Sonntag, 15. Juli 2012

8-Punkte-Stöckchen: Leben mit Tieren

Silke von der Wauzelwelt, die spannende Einblicke in ihre Südafrikareise gewährt hat, hat mir ein Stöckchen zwischen die Füße geworfen, wobei die nachstehenden Regeln gelten sollen:

#1 Schreibe, von wem du getaggt wurdest und verlinke die Person! (erledigt)
#2 Schreibe 8 Dinge über dich auf, die zu dem vom Vorgänger gewählten Thema (Leben mit Tieren) passen. (folgt weiter unten)
#3 Tagge 10 weitere Leute. (Die Regel breche ich,.)
#4 Sage den getaggten Leuten Bescheid. (Die Regel breche ich wegen #3 auch)
#5 Stelle selbst ein Thema auf, welches die anderen betaggen (Nun, halbwegs folge ich dieser Regel nachstehend).

Leben mit Tieren, okay :)

Wie man ja meinem Blog entnehmen kann, lebe ich mit zwei Katern zusammen: Meiner schwarzen Socke Merlin und meinem Kuhkater Marlowe, der später eingezogen ist.

1) Zwar hatte ich schon früher mit einem Haustier geliebäugelt, aber in meiner alten Wohnung war der Platz rar. Dann zog ich um und als eine Freundin länger nach Spanien verreiste und einen Katzensitter suchte, habe ich mit ihrem Einverständnis den jungen Kater so lange zu mir geholt. Das Ergebnis:

Ich war umgehend von einem maunzenden Fellbündel abhängig geworden und vermisste es nach Rückkehr meiner Freundin unglaublich. So kam es, dass ich meinen Vermieter um Erlaubnis fragte und mich nach einem Kater umsah ... Ich kann mir ein Leben ohne diese beiden Helden gar nicht mehr vorstellen. Und wenn ich verreise, vermisse ich die beiden noch bevor ich überhaupt gestartet bin. ;)

2) Ich musste einmal sehr kurzfristig und über einige Zeit verreisen und konnte Merlin so ad hoc nicht mehr "unterbringen" bzw. einen Katzensitter besorgen. Also kam Merlin mit auf eine 500 km Autofahrt an die Ostsee. Dabei musste ich lernen, dass Merlin
- eine sehr hohe Toleranzschwelle in Bezug auf Entspannungstabletten (vom Tierarzt natürlich) hat und
- es zumindest einmal schaffte (ich weiß bis heute nicht wie und er - dankenswerterweise - auch nicht mehr?), dem ordnungsgemäß geschlossenen Transportkorb zu entkommen und sich in Richtung Fahrersitz zu bewegen. Natürlich habe ich sofort die nächste Möglichkeit zum Halten ergriffen und mich um den widerspenstigen Kater und Transportkorb zu kümmern;
- weder kurze noch lange Autofahrten am Tage (auch wenn der Korb abgedunkelt wird) mag und
- er SEHR ausdauernd sein kann, wenn ihm was nicht passt.
Erheblich besser klappte übrigens die Rückfahrt, die nachts stattfand: natürliche Dunkelheit + abgedunkelter Korb + erheblich weniger Verkehr.

3. Ich lebe in einem Wechselbad der Gefühle: 
Die MuMs können mich unglaublich nerven - z.B. beim Autofahren (hauptsächlich Merlin) oder wenn sie darauf warten, dass ich das Futter in die Näpfe fülle - und mich andererseits sowohl unterhalten - mit Stunt- und Akrobatikeinlagen - als auch tiefenentspannen, indem sie sich schnurrend an oder auf mich kuscheln -  und mich auf diese Weise immobilisieren :) - oder ich mich meditativ verliere, wenn ich ihnen beim Ruhen oder Putzen zusehe.

4. Wieso nur müssen die MuMs Haare herauswürgen? Warum können diese Haare nicht immer den anderen Weg nehmen? Und warum erwischen Kater regelmäßig zielgenau einen der zwei Teppiche in der ansonsten mit leicht wischbaren Bodenflächen ausgestatteten Wohnung?

5. Spielzeug: Wer denkt, Baldrian wirke auf die Katzen wie auf Menschen, wird sein aktives Wunder erleben. Katzenminze ist gar nichts dagegen! Jedenfalls bei den MuMs. Mal abgesehen von Baldrianmäusen (die man prima über Apothekenbaldrian auffrischen kann) und der robusten DaBird-Spielangel ist es wirklich so, dass die MuMs mit einfachen Dingen genauso gern oder lieber spielen. Ob Maispflanze oder raschelnde Luftschlange, ein größerer Karton mit Raschelpapier oder eine Papiertüte, es muss nicht immer teures Spielzeug aus dem Markt sein.

