Sonntag, 3. November 2013

Halloween-Lesewochenende by Kiya - VI

Ich habe mir meinen ebook-reader geschnappt und begonnen, Charlotte MacLeods "Ein Glas voll Mord" zu lesen. Diesen ersten Band aus MacLeods Inspector Rhy-Reihe - den einzigen, den es übrigens auf deutsch in print bzw. digitaler Form gibt - habe ich vor kurzem erst gekauft, er war im Angebot für 1,99 Eur bei Amazon.

Tante Aggie wird ermordet aufgefunden, offenbar waren die eingemachten Bohnen, die sie gegessen hat, schlecht. Da Tante Aggie aber nur Sachen aß, die sie selbst eingemacht hat, war es wohl ein tragischer Unfall. Sie war alt und offenbar hat sie beim Einmachen etwas geschlampt. Janet, eine junge Freundin, bezweifelt das, denn Tante Aggie mag zwar alt gewesen sein, aber sie war noch immer rege und sehr aufmerksam. Als Janet dann noch neben 13 Gläsern mit - gebrochenen - eingemachten Bohnen ein solches mit geschnittenen findet, ist sie sich sicher, dass Tante Aggie ermordet wurde. Und dann passiert das mit dem Doktor ...

Ich habe bislang ca. 20 % des ebooks gelesen (ich wünschte, es gäbe immer auch eine Seitenzahlangabe) und schmunzel momentan darüber, wie Janet einen nach dem anderen aus dem Ort gedanklich abklopft, ob und wie er mit dem Mord zu tun haben könnte. Z.B. Marion, eine von Aggies Nichten, die sich quasi jeden Tag bei Janet und deren Bruder einfindet, um dort zu essen, und Aggies Haus nach einer verborgenen Barschaft durchsucht? Ich bin neugierig, wie es weitergeht und wann Inspektor Rhys auftaucht.

21.30 Uhr
Momentan bin ich bei 58 % des Buches. Inspektor Rhys ist inzwischen angekommen und findet Janet offensichtlich sympathisch, während ihm undercover von Marion Avancen gemacht werden und die andere von Aggies Nichten in ihm offenbar einen potentiellen Ehemann für ihre Tocher sieht. Köstlich. Ich habe mehrfach vor mich hingekichert, die Autorin hat eine spitze Feder. :)
Ich erwarte nicht, dass ich das Buch heute noch beenden werde, da es langsam Zeit für meine Koje wird. Schließlich ist morgen wieder frühes Aufstehen angesagt. Ich werde voraussichtlich am morgigen Abend diesen Post abschließen und ein Fazit zum Lesewochenende ziehen.

06.25 Uhr
Da wollte ich im Bett gestern abend nur noch ein paar Seiten lesen und plötzlich war ich bei 90 % - da wollte ich das Buch dann auch nicht mehr fortlegen. Und so kam es, dass ich kurz vor 24.00 Uhr "Ein Glas voll Mord" von Charlotte MacLeod noch beendet habe.
Die Auflösung sah ich nicht wirklich kommen, wenngleich mir eine Aktivität sehr merkwürdig vorkam. Aber ich bin vielleicht ein zu ungeübter Krimi-Leser, um das Eine mit dem anderen zu verknüpfen. Mich hätte es auch nicht gestört, wenn es diese von mir bemerkte Seltsamkeit, die mich zum Mörder hätten führen können, nicht gegeben hätte. Denn der Krimi wies neben Janet und Rhys - letzterer mit sehr pflichtgemäßen Auftreten, lach  weitere faszinierende Charaktere (u.a. Sam) auf und war sehr unterhaltsam und witzig. Da liest man schon mal Sätze wie "Mrs. Bain war vor einigen Jahren gestorben - wahrscheinlich, um ihren Ehemann loszuwerden." oder "Rhys schleppte sich den Hügel hinauf, den Kop voller Fragen und die Schuhe voller Steinchen. Sein Magen hingegen war leer." Ich denke, ich werde mir mal probeweise ein englisches Buch aus der Rhys-Reihe besorgen und reinschnuppern, wie gut ich mit der Originalsprache zurechtkomme. Denn wie ich vorstehend schon sagte, "Ein Glas voll Mord" scheint noch immer der einzige ins Deutsche übersetzte Band dieser Reihe zu sein. Sehr schade.

Halloween-Lesewochenende-Fazit
Quantitativ war es für mich ein toller Erfolg. Ich konnte das angelesene "Joyland" beenden und habe zudem die Kurzgeschichte "Die Verlassenen", die Leihgabe "Saeculum" und von meinem SuB "Die dreizehnte Dame" sowie "Ein Glas voll Mord" gelesen. Die Kurzgeschichte war zumindest so gut, dass ich die Meinung zum nachfolgenden Roman hören will. "Saeculum" war fesselnd, wenngleich ich Entwicklungen vorhersah, "Die dreizehnte Dame" war spannend, auch wenn es meiner Ansicht nach nicht immer der plastischen Darstellung von Szenen bedurft hätte - Andeutungen können so viel effektiver in Bezug auf Schock und Horror sein bei Vermeidung von Ekel. "Ein Glas voll Mord" war ein äußerst unterhaltsamer Einstiegsband in die Krimireihe um Inspektor Rhys und "Joyland" war ein wunderbar erzählter Roman, wo ich persönlich am Ende etwas der "Abfall" im Sprachgebrauch einer Figur störte. Insgesamt bin ich auch qualitativ mit meiner Buchauswahl zufrieden, die auch alle irgendwie zu Halloween-Grusel passten.
Ich bin Kiya sehr dankbar für ihre gepostete Lesewochenende-Idee. Ja, ich hätte sonst auch gelesen, aber wohl nicht so konsequent die Lesestunden ausgenutzt. :) So war z.B. auch der Fernsehr das gesamte lange Wochenende ab 01.11.2013 aus. Außerdem ist ein Austausch zur Lektüre immer schön und wie Kiya in einem Kommentar auf ihrem Blog sagte, zu zweit macht so ein Lesewochenende gleich mehr Freude. Gemeinerweise hat sie auf ihrem Blog quasi im Nebensatz einen interessanten Bradbury-Roman erwähnt ("Das Böse kommt auf leisen Sohlen"), auch "The Boneshaker" klingt interessant, gibt es aber derzeit nur auf englisch. Also war das Wochenende auch für die Wunschliste ein Erfolg. :)

