Sonntag, 27. April 2014

ontour im Frühjahr 2014 - Teil 2 Zingst

Meine Freundin und ich kennen Zingst aus früheren Tagen; ich war das letzte Mal 2008 dort. Da wir durch das Auto meiner Freundin mobil waren und sich Zingst in relativer Nähe zu Stralsund befindet, haben wir uns am Urlaubssamstag nach einem geruhsamen und ausgiebigen Frühstück auf den Weg gemacht. Wie gut ich mich an die Windflüchter zwischen Pruchten und Bresewitz erinnerte.


Die erste Überraschung war die Meiningenbrücke, die inzwischen gesperrt ist, dafür gab es eine neue Pontonbrücke.
 

 Wir erinnerten uns an früher: Falls man nicht gerade über Klockenhagen, Wustrow, Ahrenshoop (von Rostock kommend) auf die Halbinsel fuhr, durfte man regelmäßig am Meiningenstrom an der Ampel stehen. Ganz früher, als es nur die alte einspurige Brücke gab, staute sich dieser Verkehr dann gern  bis Pruchten (morgendliche Anreise der Urlauber) bzw. kurz vor Zingst (abendliche Rückfahrt der Urlauber). Erst die spätere Pontonbrücke brachte verkehrstechnisch Erleichterung, allerdings war auch diese einspurig (und im Winter nicht im Betrieb). Jetzt lag vor uns also eine zweispurige Brücke ohne Ampel. Prima! Eine "richtige" neue Brücke ist geplant und soll gebaut werden; ich hoffe sehr, dass Zingst wieder einen Anschluss an die Bahn erhält und die Brücke entsprechend ausgebaut wird! Weitere Informationen findet Ihr übrigens hier in der Wiki (klick) .

Zingst hat sich früher verändert, Zingst verändert sich noch. Es wurde und wird gebaut. So wurde inzwischen auch auf der anderen Seite der Strandstraße direkt vor dem Deich am Übergang mit der Seebrücke der Hotelkomplex "Steigenberger" erweitert. Die Jordanstraße, die vom Kreisel zur Kreuzung Richtung Zingst-Zentrum führt, ist allerdings immer noch schmal und in Saisonzeiten mit Fußgängern, Fahrradfahrern, Autos, Tretmobilen etc. bestimmt verstopft. Meine Freundin und ich haben uns in der Nähe des Postplatzes einen Parkplatz gesucht und mussten erst einmal Hartgeld einwechseln, weil der Automat weder wechselte noch einen Schein nahm. Clever - besonders in der Saison kann ich mir vorstellen (und wurde mir vom Inhaber des Geschäfts, wo ich mein Geld wechseln musste, auch prompt bestätigt).




Wir sind dann trotz des trüben Wetters mit großer Regenwahrscheinlichkeit geruhsam vom Postplatz Richtung Strandstraße und dann Richtung Seebrücke geschlendert, haben uns dort den Wind um die Nase wehen lassen, Kunstobjekte auf der Seebrücke angeschaut und beobachtet, wie eine Tauchgondel ihre Fahrt zum Meeresboden unternahm. Die Tauchgondel gab es 2008 übrigens noch nicht. ;) Wenn das Wetter gut ist, kann man von Zingst aus übrigens die Insel Hiddensee sehen, die z.B. von der Weißen Flotte sowohl von Zingst als auch von Stralsund angefahren wird.



Immer wenn ich an die Ostsee komme, muss ich testen, wie kalt das Wasser ist. Das steckt in mir drin, da kann ich einfach nicht anders. Ab dem Frühsommer werden dafür natürlich die Schuhe und Socken ausgezogen, aber dieses Mal musste die Hand reichen. Kalt. ;)

Unser Gang brachte uns dann in die Klosterstraße, wo sich noch immer das italienische Eiscafe Tiziano befindet, welches ich mit leckerem Eis in Verbindung brachte. Wir haben uns dort Kaffee und etwas Leckeres (bei mir gab es Apfelstrudel mit Eis) gegönnt. Als ich sah, dass sie noch immer "Gifteis" anbieten, konnte ich nicht widerstehen und nahm eine Kugel mit auf den Weg. Ich liebe diese Eissorte, die vanillig schmeckt mit Karamell und irgendwie auch so, als wäre Schoko u. Nuss enthalten. :) Und ja, das ist 1 Kugel Eis. ;)
 

Unser Weg führte uns auch auf den Zingster Friedhof, auf dem Martha Müller-Grählert liegt. Sie hat das sogenannte "Ostseewellenlied" verfasst, welches heute umgedichtet und vertont unter "Wo de Nordseewellen ..." bekannt ist. Die Dichterin konnte ihre Urheberrechter nicht durchsetzen.

Vorbei an der evangelischen Peter-Pauls-Kirche ging es dann Richtung Zingster Strom und dem Hafenbereich entgegen. Die im Zingster Strom gelegenen Insel Kirr ist Brut- und Rastplatz diverser Vogelarten, früher wurden dort auch Kühe geweidet. 




