Samstag, 7. April 2012

I'm in english reloaded-Challenge - Harry Potter audio books

Gerade habe ich den letzten Harry-Potter-Band beendet. Dieses Jahr habe ich mir die Reihe von J.K. Rowling im Original angehört, gelesen von Stephen Fry.

Ich erspare mir hier Angaben zu den einzelnen Harry-Potter-Büchern, die ich ja hier im Blog auch schon einmal besprochen habe, z.B. hier Band 1 (klick), die anderen Bände sind unter Autoren A-Z verlinkt.

Kleine Anmerkung: Wer bislang nur die Filme geschaut, nicht aber die Bücher gelesen hat, dem empfehle ich, letzteres nachzuholen. Ich habe parallel auch noch einmal die Kinofilme geschaut und mir ist noch stärker als früher aufgefallen, wie viel in den Filmen fehlt. Dass in den Filmen Dialoge oder Aktionen von anderen Charakteren als im Buch ausgeführt werden und Kürzungen stattfinden, ist ja auch kaum vermeidbar ;) Aber manchmal tun die Figuren im Film etwas völlig unmotiviert - und nur der Buchkenner weiß, warum das geschieht. Vielleicht kommt das vom Drehbuch, vielleicht vom Schneiden des Films - schade ist es so oder so und mindert auch das Verständnis.

Nachdem meine liebe Freundin Sayuri mir ja empfohlen hatte, die Bücher im Original zu lesen. Und ich konnte feststellen, dass mit jedem weiteren Band die Sprache und die Geschichte komplexer wurde und die Bücher im Original eine wunderbare Möglichkeit darstellen, das englische Lesen mehr und mehr zu steigern. Es klappte ganz hervorragend. Dann empfahl Sayuri mir die englischen audiobooks, gelesen von Stephen Fry. Und was soll ich sagen. Danke, Sayuri!

Es war ein wunderbares Erlebnis, Stephen Fry zuzuhören. 

Nicht nur ist seine Aussprache gut verständlich. Er verleiht den einzelnen Figuren auch charakteristische Stimmen, was mich mal wieder darüber nachdenken ließ, wie Hörbuchsprecher das hinbekommen. Ich meine natürlich, auch in späteren Szenen und audiobooks wieder den Ton und die Stimme des früheren Charakters zu treffen.

Was mich beeindruckt hat, ist, wie offenbar problemlos Stephen Fry in der Lage ist, aus dem Stand glaubhaft von einer Stimmung in eine andere zu wechseln. Ich habe auch keine Schnitte o.ä. bemerkt innerhalb der einzelnen Kapitel (ein Track = ein Kapitel), entweder, weil sie nicht da waren oder aber, weil die Produktion so unglaublich gut ist.

Ab und an wurde mit Echo (dann war ein wiederhallender Raum von der Autorin beschrieben worden) oder Verzerrung der Stimme (bei Erinnerungen) gearbeitet. Als ich der Geschichte lauschte, sah ich Snape - Fry klang für mich beinahe wie Rickman - oder Umbridge vor mir. Ich war und bin begeistert von Stephen Frys stimmlicher Wandlungsfähigkeit, Präsenz und Sicherheit, mit der er seine Stimme als "Instrument" benutzt. Man hört, wenn Ron mit vollem Mund redet, Harry eine Antwort durch die zusammengepressten Zähne quetscht, Hermione aufgeregt ist oder Luna träumerisch Kommentare abgibt.

Viele Passagen der Bücher, die ich beim Lesen als langweilig und ausufernd empfand - besonders die Quidditch-Passagen - erschienen mir in den Hörbüchern gar nicht nervig. Lees Spielkommentar im ersten Buch gefiel mir sogar besonders gut. Auch die ganze Camperei im letzten Band empfand ich in der Hörbuchversion nicht so langwierig. Hier gewinnt die Geschichte für mich eindeutig durch die audibook-Fassung.

Welche Überlegungen ich als Hörer auch inhaltlich zu den Potter-Büchern von J.K. Rowling hatte - z.B., wie es sein kann, dass Voldemort auf dem Friedhof in Little Hangleton seinen Zauberstab hat, mit dem er auch Harrys Eltern getötet hat (sie erscheinen dort ja), wenn Voldemort doch nichtkörperlich war, als der Fluch von Harry auf ihn zurückprallte und daher den Zauberstab nicht hätte "behalten können" -, sie sind im Zusammenhang mit Stephen Frys Leistung nicht wichtig:

Er hat eine schöne Stimme, der ich stundenlang lauschen kann. Seine Aussprache ist "britisch" und selbst in schnellen Passagen deutlich. Er liest differenziert, emotional, mit "verve". Nun, eigentlich ist das Wort lesen nicht ausreichend, für mich spielt und lebt er die Geschichte.

