Freitag, 28. Februar 2014

Charles Darwin. Reise um die Welt (audio)

Immer wieder höre ich Wellen, die an Holz schlagen, das leise knarzt,
das Geräusch einer auf dem Papier dahingleitenden Feder,
das leise Mitsprechen des Textes im Schreibrhythmus.

Kein Zweifel, ich befinde mich auf einem Schiff und höre jemandem zu, der Briefe bzw. Berichte niederschreibt. Es ist der junge Charles Darwin, den ich bei diesem Hörbuch auf seiner rund 5jährigen Reise um die Welt begleite.

Dabei beginnt "Charles Darwin. Reise um die Welt" nicht direkt mit der Seefahrt, sondern mit einem Briefwechsel. Dieser führte dazu, dass der damals knapp 22 jährigen Charles Darwin an der Vermessungsfahrt der HMS Beagle teilnimmt. Er begleitet sie in seiner Eigenschaft als Geologe, aber wie seine Berichte zeigen, ist er auch als Botaniker und Biologe unterwegs: ein Naturforscher, der beobachtet, Gesteinsproben u.a. sammelt und entsprechende Berichte verfasst. 

Ich habe dem Vortrag Matthias Haases gern gelauscht, der zu 99 % die Lesung bestreitet (Herr Kuschmann kommt zu Beginn einmal zu Wort). Briefe und Reiseberichte können schnell trocken wirken, aber hier fand ich einen flüssigen Vortrag, der mich Darwins Staunen und Begeisterung, seine Belustigung, Unwohlsein und auch seine Missbilligung spüren ließ: Sei es, weil er regelmäßig seekrank wurde oder weil er spitzbübisch eine Schildkröte überholt, die ob des plötzlich Auftauchenden erschreckt reagiert. Oder sei es, wenn er kritisch und kritisierend beobachtet, wie Sklaven und/oder Ureinwohner behandelt werden.

Die Auszüge aus den historischen Briefen und Berichten sind natürlich keine Prosa, sondern Reisebericht. Manche Worte und Sätze wirken etwas antiquiert, was ich jedoch nicht als störend empfand. Einige Passagen enthalten fachspezifizische Bezeichnungen, in anderen finden sich Darwins Überlegungen, z.B. zur Entwicklung der Korallenriffe. Immer wieder werden Vögel oder Landschaften beschrieben, aber er legt auch Beobachtungen menschlichen Verhaltens nieder. Angesichts dieser Fülle an Informationen sind beim Hören bei mir einige Teile nicht icht hängengeblieben, aber auch das finde ich nicht schlimm, weil ich die Lesung insgesamt dennoch sowohl informativ als auch unterhaltsam empfand. :)

Den Titel kann ich problemlos Winterkatzes Sachbuch-Challenge zuordnen. Ich frage mich nur gerade, ob ich ihn auch bei Arianas Hörbuchchallenge unterbringen kann: die gelesenen Briefe und Berichte sind ja auch als Buch veröffentlicht worden, wenngleich wohl nicht in explizit identischer Form wie dieses Hörbuch?

Kommentare:

  1. Oh, das klingt ja wirklich nach einem interessanten Hörbuch! Ob du es für die Challenge werten willst, kannst du am besten entscheiden, aber bei deinem Hörtempo übertriffst du die zehn geforderten Titel wahrscheinlich eh. Da sind dann für die Skeptiker sicher auch zehn "echte" Hörbücher dabei. ;-)

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    1. Ich habe es jetzt einfach auch bei der Hörbuch-Challenge vermerkt. :D Was das Tempo angeht, Jed schlägt uns alle, glaube ich, um Längen, wenn sie das Hör- und Rezensionstempo beibehält. :D

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  2. Hört sich sehr interessant an. Werde ich mir anschauen bzw. anhören ;).

    Lg,

    Heike

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  3. Klingt wirklich sehr reizvoll! :) Und gratuliere zum weiteren Challenge-Beitrag! :D Sag mal, willst du schon zu Ostern mit allen Jahresherausforderungen fertig sein? ;)

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    1. Danke, Winterkatze :D
      Wann ist Ostern? lach. Ich denke, nicht, dass ich das schaffen werde, aber wie ich schon mal bei Ariana bemerkte, so ein nettes kleines Polsterchen für das Challengejahr finde ich überhaupt nicht schlecht. :D

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    2. Ich muss zugeben, ich habe keine Ahnung. :D Ja, so ein Pölsterchen wäre schon ganz beruhigend - ich wäre froh, wenn ich im März alle Rezensionen auf die Reihe bekomme und genug lese, damit ich mal auf dem "aktuellen" Stand bin. Ich werde zum Opfer meiner eigenen lockeren Regeln! *g*

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  4. @all
    Das Hörbuch gab es mal kostenlos bei Audible und ich habe ohne großartig darüber nachzudenken zugeschlagen. Im Nachhinein war das eine gute Idee. :) Ich weiß nicht, ob ich diese Briefe und Berichte in "einfacher Printform" auch so angesprochen hätten, aber die Buchausgaben werden ja vielleicht auch durch Skizze o.ä. aufgewertet.

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