Samstag, 29. September 2012

Projekt 52 Bücher: Woche 45: Zeitreise

Eigentlich wollte ich ja zum Thema "Zeit-Reise”… also alles was irgendwie inhaltlich mit dem Thema “Zeit” zu tun hat… (wie der weiße Hase bei Alice zum Beispiel)" von Fellmonsterchens 52-Bücher-Projekt über Stephen Hawking schreiben, aber Ralph war einfach schneller.

Dann dachte ich an "Mein Leben ohne Gestern" von Lisa Genova. Der Roman spielt im Hier und Heute und die Autorin hat sich für einen schon protokollarisch zu bezeichnenden Stil entschieden, in welchem sie von der schleichenden Erkrankung der Protagonistin Alice an Alzheimer erzählt. Und es liegt gerade an dem relativ nüchternen Ton - gepaart mit ein paar wissenschaftlichen Anmerkungen, die angesichts der erforderlichen Untersuchungen und Arztgespräche nicht wie Fremdkörper wirken -, dass mir das Buch und die Thematik so nahe gingen (ich selbst habe in meinem Bekanntenkreis niemanden, der an Alzheimer erkrankt ist).

Es ist ein "Negativbezug" zum Projektthema, weil es neben anderen Dingen auch um Verlust von subjektiver Zeit und Zeitempfinden geht. Die Alzheimer-Krankheit ist mit dem Verlust von kognitiven Fähigkeiten wie Lernen, Erinnern oder das Aufrechterhalten der Aufmerksamkeit verbunden. Die Krankheit kann z.B. dazu führen, dass der Betroffene nicht mehr im "Jetzt" ist, dass ihm früher vertraute Wege plötzlich fremd erscheinen und zu Irrwegen werden und dass Fotos Fremde zeigen, weil er - vielleicht nur momentan, vielleicht auch dauerhaft - nicht mehr in der Lage ist, sich an diese Menschen und/oder die mit ihnen verbrachte Zeit zu erinnern. Das ist traurig, erschreckend und beängstigend. Denn dem Betroffen wird im Grunde doch seine eigene "Lebensgeschichte" durch Alzheimer weggenommen. Nein, nicht nur ihm, auch seinen Lieben. Denn egal wie sehr sie sich an das frühere Selbst des Kranken erinnern, sie müssen auch mit dem voranschreitenden Verlust leben.

Freitag, 28. September 2012

Freitagsfüller by Barbara

Nach Ewigkeiten habe ich mal wieder Ruhe genug für den


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Ein Klick auf die Grafik oben bringt Euch zu Barbara.

Hm, eigentlich sollte ein normeler Klick auf die Grafik jetzt wieder das Bild unten vergrößert darstellen, weil ich die Option "Bilder in Lightbox" anzeigen deaktiviert habe. Falls das nicht klappt: Zumindest ein Rechtsklick auf die Grafik und das Öffnen im neuen Tab/neuem Fenster sollte  die Lesbarkeit meiner Antworten noch erhöhen :)

Samstag, 22. September 2012

Projekt 52 Bücher: Woche 47 SaB

Diese Woche gibt es ein Thema bei Fellmonsterchens Projekt, das ich lieber gleich erledige, bevor sich die Antwort mit Zeitablauf  noch weiter auswächst: Es geht um den "SaB – Stapel angefangener Bücher". Und auf meinem befinden sich zur Zeit:

- Die zitternde Frau von Siri Hustvedt
Ein interessantes, aber auch anstrengendes Buch, da es um neurologische Fragen und im Grunde eine medizinische Odyssee geht. Es ist eine Leihgabe von meiner Freundin Sayuri.

- Käuzchenkuhle von Horst Beseler
Das ist ein Abenteuerroman aus meiner Jugendzeit, der Schreibstil wirkt ein wenig,hm antiquiert ist nicht so ganz das richtige Wort, aber doch "älter" ;) Und ich hatte das Wort "Nietenhose" vergessen.