6. Reine Wohnungskatzen, so wie meine MuMs, haben eigentlich keine Gelegenheit, zu jagen. Ich war sehr erschrocken, als ich eines Tages Federn und, hm, etwas mehr als Federn fand. Offenbar hatte sich ein Vogel zu nahe an das Katzenschutznetz gewagt. Ein anderes Mal hatte sich eine kleine Maus verirrt und ich benötigte einige Zeit, um überhaupt zu erkennen, mit was Merlin beschäftigt war. Ich weiß ja, dass Katzen Jäger sind, aber es live mit Maus bzw. Vogel daheim zu "erleben", ist etwas ganz anderes (als mit Spinne und Fliege) und setzte mir ganz schön zu.

7. Ein ganz furchtbares Gefühl war es, als Marlowe für einen kleineren Eingriff narkotisiert werden musste. Dazu sollte ich sagen, dass ich beide Kater bereits kastriert übernommen hatte, ich also keine Erfahrungen in Bezug auf Vollnarkose hatte. Ich saß also da und hielt den ängstlich-scheuen Marlowe von meinem Armen sicher umfasst auf meinem Schoß - und auf einmal wurde er ganz schlaff. Das war erschreckend und es ging mir erst besser, als ich ihn im (gewärmten) Aufwachbereich sah und er seine Pfoten bewegte.

8. Seitdem die MuMs bei mir leben, schlafe ich viel ruhiger. Ich meine das in dem Sinne, dass ich mich nur noch wenig im Bett bewege. Seitdem regelmäßig einer der beiden neben meinen Füßen liegt und der andere im Bereich meiner Kniekehlen, habe ich mich irgendwie darauf eingestellt, mich nur in Notfällen zu bewegen bzw. zu drehen. So haben wir alle eine geruhsame Nacht. *lach*

Wie bereits oben gesagt, breche ich die Stöckchenregeln und tagge keine weiteren 10 Personen.

Wer Lust und Laune hat, darf das Stöckchen aber gerne aufgreifen und sich zum Thema "In meinen Augen wichtige Erfindungen/Entdeckungen" (8 Punkte) äußern. Und wenn er/sie mag, kann er/sie natürlich auch die restlichen Regeln befolgen. :) Für eine kurze Info im Kommentar wäre ich in diesem Fall dankbar! :)

Kommentare:

  1. Als Katzenbespaßerin kann ich viele Deiner Eindrücke und Gefühle verstehen!
    Sie sind einfach........speziell lieb und frech und, und, und....

    Aly

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    1. ja ... und fordernd und anschmiegsam, erscheinen egozentrisch und dann wieder aufmerksam menschbezogen und und und :D

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  2. Toll, man merkt deinen Worten sehr an, wie sehr du die MuMs liebst. Ich finde es immer schön, etwas zu lesen, wobei man die Liebe so sehr spürt.

    Viele der von dir genannten Punkte kenne ich auch. Besonders das Wechselbad der Gefühle. aber egal wie sehr sie nerven, sie schaffen es ja doch immer wieder, dass man nicht mehr genervt ist :)

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    1. danke :)

      Es ist wirklich verrückt, wie schnell die Katertiere eine 180°-Drehung im Menschen bewirken: Erst fegen sie durch die Wohnung und werfen vielleicht etwa um (argh) und im nächsten Moment schaust Du sie an,wie sie sich auf den Rücken rollen und Dich mit großen Augen anschauen und Du schmilzt dahin *g*

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  3. Ich freu mich, dass Du das Stöckchen aufgehoben hast :-)
    Wir hatten ja auch Katzen und das allermeiste kommt mir doch sehr bekannt vor. Ganz besonders erinnert mich aber Dein Bericht über das Autofahren an Fredo, einen riesigen roten Kater, der seinerzeit noch den Holmes mit erzogen hat. Fredo hat beim Autofahren IMMER ganz schlimm geweint. Es war furchtbar, man konnte noch nicht einmal sauer sein. Eher hat man die ganze Zeit überlegt, was man dem Kater da gruseliges antut. Und die Krönung wurde es dann, wenn Fredos getigerte Gefährtin Leonie aus lauter Solidarität auch das Heulen anfing. Leider leben beide nicht mehr. Aber die Erinnerungen sind doch immer wieder sehr präsent!

    Beide liebten das Spiel, sich mit Zeitungspapier vollständig zudecken zu lassen, und dann, nach kurzen verharren, mit Karacho darunter hervorzuschießen, sich dann auf dem Papier im Kreis zu drehen, und es anschließend wahlweise als Rutschbahn zu verwenden oder zu zerfetzen. Jedesmal ein unglaubliches Spektakel *lach*

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    1. Es gibt eindeutig generelle Wahrheiten, was Katertiere angeht *g*, man muss ich ja nur Simon Tofields Clips anschauen oder die Sachen von J.M. Fonollosa (z.B. hier: http://natiraszeit.blogspot.com/2011/11/via-jm-fonollosa-miau-comic-nr-207.html)

      Und ja, das Gefühl habe ich auch immer beim Autofahren mit Merlin, dass ich ihm etwas Grauenhaftes antue - weshalb ich auch immer beruhigend auf ihn einrede und behaupte, es sei gleich vorbei ;)

