Sonntag, 31. März 2013

Lesewoche by Sayuri #9

So recht wusste ich gestern ja nicht, mit welchem Buch ich weitermachen sollte, also war ich erst einmal online und checkte meinen Feedreader. Übrigens bin ich weiter am Ersatz suchen. Feedly habe ich bislang nicht getestet, weil ich dafür offenbar entweder eine App installieren muss oder eine Erweiterung für den Browser. Ich bin allerdings eher jemand, der den Feedreader regelmäßig direkt im Web, also Browser- und App-unabhängig aufruft. Ich wollte mir Bloglines anschauen, müsste dort aber einen Zip-Code eingeben und weiß nicht, für welchen ich mich da (US?) entscheiden sollte (obwohl die Homepage auch deutschsprachig angeboten wird). TheOldReader finde ich durchaus interessant, dummerweise kann man dort bislang keine Ordner anlegen, um seine Feeds wenigstens etwas zu organisieren - aktuell ist offenbar nur eine alphabetische Anordnung möglich und das ist verflixt unübersichtlich. ;) Nun, ich schaue mich weiter um.

Wo war ich? Ach ja: Ich habe meinen Google-Feedreader gecheckt und bin bei ThatYvo auf "Drüberleben" von Kathrin Weßling gestolpert. Ihre, hm, Nichtrezension brachte mich dazu, das Buch bei skoobe zu suchen, zu finden und reinzulesen ... und ich blieb hängen. Heute vormittag habe ich "Drüberleben" beendet.

Kathrin Weßling lässt ihre Protagonistin Ida - Diagnose "Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome" - erzählen von der Nacht, bevor sie sich wieder in einer Klinik zur Therapíe vorstellt, von der Klinikzeit, Mitpatienten und medizinischem Personal, aber vor allem von sich: ihrer Wahrnehmung, ihren Gefühlen, Gedanken, Zweifeln, Fragen, der Wut, der Konstruktion von Geschichten die zur Wahrheiten werden. Sprachlich nimmt sie das Kreisende, die Suche nach der Mitte, wenn es sie denn gibt, durch Winderholungen oder fragendes spiralförmiges Sichannhähern an einen Punkt, zwanghaftes Annähern oder Verfolgen auf.

Eine intensive Lektüre; es ist ein Einblick in einen Seelenzustand, den ich nur zu ein einem geringen Teil nachvollziehen kann - und ich bin dankbar dafür.

Auf meinem Osterspaziergang heute - vom Eis waren die Gewässer noch nicht befreit und auch des Frühlings holden belebenden Blick konnte ich nicht wirklich wahrnehmen -


habe ich "Pride & Prejudice" by Jane Austen weiter gehört, nur um feststellen zu müssen, dass ich auf der Mitte der Strecke das Ende der auf das Hörbuch überspielten Kapitel erreicht hatte (dumme Natira): Elizabeth ist inzwischen auf Rosings und kurz davor, dort Darcy zu sehen.

Allerdings war noch ein anderes Hörbuch auf dem Player "Salvador und der Club der unerhörten Wünsche" von Alberto Torres Bandina, gelesen von Stephan Benson. Der Roman spielt auf einem Flughafen und Salvador fegt dort schon 30 Jahre lang die Hallen. Er kennt so viele Geschichten, hat so viel gesehen auf dem Flughafen und so viel erlebt (nicht nur auf dem Flughafen). Das Hörbuch beginnt mit Salvador, der mit einem Passagier ins Gepräch kommt, dem er angesehen hat, dass er nach Indien will, um sich selbst zu finden. Ihm erzählt er von Eduardo, den er schon als Kind gekannt hat ... und die Zeit reicht gerade so, bis der Passagier durch das Gate muss.  Ungewöhnlich ist der Erzählstil, denn man hört nur Salvador. Es ist, als würde man neben dem mit einem Dritten telefonierenden Salvador stehen und nur seinem Beitrag zum Gespräch lauschen können. Soweit ich das Hörbuch bislang gehört habe, kann ich jedoch sagen: Mich stört das überhaupt nicht und ich habe kein Problem, dem "Gespräch" zu folgen. Ich vermute allerdings, dass hier das Hören von "Salvador und der Club der unerhörten Wünsche" ein Vorteil ist, denn nicht nur erzählt Stephan Benson Salvadors Geschichten in einem Stil, der zu einem kurz vor der Pension stehenden liebenswerten älteren Herrn passt, Salvadors Reaktionen auf seine verschiedenen Gesprächspartner sind wunderbar dargestellt: Ich höre das Lächeln in der Stimme, Entrüstung, Nachsicht und Verlegenheit. Auf dem Spaziergang stellten die gehörten Passagen einen wohltuenden Gegenpol zu der heute morgen beendeten Lektüre dar. Da ich heute noch eine längere Autofahrt vor mir habe, werde ich wohl dieses Hörbuch - statt Austen - weiterhören.