Wer der englischen Sprache relativ mächtig ist, sollte diesen audiobooks lauschen. Ich denke, wer Filme oder Serien im englischen Original schaut und hört und ihnen folgen kann (und natürlich, wer die Potter-Bücher im Original lesen kann), sollte es ruhig mit "Harry Potter and the Philosopher's Stone" versuchen, vermutlich versteht ihr Stephen Fry gut. Und falls Ihr unsicher seid: Hier kann man eine Probe anhören/herunterladen (klick).  :)

Kommentare:

  1. Ich lese derzeit auch gerade wieder die englischen Harry Potter-Teile (im Moment Teil 5) und bin wie du immer wieder aufs neue begeistert, wie Geschichte und Sprache im Laufe der Reihe immer komplexer und schöner werden. Meiner Meinung nach können die deutschen Übersetzungen da einfach nicht mithalten, da doch recht viel verloren geht.

    Die Filme habe ich letztes Jahr auch nochmal alle gesehen und bis auf die Verfilmung des 7. Teils finde ich die wirklich nicht gut. Teil 1 und 2 sind noch ok, aber vor allem Teil 4-6 haben mir gar nicht gefallen, da einfach sooo viel fehlt.

    Deine Begeisterung für das Hörbuch ist übrigens richtig ansteckend. ;) Eigentlich habe ich es nicht so mit Hörbüchern, aber ich denke, dass ich mir zumindest deine verlinkte Hörprobe einmal anhören werde. :)

    Frohe Ostern wünsche ich dir!

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    1. Ja, der/die Leser/in wächst bei den Büchern sprachlich mit, für die Kids sicherlich (zunächst) auf deutsch. Für mich war das im Original sehr hilfreich, weil ich so auch das verstehende lesende Englisch nach und nach mehr trainierte. Ich meine auch, dass die dt. Übersetzungen einige Fehler haben, da gibt es, wenn ich mich recht erinnere, sogar eine webseite, die sich damit beschäftigt.

      Ich habe es im Grunde auch nicht sooo mit Hörbüchern, aber, wie schon an anderer Stelle gesagt, so beim Puzzeln z.B. :D

      Auch Dir und Deinen Lieben noch ein frohes Osterfest!

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  2. Ich freu mich sehr, dass Dir die Hörbücher so viel Freude gemacht haben. Ich bin ja auch gerade wieder dabei, sie zu hören und kann mir keinen besseren Zeitvertreib denken :)
    Schön, dass Du so viel Spass mit Stephen und Harry & Co. hattest!

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    1. Liebe Sayuri, ich kann Dir gar nicht genug dafür danken, dass Du mich zum Lesen der Bücher im Original ermuntert und mir die Verständnisangst genommen hast! Und die Hörbuchempfehlung war genauso perfekt! :) Liebe Grüße und auch an dieser Stelle noch einmal frohe Ostern für Dich und Deine Lieben!

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  3. Ich habe bis jetz Harry Potter nur im englischen Original gelesen (und das auch noch mehrmals *kopfschüttel*). Ich finde nach wie vor den dritten und vierten Band am besten und den fünften am schwächsten. Die Filme habe ich mir mal von einer Freundin auf DVD ausgeliehen und bin froh, dass ich die Bücher schon vor den Filmen gelesen habe. Da hat man noch die Chance sich eigene Bilder von den Charakteren zu formen. Außer Snape (wegen dem Alan Rickman Bonus? ;-) ) entsprach die Besetzung meist nicht meinen Vorstellungen, vor allem nicht der Hauptdarsteller von HP, Sirius Black (was nicht mit Oldman persönlich zu tun hat) und Lupin! :-P

    Nun dachte ich, ich sei mit dem Thema HP durch, da kommst du jetzt mit einem Hörbuch daher und machst mir den Mund wässerig, was soll das?! *ganzentrüstetguck*

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    1. "machst mir den Mund wässerig, was soll das?! *ganzentrüstetguck*"
      ups
      Sollte ich wiederholen, dass man auf der pottermore-Seite in sämtliche audibooks ein paar Minuten hineinhören kann? ;)

      Beim 5. Teil hatte ich den Eindruck, die Autorin wollte die Pubertät insgesamt abhandeln, das wurde mir auf Dauer zu viel. Aber auch hier gewinnt die Geschichte durch die audio-book-umsetzung :) M
      Und Sirius - wird mir auch mit jedem weiteren Mal Lesen/Hören der Originalbände nicht sympathischer.

      Was die Besetzung angeht: Niemand kann so wie Alan Rickman als Snape schauen und Arroganz ausdrücken :) Hm - stell Dir mal vor, Richard Harris hätte auch in den übrigen Filmen Dumbledore spielen "müssen".
      Beim Film-Lupin hat mich am meisten die Frisur gestört und beim Film-Sirus am meisten, dass so viel vom Buch-Sirius (die Arroganz und Unruhe und auch Ungerechtigkeit- Bd. 5 - ) fehlte. Aber dafür war wohl aufgrund des Drehbuches kein schauspielerischer Raum.

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