Sonntag, 31. Juli 2011

Projekt 52-2011: The Big Blue

Huch, da hätte ich doch beinahe die Wochenfrist von Saris Projekt 52-2011 verpasst. Und dabei habe ich schon ein Foto gemacht diese Woche:


Machmal muss es eben groß und blau sein ;)

"Sie belieben wohl zu scherzen, Mr. Feynman! von Richard P. Feynman


Ich hatte mal wieder Lust auf ein Sachbuch. Also habe ich mir von meinem TuB das dieses Buch gegriffen.

Worum es geht?
Oder solle ich besser schreiben, worum es nicht geht? Das Buch enthält keine Vorlesungsmitschriften des Physikers Richard P. Feynman, für die er so bekannt war. Und es ist auch keine Autobiographie. Jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinne. Der Nobelpreisträger hat Anekdoten aus seinem Leben niedergeschrieben - aus der Kinderzeit, aus seiner Zeit beim Manhatten-Projekt, aus seiner späteren Lehr- und Forschungszeit.

Nachlese
Mir lief der Name dieses Physikers vor einigen Jahr-(oh!)Zehnten das erste Mal über den Weg. Richard P. Feynman: Theoretischer Physiker, Nobelpreisträger, Professor, der nicht nur forscht, sondern auch lehrt und hierfür eine seltene Begabung habe: komplexe Sachverhalte, besonders der Quantenphysik, so darlegen, dass sie ein - sicherlich mit fachlichem Basiswissen ausgestattetes - Publikum auch _nachvollziehen_ konnte. Das lag, wie sich auch aus diesem Buch herleiten lässt, an Feynmans eigener Neugier und Herangehensweise an Probleme:

„Ich brauchte das (ein Beispiel, Anm. Natira): Ich bin nicht in der Lage, etwas im allgemeinen zu verstehen, wenn ich nicht ein bestimmtes Beispiel im Kopf habe und sehe, wie es läuft ... Der andere glaubt, dass ich den Schritten mathematisch folge (den vorgelegten Gleichungen, Anm. Natira), aber das tue ich nicht. Ich habe das besondere, physikalische Beispiel für das, was er zu analysieren versucht, und ich weiß instinktiv und aus Erfahrung, was für Eigenschaften die Sache hat.“ (S.323 „Sie belieben wohl zu scherzen, Mr. Feynman!,Piper Verlag 4. Aufl. 2011)

Seine Vorlesungen waren bekannt und beliebt, nicht nur am Caltech, dessen Ruf R.P. Feynman 1959 folgte und dem er „treu blieb“. Im Vorwort dieses Buches geht Harald Fritzsch z.B. auf eine Vorlesung in Wuppertal ein, die Studenten aus der ganzen Bundesrepublik anzog ...

In „Sie belieben wohl zu scherzen, Mr. Feynman“ geht es auch um Physik. Wie könnte es anders sein, war Feynman doch mit Leib und Seele Physiker. Aber seine Neugierde trieb ihn auch in andere Bereiche: Er schaute sich bei den Biologen um, arbeitete zeitweilig in einer Mini-Firma eines Freundes als „Chef-Chemiker“ mit einem Assistenten, lernte zeichnen und trommeln.

Fasziniert las ich von seinem Aufenthalt in Japan: Er berichtete weniger von der Konferenz, sondern darüber, dass er mit höflicher Geduld den zuständigen Organisator überzeugen konnte, ihn aus dem „amerikanischen“ in ein typisches japanisches Hotel unterzubringen. Und wie er versuchte, japanisch zu lernen und feststellte, dass bereits das „sehen“ mindestens drei japanische Entsprechungen hat - je nach Kontext.

Durchaus unterhaltsam, wenngleich nicht so reizvoll für mich fand ich z.B.seine Erlebnisse in Las Vegas, nichts desto trotz zeigen auch sie erneut, dass Feynman Kontakte und Gespräche zu allen möglichen Menschen suchte und fand :)

Seine Erlebnisse in Brasilien empfand ich dagegen spannender - und seine Feststellungen zur brasilianischen Bildungspolitik ebenso interessant wie seine später im Buch folgenden Erfahrungen als Bewerter von Schulbuchinhalten in den Staaten. Seine Zeit beim Manhatten-Projekt spart Feynman auch nicht aus, aber auch hier geht es weniger um physikalische Gleichungen und Forschungen.

Ob ernst und nachdenklich zur Forschung, augenzwinkernd und ironisch zu Kultur oder schalkhaft von seinen Streichen berichtend: „Sie belieben wohl zu scherzen, Mr. Feynman!“ bot mir einen faszinierenden Einblick in R.P. Feynmans Leben und brachte mich so manches Mal zum Lachen. Auch wenn die kapitelweise erzählten Episoden manchmal sprunghaft wirken, da sie zwar zeitlich geordnet sind, Feynman aber durchaus thematisch wechselt, so kann man sich doch ein gewisses Bild dieses Physikers machen: von seinen Anschauungen, von Fehlern und Erkenntnissen, von seinen Leidenschaften.

Mich sprach das Buch an - und auch der 1988 verstorbenen Richard P. Feynman ;)

Samstag, 30. Juli 2011

via Moviepilot: Harry Potter in 99 seconds ;)

Es ist inzwischen ja bekannt, dass ich die Moviepilot-Seite verfolge :) Dieser Tage wurde dort (klick) ein Clip gezeigt:  "a capella - Harry Potter in 99 seconds"



Ich fand die beiden Jungs klasse :)

Und der Clip hat mich veranlasst, noch etwas auf youtube zu schauen. Besonders TV-Show-Fans unter Euch: Hier ist ein (längeres) TV-Theme-Medley, in dem u.a. Firefly, The Simpsons, Akte X u.a. vorkommen. Und diese beiden Jungs sind, wie ich finde, fantastisch.