- Das lesende Gehirn von Maryanne Wolf
Das musste ich angesichts des Fachtextes auch erst einmal zur Seite legen; die Autorin beschäftigt sich damit, was passiert, wenn der Mensch liest.

- Vergissdeinnicht von Cat Clarke
Es ist ein Jugendroman, in welchem die Protagonistin sich in einem Raum wiederfindet, vor sich Papier und etwas zu schreiben. Was also soll sie schon tun, außer ihre Geschichte aufzuschreiben. Mein Problem ist: Ich habe den Roman vor einiger Zeit im Original gelesen und jetzt bin ich bei der deutschen Übersetzung, kenne aber das Ende ...

- "The Waste Lands" (Original) und "Tot" (deutsche Übersetzung) - Teil 3 des Dunklen-Turm-Zyklus - von Stephen King
Die beiden Bücher liegen jetzt schon so lange angefangen auf meinem Nachttisch, dass ich sie bald komplett neu beginnen kann. Rolands Ka-Tet formiert sich weiter. Dass ich trotzdem bislang nicht weitergelesen habe (okay, es ist ein ReRead, zumindest was die deutsche Übersetzung angeht), ist angesichts des nächten Titels auf der Liste schon irgendwie witzig.

- "Wind" von Stephen King (als ebook in der deutschen Übersetzung) - Teil "4.5" des Dunklen-Turm-Zyklus
Dieser Band ist gerade erst erschienen und ist zwischen Teil 4 und 5 des Zyklus einzuordnen. Ich kenne ja den gesamten Zyklus und daher macht es mir nichts aus, "Wind" jetzt zwischendurch zu lesen. Und ich komme recht gut voran, bin immerhin schon ca. in der Mitte des Romans

und zum Schluss:

- "Kleines Konversationslexikon für Haushunde" von Juli Zeh
Vom Hund Othello für Hunde geschrieben, die mit dem homo sapiens zusammenleben oder zusammenleben wollen. Denn auch wenn der Hund tunlichst nie sprechen sollte, ist es nicht verkehrt, passiv die Vokabeln der menschlichen Sprache zu verstehen - gerade heute angefangen, während ich in meinem Lieblingscafe saß ;)

Sonntag, 16. September 2012

Projekt 52 Bücher: Woche 46: grün

Ich weiß, ich weiß. Das Thema der letzten Projektwoche wartet noch darauf, von mir erledigt zu werden. Und das werde ich auch noch, aber zunächst: Das grünste Buch in meinem Bücherschrank.

Während ich mich noch frage, ob man grün steigern kann, hat sich Poe bereits ein Buch geschnappt: 


Ich war ein wenig überrascht. Also nicht wegen der grundsätzlichen Wahl, denn schließlich gibt es einen eindeutigen Bezug zwischen grün und Spock: Letzterer hat grünfarbenes auf Kupfer basierendes Blut. Allerdings hätte vielleicht "I am Spock" von Leonard Nimoy besser gepasst. Poe wies mich aber darauf hin, dass das Leonard-Nimoy-Buch bereits in der 21. Projektwoche von mir erwähnt wurde. Deswegen hat er sich auch "Star Trek: Wo bisher noch niemand gewesen ist" von J.M.Dillard gegriffen, aus welchem das Foto oben stammt. 

Waggy zog dagegen ein anderes Buch aus dem Regal. 