Samstag, 30. März 2013

Projekt 52 Bücher-2013: 10/2013

Ich bin doch schon wieder so spät und kurz bevor das neue Thema gepostet wird, tse, tse. Heute allerdings geht es noch um das 10. Thema von Fellmonsterchens Bücherprojekt:

Ein Buch, das man wunderbar unter ein Tischbein schieben kann, damit der Tisch nicht mehr wackelt
Wenn ich mich in meinem Wohnzimmer umsehe: Da gibt es zum einen den Tablett-Klapptisch mit Eisenbeinen. Der andere Tisch hat zwar vier "normale" Tischbeine (nicht hölzern), aber auch zwei weitere mit Rollen. Beide Tische stehen jeweils auf Teppichläufern, die etwaige Unebenheiten des Bodens derart ausgleichen, dass ich kein Buch unter irgendein Tischbein schieben müsste.

Im Schlafzimmer habe ich noch einen alten Nähtisch als Beistelltisch zweckentfremdet, aber der Estrich unterhalb des Bodenbelages ist eben, da wackelt auch nichts.

Bleibt die Küche, in der es keinen Tisch gibt, nur eine Art Tresen, der von einem metallenen Fuß gestützt wird und schon deshalb nicht wackelt.

Und auf dem Balkon? Da steht ein rollbarer Klapptisch mit einem Fuß für die aufklappbare Platte - auch dort, die Frisur .. äh der Tisch hält.

In meiner Wohnung gibt es also keinen Bedarf an unter Tischbeine zu schiebende Bücher.

Die mir außerhalb meiner Wohnung untergekommenden wackelnden Tische bedurften als Stütze auch keines Buches, sondern eher eines Bierdeckels o.ä. Gibt es so dünne Bücher? Hm, Werbeheftchen vielleicht? Die kann man bestimmt gut unter wackelnde Tische, Stühle oder Bänke stopfen ...

Lesewoche by Sayuri #8

Ich kann vermelden, dass ich "Die nachhaltige Pflege von Holzböden" von Will Wiles beendet habe.

Wenngleich ich etwas mehr über Oskar erfahren habe, wie er dazu kommt, Katzen zu halten, habe ich nicht gelernt. Es gibt in diesem Zusammenhang nur einen Absatz: "Die Leute behaupten, Katzen in der Wohnung machen Dreck und Unordnung. Das habe ich nie gefunden. Die Menschen sind die Quelle von allem Chaos." (S. 263 des Romans in der 1. Auflage 2013 carl's books). Diese Aussage aus dem Munde (eigentlich auf einem Zettel) Oskars ... sagt nichts aus.

Vielleicht bin ich zu sehr auf das Katzenthema fixiert, aber dass ein Mensch wie Oskar - beinahe zwanghaft, auf Ordnung und System konzentriert, kostspieliges Design (Ledercouch, unversiegelte Holzdielen) liebend und mit seiner Frau in Streit über die sorgfältige Behandlung der Wohnung in Streit geratend - ausgerechnet zwei Katzen in Wohnung aufnimmt finde ich schon befremdlich. Hinzu kommt, dass Oskar die Wohnung samt Katzen bei mehrwöchigem Aufenthalt nicht etwa jemanden vor Ort anvertraut (der Ort wird übrigens nicht ausdrücklich genannt, ich vermute aber, es handelt sich um Bukarest), sondern jemanden aus London kommen lässt. Ich habe für beide Punkte eine Erklärung erwartert: Vielleicht waren ihm die Katzen zugelaufen, er hatte Mitleid und sie widerwillig aufgenommen ... Aber nein. Für den zeiten Punkt wird im Roman einer Erklärung geliefert; ich finde sie zar nicht 100 % überzeugend, kann sie aber nachvollziehen.

Was den erzählenden Protagonisten angeht: Der Nervfaktor ließ zwar wieder nach, allerdings war für mich in Bezug auf seine weiteren Erlebnisse im Zusammenhang mit der Wohnung "die Luft raus". Seine Probleme waren in ihrer Art durchaus, hm, originell, und lösten auch Gefühle in mir aus (hauptsächlich Antipathie). Aber der von meiner Buchhändlerin angesprochene schwarzen Humor und die Komik ist mir nicht begegnet, was aber auch an meinem eigenen Humorempfinden liegen kann.

Mit "Pride und Prejudice" by Jane Austen bin ich am heutigen Vormittag weiter gekommen. Bingleys sind inzwischen aus Netherfield abgereist und Miss Lucas hat den Heiratsantrag von Mr. Collins angenommen. Ich mag die Vortragsart der Sprecherin immer noch ;)

Da Merlin und Marlowe mich gerade nicht belagern, werde ich mir jetzt einen Tee machen und überlegen, welches Buch ich nun lese. Greife ich noch einmal zu "Die Reisen mit meiner Tante" oder nehme ich "Achtung, Superheld". Oder vielleicht etwas ganz anderes? hm...

Lesewoche by Sayuri #7

Von dem Roman "Die nachhaltige Pflege von Holzböden" habe ich etwas mehr als die Hälfte gelesen. Der Erzähler musste bereits Holzbodenpflege betreiben, was allerdings nichts mit den zwei von ihm zu hütenden Katzen zu tun hatte. Letztere sind übrigens nächtliche Freigänger.

