Mittwoch, 5. Juni 2013

Schullektüre in der früheren DDR

Das Thema der 23. Woche von Fellmonsterchens Bücherprojekt 2013 hat mich dazu gebracht, über meine Schullektüre in der früheren DDR nachzudenken. Ich bin 1976 eingeschult worden, das ist also schon ein Weilchen her. Ich habe mich an einer Liste versucht. In ihr befinden sich keine Gedichte (ich erinnere mich an den Erlkönig, Die Weber, Der Handschuh, John Maynard etc). Und wenn ich mich recht erinnere, konnten die Lehrer bei den Klassikern etwas variieren: Wir lasen "Nathan" und die Parallelklasse durfte "Romeo und Julia" lesen... 

Meine persönliche Liste findet ihr hier (klick).
Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, ich tippe, es fehlt noch einiges. Aber mir fiel bereits schwer, diese Bücher zusammenzutragen, das wird mit den Jahren sicher noch schwieriger :)

Falls Euch noch etwas auf- oder einfällt, hinterlasst mir doch einfach einen Kommentar. :)


Kommentare:

  1. Ich könnte mich nicht erinnern, dass wir bei uns in der Schule soviele Bücher gelesen haben. Pro Jahr stand höchstens 1 Buch im Lehrplan...

    Wünsche Dir noch ein schönes Wochende

    Heike

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    1. Ich hatte auch nicht mehr im Kopf, wie viel wir in der Schule tatsächlich gelegen haben und war selbst etwas überrascht. Über die Liste habe ich auch einige Zeit nachdenken müssen und die Titelsuche nach manchen inhaltlich nur halb erinnerten Büchern gestaltete sich ach abenteuerlich. Dabei war es auf jeden Fall hilfreich war, dass wir damals "feste" Bücher im Lehrplan hatten. Dass wir eigene Bücher vorstellen konnten oder diese für ein bestimmtes Lehrplanthema lasen, mag vorgekommen sein, aber ich erinnere mich nicht daran.

      Aber ich weiß, dass ich zwei Bücher der Liste nur angelesen und mich danach durch die Schularbeiten und Aufsätze laviert habe: "Die Buddenbrooks" und "Neuland unter dem Pflug". ;) Falls es noch mehr waren, habe ich das praktischerweise vergessen. *g*

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  2. Puh, da hast du aber eine ganz schön lange Liste! Finde die Idee aber ganz schön.
    Die Lektüre aus deiner Schulzeit scheint auf jeden Fall sehr „durchwachsen".
    War das Lesen für dich damals eine Quälerei oder fandest du manche Bücher auch gut?
    Ich finde ja, während der Schulzeit findet man die Bücher meistens irgendwie nicht so toll, im Nachhinein denke ich mir aber, dass ja nicht alle so schlecht waren...
    Viele Grüße. :)

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    1. Hallo BücherFähe!
      Pflichtlektüre kann wirklich ganz schnell nerven. Während der Schulzeit hatte - zumindest ich - auch häufig nicht das Interesse an dieser Art Literatur. Heute denke ich, dass es schon ganz gut war, dass wir als Schüler z.B. an Brecht, Goethe oder Shakespeare herangeführt wurden. :) Einige Bücher haben mich so beeindruck, dass sie sich noch immer bei mir befinden, Hamlet, Nackt unter Wölfen, Effie Briest ... und z.B. von Aitmatov habe ich nach und nach mehrere Bücher gekauft ;)

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    2. Ja, irgendwie ist es doch auch wichtig, dass man zumindest ein wenig vertraut ist mit den ganzen Klassikern.Das weiß man wohl wirklich erst im Nachhinein zu schätzen. :)
      Hamlet und Effi Briest würde ich auch gerne noch lesen. Aitmatov ist mir aber gar kein Begriff. ;)

