Montag, 13. Februar 2012

In der Küche: Kürbis-Premiere

Sayuri hatte letztens (klick) einen Gemüsegratin vorgestellt, in welchem u.a. ein Kürbis verarbeitet wurde. Obwohl das Gratin sehr lecker ausschaut, hat mich die aufwendige Zubereitung - jedenfalls wen man keine Küchenmaschine hat - abgeschreckt. In diesem Zusammenhang erwähnte Sayuri auch, dass sie den Kürbisrest zu einer Suppe verarbeitet habe. Und ich dachte mir: Sei mutig, versuche das auch mal! :)

Ich habe mir also einen relativ kleinen Hokkaido-Kürbis besorgt - der erste Kürbis, der meinen Haushalt je von innen gesehen hat -, Ingwer und Kokosmilch und eine Zwiebel. Dann begab ich mich auf die Suche nach einem Rezept - natürlich zunächst in meinen Kochbüchern, aber erfolglos erstaunlicherweise. Viel zu erfolgreich war dagegen die Suche im Internet: Gefühlte 1000 und mehr Kürbissuppe-Rezepte sind online. Und dann landete ich auch noch auf einer Seite, in der eine Köchin Hilfe suchte, weil sie den Kürbis nicht "klein" bekam.

Ich betrachtete meinen kleinen Hokkaidokürbis mit ganz neuen Augen und warf einen Blick auf meine Küchenmesser....

Hört auf zu lachen! Es war schließlich mein erster Kürbis!

Natürlich war es überhaupt kein Problem, den Hokkaido-Kürbis in kleine handliche Stücke zu verwandeln. Nachdem ich ihn halbiert hatte, entfernte ich die Kerne und begann mit meiner Hackarbeit. Ingwer und Zwiebel habe ich auch gleich zerkleinert. Dann gab ich Butter in einen Topf, Ingwer, die Zwiebel und den Kürbis, schwitzte alles etwa an, nahm pi mal Daumen - mit Pulver angerührte *pff* :)  - Gemüsebrühe, goss diese sie auf den Kürbis und ließ ihn köcheln. Als der Kürbis weich war, schnappte ich mir meinen Pürierstab und bearbeitete ihn. Das Ergebnis war ein ziemlicher ... Brei, also goss ich während des Pürierens immer wieder Brühe nach. :)

Jedenfalls hatte die Masse irgendwann das Stadium erreicht, in der fast sie für Menschen mit wenig bzw. gar keinen Zähnen geeignet ist. Ich gab etwas Kokosmilch hinzu und fing an, vor mich hin zu würzen: Pfeffer, Rosenpaprika (natürlich *lach*), Chilisalz und normales Salz, Kukuma und frisch geriebene (jawoll!) Muskatnuss. Dann schob ich den Topf wieder auf den Herd, um die "Suppe" wieder etwas heiß werden zu lassen. Ich wandte mich ab um ein paar Dinge in die Spüle zu legen - da warf meine Kürbiscremesuppe Blasen, die mich stark an blubbernde Lava erinnerte (jedenfalls die aus Filmen, denn in natura habe ich so etwas noch nicht gesehen). Deswegen bin ich fix an die Herdplatte (also zwei Schritte zurück *lach*) mit dem Kochlöffel in der einen und eine Tasse mit Brühe in der anderen Hand .... Das Ergebnis am Samstag sah dann so aus:

Ich habe beim Einfüllen etwas geschlampt,
wie man an dem breiten Rand sieht *lach*

So recht überzeugend fand ich den Geschmack am Samstag ja nicht, er war mir etwas .. ja zu süßlich. Aber "Nein, meine Suppe ess ich nicht", stand nicht zur Debatte, also löffelte ich brav mein selbst fabriziertes Essen aus der Suppenschale.

Am Sonntag habe ich der übrig gebliebenen Suppe noch etwas Gemüsebrühe hinzugefügt, um die Gefahr zu minimieren, dass ich sie anbrennen lasse - und damit sie von der Konsistenz her auch wieder flüssiger wird.

Wie bei so vielen anderen Suppen bzw. Eintöpfen schmeckte mir dann meine Kürbiscremesuppe am nächsten Tag wiederaufgewärmt und "durchgezogen" deutlich besser.

Da das hier mein erster Versuch war, der zudem nicht komplett in die Hose ging und ein am zweiten Tag schmackhaftes Essen ergab, steht weiteren Experimenten bei der Zubereitung und Würzung von Kürbiscremesuppe nicht viel entgegen (okay, es muss nicht nächste Woche sein *g*). Auf jeden Fall werde ich beim nächsten Mal etwa anderes mit dem Ingwer machen müssen: Entweder reibe ich den Ingwer oder schneide ihn in nicht so kleine Stücke, damit er beim Pürieren nicht "untergeht". Denn auf Ingwerstückchen habe ich auch am Sonntag noch gebissen. :)

Kommentare:

  1. Ich mag Kürbissuppe eigentlich total gerne, aber hab nur einmal versucht sie selbst zu machen - das hat stundenlang gedauert und am Ende hat sie nicht mal gut geschmeckt. Die Dinger sind mir tatsächlich einfach zu schwierig zu bearbeiten (und ja, bei mir ist auch selbst das Kleinhacken schon ein Problem...). Aber der Deckel macht öfter mal Röstgemüse, dafür muss man den Kürbis nur in grobe Stücke schneiden und in den Ofen schieben, und das schmeckt wunderbar =)

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    1. Gedauert hat es eigentlich nicht so lange, sie köchelte vielleicht 15-20 Minuten, dann habe ich püriert und die weiteren Zutaten hineingepackt. Hattest Du denn auch so einen Hokkaido-Kürbis?