Ich rätsel immer noch, wie Oscar, der laut Darstellung des Erzählers und eines befreundeten (? wirklich?) Musikers namens Michael ein pedantischer und durchorganisierter Kontrollmensch ist, nicht nur zwei (!) Katzen in seiner Designerwohnung mit unversiegeltem Holzboden und Ledersofa hälft (auch wenn sie auf letzteres nicht dürfen), sondern diese beiden sind auch noch Teilzeitfreigänger über Nacht. Ob nun Hauskatzen oder Freigänger: Die Fellnasen sind Individualisten und auch wenn man ihnen das Ledersofa oder einen Raum oder was auch immer verbietet und sie es in Deiner Gegenwart tatsächlich nicht tun, heißt letzteres gar nichts. Ich kann mir Oskar, der sogar in seiner künstlerischen Arbeit Regelungsbedürfnis bzw. die Anwendung von System bevorzugt - er arbeitet an einer Symphonie auf der Basis des Deweyschen Katalogisierungssystems  - einfach nicht als Katzenversorger vorstellen. Jedenfalls nicht in Bezug auf all die Kleinigkeiten wie Katzenklos (incl. Beacheffekt in der Wohnung), Toben durch die Wohnung mit Kehren bzw. Bremsen unter Zuhilfenahme von Krallen, Zeckenentfernung bzw. mit Freigang möglicherweise einhergehende Verschmutzung etc.

Davon abgesehen geht mir der Erzähler aktuell auf die Nerven. Trotz Kenntnis von Oskars Charakter und Angewohnheiten aus der gemeinsamen Unizeit (wie Untersetzerbenutzung, Zetteln mit Hinweisbitten) und dem Hinweisbrief, den er bei Antritt des Haussittings findet, nutzt er beim Rotweintrinken keinen Untersetzer, lässt die Katzen auf dem Sofa verbleiben etc. Natürlich  - ich habe keine Hemmungen, das hier zu schreiben, da man dies als Leser angesichts des Titels und des Klappentextes bereits erwartet - geht das schief. Andere Dinge kommen hinzu und der Protagonist jammert und gibt an Ereignissen dem ortsabwesenden Oskar schuld (der ihn telefonisch zu einem Konzertbesuch "drängte") ... Oskar hat ihm in der Vergangenheit mal gesagt, seine (des Erzählers) Toleranz ginge zu weit, er (der Erzähler) passe sich allem an, seiner Freundin, seinen Lebensumständen. Und genau das passiert auch hier: Er gibt Oskars Drängen zum Konzert nach, er gibt Michaels Drängen - Barbesuch u.a.- nach und ist dann wegen der Konsequenzen seiner bequemen Entscheidungen bzw. Nichtentscheidungen unzufrieden und eigentlich sind ja die anderen schuld.

Erzähltechnisch finde ich auch der Autor momentan anstrengend. Es ist nicht so sehr die Sprache an sich, sondern die Hingabe, mit der z.B. das verkaterte Aufwachen in den verschiedenen Wahrnehmungsstadien beschrieben wird, am Abend davor halt die Stadien der Trunkenheit, etwas davor mit Metaphern die Stadtansicht (in der Art, dass eine Kirche mit weißem Putz wie frischer Tofu in trübsinniger Misosuppe der Stadt wirkt).

Ich brauche eine Pause. Es ist jetzt kurz nach halb acht und ich werde meine Sachen zusammenpacken und hoffentlich gegen 8 aus der Wohnung heraus auf einem Spaziergang sein und dabei Pride & Prejudice by Jane Austen weiter hören.

Wir lesen uns.

Freitag, 29. März 2013

Lesewoche by Sayuri #6

Eigentlich ... eigentlich wollte ich gestern lesen und mein Hörbuch weiterhören. Und eigentlich wollte ich dem Hörbuch auch heute auf meinem recht ausgiebigen WinterKarfreitagsspaziergang
 

weiter lauschen. Aber wie das manchmal so läuft: Gestern war ich arbeitsmäßig sehr eingespannt und hatte weder zu einem abendlichen Spaziergang Lust noch zum Lesen, sondern bin früh in die Koje gefallen. Meinen von Montag bis Freitag momentan um halb sechs klingelnden Wecker hatte ich leider auch vergessen - und so wurde ich natürlich heute morgen aus dem Bett geklingelt. Super Leistung, oder? :) Nun, ich habe mich noch einmal umgedreht, auch wenn die MuMs das eindeutig als Verrat auffassten und sich entsprechend beschwerten. Ich bin erst um 7 Uhr hoch, das musste reichen. :)

Nach dem Frühstück bin ich spazieren gegangen und stöpselte vor Ort voller Vorfreude meinen - aufgeladenen - Mp3-Player an, nur um dann feststellen zu müssen, dass das Teil offenbar keine Lust hatte, am Karfreitagmorgen zu arbeiten. Mit "Pride & Prejudice" bin ich also auch heute noch nicht weitergekommen.

Am Mittwoch hatte ich kurz in "Die Reisen mit meiner Tante" von Graham Green hineingeblättert, heute habe ich "Die nachhaltige Pflege von Holzböden" von Will Wiles angetestet und bei letzterem werde ich auch bleiben: Der Roman beginnt, indem der Ich-Erzähler, offenbar ein Schriftsteller, aus dem Flugzeug steigt und die Wohnung seines Freundes Oscar betritt. Oscar hatte bereits als junger Mann nach der Erinnerung des Erzählers ein Gefühl für Stil, Ästhetik und Faible für Design gepaart mit einer Zwangsneurose, zumindest aber wirkte er pedantisch. So wie er Oscars Flur, Wohnzimmer und Küche beschreibt, könnte er auch eine Designerwohnung einer Zeitschrift betreten haben. Der Holzboden ist "nicht genagelt sondern manikürt". :)  (S. 11 des Buches, 1. Auflage 2013 carl's books) Das Musikzimmer - Oscar ist Musiker (irgendwie bringe ich Künstler mit Kreativität und sogar ein wenig Chaos in Verbindung, hm) - wirkt allerdings lebendiger, wenngleich ebenfalls äußerst aufgeräumt. Ein Zimmer ist offenbar übrig und dieses öffnet der Erzähler jetzt - und hört Krallen auf dem Boden. Denn der Erzähler soll nicht nur auf die Wohnung, sondern auch auf die Katzen aufpassen.