An die großflächigen Betonstufen direkt am Hafen konnte ich mich auch nicht erinnern - früher war dort ein begrünter Deichbereich. Aber im Sommer finden dort am Hafen auch Veranstaltungen statt incl. der Zeesbootregatta - vielleicht wollte man den Gästen eine andere Sitzmöglichkeit als Rasen bieten.

Das sich langsam aber sicher der zunächst nur tröpfelnde Regen verstärkte, sind wir dann die Hafenstraße entlang wieder Richtung Postplatz zum Auto gegangen und sind eine andere Strecke aus Zingst herausgefahren, am alten Bahnhof und dem Experimentarium vorbei Richtung Prerow, um dann aber wieder Richtung Brücke abzubiegen.


Für einen Ausflug zum Osterwald, der Sundischen Wiese und Pramort, war an diesem einen Tag keine Zeit - und auch das Wetter nicht wirklich schön, aber wer weiß, vielleicht ein anderes Mal. ;)

Weitere Bilder findet ihr in diesem Album:
Zingst 2014

Kommentare:

  1. Hach, was für schöne Fotos...

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  2. Wie so oft wecken deine Fotos bei mir Sehnsucht nach dem Meer, nach Strandspaziergängen, dem Wind und den kuscheligen Reetdachhäusern - und das Eis sieht absolut köstlich aus! :)

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  3. @Hermia und Winterkatze
    DANKE! :)
    Ich finde es schön, dass trotz der vielen Neubauten auch immer noch Reet vertreten ist - und manche Neubauten versuchen auch, sich diesen früheren Bauten anzupassen.
    Das Eis - himmlisch! Und für solch eine Kugel zahle ich gern 1 Euro. ;)

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  4. Die 10-Pfennig-pro-Kugel-Zeiten sind eindeutig vorbei. Heute ist so eine Kugel für einen Euro wirklich ein sehr günstiges Angebot! :)

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    1. Das 10-Pfennig-"Milcheis" meiner Kinderzeit (oder waren es 20 Pfennig? Ich erinnere mich nicht mehr wirklich) hatte natürlich eine andere Qualität als das "Gifteis" . :D

      Was ich vermisse, sind die Eiswaffeln, die es früher hier gab. Neben den Waffel"bechern" gab es es eine Art Schale/Muschel - und wenn man zwei Kugeln nahm gab es nicht nur eine, sondern eine weitere oben als Deckel darauf ... hach... ;)

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    2. Da ich zu den 10-Pfennig-Zeiten Fruchteis bevorzugte, kann ich die Qualität nicht vergleichen. Aber es gab, wenn mein Cousin und ich beim Spaziergang in den Ferien voraus gelaufen waren, für eine Mark zehn Kugeln Eis (Schoko für ihn, Zitrone für mich :D) und wenn meine Tante das nicht mitbekommen hat, weil wir schnell genug waren, gab es dann noch mal für 50 Pfennig ein Eis von ihr spendiert. *g*

      Die Waffelschale kenne ich so nicht - und dann auch noch eine als Deckel! Das klingt luxuriös! ;)

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    3. Ich erinnere mich an unsere Milchbar, in der es Frucht, Vanille und Schoko gab und meine Wahl fiel bei einer Kugel immer auf Schoko und wenn das Geld für zwei reichte, dann gab es Schoko und Vanille in der "geschlossenen Muschel" und man konnte sich durchknabber und das Eis dabei genießen ... :D

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    4. Vanille habe ich als Kind so gar nicht zu schätzen gewusst, aber durchknabbern klingt gut. :)

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    5. Im Grunde kannst Du Dir die Waffel wie bei den Sandwich-Eissorten vorstellen - nur dass man halt die Ränder der beiden Waffelhälften aufeinander legen konnte ... hmmmm

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  5. Was für schöne Fotos - und der Bericht klingt nach einem gelungenen Ausflug. Nach Darß/Zingst will ich irgendwann auch mal, da krieg ich gleich ein bisschen Fernweh ...

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    1. @Birthe
      Die Ecke lohnt sich auf jeden Fall zum Ostseeluft-Schnuppern, und Küstenregion-Entdecken, Baden, Radfahren, ornithologischen Beobachtungen, sonstigen Spaziergängen etc. :D Irgendwann schaffst Du das! :)

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  6. Hach. Toll. :)
    Ich war auch kürzlich da - und wollte am liebsten gar nicht wieder weg.

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    1. Ihr hattet deutlich besseres Wetter und ein wenig mehr Zeit, wie ich gesehen habe, Sarah Maria. :D
      Ich liebe die Ecke und bin Ostsee-Fan. Und auf dem ZDF gibt neben dem Meer soviele schöne wunderbare Stellen zu entdecken, hach ja, ist schon schön dort. :)

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