Donnerstag, 28. Juli 2011

Fotos von den MuMs #27

Ziemlich selbsterklärend :)

Ein Klick auf die jeweilige Collage wird ihr mehr Größe verleihen :)




Mittwoch, 27. Juli 2011

"Der mechanische Prinz" von Andreas Steinhöfel


Ich hatte ja schon erzählt, dass ich am Samstag in der Bücherei war ;) Und als ich aus den genannten Gründen in der Jugendbuchecke war, sah ich "Der mechanische Prinz" von Andreas Steinhöfel dort stehen. Ich habe sofort zugegriffen: Andreas Steinhöfel war mir noch in sehr guter Erinnerung mit seinem Roman "Die Mitte der Welt". Und ich erinnerte mich an seine sprachlich schöne Übersetzung und Hörbuch-Lesung von "Das Wörterbuch der Liebenden" (Autor: David Levithan).

Worum geht es? (Zitat vom Einband Carlsen Verlag 2003):
"Mit dem goldenen Ticket kommst Du überall hin", flüsterte der Einarmige eindringlich. "Aber viel wichtiger ist, dass du auch überall damit aussteigen kannst." Er zwinkerte Max mit einem Auge zu. "Gute Fahrt. Und hüte dich vor dem mechanischen Prinzen."
Das Ticket kann Max in die Refugien bringen - Orte an denen er sich seiner Traurigkeit stellen und sein Herz retten kann. Die Aussicht auf ein besseres Leben ist verlockend und für Max beginnt eine lange Reise - doch der mechanische Prinz wartet schon...

Nachlese
Ich schlage das Buch auf und lese den Prolog des Autors, seine Abmachung mit Max, dem Protagonisten seiner Geschichte. Es wird nicht das einzige Mal bleiben, dass ich den Autor höre. Er unterbricht seinen Roman, um von seinen Gesprächen mit diesem Jungen zu berichten. Und ansonsten geht es um Max: Max, den seine Eltern ignorieren, der "egalste Junge" der Welt. Max, der es liebt mit der U-Bahn durch Berlin zu fahren. Max, der von einem einarmigen Bettler ein goldenes Ticket erhält, als er seine Monatskarte und seine Geldbörse vergessen hat und nun vor dem Eingang zur U-Bahn steht. Und der eine fantastische Reise antreten wird.

Ich weiß nicht, wie ich meine Empfindungen in Worte fassen soll. Die Geschichte ist fantastisch, unerhaltsam, spannend. Sie hat traurige und lustige Momente. Und sie ist voller Wärme und Freundschaft, aber auch Zweifel, Angst und Verrat. Andreas Steinhöfel verwebt all das zu einer Geschichte, die mich verzaubert hat. So folgen neugierige Faszination und Frustrationsakte eng aufeinander und fühlten sich dennoch nicht falsch oder gar fremd an. Und so ging es mir den ganzen Roman hindurch.Ob der Autor, Max, Tanita oder Elfie u.a. - sie sind bei all der Phantastik so verwurzelt in dieser Welt, so real, dass es mich nicht wundern würde, ihnen eines Tages zu begegnen ;) .

Ich könnte mehr von Max berichten, was er in den Refugien erlebt. Aber das würde für die Leser nur den Charme nehmen und sie der Möglichkeit berauben, mit Max den Weg zu beschreiten. Deshalb fasse ich mich kurz:

Mich haben zwar weder das Ende der Geschichte noch der Epilog überrascht - beides sehr stimmig und schön - und ich frage mich auch, wie ein anderes Kartenkind den Tunnel wahrnimmt. Das alles ändert aber wirklich gar nichts daran, wie schön und voller Herz ich den Roman empfunden habe.

ps:
Ich finde das Cover thematisch zwar passend, grafisch jedoch nicht so gelungen. Mal abgesehen davon, dass das eine rein persönliche Geschmacksfrage ist - wie heißt es so schön in diesem Roman: "Schließlich ist das Äußere ja nur eine Hülle" :)

Dienstag, 26. Juli 2011

Foto-Impression: Ausblick

Montag, 25. Juli 2011

"Justin Time: Zeitsprung" (Bd. 1) von Peter Schwindt

Samstag war ich in der Bücherei. Ich wollte mir nur ein vorgemerktes Buch abholen. Und dann sind irgendwie drei Bücher dazugekommen. "Irgendwie" stimmt nicht ganz. Der bei der Bücherei gelegene Parkplatz ist kostenpflichtig und die Mindestgebühr beträgt 0,50 EUR für 30 Minuten. Es ist doch nur logisch, dass man diese Zeit dann auch in der Bücherei verbringt, oder?

Eines der mitgenommenen Bücher war Bd. 1 der Justin-Time-Reihe:

Nachdem es in der letzten Zeit im Büro wieder hektisch zugeht, dachte ich mir, etwas Jugendliteratur ist sicherlich entspannend.