Mal sehen, was diese Kombination ergibt.  Und ich hoffe, ich erfahre mehr darüber, was den offenbar pedantischen und, hm, ordnungsliebenden Oskar dazu gebracht hat, zwei Katzen bei sich aufzunehmen. ;)


Donnerstag, 28. März 2013

Übrigens

Ich habe die Kommentarfunktion wieder umgestellt, da leider einige von Euch nicht mehr wie üblich oder gar nicht mehr kommentieren konnten. Derzeit habe ich keine Moderation zu bis zu 10 Tage alten Posts. Mal sehen, wie es sich mit den Spamkommentaren verhält, die zwar von Blogger erkannt, aber leider nicht aus dem Kommentarfeed/-abo herausgefiltert werden. Und die Captchas sind weiterhin eine Zumutung. Ein entsprechendes Feedback habe ich bereits zu Blogger abgegeben, aber ob das zu einer Änderung führt ... Ggf. werde ich wieder auf vollständige Moderation umstellen müssen...

Außerdem ist dieses Wochenende nicht nur Ostern

- ich wünsche ich Euch ein frohes Osterfest und einen fleißigen Osterhasen :) -,

sondern es findet auch die allseits geliebte Umstellung auf Sommerzeit statt. In der Nacht vom 30.03. auf den 31.03.2013 geht uns mal wieder eine Stunde verloren, weil die Uhr eine Stunde vorgestellt wird.

Ach ja, ich könnte mal wieder eine Bloginhalts- und Vorlagensicherung durchführen. Ob es stimmt, weiß ich nicht, aber gefühlt baut google oder blogger wieder um und wer weiß ...

Mittwoch, 27. März 2013

Foto-Impressionen

Da ich heute abend wohl nicht zum Lesewochen-Posting komme - ich bin zum Essen verabredet - und vermutlich über den Tag sowieso kaum etwas lese- oder hörtechnisch schaffe, gibt es einen Fotopost zwischendurch. Das Wetter war hier  - besonders in den letzten Tagen (danke Ostwind!) lausig kalt, aber wenn man geschützte Ecken erwischte oder im Wald spazierenging: schöööön sonnig.


Die Fotos sind, soweit nicht extra gekennzeichnet, wieder mit meinem Handy gemacht. Und ich habe die Instagram-App weiter genutzt. :)

Oops, ich habe in diesem Monat so viel auf meinen Spaziergängen geknippst, dass ich Euch damit nicht in einem Post erschlagen will. Heute gibt es also nur einen Teil, die ich Mitte März 2013 gemacht habe:














Dienstag, 26. März 2013

Lesewoche by Sayuri #5

Heute abend bin ich ziemlich groggy, aber für eine kurze Rückmeldung, bevor ich ins Bett falle, ist noch Zeit. :)

"Mamas Vermächtnis" von Herrad Schenk habe ich heute in der Mittagspause ausgelesen. . Das Testament brachte für Thea durchaus eine Überraschung, aber für mich als Leser zeichnete sich diese doch schon früher ab. Und obwohl die Autorin auch hier bei den Auswirkungen - emotional und auch im äußeren Leben -  ein gutes Händchen und Gespür beweist, wie ich finde, ging es mir mit der Romanhandlung dann doch etwas zu schnell. So wie sich Herrad Schenk zu Beginn nach dem Tode viel Zeit für Thea und ihre Gefühlswelt nimmt, hätte ich mir auch nach der Testamentseröffnung gewünscht, dass Theas Entwicklung bis zu ihrem Auftreten bei Romanende genauer betrachtet worden wäre.

Außerdem habe ich mir die "Pride und Prejudice" MP3-Umsetzung aus dem Berz + Fischer Verlag in der ungekürzten englischen Version, gelesen von Sharon Williams auf meinen MP3-Player gepackt und begonnen. Im ersten Moment war ich überrascht, wie zügig die Sprecherin vorträgt und ich brauchte etwas, bis ich mich eingehört hatte - vermutlich wird mir das jedes Mal so gehen, wenn ich dieses Hörbuch anmache. :) Wie schon bei der eigenen Lektüre des Buches im Original verstehe ich bei diesem Hörbuch nicht jede Vokabel, aber der Sinn der Sätze erschließt sich mir schon und die Sprecherin verstehe ich auch. Sie spricht akzentuiert und temporeich, ohne sich zu überschlagen. Gefällt mir soweit ;)


Montag, 25. März 2013

Lesewoche by Sayuri #4

Meinem Spaziergang am heutigen Abend nach der Arbeit ist es zu verdanken, dass ich mein erstes Ziel erreicht habe: "Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick" von Jennifer Smith habe ich zu Ende gehört.

