Samstag, 21. Juli 2012

Projekt 52 Bücher: Woche 37: Weißwurstäquator

Wie lautet die Definition noch einmal?
"Weißwurstäquator oder auch Weißwurstgrenze ist die scherzhafte Bezeichnung für eine gedachte Kulturgrenze zwischen Altbayern und dem übrigen Deutschland. Sie orientiert sich dabei grob an der Verbreitung der Münchener Weißwurst, die beispielhaft als Kennzeichen „bayerischer Esskultur“ dient." *
Offenbar ist der Weißwurst-Äquator keine "feste" Grenze, mancher nimmt einen 100-km-Radius um München an, andere setzen den 49. Breitengrad mit dieser Grenze fest, wieder andere ziehen sie entlang des Rheines oder auch des Mains und der Fischkopp in mir siedelt sie deutlich nördlicher an. Eine andere Frage nebenher: Wenn der Weißwurst-Äquator die bayerische von der übrigen Kultur trennt, muss man dann darauf schließen, dass überall südlich des Weißwurst-Äquators (z.B. auch in Österreich oder der Schweiz) die bayerische Kultur gelebt, weiter verbreitet und geschätzt wird? Vielleicht sollten wir die Verwendung des Teilwortes "Äquator" ("singulärer Großkreis") in diesem Zusammenhang doch noch einmal überdenken? ;)

Wie ich überhaupt darauf komme? Nun, das Thema der 37. Kalenderwoche von Fellmonsterchens Projekt lautet "Jenseits des Weißwurstäquators". Herzlichen Danke auch ;)

Nun, Weißwurst hin oder her (ginge es nur um diese, bildet übrigens mein Körper die von einer Weißwurst nicht überschreitbare "Grenze" *g*), was mache ich aus dieser Themenvorgabe?

Wie wäre es mit dem Buch Die Expedition von Monika Bittl:
1903 kommen in München fünf Frauen zusammen, um zu einer Alpenüberquerung im Winter zu starten. Wer diese Frauen sind etc. wird von Monika Bittl auf faszinierende Art und Weise erzählt. Sie räumt jeder ihrer fünf Protagonistinnen - einem Dienstmädchen vom Land, einer Künstlerin, einer britischen Ärztin, einer Gräfin und einer Bürgerlichen - Raum ein und gewährt jeder eine eigene Stimme: Im Ergebnis liest man einen Roman, der die Leben, Erwartungen und Wünsche von 5 Frauen um 1900 vereint (ca. 2/3 des Romans) und diese auf eine physisch und psychisch anstrengende winterliche Expedition führt (ca. 1/3 des Romans).

Ein anderer Ansatz - ich höre die Schweizer jetzt schon aufschreien ;) - :
Ich denke an Berge, Kühe, Weiden "dunkle Tannen, grüne Wiesen im Sonnenschein" **. Ja, ich weiß, die "Heidi"-Bücher der Schweizerin Johanna Spyri spielen in der Schweiz, aber saftige Wiesen, Almhütten, Senner/innen verbinde ich halt - auch - mit Bayern :) So schließt sich irgendwie der Kreis zu meiner obigen Überlegung das Teilwort "Äuqator" betreffend. ;) 

Quellen
*Seite „Weißwurstäquator“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 8. Juli 2012, 18:38 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wei%C3%9Fwurst%C3%A4quator&oldid=105335962 (Abgerufen: 20. Juli 2012, 08:25 UTC) 
** Ich habe keine Informationen dazu gefunden, wer den Songtext zur Serie geschrieben hat, gesungen wurde er offenbar von Gitti & Erika

Kommentare:

  1. Hihi, lustig. Diese Überlegung hinsichtlich der angemessenheit der Verwendung des Wortes "Äquator" tobte auch durch meine Hirnwindungen. Aber ich habs einfach ignoriert. Und auch an Heidi habe nach Deinen ersten Sätzen gedacht - wegen der Erwähnung der Schweiz.

    Sehr spannend klingt jedenfalls Dein Buch "Die Expedition". Vielleich ist das ja etwas für die Abendteuerin in mir. Wäre ein Buch für kalte Winterabende. Vielleicht sollte ich mal eine jahreszeitlich orientierte WuLi eröffnen...
    LG
    Silke

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    1. Hätte ich "Die Expedition" nicht Anfang des Jahres meiner örtlichen Bücherei gespendet - das Buch war faszinierend, diese Spende hat nichts damit zu tun ;) - hätte ich Dir das Buch ausleihen können. :/

      Jahreszeitlich orientierte WuLi, sehr schön :D

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  2. Bitte bei Abenteuerin das "D" streichen.... *peinlichberührtumschau*

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    1. Vermutlich hast Du dich schon im Winter, abends eingekuschelt in eine Decke auf dem Sofa gesehen, bereit, Abenteuer zu erleben. Das passt doch :)

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  3. Hui schön, da hast du doch tatsächlich die Heidi-Bücher ausgegraben. An die hatte ich zuerst auch gedacht, hab die dann aber doch eher der Schweiz gelassen...

    Muss mal schauen, wie viele ich davon noch am Dachboden habe...

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    1. Vor äh... einigen Jahren habe ich die Bücher mal gelesen, ich schweige mal lieber still *g*

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  4. Hui, gleich zwei Bücher, die ich nie lesen werde. Gut, die "Heidi" habe ich als ganz, ganz, ganz kleiner, winziger Junge gelesen ... aber ich fand den Ziegen-Peter (was für ein Name!) damals schon echt langweilig ;-)

    Und die Sache mit Deinem Körper und der Weißwurst überlege ich mir gerade noch ...

    LG,
    Ralph

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    1. *grins*

      Und was Ziegen (Geissen)-Peter angeht: Diesen Namen für den Jungen fand ich schon als Kind irgendwie gemein. Warum muss das Ziege davor, weiß sonst keiner, welcher Peter gemeint ist? Heidi ist als Name sicher auch häufiger vorgekommen und keiner hat sie Alp-Heidi genannt...

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