Sonntag, 30. Juni 2013

Projekt 52 Bücher-2013: 23/2013

In der 23. Kalenderwoche 2013 lautet Fellmonsterchens-Projekt-Thema


Ein Buch eines Autors, dessen Werke von den Nationalsozialisten verbrannt wurden und/oder der vom Regime verfolgt wurde.

Ich gehe die Liste durch und finde einige mir bekannte Namen. Von manchen kenne ich (noch) nichts bzw. nur Bruchstücke wie Kästner, Tucholsky Ringelnatz, Liebknecht, Bredel oder Vicki Baum. Andere sind mir bereits aus meinem Deutschunterricht in der früheren DDR bekannt, wieder andere habe ich später gelesen, z.B: 
- Lion Feuchtwanger, von dem ich vor ein paar Jahren "Die Jüdin von Toledo" gelesen habe (ein "historischer" Roman, der von mir nicht als Bücherspende aussortiert wurde).
- Stefan Zweig, von dem ich nur "Marie Antoinette - Bildnis eines mittleren Charakters" kenne (und kein zweites Mal lesen muss).
- Mascha Kaleko - von der ich einen Gedichtband besitze
- Johannes R. Becher -, der mir hauptsächlich als Dichter der Nationalhymne der früheren DDR vertraut ist, von dem ich inzwischen aber auch einen Gedichtband hier habe (mit einigen kann ich nichts anfangen, andere sind politisch, propagandistisch, kritisch, wieder andere poetisch, melancholisch. Ich brauche mehr Zeit; mit der Lyrik stehe ich nicht auf Du und Du. ;) )
- Anna Seghers, wo ich mich noch als Schülerin in der Klasse sitzen sehe, während Passagen aus "Das siebte Kreuz" vorgelesen werden und man hofft, dass die 7 KZ-Flüchtlingen, einer davon Georg Heisler, überleben.
- Berthold Brecht, der mehrfach Gegenstand meiner Schulausbildung (Deutsch u. Musik) war, z.B. mit  "Das Leben des Galilei" (Wissenschaft und das Machtverhältnis Galilei/Kirche), "Die Dreigroschenoper" (dieses im 18. Jhd. in London spielende Bühnenstück mit Musik hatte so viele Parallelen zum Leben in den 1920ern und 1930ern, dass es in Deutschland verboten wurde), auch "Das Verhör des Lukullus" (Musik Paul Dessau) .
- Friedrich Wolf haben wir mit seinem Stück "Professor Mamlock", welches kurz vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten spielt und sich mit der einsetzenden Judenverfolgung beschäftigt, durchgenommen
- Franz Kafka, von dem ich vor ein paar Jahren "Der Prozess" gelesen haben - fragmentiert, anstrengend, aber lohnenswert
- Heinrich Heine, mit dem wir uns in der Schule ("Die Weber", "Deutschland, ein Wintermärchen"), beschäftigten
- Karl Marx, von dem wir u.a. "Das Manifest der kommunistischen Partei" in der Schule durchnahmen
- Alex Wedding, von der wir das Buch "Ede und Unku" in der Schule gelesen haben. Ich weiß nicht mehr, wann genau das war, vielleicht in der 5. oder 6. Klasse. Das ist jedenfalls über 25 Jahre her. Das Kinderbuch handelt von der sich entwickelnden Freundschaft zwischen dem Berliner Jungen Ede und dem Sinti-Mädchen Unku, zeigt aber für die "junge Generation" auch die ungerechtfertigten gelebten Vorurteile gegenüber und Ausgrenzungen von Unku und ihrer Familie bzw. anderen Sinti und Roma in der Zeit des erstarkenden Nationalsozialismus in den 1920er Jahren auf. Neben der sozialen Ausgrenzung wurde auch das Leben der Arbeiter an sich thematisiert incl. Arbeitslosigkeit, Streik, KPD. Um meine Erinnerungen aufzufrischen, wollte ich das Buch - im Idealfalls als ebook -, ordern und musste feststellen, dass es offenbar nicht mehr verlegt wird und nur noch gebraucht zu bekommen ist. Das finde ich sehr bedauerlich.

Kommentare:

  1. Von Stefan Zweig kenne ich noch zusätzlich "Die Schachnovelle", die mir damals sehr gut gefallen hat. Marie Antoinette war tatsächlich sehr lang... .
    Mascha Kaléko finde ich einfach nur wunderbar, wohingegen ich zu Kafka noch nicht so ganz den Zugang gefunden habe. Vielleicht kommt das ja noch. Brecht und Heine habe ich auch gelesen... aber sonst...
    Ansonsten muss ich zugeben, dass ich von den anderen Autoren Deiner Liste bislang eher gehört und noch nicht viel gelesen habe. Auch wieder eine zu füllende Lücke...

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    1. Das war M.A. in der Tat. ;) Vielleicht kann ich mich ja irgendwann zur Schachnovelle von Zweig aufraffen, momentan ist mir nicht danach, was noch immer an M.A. liegt.

      Ich sehe auch von mir zu füllende Lücken - die amerikanischen oder russischen Klassiker. So viel Neugierde, Interesse und so wenig Zeit. ;)

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