ich auf der Rückfahrt von München begonnen und peu á peu bei den Fahrten zur Arbeit und zurück zu Ende gehört. Der hochstaplerische Schriftsteller mit dem Geliebtenproblem war recht interessant (Höreindruck - klick).

-  "Kitchen" von Banana Yoshimoto
Mir fällt dazu nur nett ein, nette Geschichte, nett anzuhören ...

- "Mimi Rutherford - 6 Hörspiele"
Oh je. Ich fand die Hörspiele von "nicht besonders" bis hin zu schlecht, was zum Teil an der Story lag, häufig aber auch mit der Art und Weise, wie die Sprecher ihre Rollen angelegt haben (Singsang, pathethisch, einschläfernd). Dass ich alle Hörspiele durchgehört habe, hatte mit der Hoffnung zu tun, es würde ein besseres dabei sein - aber nein.

- "Kurt Vonnegut Stories", gelesen u.a. von Harry Rowohlt
Ich durfte mir eine Auswahl von vier Stories anhören, z.B. über einen eigenwilligen Kühlschrankverkäufer, dann über einen Beamten, einen Erfinder und dann noch einen Spielzeugeisenbahn-Fan und ... nun, nett. Vielleicht muss man Vonnegut im Original lesen? Mich konnte jedenfalls keine dieser vier Stories überzeugen, mehr von Kurt Vonnegut zu lesen. Und Harry Rowohlt hat eine nette Stimme, aber ich wünschte, er würde sich innerhalb einer Story entscheiden, ob er beim amerikanischen Akzent bleibt oder nicht ..

- "Booktaker" von Bill Pronzini,
Das war eine relativ kurze Krimigeschichte,  Höreindruck (klick)

B) Gemixtes gelesen

- "Das Wetter vor 15 Jahren" von Wolf Haas
fand ich trotz ein paar sich ziehender Passagen unterhaltsam; teilweise habe ich laut aufgelaucht: z.B. über die so tiefsinningen Verknüpfungen der weiblichen Interviewerin und ihr Auffinden diverser Metapher im Zusammenspiel mit den Reaktionen des (fiktiven) Autors. Die Erzählform - Interview - der Geschichte ist ungewöhnlich, ich fand es gut zu lesen - und durch die Form wurde der Literaturbetrieb vorgeführt. 

- "Shakespeare on Toast" by Ben Crystal
versucht dem Leser die engl.-Original-Shakespeare-Texte näher zu bringen und für mich gab es in der Tat einiges zu entdecken, insbesondere aufgrund der vom Barden genutzten "Technik" bzw. durch Veränderung der Perspektive (Theater). (Nach-Lese - klick)


Kommentare:

  1. :D

    "Der 13. Brief" hat mir ja damals wirklich gut gefallen - gerade weil die Geschichte für mich nicht in die typische "Regionalkrimi"-Richtung geht - und auch die Fortsetzungen habe mich bislang alle angesprochen (auch wenn ich den letzten Band noch nicht in die Finger bekommen habe).

    /me streicht "Der schwarze Mönch" von der Hörliste Oo

    Von Banana Yoshimoto habe ich ja gerade "Amrita" aus der Bibliothek geliehen (und nicht mehr viel Zeit zum Beenden), aber so richtig komme ich nicht in die Geschichte rein. Der Anfang gefiel mir und dann gab es einen Bruch und ich habe mal eben fünf andere Bücher dazwischen geschoben. ;) "Nett" klingt aber gar nicht schlecht, wenn ich mit "Amrita" nicht mehr warm werde, schaue ich mal nach "Kitchen".

    Vonnegut gehört auch zu den Autoren, die ich vor sehr langer Zeit aus der Bibliothek geliehen und gelesen hatte. Irgendwie habe ich so gar keinen Eindruck mehr parat ... auch da sollte ich vielleicht mal Erinnerungen auffrischen. Schlimm, dass ihr mich gerade alle an diese Autoren erinnert. ;)

    Ah, "Das Wetter vor 15 Jahren" hat dir gefallen! Das sollte ich in diesem Monat auch noch lesen ...

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    1. Der arme Mönch! *kicher*

      Ich fand den Klappentext zum 13. Brief auch ganz interessant. Mal sehen, ob ich ihn zwischen meine anderen Krimis schieben kann ... *g*

      Wir sind doch alle gern behilflich beim Erinnerungsauffrischen, Winterkatze. :D

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  2. Banana Yoshimoto fand ich vor einigen Jahren ganz wundervoll (ich habe "Amrita", "Kitchen", "Federkleid" und "N.P." gelesen). Ich habe noch andere Bücher von ihr auf meinemSuB liegen, aber irgendwie traue ich mich gar nicht an die Bücher heran, weil ich Angst habe, das sie mir nicht mehr gefällt...
    Als Hörbuch kann ich mir die aber gar nicht vorstellen.

    Steidl macht ganz gute Geschäfte mit uns, hm? Ich habe dort gerade ein Buch entdeckt, das im September erscheint, eine Biografie über Beau Brummel - reizt mich doch sehr!

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    1. Jessica Schwarz gefiel mir als Sprecherin in "Kitchen" ganz gut, nur das Gesamtpaket ist so ... nett. Ich glaube, Winterkatze gegenüber habe ich erwähnt, dass bei mir kein anderer Eindruck bleibt wie es z.B. Murakami schafft (selbst wenn er verwirrt ist wie anlässlich der Wilden Schafsjagd) ...

      Steidl - Hör mir auf! Ich liebäugel auch schon wieder mit einem Buch, das jetzt im Juni erscheint und sich mit der Geschichte der Fotografie aus Sicht der Künstler befassen soll ... *seufz*

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