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    3. Sorry, Dein Kommentar war in meinem Postfach hängen geblieben. :/
      Ja, das mit den Klassikern sehe ich auch so - und im Nachhinein finde ich auch, dass die "Begleitung" und der Anstoß in der Schule hilfreich war. Das habe ich gemerkt, als ich dieses Jahr "Herz der Finsternis" von Conrad gelesen habe - ich verstehe nicht, weshalb dieser Roman so "gut" sein soll und denke, dass ich ihn besser (ein)schätzen könnte, wenn ich ihn in der Schule gelesen hätte. ;)

      Aitmatov war ein kirgischer Autor, den ich auch nur über die Schule kennengelernt habe. Mancher behauptet, seine im kirgischen Ail spielende Geschichte "Dshamilja" sei die schönste Liebesgeschichte der Welt. Darüber kann man sicher streiten, aber auch für mich ist sie eine wunderschöne Geschichte über die Liebe und mit Liebe erzählt. ;)

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  3. Liste ist, ich sag mal "identisch" mit meiner. Fast jedenfalls, denn GANZ UNTEN kam erst heraus, als ichdie Schule schon verlassen hatte. (1970 - 1980) DIE BUDDENBROOKS haben wir zum Beispiel nicht gelesen. Und DIE ELENDEN nur die Teilerzählung GAVROCHE.
    Aber ansonsten sitmmt das alles, Danke für die Erinnerung.
    Viele Grüße und bis demnächst vielleicht aus www.litterae-artesque.de

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    1. Ich sag Dir, Uwe, ich habe ganz schön lange an der Liste gesessen. ;) Es kann durchaus sein, dass wir in einer der unteren Klassen zunächst nur Gavroche gelesen haben - Dshamilja war ja auch zunächst nur gekürzt in einem Lesebuch enthalten, aber später war Hugo komplett dabei.

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  4. Auf die Schnelle fallen mir noch
    "Ramme sucht Beweise" Hildegard u Ralf Schumacher
    "Bootsmann auf der Scholle" Benno Pludra
    "Djamila" Aitmatow
    "Die Reise nach Sundevit" Benno Pludra
    "Ein Menschenschicksal" Scholochow
    "Die Mutter" Gorki
    Vielleicht fällt mir noch mehr ein
    Gruß Michaela

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    1. Die Pludra-Romane kenne ich - ich habe sie mir nachgekauft, ebenso wie die Lustigen Geschichten :) - , aber ich weiß nicht mehr, ob sie bei uns in der Schule gelesen wurden. "Ramme sucht Beweise" sagt mir gar nichts (googlen geht, nein, auch die Inhaltsangabe klingt nicht vertraut für mich), an die restlichen drei habe ich mich auch erinnert, Michaela. :)

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  5. Vielen Dank für die Liste! Auf was man im Alter so alles kommt und sucht... :)

    Den Mohr und den kleinen Trompeter hatten wir auch in der Schule. Und das Buch "Der Weg ins Leben" von Makarenko. Und ich kann das von Uwe Rennicke bestätigen, sind fast selber Jahrgang. Von Thomas Mann hatten wir nur "Der Untertan".

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    1. Hallo Jens! Es ist schon irgendwie lustig, man sitzt so und versucht sich an die Sachen zu erinnern und zumindest ich habe weiter das Gefühl, dass noch ganz viel in der Liste fehlt, ich mich aber auf Gedeih und Verderb nicht weiter erinnern kann. ;)

      Makarenko sagt mir etwas, vermutlich habe ich von ihm sogar was gelesen, vielleicht sogar "Der Weg ins Leben". Aber wirklich erinnern tue ich mich nur an den Namen. ;)

      Viele Grüße!

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  6. Bin nun erst auf diese Seite gestoßen, weil mich eben genau dieses thema interessiert.
    Ich kann mich noch an "Sally Bleistift in Amerika" von Auguste Lazar erinnern, "Tinko" von Erwin Strittmatter an "Der Untertan" von heinrich Mann und natürlich an "Robinson Crusoe" von Daniel Defoe.

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    1. Jetzt, wo Du Daniel Defoe erwähnst - stimmt! An Robinson Cerusoe erinnere ich mich jetzt auch, ich habe das Buch in die Liste aufgenommen.
      An "Tinko" habe ich keine Erinnerung und auch nicht an "Sally Bleistift" ...