Und was soll ich sagen: Anna Carlsson liest Hadleys Geschichte toll; für mich war das Zuhören ein wenig wie das Einkuscheln in eine Decke und wohlfühlen. Die 17jährige Hadley verpasst ihren Flug über den großen Teich nach London um 4 Minuten und hat "Glück", auf den nächsten umgebucht zu werden. Wirklich Neigung, den Flug zu absolvieren, um am nächsten Tag an der Hochzeit ihres Vaters mit seiner Neuen teilzunehmen, hat sie allerdings nicht. Bislang hat sie es immer geschafft, der neuen Frau im Leben ihres Vaters aus dem Weg zu gehen, die Kontakte zum Vater hat sie auf ein Mindestmaß beschränkt. Aber ihre Mutter hat sie zur Teilnahme gedrängt und nun ist sie hier, klaustrophobisch auf den nächsten Flug wartend, Auf dem Flughafen lernt sie den 18jährigen Oliver kennen, der zwar in den USA studiert, jedoch wegen einer Familienangelegenheit auch nach Hause, nach London, fliegt. Bei dem Titel des Romans verrate ich wohl nicht zuviel, wenn ich sage, dass sich Hadley zu Oliver hingezogen fühlt. Aber hierauf beschränkt sich Jennifer Smith nicht, es geht vielmehr um Beziehungen und Liebe in verschiedenen Arten und Ausprägungen (für diejenigen, die den Roman schon kennen: ich denke an die zauberhafte Vorlese-Episode, das Hotelgespräch vor dem Empfang, Hadleys Mutter - oder halt Oliver).

Auch wenn mir ein Teil der Londoner Ereignisse etwas unglaubwürdig erschien, gefiel mir das Hörbuch in der Gesamtschau gut: Der Geschichte war, woran Anna Carlssons Vortragsart, denke ich, ihren Anteil hat, sehr gut zu folgen und ich fühlte mich mit Anna Carlssons Stimme wohl.

Danke für den Tipp und die Leihgabe, Winterkatze!



Sonntag, 24. März 2013

Lesewoche by Sayuri #3

Ich lese weiterhin in "Mamas Vermächtnis" von Herrad Schenk.

Es geht den Menschen wie den Leuten: Einer Internet-Bekanntschaft folgt ein Date. Hier hatte sich Thea aber was anderes vorgestellt.

Oh und reizend:
Da kümmert sich die Tochter jahrelang um die Mutter, die im Übrigen auch keine Freundinnen hatte, und erfährt von dem aus dem Urlaub heimgekommenen Hausarzt der Mutter telefonisch, dass letztere ein Testament gemacht und bei ihm hinterlegt hat.

Natürlich frage ich mich, was in dem Testament steht (ihren Vettern hatte Thea am Abend davor gesagt, dass es keins gäbe, was zwar richtig war zu diesem Zeitpunkt, aber halt doch falsch war und sicher einen falschen Eindruck hinterlassen wird), aber ich frage mich auch, weshalb die Mutter Thea nicht mal darüber in Kenntnis gesetzt hat, selbst wenn sie es nicht zu Hause verwahrt. Nun, vielleicht bringt der Inhalt des Testaments ja Klarheit. ;)

Lesewoche by Sayuri #2

Ich will auch gleich mal etwas zu "Mamas Vermächtnis" von Herrad Schenk schreiben. Die Ausgangssituation ist ja, dass eine fast 70jährige Witwe ihr Rentnerdasein im Grunde damit verbracht hat, für ihre extravagante künstlerische Mutter da zu sein und sie bis zu ihrem Tod zu pflegen. Zweigleisig stellt die Autorin Theas aktueller Situation (die Mutter ist gerad verstorben und Thea löst den Nachlass auf) dar und in Rückblenden erfährt man mehr von Theas Leben und dasjenige ihrer Mutter.

das Gefühl, dass z.B. Kleidung und Mobilar der Mutter nach deren Tod fehl am Platz und seltsam falsch wirkt ... oder das Gefühl, das man gleichzeitig gebraucht wird und gelitten, dass die eigene Zeit fremdverplant und vereinnahmt wird, die spürbare Frustration der Tochter und der Mutter ob dieses Zustandes...

wirkt vertraut.

Lesewoche by Sayuri :) #1

Ausgangsbasis ist ja eigentlich die 7 days- 7 books - Aktion von Mandy und Melanie (klick!) , die am morgigen Montag startet und bis zum 31.03.2013 geht und von der ich über die Winterkatze (klick) erfahren habe. So reizvoll diese Aktion grundsätzlich auch ist - mir war sie neben meinem Vollzeitjob in ihren Bedingungen zu fordernd und zu eng.