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  4. Das ist wirklich ein Stöcken, welches einen guten Einblick in "unser" Leben mit den Samtpfötchen beschreibt.
    Seit ich die beiden Süssen habe, verreise ich nur noch ungern, das meiste Geld geht für deren Verwöhnprogramm drauf, bzw. ich entscheide mich bei den Einrichtungsgegenständen im Sinne der Beiden. :) Aber so soll es sein: echte Tierliebe halt. :)

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    1. Ja, es fällt mir auch immer schwer, die MuMs zu verlassen, aber es hilft nichts, ab und an brauch ich einen Tapetenwechsel. Und mit einem vernünftigen Katzensitter klappt das ja auch. Ich hatte Merlin, als er noch allein bei mir lebte, mal in einer Katzenpension: Es funktionierte und er zeigte danach auch keine Verhaltensauffälligkeiten, aber besser zufrieden erschien er mir doch, als er in seinem vertrauten Zuhause mit den vertrauten Gerüchen bleiben konnte. Ich lasse, wenn ich verreise, auch immer ein, zwei getragene Wohlfühl-Shirts von mir liegen ...

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  5. Achja, das Wechselbad der Gefühle ... Dank Shandys Reaktion auf den Stress und den Lärm an dem Tag, an dem der Elektriker da war, habe ich heute versucht das Innenleben des Heizkörpers zu reinigen (leider erfolglos - wir werden wohl weiter mit dem "Duft" leben müssen).
    Trotzdem kann man den Samtpfoten nie lange böse sein, selbst die Cat-Floor-Art den Teppich trifft statt der Fliesen oder der frühmorgendliche Übermut das dringend benötigte Ausschlafen am Wochenende erfolgreich verhindert.

    Ich wünsche dir und den MuMs noch eine lange, gesunde und liebevolle Zeit miteinander! :)





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    1. Oh verflixt, IM Heizkörper? Wie kommt man denn da am Besten ran. Und wie hat er das geschafft?
      Und ja, selbst wenn die MuMs mich maunzend wecken - Merlin gelegentlich auch mit einem Liebesbiss *seuf* - oder abends die Prügelrunde auf meinem Bett starten, wenn ich gerade dabei bin, einzuschlafen - sobald sie sich ankuscheln, ist alles vergessen :)

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    2. Er hat anscheind seinen Körper auf der Fensterbank platziert, den Hintern Richtung Heizkörper gedreht und eine Pfütze gemacht. Und das so geschickt, dass weder Sofa noch Fensterbank getroffen wurden, so dass wir uns dumm und dämlich gesucht haben. Ich habe das Ding jetzt von außen gereinigt, die Abdeckung entfernt und gründlich geputzt und versucht irgendwie zwischen den beiden Flächen auf den Heizkörperboden zu kommen. Aber das klappte nicht so recht, weil ich weder mit dem Arm, noch mit den vorhandenen "Lappen am Stiel"-Varianten so recht an die betroffene Stelle kam.

      Ja, an deine Erzählung vom wecken, liebesbeißen, prügeln und kuscheln kam mir in den Sinn, als ich deine Zeilen las. :)

      Shandy kuschelt sich gerade liebevoll auf meinen Beinen zusammen und schnurrt mich ganz entspannt an. Immerhin hat ihn der heutige Handwerkertermin wohl nicht zu schlechten Benehmen animiert. ;D

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    3. Für den Arm sind die Heizkörperöffnungen bestimmt zu schmal. Wie "wacklig" ist denn die Lappeln-am-Stiel-Variante? Kann man solche Jalousie-/Heizungs-Reinigungsbürsten zweckentfremden (http://www.amazon.de/Schl%C3%A4fer-7049-Heizk%C3%B6rperb%C3%BCrste/dp/B003P0XTDC/ref=pd_sim_k_7) oder Staubmagneten/Staubwedel (ggf. extra mit Stoff umwickeln)?

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    4. Zu wackelig. Innen im Heizkörper gibt es ein paar Streben und Vorsprünge und da bleibt der Lappen immer hängen, den ich um meinen Fensterwischer (der an einer langen Stange ist) gewickelt habe. Alles was breiter wäre, wäre nicht mehr bewegbar, und schmalere Sachen (ich habe es mit einem Lappen versucht, den ich an einen Besenstiel geklebt habe) haben nicht den nötigen Putzeffekt.

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Einerseits will ich Spam, andererseits Captcha-Codes für Euch vermeiden. Das Experiment mit nur registrierten Nutzern ist leider nicht vollständig geglückt, da ein paar von Euch trotz Open-ID. nicht kommentieren konnten. Also wieder frei für alle und Moderation bei Posts älter als 20 Tag/e. Ggf. muss ich wieder auf vollständige Moderation umstellen, falls der Spam bei aktuellen Posts überhand nimmt.
Wir lesen uns. :)