Mittwoch, 1. Mai 2013

Projekt 52 Bücher - 2013: 15/2013

Ha! Es ist nicht Samstag und mein Post ist trotzdem schon online. Und dass, obwohl das vom Fellmonsterchen angekündigte leichte Thema dieser Woche 

Das schönste und das hässlichste Buchcover

für mich gar nicht so einfach war (und ich zudem die virtuelle Tinte nicht halten konnte). Natürlich erregt ein ungewöhnlich gestaltetes Cover im Buchladen meine Aufmerksamkeit. Aber es motiviert mich nicht, besser gesagt nicht mehr, zum Kauf. Bei früheren Katalogbestellungen ging ich nach Cover und dort skizzierten Text. Angesichts mehrerer Enttäuschungen habe ich mir angewöhnt, im Buchladen hineinzulesen (so interessant das Cover auch sein mag) bzw. bei Freunden, Bloggern oder auf anderen Portalen nach Kommentaren zum Buch zu suchen. ;) Nach der Lektüre wandert das Buch ins Regal, wo ich das Cover meistens nicht mehr sehr, oder wird auf einen "Durchgangsstapel" gelegt (vorsortiert für Leihgaben oder Verkauf oder Spende). Und mit jedem weiteren Buch auf dem Stapel verschwindet ein Buchcover ...

Ich habe mir heute am Maifeiertag die Zeit genommen und bin meine Regale etwas abgegangen. Dabei habe ich Bücher gefunden, die ich mal wieder lesen könnte (dazu späte rmehr). Und ich habe Bücher aus dem TuB gezogen, die in diesem Post zwar nicht abgelichtet sind, die ich aber bald mal lesen könnte. Es überrascht mich angesichts des Zeitablaufes zuweilen, welche Titel sich dort befinden. :)

Noch ein Punkt vorweg zu den gleich präsentierten Covern. Am Ende des Postes sind die Copyrightangaben zu den abgelichteten Ausgaben incl. ISBN-Nummern zu finden, zitiert aus bzw. von dem jeweils abgelichteten Buch.

Jetzt aber: ;)

Ich habe Sachbücher mit nichtssagenden Buchumschlägen gefunden, die ich hier aber nicht präsentieren will. Wirklich häßlich mag ich die Cover der Bücher, die ich gleich zeige, aber auch nicht nennen, sondern vielleicht langweilig/gleichartig bzw. sie rufen kein Echo hervor, obwohl sich zwischen den Umschlagseiten tolle Geschichten befinden:



Zum Beispiel diese beiden deutschen Taschenbuchausgaben der zwei aufeinanderfolgenden Bände Wolfsmond" und "Susannah" aus dem Dunklen-Turm-Zyklus von Stephen King. Landschaft mit Himmel in grün bzw. kupfer. Okay, letzteres mit Mond. Steht ja auch im Titel. Nur einen kleinen Hinweis auf die Handlung: In "Wolfsmond" ist viel von einem Ort namens Calla Bryn Sturgis die Rede, einer Grenzstadt. In "Susannah" spielt New York eine Rolle. Wenn man schon nicht Akteure auf dem Cover abbilden möchte, dann vielleicht etwas von dem Ort? Oder ein besonderes Objekt der Handlung? Oder doch einen Akteur? Oder - wie die auch abgebildeten amerikanischen Ausgaben "Wolves of the Callah" und "Susannah" - einen Turm. Obwohl ich auch die amerikanischen Cover uninspiriert finde.

Das Cover von "Stein und Flöte und das ist noch nicht alles" von Hans Bemmann lässt mich völlig kalt - mit Ausnahme des Wortes "Märchen-Roman". Letzteres war der Grund, dass ich in das Buch hineingelesen und es gekauft habe.Der Protagonist Lauscher begibt sich auf eine Reise, in deren Verlauf er vielen Kreaturen begegnet, irrt und lernt. Es ist ein vollgepackter (und auch sprachlich gesehen nicht kindlicher) Märchenroman für Erwachsene. Es ist locker 15 Jahre her, dass ich "Stein und Flöte" das letzte Mal gelesen habe ... Es ist eines der Bücher, die ich mal wieder lesen könnte.

Schönstes Cover. Ich halte es wie viel der anderen Projektteilnehmer und präsentiere nicht "das Schönste" (ich könnte mich sowieso nicht entscheiden), sondern eine Auswahl an Covern, die mir beim Durchsehen meiner Regale als schön aufgefallen sind:


Ich fange mal hinten an: "Denn das Glück ist eine Reise" von Caroline Vermalle habe ich auf Empfehlung der Winterkatze gekauft und gelesen - ein warmherziges Buch über zwei Senioren, die die Tour-de-France-Strecke in Frankreich mit dem Auto abfahren wollen. Das Cover finde ich gelungen, passt zum Roman und die Farben sind toll.

