Sonntag, 29. Dezember 2013

Weihnachtslesewoche 2013 #8

Sonntagabend  - der letzte Tag meiner Weihnachtslesewoche 2013.

Über den Tag hinweg habe ich heute "Das Rosie-Projekt" von Graeme Simsion gelesen. Das Buch habe ich gestern gekauft - es wurde als weltweiter Beststeller präsentiert. Mir war der Titel allerdings noch nicht untergekommen. Als ich den Klappentext und die ersten Zeilen des Buches las, musste ich an Sheldon Cooper von The Big Bang Theory denken und nahm es mit. So extrem wie dieser TV-Charakter ist der Protagonist Donald Tillmann allerdings nicht

Der Roman beginnt damit, dass der Genetiker Donald Tillmann für seinen Freund, den Psychologen Gene, einspringt, um einen Vortrag über das Asperger-Syndom zu halten. Dem Leser wird ziemlich schnell klar, dass Don selbst das Asperger-Syndrom aufweist. Sein Tag ist straff organisiert, er hat Probleme mit Empathie und Sozialkontakten etc. Jetzt, mit 39 Jahren, startet er das Projekt Ehefrau und erstellt für potentielle Kandidatinnen einen zu beantwortenden Fragebogen, da seine früheren Dating-Versuche fruchtlos verliefen. Nicht akzeptabel für ihn sind Frauen, die z.B. rauchen und unpünktlich sind. Es gibt auch tatsächlich Rücklauf. Sein Freund Gene, der bei der Auswertung hilft, schickt dann Rosie bei Don vorbei. Sie raucht, kommt chronisch zu spät und sie ist auf der Suche nach ihrem biologischen Vater.

Die Geschichte wird aus Dons Perspektive erzählt und ich fand es interessant, seinen Ansichten, Analysen und Erkenntnisse zu folgen. Allerdings kann ich nicht einschätzen, ob sie denen eines echten Menschen mit Asperger Syndrom entsprechen bzw. ähneln. Dies mal außen vor gelassen: Don muss sich einigen Herausforderungen stellen und ich fand es nett, manchmal witzig und manchmal auch bedrückend, hiervon zu lesen, z.B. wenn er zu sich selbst sagt, dass er es gewohnt ist, unbeabsichtigt Heiterkeit hervorzurufen.  Ich hätte mir übrigens gewünscht, dass das Buch bereits 20 Seiten früher, nämlich auf S. 332, endet, auch wenn ich damit vermutlich allein stehen bzw. zu einer Minderheit gehören werde. ;)

Neben "He shall thunder in the Sky" von Elizabeth Peters, welches ich immer bei Hausarbeiten weitergehört habe (Sethos!) begann ich mit dem Lesen von "Die große Wildnis" von Piers Torday. Auch das letztgenannte Buch habe ich gestern gekauft. ;) Protagonist ist der 12jährige Junge Kester Jayne,  der in einer Anstalt für verhaltensauffällige Kinder lebt. Er weiß nicht genau, warum  er in dieser Anstalt lebt, denn daran, dass er seit dem Tod seiner Mutter nicht mehr sprechen kann, wird es wohl kaum liegen. Die Anstalt liegt im Norden einer Insel und hat viel Ähnlichkeit mit einem Gefängnis. Zu essen gibt es Formula, eine offenbar künstlich hergestellte Masse, da ein Virus alle nützlichen Tiere ausgestorben sind incl. z.B. der Bienen, was auch dazu führte, dass Pflanzensorten nicht mehr wachsen konnten. Übrig geblieben ist Ungeziefer, d.h. nicht nützliche Tiere wie Kakerlaken, Motten und Tauben. Dann hört Kester, wie eine Kakerlake mit ihm spricht und denkt, er hat völlig den Verstand verloren ... Der Beginn des Romans ist sowohl spannend als auch märchenhaft und ich bin neugierig, wie sich die Geschichte weiterentwickeln wird.

Meine Weihnachtslesewoche 2013 schließt übrigens mit diesem Post. Lesetechnisch war sie sehr abwechslungsreich und unterhaltsam für mich und blogtechnisch sehr erfolgreich, da ich es tatsächlich geschafft habe, jeden Tag Leseeindrücke zu posten. ;)  Ich hoffe, ein wenig dieses Engagements kann ich auch ins neue Jahr übertragen. :)

Ich verabschiede mich in die letzte Woche dieses Jahres mit ein paar Fotos von den MuMs, die ich heute aufgenommen habe:




 and Actions-MuMs:




Kommentare:

  1. Ich schaue "The Big Bang Theory" ja nicht, fand es aber vor kurzem sehr interessant, was Jim C. Hines über Sheldon Cooper zu sagen hatte, der sich sehr darüber ärgerte, dass Sheldon so eine Witzfigur in der Serie ist. Einzig eine Folge, in der Sheldon wohl deutlich macht, wie sehr sein Leben durch dieses Anderssein eingeschränkt wird und wie oft er geduldig mit den - für ihn unerträglichen - Eigenheiten seiner Freunde ist, hat wohl Jims Zustimmung gefunden. Das fand ich eine interessante und angenehm kritische Sicht auf so eine Figur - und ich glaube, ich fände es interessant mit dieser Aussage im Hinterkopf "Das Rosie-Projekt" zu lesen.

    Mir hat es sehr gefallen, dass du und in dieser Woche so viel Einblick in deine intensive Lesezeit geboten hast, und ich fand es schön, dass du so viele unterschiedliche Geschichten erleben durftest. :)

    Deine MuMs sind mal wieder hinreißend! Und ich bin mir sicher, dass sie selbst beim Raufen die perfekten Lesebegleiter sind! :D

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    1. Ja, das passiert bei der Figur des Sheldon Cooper schnell, dass der Zuschauer von dem Comedy-Faktor mitgezogen wird und dabei vergisst, wie herausfordernd der Umgang dieses Charakters mit den in seinen Augen chaotischen Mitbewohnern sein muss und umgekehrt! Es fällt möglicherweise zu leicht, darüber hinwegzusehen in TBBT.

      Es waren wirklich sehr unterschiedliche Geschichten, die ich in dieser Woche gelesen habe. :)

      Die MuMs lenken mich manchmal vom Lesen, besonders, wenn sie durch die Wohnung galoppieren oder sich spielerisch raufen, und dann wieder lagern sie so auf meinem Schoß, dass ich an den Lesesessel gefesselt bin. :)

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    2. Es ist ja auch eine Comedy-Serie und genau darauf ausgelegt, oder?

      Ach, diese Ablenkungen brauchst du doch dann ganz dringend, du bist dir dessen nur nicht bewusst. Sie sorgen sich eben um deine Augen, wenn du zu lange ununterbrochen auf dein Buch schaust. ;)

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    3. stimmt (comedy), aber wenn sie beides schafft ist es natürlich großartig. :)

      Ahhh, das ist es, die müden Augen sollen etwas Bewegung erhalten! Danke für die Erklärung! :)

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