Worum es geht:
Der 13jährige Justin lernt und lebt seit 7 Jahren im Internat. Auch in den Ferien, denn seine Eltern sind bei ihrer Arbeit tödlich verunglückt und sein Onkel Chester hatte kein Interesse, ihn zu sich zu holen. Bis er dieses Jahr - nämlich 2385 - eine Einladung seines Onkels erhält, ihn in den Ferien zu besuchen. Entgegen der Anweisung der Internatsleiterin macht sich Justin auf den Weg und verlässt die Abgeschiedenheit des Internats. Nur um festzustellen, dass sein Onkel an genau diesem Tag das Experiment wiederholt, bei dem seine Eltern gestorben sind: Die Durchführung einer Zeitreise in die Vergangenheit! Und auch dieses Mal geht etwas schief und die Zeitlinie wird gestört: Denn die Rechenmaschine von Charles Babbage darf in 1862 noch gar nicht funktionieren. Falls doch würde sich das Computerzeitalter viel früher entwickeln und Justins Welt würde so nicht mehr existieren. Als die "Reparatur"mission seines Onkels in 1862 scheitert, macht sich auch Justin auf die Reise durch die Zeit. Und gerät prompt in die Fänge eines Kriminellen, der ein Kinderarbeitshaus betreibt.

Nachlese
Das Buch hatte ich schnell durchgelesen. Das lag nicht nur daran, dass es ein Jugendbuch für Kids ab 12 Jahren mit einer schönen klaren Sprache und Struktur ist. Der Roman ist auch unterhaltsam und fesselnd geschrieben.

Justins langweiliges Leben im Internat wird ganz schön durcheinander gewirbelt, als er die Ferieneinladung erhält. Nicht nur, dass er endlich einmal etwas außerhalb des Internats sieht - die Fahrt inneralb Londons zu seinem Onkel findet er schon abenteuerlich. Justin hat auch endlich einmal ungehinderten Zugang zu Informationen, denn im Internat werden die Zöglinge behütet. Und so nutzt er die Gelegenheit und recherchiert etwas über seine Eltern Avery und Annie Time und deren Arbeit beim AION-Zeitreiseprojekt. Hinzu kommt, dass er durch seinen Onkel Chester Time und dessen Kollegen Rubert Bontempi mehr über das Zeitreiseprojekt erfährt und dann auch noch die Leiterin des Projekts Dr. Janus kennenlernt. Ganz zu schweigen von seiner eigenen Zeitreise.

Mir gefiel, wie Peter Schwindt neben dem aktiven Geschehen rund um Justin auch in die Materie einführt. So erfährt man quasi nebenher, warum Babbage seine Rechenmaschine baut, wie Kinderarbeit ausschauen und wie man im Bedlam landen kann. Auf 330 Seiten kann der Autor dies natürlich nicht in allen Einzelheiten darlegen, aber seine Gewichtung von Setting, Informationen und Justins Geschichte ist wirklich gelungen. Der jugendliche (und ebenfalls der erwachsene) Leser erhält auch so einen sehr guten Eindruck von den Gegebenheiten in London und den sich hieraus ergebenden Schwierigkeiten.

Die Charaktere, soweit sie in diesem Band auftauchen, sind gelungen, allen voran Justin, über den man zwangsläufig am meisten erfährt. So kann man z.B. nachvollziehen, dass sich der Junge die Gelegenheit nutzt und sich allein auf den Weg nach London macht. Etwas abentuerlich fand ich Justins Bereitschaft zwar schon, sich so schnell in das Zeitreiseprojekt zu stürzen, das ihm ja seine Eltern genommen und ihm Albträume beschert hat. Aber vielleicht bin ich dafür auch "zu alt" und dieses Verhalten ist für junge Leser absolut plausibel und nachvollziehbar ;)


Justins Abenteuer, seine Zweifel am Tod seiner Eltern und seine Suche, sind als Romanserie angelegt. Dies ist auch der Grund, weshalb man wenig über die Erwachsenen wie Justins Onkel oder die Internatsleiterin etc. erfährt. Im ersten Band werden eigentlich kaum Fragen beantwortet, nur erste Hinweise geliefert - denen man nachgehen oder über die man grübeln kann. Denn was hat es mit dem schwarzgekleideten Fremden auf sich, dem Justin begegnet. Oder mit Miss Abbadon?

Und lässt sich aus den genial gewählten Namen "just-in-time", "every-time" (phonetisch), "any-time" (phonetisch),"abbadon" (mystisch,biblische bedeutung), "janus" (römisch-mythologisch) und mit ein wenig Phantasie "yester-time" und "bon-tempe" etwas ableiten? :)

Falls Band 2 in der Bücherei ist, wenn ich meine Bücher abgebe, werde ich ihn wohl mitnehmen :)

Sonntag, 24. Juli 2011

Norwegen und Somalia

Ich war erschüttert, als ich die Meldungen über die beiden Attentate in Norwegen am 22.07.2011 hörte - und bin es immer noch. Die Betroffenen haben mein Mitgefühl. Und nun lese ich den Artikel von Florian Flade in der Berliner Morgenpost vom 24.07.2911 über das Manifest des Attentäters (klick) - und bin benommen und entsetzt. Wie kann sich nur dieser Fanatismus entwickeln? Nicht nur bei Anders B., sondern generell, immer wieder über die Jahrhunderte?! Ich habe keinen Zugang zu dieser Art fantatischem Eifer.

