Sonntag, 8. April 2012

Projekt 52 Bücher: Woche 23 - ähm... Ostern? :)

Die Vorgabe war von Fellmonsterchen in der dieser Woche war ja:

"Ich stelle Euch einfach ein paar Themen zur Auswahl, da ist dann hoffentlich für jeden was dabei:
  • Eier
  • Religion
  • Hasen
  • Feuer
  • Urlaub
Wer will, kann natürlich auch alle abarbeiten"

Ich bin mir nicht wirklich sicher, aber das Thema KÖNNTE mit Ostern zu tun haben. Das ist auch der Grund, weshalb ich das ziemlich alte "Wir backen gut"-Buch meiner Mutter hervorgeholt habe. Da sind nämlich - im Gegensatz zu meinen anderen Backbüchern, wie ich feststellen musste, sogar konkret genannte Osterrezepte drin: Osterbrot, Osterhäschen (wusste gar nicht, dass man die nur backen kann *g*), Osterkranz... Früher haben wir so einen Hefe-Osterkranz daheim auch gebacken. Naja, eigentlich hat meine Mutter ihn gebacken. Und dabei kam unser mit Gas "befeuerte" Herd zum Einsatz. Später hatten meine Eltern auch einen E-Herd, der aber interessanterweise auch nach Jahren noch unbenutzt aussah, während die Gasflaschen weiter befüllt wurden...

Aber ich schweife ab. Wie gesagt, ich hatte das Backbuch herausgeholt, aber Waggy und Poe waren an diesem nicht weiter interessiert. Sie drehten ihm spontan den Rücken zu, als ich ein Glas Eierlikör (für mich) und zwei Schokohäschen für die beiden uglys auf den Tisch stellte.


Dabei ging mir, wie lustigerweise immer zu Ostern, Goethes Osterspaziergang aus dem "Faust, Der Tragödie erster Teil" durch den Kopf. Meine Deutschlehrer haben insofern fast perfekte Arbeit geleistet, denn ich kann "Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden belebenden Blick ..." noch heute fast vollständig aus dem Kopf rezitieren. Und wie üblich komme ich ins Schleudern zu dem Zeitpunkt "... denn sie sind selber auferstanden, aus dunklen ..?", weshalb ich mir den Faust holte und auch auf dem Tisch deponierte. Übrigens rechtzeitig, denn die Augen der uglys hatte sich begehrlich dem Eierlikör zugewandt...

DAS ging ja schon mal gar nicht, und so habe ich den beiden gedroht, dass sie nicht von diesem für sie verbotenen Getränk kosten dürften, sonst würden sie aus dem Wohnzimmer gnadenlos herausgeworfen und es würde sicherlich EINIGE Zeit vergehen, bis sie wieder herein dürften. Ich hatte den Eindruck, dass ich zu beiden durchgedrungen bin, denn für Waggy und Poe hat mein Wohnzimmer durchaus paradiesischen Charakter: Für Waggy, weil er dort die Mehrzahl an Büchern in meinem Haushalt findet, für Poe, weil sich dort auch der große TV und der Sky-Serien-Zugang befinden. 

Ach ja, Paradies - das erinnerte mich an das Buch "Im Paradies fing alles an" von Walter Laufenberg (klick) Der Autor sieht die Bibel als Geschichtenfundus, Drama, Komödie, "sex and crime". Er hat die Bibeltexte "anders" gelesen und hier "anders" erzählt. Kleine Kostprobe gefällig, so aus der Ägypten-Zeit?