Obwohl das Cover durchaus grüne Elemente enthält, kann man ja nun nicht von "grünstes" sprechen. Aber wie Waggy richtig erklärte, gibt es inhaltlich viel Grünes in "Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand" von Natasha Solomons zu finden. Denn Mr. Rosenblums Traum ist es, einen eigenen Golfplatz aufzubauen, wofür er natürlich einen besondere Rasen benötigt. Und er lebt auf dem Land im Grünen. Ein weiterer Punkt: Es ist ein wunderbares Buch über Träume und Hoffnungen - und was ist die Farbe der Hoffnung? Richtig. Grün. :)

 

"Die perfektesten 1440 Minuten meines Lebens" by Shaun Hutchinson


Nachlese:
Stellt Euch unsere Welt vor mit einem kleinen Unterschied: Jeder Mensch erfährt durch einen Todestagsbrief, dass er 24 Stunden nach Zustellung sterben wird. Diese Briefe sind völlig normal. Als der Teenager Oliver Travers aufwacht und erfährt, dass ein Todestagbrief zugestellt wurde, denkt er zunächst, seine Nana - immerhin schon über 70 - sei die Empfängerin. Aber weder sie noch sein Vater, seine Mutter oder eine seiner jüngeren Schwester wird in den frühen Morgenstunden des kommenden Tages sterben, sondern er. Wie und mit wem verbringt man seine letzte Stunden, besonders wenn man ein pubertierender 15jähriger ist?

Im Nachwort dankt Shaun Hutchinson seinem Literaturagenten für dessen Vertrauen, dass ein Buch über Tod und Peniswitze funktionieren würde. Und ja, in dem aus Oliver Travers Perspektive erzählten Roman geht es um Tod - schließlich stirbt der Protagonist am Ende und dass ist angesichts des Klappentextes und des Vorwortes kein Spoiler. Außerdem finden sich einige mehr oder weniger geschmackvolle Umschreibungen für Masturbationen, Penisse, Sex. Und zum Teil ging es mir auch etwas auf die Nerven, aber: Olli ist 15 Jahre jung und steckt in der Pubertät. 15jährige Jungs werden sicher eher beurteilen können, wie sich das anfühlt. Und ich gehe davon aus, dass sich Shaun Hutchinson daran erinnert. Auf den Punkt gebracht: Olli, der gerade zeugungsfähig wird, erhält den Todestagbrief und wird sterben. Punkt. Nein, er ist nicht krank; seine Zeit läuft einfach ab. Also schwänzt er zusammen mit seinem besten Freund Shane und seiner Ex-Freundin Ronni die Schule und versucht herauszufinden, was er mit seinen letzten Stunden am Besten anfangen kann, zumal ihm der ganze emotionale Kram - z.B. die Art, wie seine Eltern ihn anschauen - nicht behagt. Manche Aktionen bringen ihm Ronni etwas näher und zeigen ihm, was für ein Freund Shane ist. Anderes läuft ziemlich aus dem Ruder, etwa wenn er und seine Freunde auf eine Runde Kiffer treffen.

In meinen Augen gelingt Shaun Hutchinson dabei recht recht gut, Ollis Gefühle und Gedanken sprachlich zu transportieren, allerdings überzeugt mich die Auflösung nicht ganz. Letzteres schiebe ich allerdings - ich will nicht spoilern - auf den Zeitfaktor. Ein anderer Punkt ist die Erzählperspektive. Natürlich wird gerade durch die Ich-Perspektive Ollis innere Welt offenbart, trotzdem empfinde ich es merkwürdig, quasi ein im Präsens geschriebenes Tagebuch einer am Romanende (in Echtzeit) sterbenden Person zu lesen. Vielleicht hätte ich dies bei einem außenstehenden allwissenden Erzähler nicht so empfunden.

Das Thema Todestagbrief handhabt der Autor nicht wirklich befriedigend, aber es funktioniert. Genauer will ich hierauf nicht eingehen, weil ich dann mehr über den Romaninhalt schreiben müsste. Und das wäre nicht so glücklich: Schließlich lebt die Story nicht von klassischen Spannungseffekten, sondern es geht um die Reise des Protagonisten ansich. ;)

Sonntag, 9. September 2012

"Der Mörder mit dem grünen Daumen" von Evelyn Düll


Worum es geht und Nachlese
Der Protagonist Tom sieht nach dem Besuch eines Weinfestes - und daher etwas alkoholisiert - in dem Grünabfall eines rasant vorbeifahrenden Gärtnereilieferwagens die Hand eines Toten. Aber hat er das wirklich? Tom schafft es, den Betrieb zu ermitteln und beginnt dort ein Praktikum, um die Wahrheit herauszufinden.