Die Meldungen aus Norwegen beherrschen natürlich auch die "Schlagzeilen" der google-Nachrichten-Seite. Aber vermisse ich dort "oben gut sichtbar" eine Meldung zu der Hungersnot in Somalia, vielleicht kombiniert mit einem Link zu Hilfsorganisationen und wie man spenden kann. Um 09.50 Uhr findet sich heute auf der google-News-Startseite sogar überaupt keine Meldung zu Somalia. Was mich ebenfalls erschüttert. Die UN will wegen der besonderen Situation in Somalia eine Luftbrücke einrichten, außerdem flüchten viele Menschen über die Grenzen. Sie kommen in Flüchtlingslagern unter, brauchen dort aber auch Hilfe. Dewegen: Kontoverbindungen caritativer Organisationen findet man z.B. hier auf dieser kirchlichen Seite (klick), ich habe mich für Unicef (klick) entschieden (Onlinespenden sind möglich). 

Samstag, 23. Juli 2011

Foto-Impressionen

Als es letzte Woche am Freitagabend nach Regen und Wind auf einmal sonnig wurde, hielt ich auf meinem Weg vom Büro nach Hause an.

Hochgewachsener Futtermais stand rechts und links auf den Feldern neben mir - und ich ging mit der Kamera ganz kurz hinein. Der Mais selbst war noch nicht so weit, aber mir gefiel das Grün und das Licht im Feld :)


via Ostseezeitung: Bau der Meinigen-Ersatzbrücke beginnt

Ganzer Artikel vom 23.07.2011 hier:

"Meiningenbrücke: Bau der Ersatzbrücke beginnt von OZ RDG: Fünf Jahre lang wird der Verkehr umgeleitet. Als Teil der Baustelle wird die Behelfslösung mit Fertigstellung der neuen Meiningenquerung abgebaut."

Oha! Es geht los. 
Ich kenne die Gegebenheiten vor Ort. Die Meinigenbrücke war lange, lange Zeit die einzige Möglichkeit, den Zingster Strom (klick) zu überqueren. Für Einheimische und Urlauber, die zwischen Zingst, Prerow, aber auch dem übrigen Darß/Fischland und Barth, Stralsund oder Grimmen etc. unterwegs sind, ist die Überquerung des Gewässers es der kürzeste Weg. Die Alternative wäre eine Fahrt vom jeweiligen Start-Ort zunächst Richtung Damgarten-Damgarten und dann zum Ziel. Das worst-case-Szenario (falls aus irgendwelchen Gründen unpassierbar sein würde) bedeutet, dass man von Zingst nach Barth (knapp 15 km) statt 20 Minuten gute 75 km fährt und dafür dann 70 Min. braucht. Die Meinigenbrücke ist also ziemlich wichtig :)

Die nahe an der Meinigenbrücke befindlichen Ostseebäder Zingst und Prerow liegen direkt an der See und sind im Sommer stark frequentiert. Außerdem ist die Ecke auch für Hobby- und Fach-Ornithologen interessant (Kraniche etc.). Früher gab es nur die einspurige Meinigenbrücke und so war es im sommerlichen Ferienverkehr morgens und auch abends ein vertrautes Bild, wartende Autos vor der Ampel der Meinigenbrücke zu sehen - die teilweise bis nach Zingst standen oder weit auf der Umgehungstraße Richtung Prerow. Die andere Seite der Brücke war auch nicht besser dran, der Rückstau endete manchmal in Pruchten (knapp 10 km) oder noch weiter. Dieser Zustand verbesserte sich durch die zusätzliche Installation der schwimmenden Pontonbrücke: Endlich konnte auf zwei Brücken gleichzeitig der Zingster Strom überquert werden mit festen Öffnungszeiten für den Schiffsverkehr. Nach Beginn der Nebensaison - besonders im Winter wegen der Witterung - musste dann zwar die zusätzliche Pontobrücke geschlossen werden, aber das Verkehrsaufkommen war und ist dann auch nicht so hoch.

Weshalb ich so weit aushole?
In dem Artikel der Ostseezeitung ist die Rede davon, dass aktuell die Baustelle zur (zweispurigen) Ersatzbrücke eingerichtet, der Bau soll im September 2011 beginnen. Solange läuft der Verkehr einspurig über die Meinigenbrücke, was angesichts der Nebensaison praktikabel sein dürfte.

Ich drücke die Daumen, dass die Jungs und Mädels der beteiligten Firmen ihren engen Zeitplan einhalten können und ihnen insbesondere die Witterungsbedingungen keinen Strich durch die Rechnung machen. Geplant ist die Fertigstellung der Ersatzbrücke Ende April 2012. Das hat nicht nur etwas mit den ersten Besuchern (Ostern etc.) zu tun, sondern auch mit dem Vogelschutzgebiet der Boddenlandschaft (Kirr etc.).

Was mich besonders freut ist übrigens, dass die neue Meinigenbrücke als kombinierte Straßen- und endlich auch wieder Eisenbahnbrücke (über einen Zeitraum von 5 Jahren) gebaut werden soll! Die Eisenbahnanbindung gab es bis kurz nach dem 2. Weltkrieg, danach mussten die Gleise abgetragen werden und die Bahnverbindung wurde über den Zingster Strom nicht wieder eingerichtet. Ich kann mir vorstellen, dass es etliche Gäste - und je nach Zugplan - auch Einheimische geben wird, die von der Darssbahn Gebrauch machen werden. Ich war jedenfalls wegen des Reiseverkehrs - ob nun die volle Strecke über Barth oder die volle Strecke über das Fischland (gleichfalls ohne Ausweichmöglichkeit, steckt man im Stau steht man halt) - häufig genervt und würde die Bahn vorziehen - und entweder ein Rad mitnehmen oder vor Ort ausleihen  :)

Hier (klick) gibt es ein paar mehr Infos und auch Bilder zur Meinigenbrücke, hier (klick) und auch hier (klick) weitere Informationen zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Donnerstag, 21. Juli 2011

Projekt 52-2011: gepunktet



Nein, so wirklich habe ich mit meinen Würfen nicht gepunktet :)

Saris Projekt 52-2011

Mittwoch, 20. Juli 2011

doch kein Filmprojekt zum Dunklen-Turm-Zyklus von Stephen King :(

Vor ca. einem Dreivierteljahr hatte ich hier (klick) gespostet, dass es ehrgeizige Pläne gibt, den Zyklus um den Dunklen Turm von Stephen King zu verfilmen.