Allerdings hat sich Sayuri (klick) inspirieren lassen und diese Aktion ein wenig für sich angepasst: Sie startet jetzt und schließt den Ostermontag mit ein und ihre Regeln

- Mindestens drei Bücher beenden (davon ggf.  und maximal ein Hörbuch oder ein Comic).
- Die Fortschritte und das Leseerlebnis hier auf dem Blog transparent machen.
- Trotzdem auch noch Zeit für andere Urlaubsaktivitäten lassen - wenn es nicht klappt, dann klappt es halt nicht ;)
- Ich darf auch zwischen den Büchern springen und ggf. auch noch eines austauschen.

lassen mir gefühlt genug "Luft", um neben der Arbeit nicht nur noch etwas zu lesen, sondern dazu auch noch ein paar Leseeindrücke zu posten. Ich werde mich bemühen, täglich einen Post zu schreiben, warne aber jetzt schon vor: Ggf. gibt es die Leseeindrücke vom Montag bis Gründonnerstag erst am Karfreitag. :D

Ach ja, um welche Bücher soll es denn bei mir gehen:

Ich würde gern die laufenden Titel beenden:
- Mamas Vermächtnis von Herrad Schenk (print)
- Eine wie Alaska von John Green (ebook)
- Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick von Jennifer Smith (audio)

Vorauswahl für die neue Lektüre:
- Die nachhaltige Pflege von Holzböden von Will Wiles und/oder
- Star Trek Deep Space Nine "Offenbarung" (8.1) von S.D. Perry und/oder
- Die Reisen mit meiner Tante von Graham Greene und/oder
- Pride and Prejudice (engl.) by Jane Austen - audio book und/oder
- Achtung Superheld von Matthew Cody (Kinder/Jugendbuch)

Mal sehen, wie es läuft :)

Samstag, 23. März 2013

Projekt 52 Bücher - 2013: 9/2013

Bevor ich wieder in Rückstand gerate - was mit dem Ablauf des heutigen Tages geschehen würde ;) - werde ich versuchen, etwas zum 9. Thema von Fellmonsterchens Bücherprojekt zu schreiben:

Regenbogen.

Als erstes fing ich an "Somewhere over the rainbow" zu summen und zwangsläufig an den Film "Der Zauberer von Oz" mit Judy Garland als Dorothy zu denken. Das führte natürlich zu der zugrundeliegenden Geschichte von L. Frank Baum - und mich konsequent zu der Zauberland-Reihe von Alexander Wolkow, die ich hier im Blog (und auch im Projekt) schon erwähnt habe.

Also dachte ich weiter nach und siehe da: In der nordischen Mythologie gibt es die Regenbogenbrücke. Vor Jahren habe ich zwar mal Sagen über Odin, Thor, Loki, Freya gelesen, aber das ist so lange her, dass ich mich im Detail nicht mehr erinnere. Die Edda selbst habe ich bislang nicht gelesen.  Und auch wenn ich vor meinem geistigen Auge ein paar Krieger in Rüstung habe, die über eine schimmernde Regenbogenbrücke reiten, so ist das eher dem Film "Thor" geschuldet. ;)

Aber:

Über die Regenbogenbrücke und die nordische Mythologie komme ich zu einem Roman von Neil Gaiman "american gods".Und diesen Roman, in welchem u.a. Elemente der nordischen Mythologie aufgegriffen werden, habe ich vor ca. 4 Jahren auch gelesen. Gaiman erzählt dort (nicht nur) Shadows Geschichte, der nach seiner frühzeitigen Entlassung aus dem Gefängnis als Bodyguard von Mr. Wednesday engagiert wird und diesen auf seiner Reise durch Amerika begleitet, auf welcher Mr. Wednesday sich mit alten Bekannten trifft. Gaimans Erzählweise und die Fülle an einzelnen Geschichten, die ruhen und wieder aufgegriffen und verwoben werden, empfand ich bei erstmaliger Lektüre herausfordernd. Ich gehe davon aus, dass ähnlich wie die Sandman-Comics von Gaiman auch "american gods" bei jeder neuerlichen Lektüre mehr offenbar. Ich muss nur die Zeit und Ruhe finden.

Freitag, 15. März 2013

Fotos von Merlin

Wie zuletzt schon erwähnt, nutze ich mein Neo auch ausgiebig für Schnappschüsse von meinen MuMs. Hier kommt Merlin:





wobei das letzte ein mit meiner Digikamera aufgenommenes älteres Foto ist, welches ich mit einem Instagram-Filter editiert habe.

Mittwoch, 13. März 2013

Foto-Impressionen

In letzter Zeit war ich recht häufig per Pedes unterwegs. Das Handy hat mich auch regelmäßig begleitet - Himmel, war ich froh, als ich es nach der Reparatur wieder hatte! :) - und ich spiele weiterhin gern mit der Instagram-App herum. Eine (erste) kleine Auswahl der Fotos gibt es hier:







Dienstag, 12. März 2013

Fotos von Marlowe

Ich habe mein Handy auch in Bezug auf meine kätzischen Mitbewohner sehr zu schätzen gelernt. Kurz zur Seite greifen, anmachen, Kamera und zack. Mit meiner Digi-Kamere und dem kleinen Zoomobjektiv dauerte das so viel länger und viele Posen von Merlin und Marlowe sind mir so entgangen. Aber z.B. nicht diese, meinem Neo sei Dank: 





Sonntag, 10. März 2013

Projekt 52 Bücher 2013 - 8/2013

Ha! Die Aufholjagd wurde erfolgreich von mir beendet, denn mir diesem Post wird das aktuelle 8. Thema von Fellmonsterchens Projekt, nämlich

Klolektüre

von mir in Angriff genommen. Und auch dieses Thema kann kurz und knackig beantwortet werden.