"Nach einzelnen dieser Plagen, die Mose und Aaron dem Pharao jeweils vorher angedroht hatten, wurde dieser zunächst unsicher. Da schien ja tatsächlich die Hand des fremden, mächtigen Gottes sichtbar zu werden, von dem dieser schreckliche Mose und sein geifernder Bruder Aaron immer redeten. Doch dann kamen jesesmal seine Magier und Beschwörer zu einer Krisensitzung zusammen, dieWeisen seines Landes, und machte im klar, daß auch dieses Unheil ganz natürliche Ursachen habe. Und schon war der Pharao wieder sicher: Ich brauche die Fremdarbeiter nicht ziehen zu lassen.... Vor den Augen des Pharao und seiner Minister erhob Aaron seinen Stock und schlug in das Wasser des Nils. Da wurde alles Wasser im Srom zu Blut verwandelt, so wird berichtet. HIer zeigte sich, daß Mose aufgrund seiner guten Erziehung am Hofe und langen Jahre der Einsamkeit in der Wüste überlegene Kenntnis der Naturvorgänge hatte. Wir wissen heute, daß die Rotfärbung des Wassers, die sogenannte Rode Tide, durch eine plötzliche massenhafte Vermehrung winziger Einzeller, Panzlergeißler genannt, hervorgerufen wird. Also nur eine Frage des richtigen Timings."**

Hm. Für den Stapel wieder zu lesender Bücher, auf den dieses Buch jetzt auch wandert, brauche ich langsam aber sicher einen langen Urlaub. :) Zunächst werde ich aber das verlängerte Osterwochenende weiter entspannt genießen. In diesem Sinne: 

FROHE OSTERN!



**Quelle:
Seite 73 aus "Im Paradies fing alles an: die Geschichte von Adam und Eva und uns" von Walter Laufenberg, ungekürzte Ausgabe, Taschenbuchausgabe des Ulstein Buch im Verlag Ullstein GmbH, Frankfurt/M-Berlin,: Ulstein, 1993 (gedruckt Januar 1994), TB-Ausgabe mit freundlicher Genehmigung der F.A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, München, 1991 (ISBN 3548231993)

Kommentare:

  1. Schokohäschen von Lindt -- für die Monster nur das allerbeste! Ich bin wie immer begeistert. Natürlich auch von den Buchtipps, nur das Backbuch interessiert mich aus naheliegenden Gründen nicht so sehr... ;-)

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    1. *kichert* schon klar
      *einen Goldhasen rüberschiebt*

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  2. Hehe, sehr schön umgesetzt :-D
    Das Buch könnte mir gefallen. Muss ich gleich mal aufschreiben...
    Hab noch einen schönen Rest-Ostermontag!
    Liebe Grüße
    Silke

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    1. falls dir das buch nicht über den weg laufen sollte, gib bescheid ;)

      den ostermontag habe ich sehr entspannt zugebracht, danke :) draußen war es nass-grau und innen gab es MuMs auf den beinen zum wärmen und "die katze, die brahms liebte" gelesen. allerdings keinen brahms gehört *g*

      ich wünsche euch einen guten wochenstart! viele grüße!

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  3. Hm, Uglys und Eierlikör. Wäre sicherlich interessant geworden, aber auf die Gefahr hin eventuell am Ende noch Monsterkotze aufwischen zu müssen, war deine Drohung des Platzverweises schon berechtigt. ;-)

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    1. GENAU! Du verstehst meine Vorbehalte, ich bin dankbar Raven! ;)

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  4. Jetzt komme ich endlich zum kommentieren - zuerst ist mir der Computer abgesoffen und dann war ich total verplant.

    Sehr schön umgesetzt, vor allem das "befeuert" gefällt mir außerordentlich gut.

    Sei nicht allzu streng - könnte ich wählen, würde ich den Häschen auch den Eierlikör vorziehen! ;-)

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    1. Ja, da gab es Herdfeuer damals :) Wir hatte zu der Zeit auch noch einen kleinen Ofen in der Küche (keine Fernwärme), der anzuheizen war ... Hm, wann war das ...1983? Meine Eltern sind erst nach 1989 in eine Wohnung mit Fernwärme gezogen, vorher war in der Küche ein Boiler und auch im Bad war so ein riesiger Badeofen und es _dauerte_ bis das Wasser darin heiß war...

      Nein, also der Eierlikör war für mich. Punktum. Damit müssen auch die Uglys klarkommen, da herrschen hier strenge Regeln, jawohl (ich muss nur noch an der Einhaltung arbeiten *g*).

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