Heute lese ich (erneut) bei Moviepilot, dass das Projekt aufgegeben wurde. Den ganzen Artikel findet ihr hier (klick). Die Umsetzung mit drei Kinofilmen und drei Serien war für Universal offenbar finanziell zu riskant.

Interessanterweise hat  auf darktowermovies.com  aktuell (12.35 am 20.07.2011) noch keine Meldung eingestellt. Ich denke aber, dass Moviepilot schon richtig informiert ist ...
EDIT 13.15 Uhr: Inzwischen ist die Nachricht auch von darktowermovies.com gepostet worden ;) 

Schade, ich wäre auf die Umsetzung wirklich neugierig gewesen. Ich bin momentan pessimistisch und denke nicht, dass der Zyklus irgendwann einmal den Weg auf die die Leinwand/den TV finden wird. Da tröstet es mich auch nicht, dass "The Stand" als Remake ins Kino kommen _soll_.

Dienstag, 19. Juli 2011

I'm in english-Challenge: "Before I go to sleep" by SJ Watson


Eigentlich - ja eigentlich wollte ich nur "Forgotten" kaufen und dann habe noch fix dieses Taschenbuch mitgenommen.

Worum es geht:
"As I sleep, my mind will erase everything I did today. I will wake up tomorrow as I did this morning. Thinking I'm still a child. Thinking I have a whole lifetime of choice ahead of me ..." Welcome to Christine's life.

Nachlese:
Als ich die Bestellung aufgab hatte ich offenbar nicht richtig die Kurzbeschreibung "wahrgenommen". Irgendwie hatte sich nämlich bei mir die Vorstellung festgesetzt, dass die Erzählerin eine psychopathische Kriminelle ist, die jeden Morgen aufgrund ihrer Erkrankung - sie kann keine neuen Erinnerungen speichern - "unschuldig" aufwacht. Bis zu den ersten Sätzen war ich überzeugt,  solch einen Roman vor mir zu haben.  Aber damit hatte ich Unrecht:

Christine erwacht jeden Morgen und weiß nicht, in welchem Haus sie ist. Sie erkennt weder den Raum, noch den Mann neben sich. Sie erkennt ihren eigenen 47jährigen Körper nicht - und muss doch die Tatsache akzeptieren, dass ihr aus dem Spiegel ihre Augen aus diesem gealterten Gesicht entgegenschauen. Wo sind die fehlenden 20 Jahre hin? Der Mann stellt sich ihr vor. Er ist Ben, ihr Ehemann. Er erklärt ihr, dass sie aufgrund eines schrecklichen Vorfalls in der Vergangenheit nicht in der Lage ist, Erinnerungen zu speichern.  Er zeigt ihr Fotos, macht sie mit dem Haus vertraut, bevor er zur Arbeit geht - Ben ist ihr nicht vertraut, sie hat keine Erinnerungen an ihn. Als er fort ist, erreicht Christine ein Anruf von Doktor Nash. Seine Stimme klingt vertraut und so trifft sie sich trotz anfänglichen Zögerns mit ihm. Ben, so erfährt sie, weiß nichts von ihren Treffen mit diesem Arzt, der ihr helfen will, ihre Erinnerungen wiederzugewinnen. Und dann gibt Dr. Nash ihr ein Journal, in welchem sie schon seit einiger Zeit täglich notiert, was sie erlebt, was ihr Ben erzählt und woran sie sich erinnert ...

Der Roman ist vollständig aus Christines Perspektive und in der Ich-Form geschrieben. Es ist dem Journal nachempfunden. Sprachlich hat mir der Roman übrigens kaum Mühe bereitet. Ich kann nicht genau sagen, ob es nun daran liegt, dass die Autorin leicht verständliches Vokabular gewählt hat oder ob es daran liegt, dass ich durch diese Lese-Challenge einfach besser im Verstehen englischer Texte geworden bin - oder ob es etwas von beidem ist.Jedenfalls habe ich kaum ein Wörterbuch benötigt und konnte trotzdem problemlos der Geschichte folgen.

Was den psychologischen Hintergrund angeht, so existiert diese Form der Erkrankung offenbar, dass also neue Erinnerungen nicht in das Langzeitgedächtnis eingebettet werden können. In diesem Roman findet das "Löschen" von Christines Erinnerungen im nächtlichen Tiefschlaf statt, sodass Christine tatsächlich tageweise neu ihr Leben erlebt. Dies ist - so der fiktive Dr. Nash - ungewöhnlich, die Zeitabstände sind regelmäßig deutlich geringer. Für den Roman dagegen ist dieser zeitliche Rahmen natürlich glücklich ;)

Mal abgesehen von dieser vielleicht möglichen Ausgestaltung der Krankheit, fand ich ein paar Details nicht ganz überzeugend.