Ja, manchmal lese ich auf dem stillen Örtchen. Dabei handelt es sich meistens um die wöchentlichen lokalen kostenlosen Blättchen mit diversen Anzeigen und Angebotswerbung. Dann gibt es noch die Kataloge von Jokers, Zweitausendundeins, Weltbild etc. Oder eine Zeitschrift (ADAC, PM o.ä.).

Und danke, Fellmonsterchen, für das leichte Thema. :)


Projekt 52 Bücher 2013 - 7/2013

Puh *Schweiß wegwischt*, hier kommt das letztwöchige (ha!) Thema Nr. 7 von Fellmonsterchens Bücherprojekt

Du betrittst zum ersten Mal die Wohnung deines neuen Schwarms. Welches Buch sollte auf dem Couchtisch (oder natürlich wahlweise auf dem Nachttisch) rumliegen, damit du dir sicher bist “Hier bin ich richtig!”? (Bonusfrage: Welches Buch dürfte dort auf keinen Fall rumliegen?)

Kurz und knackig: Kontext. 

In der Wohnung meines Schwarms könnte z.B. "Überredung" liegen oder "Owen Meany", ein Fußballbuch (gähn), die Bohlen-Biographie (örks),der Wachturm (oh weh) oder ein Comic. Die Frage ist, warum liegt es da. Aus Überzeugung, Neugierde und Interesse, Nostalgie? Das klingt nach Gesprächsstoff und nach der Möglichkeit, die obigen Fragen zu klären ...


Projekt 52 Bücher 2013 - 6/2013

Aufholen, aufholen, aufholen:

Das 6. Thema von Fellmonsterchens Bücherprojekt lautete
Zitronen können nicht nur sauer sein…
Oha! Als erstes Buch fiel mir ein Kochbuch ein, dass ich mal besaß, und in dem es um Koch mit Zitrusfrüchten ging. Ich habe es allerdings nicht gefunden. So viel dazu.

Hm. Zitronen. Gelb, sauer, vitaminreich, Zitronentee heiß oder kalt. Ah, Basis für erfrischende Limonade. Das bringt vermutlich nicht nur mich zu Forrest Gump und "Wenn das Leben Dir Zitronen gibt, mach Limonade." (oder so ähnlich). Forrest Gump ging mir durch den Kopf, als ich Marie-Sabine Rogers "Das Labyrinth der Bücher" gelesen habe. Der dortige Erzähler Germain ist ein schlichter Charakter, der im Park die ältere Margueritte kennelernt. Sie eröffnet ihm die Welt der Worte und Geschichten, liest ihm vor und motiviert ihn, selbst lesend auf Entdeckungsreise zu gehen. Und auch wenn Germains Suche und seine Erkenntnisse keine Novitäten darstellen, so erzählt die Autorin sie doch herzerwärmend und so verbrachte ich mit dem Roman einen wunderbaren Tag u.a. auf dem Balkon - abend übrigens mit einem Alsterwasser. :)


Der Begriff Zitrone führte mich auf meinem heutigen Nachmittagsspaziergang außerdem noch zum englischen "lemon" und von dort wanderten meine Gedanken zu "Lemony Snicket" und seiner 13bändigen Kinderromanreihe "Eine Reihe betrüblicher Ereignisse", in der es um die minderjährigen Geschwister Violet, Klaus und Sunny Baudelaire geht. Diese haben ihre Eltern durch einen Brand verloren und werden unter Vormundschaft von Graf Olaf gestellt, der es auf das Familienvermögen abgesehen hat. Es gibt einen Film, in welchem offenbar nur die ersten drei Bücher umgesetzt wurden. Ich habe die Bücher weder auf deutsch noch auf englisch gelesen und kann sie leider in keiner der Büchereien ausleihen, in denen ich Mitglied bin. Kennt Ihr sie und falls ja: Findet Ihr die Bücher empfehlenswert? Und ab welchem Alter würdet Ihr die Lektüre empfehlen?

Projekt 52 Bücher 2013 - 5/2013

Die Aufholjagd geht weiter mit dem 5. Thema von Fellmonsterchens 52-Bücher-Projekt:

Das Buch, das ganz oben auf einer deiner Listen steht.

Okay, der schwierige Part an dieser Frage ist klar: Welche Liste?
Die Wunschliste? Die "von Interesse"-Liste mit potentiellen Kandidaten. Die Liste mit ungelesenen eigenen Büchern? Die Liste mit noch zu lesenden Leihbüchern? Die (bisherige) Leseliste dieses Jahres oder der Vorjahre ... Das Fellmonsterchen behauptet ja mit schöner Regelmäßigkeit, dass ein leichtes Thema folge - und wir Teilnehmer kratzen uns am Kopf angesichts der Fülle an Möglichkeiten. :)

Ich entscheide mich jetzt mal für eine kleine Kopfliste von Autoren, deren weitere Romane/Erzählungen/Texte mich nicht reizen: Auf ihr steht der Name Angeles Saura, von welcher ich im Jahr 2009 den Roman "Der Zweifel" gelesen habe.