      Hm... Kürbisspalten im Backofen (mit Parmesan vielleicht) ... hm.... ja, das kann ich mir auch gut vorstellen!

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  2. Hihi, klingt wie eins meiner Küchenexperimente! Und dein Messer scheint deutlich besser zu schneiden als meins, denn ich hatte - ebenso wie Arctica - Probleme beim Kürbiszerkleinern. ;)

    Schön, dass die Suppe am Ende geschmeckt hat - und bei der Rezeptsuche hast du ja bestimmt einige Ideen gesammelt, was du noch alles damit ausprobieren kannst. Appetitlich sieht so ein Kürbissuppe ja aus! :)

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    1. Es gibt zwar schönere Arbeiten, als in Spalten geschnittenen Kürbis weiter zu zerkleinern, aber das klappte mit meinem Schlachtmesser ganz gut *lach*

      Rezepte gibt es in der Tat viele leckerklingende und inspirierende :)

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    2. Dein Messer ist eindeutig besser! ;D Ich hatte damals übrigens auch einen Hokkaidokürbis in Arbeit - ich bin auf jeden Fall gespannt, was du mit Kürbis noch experimentierst! :)

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    3. Ich weiß nicht, wie das Messer heißt, aber es hat eine breite Klinge und ist,glaube ich, eigentlich für Fleisch/Braten gedacht. Wenn man so ein Messerset kauft mit Säge- und schmalem Fleischmesser ist es eigentlich dabei ... Damit bin ich dem überschaubaren Kürbis zu Leibe gerückt, dem armen...

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    4. Ja, damit hatte ich es auch versucht, aber ich fürchte, meins muss dringend geschliffen werden. ;) Blöderweise traue ich mich nicht damit meinen Schleifstein einzuweihen! Der auch noch in einem Umzugskarton ruht ... *seufz*

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    5. Ich habe mein Messer seit dem Kauf - ... hm *mit den Schultern zuckt* vielleicht vor 8 Jahren? - noch nie geschliffen, was auch zeigt, wie häufig ich es in Benutzung haben *lach*

      Bei dem angesprochenen Messerset war so ein Rund-Schleifstein mit Griff, ich glaube, ich hatte den noch nie in Benutzung

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  3. Ich hatte auch schon den einen oder anderen sehr wehrhaften Kürbis, den ich kaum kleingekriegt habe. Ein Mal hab ich mir beim Zerstückeln tatsächlich ne Blutblase (!) am Zeigefinger geholt, das war aber ein wirklich extrem widerspenstiges Exemplar.

    Willst du denn beim nächsten Mal unbedingt wieder eine asiatisch angehauchte Kürbissuppen-Variante machen? Ich mach meine mit normaler Milch und saurer Sahne, die finden wir sehr lecker. Und die saure Sahne nimmt auch ein wenig von der Süße.

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  4. Blutblase?! Ich kann offenbar dankbar sein, dass "mein" Kürbis vor Einzug in meine Küche seine Rüstung abgelegt hatte ...

    Ach, ich bin auf "asiatisch" nicht wirklich festgelegt. Als es so kalt war, wollte ich auch gern die Ingwerschärfe in der Cremesuppe haben :D. Schwitzt Du vorher auch nur der zerhackstückten Kürbis in einer Zwiebel an, Brühe darüber und dann Milch+saure Sahne?

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  5. In meiner Kürbissuppe sind gar keine Zwiebeln drinne, aber zwei Stangen Lauch und außerdem zwei Kartoffeln. Ansonsten mach ichs aber wie von dir beschrieben! :)

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  6. Dein Bericht klingt wie üblich sehr spannend - und schmunzeln musste ich auch das ein oder andere Mal ;)
    Ich denke, mehr Brühe schadet ja nicht (und ich nehm auch immer Bio-Instant-Brühe ohne Glutamat - find ich vollkommen legitim ;) )
    Was die Konsistenz angeht: ich püriere immer nicht ganz so fein und gebe auch so viel Flüssigkeit zu, bis mir die Konsistenz passt - Essen für Zahnlose brauchen wir ja noch nicht.
    Glückwunsch zum Erfolg (auch wenn der sich erst am Tag danach einstellte ;) )

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  7. Stimmt, zum Zahnlosessen kommen wir auch so wieder *kichert*. Ich habe auch die Bio-Gemüsebrühe im Haus, die ich dieses Wochenende für das nächste Experiment brauche: Kartoffel-Spinat-Suppe (via Wintekatze).

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