Christine führt bekanntlich das Journal, dessen Inhalt ja tagtäglich wächst. Neben ihren "Aktionen" am Tag nach dem verwirrenden Aufstehen muss sie also das Journal lesen und außerdem notiert sie ihre Aktionen, Gefühle, Gespräche etc. tagtäglich handschriftlich (es gibt Tage, da umfasst die gedruckte Version ihres Journaleintrages über 35 Seiten)... Wenn ich nur daran denke, wie mir die Hand und die Sehnenscheiden weh taten, als ich ungewohnterweise mal 10 Seiten per Hand geschrieben habe (Prüfungszeiten). Da kann ich  nur sagen: Respekt,dass sie das tagelang durchhält und auch noch so schnell schreiben kann! ;)

Dann ist es so, dass Christine mal 20, mal 35 Jahre fehlen. Sie wacht also manchmal mit dem Gefühl auf,  noch ein Kind zu sein. Welch ein Schock, im Spiegel jemanden zu sehen, der die eigene Mutter oder Tante (oder Oma) sein könnte. Mir wurde dabei nicht klar, auf welcher Ebene sich Christine emotional bewegt. Ist sie auch gefühlsmäßig noch ein Kind? Was denkt ein Kind, meinetwegen auch ein Teenager - denn Christine erklärt nicht konkret, wie alt sie gefühlt ist -, wenn ein fremder Mann vor ihm steht und vielleicht sogar Intimitäten austauschen will? Oder findet mit voranschreitender "Kopf"-Realisierung der aktuellen Situation auch zugleich eine emotionale Anpassung statt, da Christine sich zwar nicht erinnert, aber dennoch die Jahre durchlebt hat und sie vielleicht nachhallen? Möglicherweise war das auch SJ Watson nicht ganz klar und so wurde es etwas außen vor gelassen. Wirklich sagen wird das wohl nur jemand können, der dies durchlebt hat. Dieser Mensch könnte aber nun gerade aufgrund seiner Erkrankung NICHT in der Lage sein, sich daran zu erinnern und darüber zu berichten.

Auf der anderen Seite hat mich die Art, wie Christine schwankt, ob sie Ben vertraut oder nicht, wie sie an sich selbst zweifelt und überlegt, ob ihre Erinnerungen, Visionen und Träume wahr oder doch nur Erfindungen sind, ihre Unsicherheit, ob Dr. Nashs Engagement wirklich ihrer Genesung dient, überzeugt. Fragen, die (auch) dem Leser durch den Kopf gehen - Wie schafft es Dr. Nash, auch am Wochenende so anzurufen dass Ben nichts davon mitbekommt, obwohl er doch daheim ist? Wo hat Dr. Nash die Fotos her? etc. - werden im Verlauf der Geschichte beantwortet.

Mehr und mehr erfahren Christine und der Leser über das Leben dieser vertraut-fremden Frau, von ihren Gefühlen. Dass die Ereignisse nur aus Christines Sicht beschrieben werden und auch Dialoge mit Dritten nur aufgrund Christines Notizen im Journal für den Leser zugänglich werden, bedeutet Wachsamkeit: Man erfährt nur eine Seite. Erinnert sich Christine richtig und an alles, wenn sie ihre Erlebnisse notiert, teilweise erst einige Stunden nachdem sie stattgefunden haben?

Man wird das Gefühl nicht los, dass an irgendeiner Ecke irgendetwas ganz und gar nicht stimmt. Ist es Ben, der Christine umsorgt und von dem Dr. Nash - obwohl Ben nicht eingebunden ist - nur Positives nach den Krankenunterlagen zu berichten hat? Vielleicht will er Christine nur im Haus halten? Ist es Dr.Nash? Könnte er bestrebt sein, Christine aus Bens Fürsorge zu holen, hat er eigene Hintergedanken? Ist es Christine, die an Paranoia leidet?

Die Geschichte hat mich in ihrem Bann gezogen, die Erzählart mitgerissen, anders kann ich es nicht sagen. Ich wollte wissen, ob Christine erfährt oder erinnert, was mit ihr geschehen ist und ob sich das Gefühl bewahrheitet, dass irgendetwas nicht stimmt - und falls ja, was es ist. SJ Watson hat es - jedenfalls aus meiner Perspektive - geschafft, die Vertrauensvorschüsse, die Christine aufgrund ihrer besonderen Situation gewährt, aber auch die von ihr empfundenen Zweifel in der Waage zu halten: Christine findet häufig für beide Standpunkte Erklärungen, was ihre Verwirrung nur verstärkt und ihre Zerrissenheit zeigt. Es stimmt: Erinnerungen definieren uns. Was sind wir ohne sie? Und so blieb die Geschichte für mich im Fluss und auch reizvoll, wenngleich ich mit meiner Ahnung letztlich nicht ganz falsch lag.;)

Übrigens:
Hier geht es zur Homepage von S.J. Watson (klick) und hier (klick) zur Romanseite, auf der man auch unter Excerpt auch die ersten Zeilen lesen und offenbar das erste Kapitel auch herunterladen kann. Und wie ich gerade gelesen habe, besteht Interesse an einer Romanverfilmung (Beginn soll 2011 sein) durch Ridley Scotts production company.

Projekt 52-2011: Postkartenmotiv

Mit dem Thema der 28. KW 2011 "Postkartenmotiv" habe ich ganz schön Probleme gehabt. Mir fiel einfach nichts Vernünftiges ein, deswegen bin ich auch eine Woche zu spät. 