Kommentare:

  1. Von dieser Autorin möchte ich auch bald etwas lesen :-) Über Rebuy habe ich ein Buch namens "Die Familiengruft" geordert, das ich aber noch nicht angefangen habe.

    Ich habe bei Amazon gesehen, daß diverse Titel der DuMonts Kriminalbibliothek jetzt als eBooks erhältlich sind... habe darüber auch schon nachgedacht, aber eigentlich wären mir in diesem Fall Papierversionen lieber. Mal sehen.

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    1. Für mich ist es der erste Roman von Charlotte MacLeod, aber die Winterkatze schwärmt insbesondere von ihren Peter-Shandy-Romanen (Figurenkabinett). Ich hätte vermutlich nicht zugegriffen, wenn es den Roman nicht für 1,99 EUR aktuell gegeben hätte (bis heute, glaube ich). Bereut habe ich es nicht. :)

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    2. Bis heute? Das war ein gemeiner Hinweis... Ich fürchte, ich muß mal zu Amazon entschwinden *seufz*

      Bis morgen beim Fazit! Ich werde wohl auch eines schreiben.

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    3. ja bis heute 2400 uhr im rahmen der digitalen herbstangebote. ich revanchiere mich nur für den bradbury-tipp ;)

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  2. *g* Na, immerhin hat mich schon der erste Absatz von "Ein Glas voll Mord" zum Lachen gebracht, also wird es sich wohl immerhin lohnen ;-) Übrigens hat mich das Gerede über Bradbury nur selber auch wieder verleitet, auf Ebay habe ich dann nämlich eines der weißbecoverten Bücher gesehen, die ich noch nicht habe...

    Bei "The Boneshaker" würde ich mich übrigens nicht auf eine Übersetzung verlassen, das Buch ist bereits 2010 erschienen.

    Schön, daß du auch zufrieden bist mit den Lesetagen :-) Gestern war "Green Gables" im Grunde der perfekte Abschluß, weil ich mich danach total zufrieden gefühlt habe - es ist eben eines dieser Bücher.

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    1. lach... ich habe inzwischen eine leseprobe von "murder goes mumming" von c. macleod auf den reader geladen und auch schon gelesen. ganz ganz furchtbar, weil das engl. ebook relativ teuer ist mit 7,20 €, auch die anderen drei engl. kindle dieser reihe sind so teuer. :(

      und ja, solche bücher gibt es und wenn das dann so zusammenfällt ->perfekt.

      danke für das lesewochenende, kiya! :)

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  3. "Für mich ist es der erste Roman von Charlotte MacLeod, aber die Winterkatze schwärmt insbesondere von ihren Peter-Shandy-Romanen (Figurenkabinett). "

    Ich mag die Romane von Charlotte MacLeod alle! Nur ist mir Peter Shandys Umgebung ein bisschen mehr ans Herz gewachsen als die Bosten-Reihe und die Rhys-Sachen konnte ich ja nie empfehlen, weil nur der eine Band (und das auch nur so kurz) auf Deutsch zu lesen war. ;)

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    1. Was bist Du aber auch genau. :D

      Sie hat auch wohl nur 5 Bücher in dieser Reihe geschrieben. Die engl. kindle-ebooks sind sogar noch günstiger als die epubs. Ich habe gestern noch etwas gegoogelt in diese Richtung, auch, ob man viell. die engl. Printversionen günstiger bekommt (zu vernünftigem Preis nur gebraucht vom englischen/amerikanischen Markt). hmpf.

      Irina hatte mir ja mal einen Shandy-Roman vom Flohmarkt mitgebracht. Interessanterweise kam ich in die Geschichte nicht so recht rein und der Roman liegt noch immer ungelesen bei mir herum.

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    2. Ja, sehr viele waren das nicht. Gebrauchte Charlotte MacLeods bekommt man - meinem Gefühl nach - auch im amerikanischen Raum kaum. Was ich sehr schade finde. Überhaupt könnten eigentlich alle diese (humorvollen) Krimiklassiker ruhig neu aufgelegt werden!

      Welchen Band hast du denn? Ich finde schon, dass man bei den Shandys mit dem ersten anfangen und sich dann erst einmal auf die Umgebung einlassen muss. Aber vielleicht ist das College auch zu speziell für dich und dir würden die Boston-Bände eher gefallen. :)

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    3. Es ist "Freu Dich des Lebens" aus der DuMont Kriminal Bibliothek.

      Und jaha! Das könnten sie bzw. sie könnten auch übersetzt werden. :)

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    4. Ah, Belinda! Du solltest vorher auf jeden Fall einen Versuch mit dem ersten Band wagen! :)

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