Wie es der Titel verspricht, bekommt der Leser hier eine Kriminalgeschichte mit vielen Gartentipps. Letztere sind im Großen und Ganzen ganz gut in die Geschichte eingebunden. Ob sie richtig, sinnvoll oder praktikabel sind, kann ich nicht beurteilen: Ich habe keinen Garten und die Tipps daher einfach nur zur Kenntnis genommen.

Die Autorin bringt die Handlung durch Aktionen und Dialoge effektiv voran. Allerdings brachten mich gelegentlich der Satzbau und die Auswahl mancher Worte aus dem Lesefluss heraus, was schade - da im Grunde vermeidbar - ist. Zum Beispiel wäre der Satz "Sie hängt an Herrmann, der allein ihr geblieben ist" * durch Vertauschen der Worte "allein" und "ihr" deutlich verständlicher. Oder: Der Satz "Dafür, dass es deine erste Woche als Chef ist, ziehst du dich sehr achtbar aus der Äffäre" * wirkt durch den Gebrauch "aus der Affäre ziehen" in diesem Zusammenhang sehr merkwürdig. Hier wäre vielleicht "schlägst du dich sehr gut" eine Alternative.

Zwar überzeugte _mich_ die Auflösung (Motivation u. Tathergang) nicht ganz, aber das sollte jeder Leser selbst entscheiden ;) Den Plot fand ich jedenfalls erfrischend anders (ich lese allerdings eher gelegentlich Krimis).

*Zitate stammen aus der vorgenannten kindle-Edition mit der ASIN-Nr. B006VV8F2C,Pos. 1531 bzw. 2039 von 3182, Aufl.Jahr nicht angegeben,erworben Anfang Sept.2012) Rechte liegen bei der Autorin.

My rating: 2 of 5 stars

Sonntag, 2. September 2012

Projekt 52 Bücher: Woche 44: Reiseführer

Nein, beim dieswöchigen Thema von Fellmonsterchens Projekt kam mir kein "klassischer" Reiseführer mit Bildern und Karten und "Points of Interest" etc. in den Sinn. Vielmehr ist es ein zwischen Realität und Fantasie wechselnder bzw. beides vermischender Text über eine zwischen 1878 bis 1879 in Deutschland stattgefundene Reise.

Geschrieben hat sie ein Autor, der für seine Beobachtungsgabe und seinen Stil geschätzte und für seine Scharfzüngigkeit berühmt-berüchtigt war und ist. Sein Geburtsname lautet Samuel Langhorn Clemens, damals und heute wohl noch immer besser bekannt unter seinem Künstlernamen Mark Twain.

Das Werk heißt "Bummel durch Deutschland". Ich habe es vor zwei Jahren, als sich der Todestag von Samuel L. Clemens zum 100. Mal jährte, das erste Mal gelesen und hier (klick) darüber berichtet. Und da dieses Büchlein ein äußerst praktisches Taschenformat passend für eine Reise hat und zudem Hinweise für Reisende enthält, qualifiziert es sich in meinen Augen durchaus als ein - zugegeben etwas unorthodoxer - Reiseführer. :)

Oh, ich bekomme gerade eine digitale MMS-Postkarte:

 "Hallo Natira, 
Poe und ich sind ja seit 30 Minuten am Wandern. Wir haben langsam Hunger. Unser Reiseführer sagt, dass die nächste Möglichkeit, eine Mahlzeit zu bekommen, in 50 m Entfernung (also bei Dir) ist. Könntest Du uns bitte abholen?! Liebe Grüße Waggy"
Bevor ich noch mehr solcher Nachrichten bekomme oder die beiden noch zu rufen anfangen, werde ich sie mal holen ...*seufz*