Und dabei kann ich doch eine Motivationskarte vorweisen :)




 Alternativer Titel: Not a TuB2go anymore :)

(Abgebildet ist mein Turm Ungelesener Bücher (TuB) *g*)

Saris Projekt 52-2011

Freitag, 15. Juli 2011

Freitagsfüller by Barbara

Dieses Wochenende wird ja recht stürmisch eingeleitet. Das gestrige und heutige Wetter erinnert mich an meine alte Heimat an der Ostsee - mal abgesehen davon, dass es eher in den Früh- oder Spätsommer passt. Nun, ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass der Sommer bald zurückkommt :)
 
Aber jetzt erst einmal zum 
 
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Ein Klick auf die Grafik oben bringt Euch zu Barbara, ein klick auf die untere Grafik könnte die Lesbarkeit meiner Antworten noch erhöhen :) (dieses Mal war die Tinte noch nicht ganz trocken *g*).

Sonntag, 10. Juli 2011

Fotos von Marlowe #16

Es war sehr lange warm am 07.07.2011 und so befand ich mich im Dunkeln um 22.30 Uhr noch immer auf dem Balkon. Und Marlowe auch:

(Ein Klick auf das Foto ...)

Samstag, 9. Juli 2011

Fotos von den MuMs #26

Der gestrige schmusige Beginn (klick) führte erst hierzu


 und schließlich hierzu:

Freitag, 8. Juli 2011

Fotos von den MuMs #25

Es begann heute morgen so wunderbar



Wie es endete, seht ihr morgen :)

Fotos von Merlin #14

Gestern abend war es ja noch wunderbar warm, also saß ich auf dem Balkon. Merlin leistete mir Gesellschaft. Nun ja... zu guter letzt :)

(Ein Klick auf das Foto...)

Donnerstag, 7. Juli 2011

Variationen: 2x "Drei" und 1x "The Drawing of the Three" - Stephen King

Ich habe es wieder getan, also Band 2 aus dem Zyklus "Der dunkle Turm" von Stephen King in drei Versionen gelesen: die alte Heyne-Ausgabe aus 1993, die Heyne-Neuauflage aus 2003 und die englische Version aus 2003.

Wie erwähnt, geht es hier um den zweiten Band des Zyklus. Zu dem ersten Band, den man auch zuerst lesen sollte, habe ich mich hier und auch hier geäußert (Spoiler!). Wer der Zyklus nicht kennt: Auch in diesem Post kann es Spoiler geben, also Obacht ;)

Worum es geht:
Band 2 beginnt nur wenige Stunde nach dem ersten Band. Roland, der letzte Revolvermann einer Welt, die sich deutlich von unserer unterscheidet, ist am westlichen Meer angekommen. Desorientiert und ziemlich erledigt von dem langen, langem Palaver, das nach Rolands Aussehen offenbar Jahre gedauert hat, wird er von anrollenden Wellen geweckt. Diese haben nicht nur eine äußerst unglückliche Wirkung auf seine Patronen und die Revolver, mit ihnen kommen auch monströse hummerartige Tiere an den Strand. "Did a chick" und "dum a chum" sind die Geräusche, die Roland sehr schnell zu beachten lernt, denn er ist umgehend zwei Finger und einen Zeh los.

Ausgezehrt, verletzt und mit einer Blutvergiftung versehen (und weiter von den nachts herauskommenden Kreaturen verfolgt) schleppt sich Roland am Strand entlang, um "die Drei" zu ziehen, wie es ihm anhand von Tarotkarten prophezeit wurde. Denn er braucht diese "Drei", um zum Turm zu gelangen. Und wirklich taucht irgendwann am Strand eine unmögliche Tür auf. Roland trifft auf "den Gefangenen", der von einem Dämon namens Heroin besessen ist. Später wird er der "Herrin der Schatten" begegnen und dann ist da noch die letzte Tarotkarte "Der Tod" ...

Nachlese
Ich erinnere mich auch heute noch daran, wie ich bei meiner ersten Begegnung mit "Drei" den Kopf geschüttelt habe und dachte: Was für ein Schrott! Monsterhummer?! Und dann, bei meinem zweiten Anlauf vor ein paar Jahren wurde vieles anders. Und auch dieses Mal fühlt sich die Lektüre anders an. Das ist auch kein Wunder. Nicht nur, dass ich zunächst die überarbeitete und geänderte Version des ersten Bandes "Schwarz" gelesen habe, ich habe auch den deutschen Text intensiver und zudem den Originaltext gelesen.

Es ist schwierig, sich über ein Buch zu äußern, das am Anfang eines Zyklus steht - besonders, wenn der erste Teil recht umfangreich überarbeitet wurde. Manche Dinge des überarbeiteten ersten Bandes passen nicht zu "Drei". Dabei wurde offenbar auch der 2. Band bearbeitet (das vermute ich aufgrund des Vorwortes), wenn auch nicht so gravierend wie "Schwarz".  Es kommt allerdings jetzt zu Unstimmigkeiten:

In der überarbeiteten Version von Band 1 etwa ist Farson ein Ort (früher: eine Person), in Band 2 ist Farson (weiterhin) ein Ort. Marten und Walter sind in der überarbeiteten Version von Band 1 identisch, in Band 2 sind es zwei verschiedene Personen... Für den Leser ist das äußerst unglücklich, denn die Kontinuität ist in einem über 7 Bände (und diverse Graphic Novels + einem weiteren Band, an dem Stephen King offenbar arbeitet) wichtig. Und diese Kontinuität wird schlicht unterbrochen. Möglicherweise hat der Autor in Band 1 etwas zu viel geändert - oder Band 2 (und vielleicht auch die übrigen Bände) bedürfen einer weiteren Überarbeitung. Ich weiß nur nicht genau, ob mir das gefallen würde. Eine weitere Überarbeitung, meine ich.


