Mittwoch, 28. März 2012

Projekt 52 Bücher: Woche 21 - Alien etc.

Man sollte annehmen, dass ich am verlängerten Wochenende (incl. Montag) genügend Zeit hatte, um einen Post zu dem Thema Aliens oder schau mal wer da zum Essen kommt von Fellmonsterchens Projekt zu schreiben. Aber nein - ich war so etwas von freiwillig offline am letzten Wochenende ... :)

Zurück zum Thema, dessen Erledigung ich dieses Mal lieber nicht Waggy überlasse. Nachher schreibt er noch über meine Koch- und Backrezeptsammlung, denn für ihn und Poe bin ich ebenso alien wie die beiden für mich :).

Okay. Alien. Der Duden sagt zur Herkunft und Bedeutung:
"englisch alien = Ausländer, Fremder, Außenseiter; ausländisch, fremd < lateinisch alienus"

Das erinnert mich daran - ich habe das irgendwo irgendwann gelesen oder gehört -, dass auf die Spitze getrieben jedes Individuum dem anderen gegenüber fremd ist. Wir sind zueinander alle Alien, wenn man bedenkt, dass jedes Individuum in vollem Umfang und Tiefe nur die eigenen Gefühle und Gedanken kennt und diejenigen anderer nur durch Empathie/Intellekt/Kombination beider etc. nachempfinden oder nachvollziehen kann. Irgend ein Detail ist immer besonders, speziell, individuell. Und das ist ja auch gut so ;) Hm -unter dieser Prämisse könnte ich jetzt jeden Text eines anderen Individuums vorstellen ... :)

Keine Sorge, das mache ich nicht.

Noch im Februar 2012 habe ich einen Science-Fiction-Roman gelesen: "Star Trek Titan: Eine neue Ära" von Michael M. Martin und Andy Mangels. Ich mag Star Trek (merkt man kaum, wenn man sich diesen Blog anschaut, nicht wahr?), habe aber aus Fan-Sicht vermutlich erstaunlich wenig Classic- und TNG-Romane gelesen, deren Qualität schwankte. Der erste Band über die Abenteuer des Raumschiffs Titan unter dem Kommando von Captain Will Riker jedenfalls hat mich nicht vollständig überzeugt. Zwar fand ich den Ansatz - die Titan wird nach Romulus beordert, der Roman spielt nach Shinzons Tod - interessant und das Ende des Romans weckt durchaus Lust, die Abenteuer zu verfolgen. Aber z.B. was die Vielfalt der Alien auf dem "kleineren" Forschungsschiff Titan angeht mit all den speziellen Bedürfnissen und Quartieren ... Das wirkte auf mich etwas ...hm... ich nehme mal das Wort realitätsfern (ich weiß, ich weiß, SciFi-Roman!). Aber ernsthaft, ich fand diesen ganzen Bereich einfach "to much" - es ist letztlich ein Raumschiff- und keines der Galaxy-Klasse.

Aber - auch das war nicht das Buch,über das ich reden wollte. Nun, eigentlich sind es zwei Bücher - und überraschenderweise haben sie mit Star Trek zu tun ;)

"I am not Spock" erschien erstmals 1976 und ist, soweit ich weiß, noch immer nicht in deutscher Übersetzung zu erhalten. "I am Spock" erschien 1995, ich habe die deutsche Ausgabe aus dem Jahr 1996.

Es geht also um ein - weiterhin höchst lebendiges - Alien in literarischer Form. Leonard Nimoy - am 26.03.12 übrigens 81 Jahre alt geworden, Happy Birthday and LLAP! - hat dieses Alien offenbar regelmäßig daheim zum Essen oder bei anderen Gelegenheiten "zu Besuch", wie er in den Büchern erzählt. Bei Lektüre der beiden Bücher nacheinander fällt auf, dass in "I am Spock" einige Episoden aus "I am not Spock" aufgegriffen wurden. Zum Teil geht Leonard Nimoy rückschauartig auf seine früheren Überlegungen und Gefühle ein. Allerdings empfand ich einiges doch einfach als Wiederholung; wer weiß, wie umfangreich "I am Spock" wäre, wenn diese Wiederaufnahmen nicht sondern kürzere Verweise auf sein früheres Buch erfolgt wären. Nun: So oder so hätte man vermutlich das erste Buch dennoch im Haus .

Wie auch immer, Nimoys Erzählton und Stil mag ich, auch in der deutschen Übersetzung. Weshalb manche Fans nach Erscheinen des ersten Buches sauer auf ihn waren oder gar dachten, er würde den von ihm verkörperten Spock-Charakter hassen,erschließt sich mir übrigens nicht. Nimoy ging im ersten und geht auch im zweiten Buch zum Teil humorvoll und (selbst-)ironisch mit dem Charakter "Spock" um, der ein Eigenleben entwickelte und sich immer wieder in beiden Büchern zu Wort meldet, sogar Zwiegespräche mit dem Schauspieler führt ;).Leonard Nimoy erzählt vom Dreh der Serie, manchen organisatorischen und verwaltungstechnischen Problemen, der Arbeit zwischen Serie und den Star-Trek-Filmen und natürlich von letzteren (zweites Buch). Und dabei verschweigt L. Nimoy auch nicht seine Sorge, als Künstler in eine Schublade gesteckt zu werden, oder sein Bemühen, sich von dem Charakter Spock abzugrenzen: sowohl privat und persönlich als auch beruflich und kreativ. Mir erscheint das völlig normal für einen Schauspieler.

... Falls Leonard Nimoy ein weitere Autobiographie herausbringt, die sich mit seiner kreativen Arbeit als Schauspieler, Regisseur, Autor und Fotograf "bis heute" beschäftigt (ich habe jedenfalls von einer solchen noch nichts mitbekommen)- hier sitzt eine Kaufinteressentin :)

Kommentare:

  1. Star Trek - obwohl ich immer wollte, dass die Macht mit mir sei, mag ich auch Kirk, Scotty und den ollen Vulkanier :-) Ein Treckie bin ich aber nicht, eher ein Messie. Leider nicht Lionel, aber ich schweife ab. Schöner Artikel, macht Lust auf die Bücher :-) Ich würde mich aber auf "... nicht Spock" beschränken wollen. Nebenbei: Fermats letzter Satz ... sehr schönes Buch! Danke dafür :-)

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    1. Die Macht ... das erinnert mich an die hin- und hergehenden Clips zwischen W. Shatner und C. Fisher zu Star Trek vs. Star Wars, obwohl ich diesen Austausch trotz aller "Ernsthaftigkeit" immer als ironischen Abwasch beider Schauspieler ansehe und nicht wirklich ernst nehme. Es sind zwei paar Schuhe. Und Episode I - VI findest Du auch bei mir daheim ;)

      Was die Bücher angeht:
      Auch im 2. Band geht es ja um Kirk & Co, okay - Phase II u. TNG wird auch erwähnt und ich denke, es ist eine gute Ergänzung zum ersten Buch wegen der Rückschau. Wenn Du Ausleihinteresse hast, sag Bescheid, ich würde Dir aber wirklich beide Bücher empfehlen :)

      Und ich freue mich, dass Fermats letzter Satz für Dich interessant war :)
      Viele Grüße!

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