Dienstag, 7. Januar 2014

H. G. Wells "The Time Machine" in der BBC-Radio3 -Hörspielfassung

Als ich letztes Wochenende bei audible unterwegs war, um meine zu diesem Zeitpunkt vorhandenen zwei Guthaben zu "verbraten", bin ich u.a.auf diese (ungekürzte englische) Hörspielfassung von "The Time Machine" by H.G. Wells gestoßen (klick). Es gibt diese Aufnahme auch als CD, wie ich bei Amazon gesehen habe.

Die Hörprobe sprach mich an und die Produktionsbeschreibung ("first ever UK radio adaptation, starring Robert Glenister as the Time Traveller and William Gaunt as H. G. Wells") klang gut - ich meine: BBC-Produktion, + und Robert Glenister (einigen von Euch vielleicht aus der aktuellen BBC-Serie "Hustle" bekannt), während mir William Gaunt nicht wirklich etwas sagte. Und - ich kannte bislang nur Filmadaptionen des Stoffes, auch das Buch selbst habe ich noch nicht gelesen. Dass das Hörspiel mit einer Länge von 1 Stunde 40 Minuten Wochenend-Küchentauglichkeit hatte, kam nur hinzu. ;)

Über den letzten Sonntag hinweg habe ich "The Time Machine" dann gehört. Die Geschichte um den namenlosen Zeitreisenden wird von einem Interview umrahmt, dass H.G. Wells einer Journalistin gibt, die - natürlich - sein Buch kennt und wie jeder vernünftig denkende Mensch annimmt, es sei Fiktion. Aber ist es das wirklich? Wells erzählt ihr, "was wirklich geschah", was nicht Eingang in sein Buch gefunden hat. Er berichtet von dem Abend, an welchem er - und andere -mit seinem Freund zu Abend speisten und einen außergewöhnlichen Bericht über Eloi und Morlock hörten ...

Ich bin ziemlich hin und weg von dieser Hörspielproduktion. Meinen einzigen Kritikpunkt werfe ich gleich am Anfang in den Raum: Die hohe kindliche Stimmlage (okay, kindlich passt ja durchaus) gepaart mit dem Gekichere -  ich weiß ;) - nervte mich. Aber ansonsten:

Schon William Gaunt als H.G. Wells zu lauschen mit seiner vollen Stimme - ich stelle mir vor, so hätte Charles Dickens geklungen - war ein Genuss. Das Ambiente des Abendessens wurde toll eingefangen mit Gläsern, Auftreten des Dienstmädchens, dem Knacken des Feuers im Hintergrund etc.. Und dann Robert Glenister als Zeitreisender: Wie gut, dass er Notizen auf eine Platte aufnimmt! Seine Beschreibungen sind gefärbt von Staunen, als er die Welt der Eloi das erste Mal wahrnimmt. Er klingt so frustriert, wenn er beoabachtet, welchen Entwicklungsstand die Eloi offenbar haben, dass ich unwillkürlich schmunzeln musste. Wie gesagt, das Geplapper der Eloi-Gruppe nervte mich etwas, aber der Zeitreisende hatte ja nicht nur mit ihnen zu tun; wenn die Morlock auftauchen, klingt es deutlich anders. Robert Glenisters Zeitreisenden ist Anspannung anzumerken, Erschöpfung oder Sanftheit. Die Geräusche und die musikalische Untermalung haben diese Eindrücke für mich noch unterstrichen.

Die englische Sprache war dank der hervorragenden Sprecher William Gaunt und Robert Glenister für mich sehr gut verständlich - auf jeden Fall immer inhaltlich, auch wenn mir mal eine Vokabel fehlte. Bei den Eloi muss ich das etwas einschränken ;) : Es war für mich häufig Geplapper, allerdings mit erkennbaren Wortfetzen bzw. Worten, die ich aus dem Englischen ableiten konnte. Wie eingangs erwähnt, kenne ich den Roman selbst weder auf deutsch noch auf englisch und weiß daher nicht, wie Wells die Eloi-Sprache "angelegt" hat.

Insgesamt habe ich Hörspiel jedenfalls sehr genossen und mich stimmungsvoll unterhalten gefühlt.

Und auch wenn es kurz und kein Hörbuch, sondern ein Hörspiel ist (und ich mich vorher mit Ariana zu diesem Punkt nicht abgestimmt habe), werde ich es als ersten Titel für die Arianas Hörbuch-Challenge 2014 werten. Ich bin optimistisch, dass ich nicht nur kurze Hörspiele hierfür hören werden. ;)

Kommentare:

  1. Tststs, einfach ohne Rücksprache ein Hörspiel - und noch dazu eines unter zwei Stunden - für die Challenge werten, so geht das ja nun nicht ... ;-)

    Quatsch, natürlich geht das! Ich mach euch doch keine Vorschriften, wie lang ein Hörbuch zu sein hat - und Hörspiele habe ich im letzten Jahr selbst für die Hörbuch-Challenge gewertet.

    Für die Challenge sollte das Gehörte irgendwie mit einem Buch in Verbindung zu bringen sein - wie dieses Buch dann genau vertont wurde, finde ich nicht entscheidend. Oft sind die Grenzen da eh fließend - Hörbuch, inszenierte Lesung oder doch schon Hörspiel? Mir egal, Hauptsache es unterhält gut beim Hören!

    Meine Challenge soll vor allem Spaß machen und zum Hören und zum Austausch über das Gehörte animieren - und mit "The Time Machine" hast du da offenbar eine gute Wahl getroffen!

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    1. Vielen Dank (Hörspiel)! :D So bin ich gleich nochmal so motiviert beim Challengestart. :)


      "The Time Machine" ist in meinen Ohren schon Hörspiel. Aber aktuell höre ich "Das Mädchen" von Stephen King, eine Fassung mit Hintergrundgeräuschen und musikalischen Untermalungen - eine reine Hörbuchlesung ist das in der Tat nicht mehr. ;)

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    2. Ah, "Das Mädchen" habe ich auch noch ungehört (bzw. mal reingehört) im Regal stehen. Joachim Kerzel! :-) Den mag ich ja besonders gern. Und Franziska Pigulla ist auch toll. Viel Spaß damit!

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    3. Gerade habe ich beim Aufräumen eine CD mit Hörproben zum Deutschen Hörbuchpreis 2013 in die Finger bekommen. Und was sehe ich da? Als HörBUCH des Jahres 2013 wurde das HörSPIEL zu "Ulysses" ausgezeichnet. Das bestätigt doch nur unsere Überlegungen, oder? Hab auf meiner Übersichtsseite zur Challenge jetzt auch eine entsprechende Ergänzung eingefügt, falls sich außer dir noch jemand die Hörbuch/Hörspiel-Frage stellt.

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    4. Ich höre die beiden Hörbuchsprecher auch sehr gern. "Das Mädchen" hört sich gut an ...

      Hm "Ulysses" als Hörspiel - bislang habe ich mich an Joyce ja nicht herangetraut. Vielleicht wage ich auf Dauer ja mal auf diese Weise einen Versuch.

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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