Während die Frage in dem Roman grundsätzlich interessant ist

- Wie erlebt ein Sammler, Kenner und Bewunderer der Werke eines konkreten Malers die Behauptung und die möglichen Beweise dazu, dass sein Lieblingswerk gar nicht von diesem Maler stammt und motiviert ihn das zu irgendwelchen Aktionen? -,

machte mich die Form fast verrückt:

Die Sätze liefen über Seiten (Format zwischen DIN A5 u DIN A6, der längste ging über 9 Seiten) ohne Kommata oder Semikolon. Absatzmarken gab es am Satzende, sodass dem lesenden Auge auch keine Hilfe beim Erfassen von Inhalten geboten wurde. Denn auch ein Satz verhielt sich über Erinnerungen, zukünftige Pläne, aktuelle Ereignisse, wieder Erinnerungen etc. Nun mag es ja sein, dass dieses Layout dem herausgebenden Verlag zuzurechnen ist. Ich bezweifle aber einfach, dass der Verlag am Satzbau des Autors ansich etwas ändert ...Dazu kam dann noch eine eigenwillige Kombination von blumiger (nicht gerade mein Favorit) und, hm, kreativer Sprache (granatapfelzarter Tag, Fleischlichkeit versus kreischige Familie, (mich) umschmeißen etc.).

Ich war nach Lektüreende unglaublich genervt und frustriert - nicht wegen des Inhaltes, sondern wegen der Form. Noch heute, über die Jahre hinweg, ist dieses Gefühl präsent, während ich mich an den Ausgang des Romans überhaupt nicht mehr erinnere. Bis heute habe ich nicht die geringste Lusts, noch einmal einen Text dieser Autorin zu lesen. Bei Jose Saramago, der meiner Ansicht nach ebenfalls ein etwas eigenwilliges Verhältnis zu Satzzeichen hat, geht es mir übrigens nicht so. 

Projekt 52 Bücher 4/2013

Ich habe ja einige Themen von Fellmonsterchens Projekt nachzuholen. Gar nicht lang herumreden, Natira, sondern loslegen: Also hier kommt Nr. 4 des Projektes

Zeige uns ein schwarz-weiß-blaues Buch.

Das Thema war zum damaligen Zeitpunkt nicht ganz aus der Luft gegriffen, es hing mit einem Fußballspiel und einem Verein zusammen. Da ich mit Fußball so gar nichts am Hut habe, nehme ich das einfach so hin und konzentriere mich im Übrigen einfach auf das schwarz-weiß-blaue Cover.

Ich hatte sofort ein passendes Buch in der Hand, dass mir kurz vor der Themenankündigung DarkJohann mal wieder in Erinnerung gerufen hatte. Also habe ich das Buch anlässlich der Themenvorgabe gelesen: Es handelt sich um die Ausgabe aus der SZ-Bibliothek von Trumans Capote "Frühstück bei Tiffany"

Eindeutig ein schwarz-blau-weißes Cover, dessen Bild der - nicht werkgetreuen, aber bekannten - Verfilmung des Buches entnommen ist.

In dem Kurzroman erfährt der Ich-Erzähler von dem Wirt Joe, dass es vielleicht ein Lebenszeichen von Holly Golightly gibt. Dieses Zusammentreffen der beiden bildet den Rahmen für die Erinnerungen des Ich-Erzählers an seine erste Wohnung in New York im Jahr 1943 und seine Begegnung mit der damals noch nicht ganz 19jährigen Holly. Der Kurzroman liest sich in der Übersetzung von Heide Zerning gut weg - aber am Ende saß ich da und fragte mich ehrlich: Okay, und warum findet der Ich-Erzähler und finden offenbar auch viele Leser Holly liebenswert?

Ja, sie ist noch sehr jung und freiheitsliebend, ja sie entwickelt kreative Überlebensstrategien in NY (ohne sich, so lese ich den Roman jedenfalls, vollständig körperlich zu prostituieren), ja, sie ist noch immer auf der Suche und ja sie hängt an ihrem Bruder und an Doc. Aber Holly ist auch egoistisch; sie erscheint mir in ihrer Freiheitsliebe extrem kompromisslos (vielleicht ist es auch das, was viele bewundern?) und in in diesem Zusammenhang auch in meinen Augen rücksichtslos. Sie will "Leben und leben lassen" (bzw. Lieben und lieben lassen), aber es ist kein verinnerlichtes Prinzip, denn sie hat z.B. keine Hemmungen, Homosexualität auszunutzen (finanziell bzw. in einer Wohngemeinschaft) oder zu attackieren (Mag oder z.B. die andere Mitbewohnerin im Haus). Capote erschafft in diesem Kurzroman fraglos einen Charakter mit Ecken und Kanten und man muss - das Thema hatten wir letztens auch bei der Winterkatze - Charaktere nicht mögen, um ein Buch zu schätzen. Und das tue ich durchaus, Struktur und Art des Erzählens gefallen mir und die beiden Hauptcharaktere werden auf den verhältnismäßig wenig Seiten nicht nur präsent; sie hallen fraglos in mir nach, auch oder vielleicht weil mir der Zugang zu Holly und dem Ich-Erzähler, der ihr - trotz seiner Erlebnisse mit ihr und seinen Beobachtungen im Übrigen - so lange wie möglich beiseite steht, schwer fällt.

Was mir bei der SZ-Bibliothek-Edition übrigens gefehlt hat: Ein kurzes Nachwort mit ein paar Informationen über das Erscheinen des Romans, den Zündstoff, den er damals sicherlich geliefert hat und über etwaige Anspielungen/Formulierungen etc. im Roman, die nach Jahrzehnten für Leser ggf. nicht mehr als solche erkennbar und interpretierbar sind.