Natürlich muss es in dieser Sparte auch ein Katzenbuch geben! :) "Die Katze, die Anchovis liebte" von Detlef Bluhm ist eine schön gemachte Buchausgabe, in der Zeitungsmeldungen zu und über Katzen zu finden sind, komplettiert mit monochromen Fotoabdrucken (kein Hochglanz).Mir gefällt sowohl Cover als auch Inhalt. :)

Die deutschen Ausgaben der Flavia-de-Luce-Bücher von Alan Bradley werden wie "Mord im Gurkenbeet" alle von dem viktorianisch aussehenden Mädchen mit Zöpfen geziert (Flavia). Ich mag den Zeichenstil und das düster-verspielte Drumherum der Cover.

Das Cover von der 1997 erschienenen Ausgabe "Die Hüterin der Gewürze" von Chitra Banerjee Divakaruni hatte mich damals zu dem Buch gezogen: eine warme Farbgebung, Gewürze, New York, ein indischer Adliger, eine Rose mit Schmetterling ... Der magischen Roman über die Hüterin, die einen Gewürzladen in NY betreibt und dort ihre hauptsächlich indischen Kunden mit Gewürzen unterstützt, hat mich verzaubert. Es ist inzwischen bestimmt 5 Jahre her, dass ich das Buch zuletzt gelesen habe. Das könnte ich mal wieder tun. 

Mir gefallen aber auch die zurückhaltenden Cover von "Alles was wir geben mussten" von Kazuo Ishiguro und "Die Speed Queen" von Stewart O'Nan.  In dem erstgenannten Roman geht es um die in Hailsham lebenden Kinder, die dort unter den Augen von lehrenden Aufsehern aufwachsen und offenbar besondere Aufgaben haben. Erzählt wird die Geschichte in ruhigen fast sachlichen Ton von der in Hailsham aufgewachsenen Kathy, was die Wirkung auf mich noch verstärkte. In "Die Speed Queen" spricht die verurteilte Mörderin Margie Standiford am Tag ihrer Hinrichtung ihre Story - anhand seiner Fragen - für Stephen King auf Band. Der Stil entspricht dem Plot: Ich-Perspektive, selbstgesprächartige Rückfragen, Ausdruck und Grammatik entsprechen der sozial schwächeren Schicht. Wie lang ist das her, 10 Jahre oder mehr? Ihr ahnt schon, meine Erinnerungen könnte ich mal wieder auffrischen. :)


Copyright-Angaben zu den abgebildeten Büchern: 
- "Wolfsmond" von Stephen King,  Taschenbucherstausgabe 12/2004 aus dem Wilhelm Heyne Verlag München in der Verlagsgruppe Random House GmbH, ISBN 3-453-53023-3, Umschlagillustration und -gestaltung von Hauptmann und Kompanie Werbeagentur, München-Zürich
- "Susannah" von Stephen King, 5. Aufl. (TB 10/2005) aus dem Wilhelm Heyne Verlag München in der Verlagsgruppe Random House GmbH, ISBN 978-3-453-43103-4, Umschlagillustration und -gestaltung von Hauptmann und Kompanie Werbeagentur, München-Zürich
- "Wolves of the Calla" by Stephen King, Paperback-Edition of 2005 of Hodder and Stoughton (a Division of Hodder Headline) in London, ISBN 0 340 83615 6, Cover Illustration: Larry Rostant
- "Susannah" by Stephen King Paperback-Edition of 2006 of Hodder and Stoughton (a Division of Hodder Headline) in London, ISBN 0 340 83616 4, Cover Illustration: Larry Rostant
- "Stein und Flöte und das ist noch nicht alles" von Hans Bemmann, Sonderausgabe 1997, Weitbrecht Verlag in K. Thienemanns Verlag in Stuttart - Wien - Bern, ISBN 3-522-72115-2, Gesamtgestaltung: Zembsch' Werkstatt in München
- "Denn das Glück ist eine Reise" von Caroline Vermalle, Ausgabe 2011 Lübbe-Ehrenwirth in der Bastei Lübbe GmbH & Co. KG Köln, ISBN 978-3-431-03835-4, Umschlaggestaltung: Gisela Kullowatz, Umschlagmotiv: shutterstock/Andreas A. Karelias und istockphoto/Claudio Arnese
- "Die Katze, die Anchovis liebte" von Detlef Bluhm, Ausgabe 2006 Ehrenwirth Verlag (Imprint der Verlagsgruppe Lübbe), ISBN 978-3-431-03684-8, Einbandgestaltung, Vorsatzblätter und Illustrationen: Tina Dreher, Alfeld/Leine; Fotos: Isolde Ohlbaum, München
- "Flavia de Luce: Mord im Gurkenbeet" von Alan Bradley, 3. Aufl. 2009 des Penhaligon Verlag in der Verlagsgruppe Random House GmbH München, ISBN 978-3-7645-3027-3, Umschlaggestaltung: HildenDesign München, Umschlagillustration: Iacopo Bruno
- "Die Hüterin der Gewürze" von Chitra Banerjee Divakaruni, TB-Ausgabe 1998 der Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co. KG München, ISBN 3-453-15014-7, Umschlaggestaltung: Hauptmann und Kampa Werbeagentur, CH-Zug
- "Alles, was wir geben mussten" von Kazuo Ishiguro, 6. Aufl. TB 2006, btb Verlag in der Verlagsgruppe Random House GmbH München, ISBN 978-3-442-73610-2, Umschlaggestaltung: Design Team München, Umschlagmotiv: Ifa-Bilderteam
- "Die Speed Queen" von Stewart O'Nan, 1. Aufl. 1998 Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg, ISBN 3 498 050265, Umschlaggestaltung: Walter Hellmann, Foto: Fred Dott

