Sonntag, 3. November 2013

Halloween-Lesewochenende by Kiya - V

Guten Morgen Sonntag! Meine gestrige Frage beschäftigt mich tatsächlich immer noch. Ich habe die ersten Seiten von "Das Pforte" von Patrick Lee angelesen, dann von "Die dreizehnte Dame" von José Carlos Somoza und von Poe "Der Untergang des Hauses Usher". Poe mit seinem Stil mochte ich gestern abend übermüdet nicht lesen und auch heute morgen habe ich wenig Lust dazu. Ich werde schon etwas finden :) ...

8.39 Uhr
Ich habe mir noch einmal "Die dreizehnte Dame" von José Carlos Somoza gegriffen. Dass ich inzwischen auf Seite 100 angelangt bin spricht dafür, dass ich bei diesem Buch erst einmal bleibe. :)  Der Literaturdozent Rulfo erlebt über längere Zeit immer wieder den gleichen Traum, in welchem ein junger Mann in eine Villa einbricht und dort zwei Angestellte schnell tötet und die Eigentümerin, die ein besonderes Schmuckstück in Form ein filigranen Spinne trägt, brutal ermordet, wie spätere Zeitungsberichte zeigen. Ihm ist die Frau, das Haus, der Mörder völlig unbekannt und er kann sich nicht erklären, weshalb er im Traum alles so detailliert sieht. In dem Bemühen, zu erfahren, was es mit dem Traum auf sich hat, nimmt er u.a. die Hilfe des Arztes Dr. Ballesteros und seines früheren Professors Cecar Sauceda in Anspruch.
Die Beschreibung der Träume und Geschehnisse, immer durchbrochen von Gedankenblitzen in kursiv - ist atmosphärisch und düster. Bislang fesselt mich die Mischung aus Mystik und Krimi. Die Art erinnert mich an Perez-Reverte, von dem ich u.a. "Der Club Dumas" gelesen haben (verfilmt als "Die neun Pforten).

10.50 Uhr
Einen Tee, einen Latte und eine Birne später bin ich auf Seite 170 angekommen und noch immer interessiert. Inzwischen gab es interessante Verse über 12 Damen zu lesen und eine - fiktive? ;) - Schilderung, wie Milton an einer Bestrafung als Zuschauer teilgenommen hat. Worte, angeordnet in einer bestimmten Reihenfolge, haben Macht: Das ist bekannt, schließlich berühren uns Verse oder Sätze, ziehen uns Geschichten in ihren Bann ... Hm, was Raquel angeht, die Prostituierte, die offenbar denselben Traum hatte und die mir Rulfo zusammentrifft und die tatsächlich existierende Villa betritt - ich habe da so eine Ahnung, mal sehen, ob sie stimmt.

17.00 Uhr
Ah, Raquel, meine grundsätzliche Ahnung hat sich zwar bestätigt, aber die Geschichte entwickelte sich dennoch anders als erahnt. Das war schön. Nicht so schön fand ich zwei bis drei Szenen, die mir persönlich zu plastisch und eklig. Ich fand sie zwar grundsätzlich auch in ihren brutalen Bilder storybedingt und nicht (ausschließlich) wegen der Schockeffekte eingebaut, aber mir hätten auch Andeutungen gereicht. Für mein Empfinden brachte Samoza auch ohne diese plastischen Bilder ausreichend Bedrohung und Mystik in seine Geschichte. Abgesehen davon, hat mich die Geschichte um Rulfo, Cesar, Raquel, Ballestoros und den Damen so interessiert, dass ich das Buch nur weggelegt habe, wenn ich ins Bad, in die Küche oder den Keller musste bzw. auf meinem Spaziergang. ;)

Tja, nachdem ich diesen Roman beendet habe, bleibt die Frage, was ich als nächstes lese. Ich könnte natürlich auch das Hörbuch weiterhören. Mal sehen.

Kommentare:

  1. Solche Mischungen aus Krimi und Mystik mag ich auch oft :-) Und "Die neun Pforten" mochte ich auch (den Film ebenfalls, aber das Buch war doch deutlich anders). Bin gespannt, wie dir "Die dreizehnte Dame" weiterhin gefällt, vielleicht sollte ich danach auch mal Ausschau halten.

    Und von Poe gibt es komplizierte Übersetzungen, finde ich. Ich habe irgendwo eine von Arno Schmidt, und da muß man wirklich sagen, daß das Original verständlicher ist. Welchen Übersetzer hast du erwischt?

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    1. Hertha Lorenz war die Übersetzerin bei meiner Poe-Ausgabe.

      Ja, ich hatte zunächst die Verbindung zwischen diesem Film (den ich kannte) und das später von mir gekaufte Buch (ohne Hinweis auf den Film) nicht hergestellt. Erst beim Lesen dachte ich dann, . hm, das kommt Dir bekannt vor, so etwas in der Art hast Du doch gesehen. Und dann habe ich irgendwo gelesen, dass die Verfilmung auf "Club Dumas" basierte. :D

      Bestimmt kennst Du "Das Montglane-Spiel" von Katherin Neville, oder?

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  2. Ging mir auch so, erst beim Lesen hat sich mir erschlossen, daß die Geschichte mir nicht zufällig so bekannt vorkommt ;-)

    "Das Montglane-Spiel" sagt mir nichts - lesenswert?

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  3. Ich mochte es (Montglane-Spiel), für mich war es im Grunde der erste Roman mit diesem Mystik/Krimi-Touch. Es geht um ein Schachspielfiguren und ein Geheimnis. :) Vielleicht gibt es das Buch ja in Eurer Bücherei.

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  4. Ist auf die Wunschliste gewandert, klingt jedenfalls nach meinem Beuteschema :-) Aber die Wunschliste wurde heute sowieso gut gefüllt - ich habe mich vorhin zwischen verschiedenen Blogs eine Weile verloren.

    Du scheinst gut voranzukommen mit deinem Buch :-)

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  5. ja, furchbar immer die ganzen verlockungen auf anderen blogs. :)

    Mit dem Buch komme ich wirklich gut voran und werde es heute bestimmt auch noch beenden. Jetzt werde ich aber erst einmal etwas frische Luft schnappen gehen. Sonst komme ich gar nicht vor die Haustür heute. :))

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