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  7. Sehr schöne Liste. An das Meiste kann ich erinnern.
    In der 4. Klasse haben wir "Pianke" gelesen.
    "Der Untertan" war schon genannt worden. Den hatten wir auch.
    Dann fällt mir noch "Die Gewehre der Frau Carrar" ein.

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  8. Mir ist noch ein Kinderbuch eingefallen, das wir lesen mussten: "Salvi fünf oder Der zerrissene Faden". Es war ganz spannend, bis es dann leider in DDR-Propaganda endet. Darum habe ich den langweiligen Rest damals nicht gelesen. Dummerweise drehten sich fast alle Fragen in der Klassenarbeit nur darum. :(

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  9. Hallo Robert! An "Salvi fünf ..." und Pianke habe ich keine Erinnerung, aber wo Du die Gewehre von Frau Carrar erwähnst - doch, daran erinnere ich mich auch!
    Beim "Untertan" bin ich mir sehr unsicher; der Titel sagt mir natürlich etwas, aber ich kann nicht sagen, ob wir das Buch in der Schule gelesen haben oder es um den Film ging ... :)

    Sage mal, erinnere mich mich richtig, dass auch im zweiten (?) russische Filme im Original liefen, die zum Teil von der Schule aus geschaut werden sollten? Weißt Du das zufällig?

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  10. Hallo Natira,
    nach einem literarischen Gespräch mit meinem Sohn bin ich bei der Recherche nach DDR-Schulbuchliteratur auf deine Seite (und deine Liste) gestoßen. Vielen Dank für die Aufstellung. :-) An einige der Bücher kann ich mich (gleicher Schuljahrgang 1976-86) nicht erinnern. Möglicherweise habt ihr die an der EOS gelesen?

    Aber ich kann dir "Mohr und die Raben von London" bestätigigen, hinter dem du noch ein Fragezeichen stehen hast. Haben wir in der 5. Klasse gelesen.

    Russische Filme haben wir nie im Original gesehen. Kann aber auch daran gelegen haben, dass niemand in unserer Klasse das Sprachniveau natte, um uns ganze Filme anzubieten. Wahrscheinlich hätten auch einige RussischlehrerInnen Probleme damit gehabt. ;-)

    lg Carsten

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    1. Hallo Carsten, ja ein Teil haben wir in der EOS gelesen - manche Sachen gab es ja auch häufiger, weil sie so schön waren. Ich glaube, dass wir Goethes Faust in der POS 2x in Teilen behandelt haben und später in der EOS noch mal. Den Osterspaziergang kann ich noch heute fast vollständig aufsagen, lach.

      Ich bin mir ziemlich sicher, dass im Zeiten Filme im russischen Original liefen und glaube, dass wir auch von der Schule aus welche sehen sollten, aber was das Verständnis angeht - puh, ich bezweifle, dass ich davon wirklich was verstanden habe (oder hätte), zumal der Pflichtaspekt ja auch noch dahinterstand. ;) Heute kann ich die Idee dahinter nachvollziehen: Ich vermute, es ging darum, die Sprache nicht nur vom Lehrer zu hören und ein Gefühl für den Rhythmus zu bekommen. Mein verstehendes Hören und Lesen der englischen Sprache ist auch spürbar besser geworden, nachdem ich begonnen habe, Filme im Original zu schauen ...

      Liebe Grüße zurück und komm gut ins neue Jahr!

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  11. Ich wurde 1980 eingeschult und kann mich noch an zwei weitere Bücher erinnern:

    "Den Wolken ein Stück näher" von Günter Görlich
    "Ich bin die Nele" von Peter Brock

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    1. MIr sagt das Cover von "Ich bin die Nele" etwas, aber ich konnte mich im Übrigen an die Inhaltsangabe nicht erinnern. "Den Wolken ein Stück näher" sagt mir auch gar nichts - der Titel klingt interessant.

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