Kommentare:

  1. Beim hässlichsten Cover wäre mir spontan die erste deutsche Ausgabe von "Der Kadett" eingefallen. Die war so abscheulich, dass ich das Buch im Laden einsortiert habe mit dem Gedanken, dass ich das niemals verkaufen werde. Nachdem ich mich allerdings beim ersten Reinschnuppern so gut amüsiert hatte, dass ich den Roman gleich kaufen musste, konnte ich meinen Stammkunden sagen, dass sie doch bitte das Cover ignorieren und der Geschichte eine Chance geben sollen. ;)

    Deine "Stein und Flöte"-Ausgabe ist wirklich hässlich - meine ist da deutlich hübscher (gewesen?). Das Buch habe ich auch seit unheimlich vielen Jahren nicht mehr in der Hand gehabt und weiß gar nicht, ob ich es noch besitze. Dafür mochte ich "Die Gärten der Löwin" von dem Autor sehr gern und habe es gleich mehrfach gelesen.

    Wenn du "Die Hüterin der Gewürze" wieder gelesen hast, dann könntest du es mir mal ausleihen. Das reizt mich schon länger, aber irgendwie habe ich es nie in die Finger bekommen. *g* Die Flavia-Ausgaben finde ich auch sehr schön - obwohl ich das Gefühl habe, dass die anfangs die falschen Erwartungen bei einigen Lesern geweckt haben.

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    1. Ich habe mal nach "Der Kadett" gegoogelt und habe bei meinem ersten Treffer einen Schock bekommen - meinst Du das mit dem seltsam grinsenden Mann in merkwürdig sitzender Uniform (ist offenbar eine Sammlung von Geschichten)?

      Dabei ist meine "Stein und Flöte"-Ausgabe sogar eine besondere! ;)
      Ich hatte von Bemman auch mal "Die beschädigte Göttin" gelesen (die offenbar, wie ich gelesen habe, auch mit "Die Gärten der Löwin" zusammenhängt), aber mit dem Roman konnte ich nichts anfangen. Vielleicht war es auch ein falscher Zeitpunkt *mitdenSchulternzuckt*

      Was Flavia angeht: Ich habe es im Post ja schon angedeutet, dass mein Verhältnis zu Buchcover grundsätzlich entspannt ist. Das Cover zog meinen Blick auf sich, Klappentext, reinlesen, mitnehmen; es hatte gar kein Chance, irgendwelche Erwartungen vorher in mir zu wecken. :D

      Klar, wir packen "Die Hüterin der Gewürze" einfach mal auf den WZS-Stapel (bzw. die Liste) :D

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    2. Ja, der seltsam grinsende Mann in der komische Uniform! Und das ist ein separat lesbarer (und verflixt unterhaltsamer) SF-Roman, der allerdings zu einer längeren Reihe gehört. Ich glaube, dir könnten die Romane auch gefallen - Heyne hat vor ein paar Jahren Sammelbände rausgebracht, die auch die dazu gehörigen Kurzgeschichten beinhalten.

      "Die beschädigte Göttin" und "Die Gärten der Löwin" erzählen die gleiche Geschichte, einmal aus seiner, einmal aus ihrer Sicht. Die habe ich auch lange nicht mehr gesehen, aber damals mochte ich die so gern, dass ich die wirklich oft gelesen habe. Aber ich glaube auch, dass der richtige Zeitpunkt für seine Romane wichtig ist.

      Ich hatte ja damals einen Coverpost zum Unterschied zwischen den deutschen und den Originalausgaben gemacht und fand es schon spannend, wie unterschiedlich da die Erwartungen waren.

      Danke! :)

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    3. Ah ja, dann hatte ich ja direkt das richtige Cover erwischt. Momentan reizt mich der SF Roman aber trotzdem nicht. ;)
      Vielleicht müsste man "Die beschädigte Göttin" und "Die Gären der Löwin" hintereinander weg lesen, wie einen zeitversetzten Dialog. Aber davor werde ich wohl eher noch einmal "Stein und Flöte" wiederlesen :D

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  2. Ooooooch, SO schlimm finde ich die Cover von King's Turm gar nicht^^ Na gut, du hast schon recht, ein bisschen nichtssagend sind sie schon, das muss ich zugeben...

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  3. Deswegen wollte ich sie auch nicht häßlich nennen, nur ... nichtssagend oder so. :D Da hätte man bestimmt mehr herausholen können. Ich kann ja verstehen, dass man den Teilen des Zyklus einen Wiedererkennens- und Zusammengehörigkeitsoutfit verpassen möchte, aber hier läuft man ja beinahe Gefahr, die Bände zu verwechseln. Mal abgesehen davon, dass die Cover nun ja langweilig sind ;)

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