Über Roland und sein Verhältnis zum Turm kann man über den gesamten Zyklus philosophieren - aber in diesem Band auch darüber, dass Roland - ebenso wie Eddie und ebenso wie er, ohne es anzuerkennen - ein "Gefangener" ist. Und auch Roland hat eine Schattenseite, wie die Herrin der Schatten ... und er trägt den Tod mit sich - Er zieht die "Drei", ja, aber die Tarotkarten und die prophezeiten "Drei" realisieren sich auch in gewisser Weise in Roland selbst. Ich denke nur, in Band 2 ist das Roland nicht bewusst - auch wenn Eddie ihm den Spiegel vorhält und Roland von selbst z.B. an Jake und dessen Opferung denkt. Das ist eine der Linien in dem Zyklus, die ich beim ersten Lesen nicht wahrgenommen habe. Ich werde versuchen, sie im Auge zu behalten.

Mir gefällt, wie der Autor Eddie, aber auch die Herrin der Schatten anlegt. Ich bin mir zwar nicht ganz sicher, ob ein Heroinsüchtiger wie Eddie wirklich solch ein Durchhaltevermögen nach dem Ausstieg aus dem Flugzeug haben würde. Allerdings hat er ja auch in gewisser Weise Roland als Stütze ;). Und ob die Besonderheiten der Herrin der Schatten plausibel sind, kann ich auch nicht beurteilen - aber für mich sind sie gut genug geschrieben, dass die Herrin glaubwürdig wird. Beide Charaktere werden ja in Band 2 neu eingeführt und werden im weiteren Verlauf des Zyklus noch mehr Tiefe erhalten. Mort war gruselig genug, auch er als Charakter weniger Raum als Eddie und die Herrin hatte. Die Nebencharaktere fand ich auch gelungen, z.B. den Drogeristen Mr. Katz, der sich am Telefon mit einer Süchtigen herumschlagen muss und gedanklich seinen Vater und alle möglichen Leute verflucht  - und dann auch noch die Bekanntschaft eines Revolvermanns macht.

Viele Dinge sind mir beim ersten vollständigen Lesen des Zyklus nicht bewusst geworden - und vermutlich werde diese Erkenntnis auch beim dritten oder vierten Mal haben, wenn ich den Zyklus lese ;). Ich dachte z.B., Eddie stamme aus unserer Welt, der "Fundamentalen Welt", unserem Universum. An etwas anderes habe ich mich aufgrund meiner ersten Lektüre vor ein paar Jahren auch nicht erinnert. Bei Jake war ich mir nicht so ganz sicher, einfach weil im ersten Band zu wenig Informationen für mich vorhanden waren. Bei der Herrin ist mein erster Impuls nach diesen Band 2 zu sagen: nein, weil ich von der Firma ihres Vaters nie etwas gehört habe ;). Aber sicher bin ich mir momentan noch nicht. Bei Eddie dachte ich: jepp, "unser" New York, wenn auch nicht unsere Zeit. Stimmt aber nicht. Obwohl ich nach der deutschen Übersetzung wohl bei dieser Überzeugung geblieben wäre. Das ist ganz interessant:

In der alten Heyne-Ausgabe habe ich den "Hinweis", der _mir_ zeigte, dass Eddie nicht aus unserer - "Fundamentalen" Welt stammt (es gibt noch andere, die mir aber nicht auffielen), schlicht überlesen, obwohl er - wie ich festgestellt habe - genau so enthalten ist wie im Original (2003). In der 2003er Heyne-Ausgabe habe ich den Hinweis auch überlesen - weil er nicht mehr da war! Ich kann angesichts des englischen Textes aus 2003 nur vermuten, dass der Übersetzer in der 2003er Heyne-Ausgabe an dieser Stelle eine unbewusste Änderung vorgenommen hat, dort heißt es nämlich:

".. so als würde man einen Film sehen, der entweder in den Sechzigern spielte oder damals entstanden war, so wie der mit Sidney Poitier und Rod Steiger ..." (S. 280 11. Aufl. Heyne "Drei" von Stephen King in der Übersetzung von Joachim Körber).

Klingt völlig normal und vertraut, nicht wahr? Nur dass es im Original heißt:

"...because this was like watching a movie either set or made in the '60s, something like that one with Sidney Steiger and Rod Poitier... " (S. 171 Penguin "The Drawing of the Three" by Stephen King, 2003).

Im englischen Text bin ich darüber gestolpert, dass es Sidney Steiger und nicht Sidney Poitier heißt und habe dann noch einmal in den deutschen Ausgaben nachgeschaut. Die 2003er Ausgabe habe ich oben zitiert, in der 4. Aufl. Heyne 1993 "Drei" von Stephen King in der Übersetzung von Joachim Körber heißt es auf S. 419:

"...denn dies war, als würde man einen Film sehen, der entweder in den Sechzigern spielte oder damals entstanden war, so wie der mit Sidney Steiger und Rod Poitier..."

Da ist in eine richtige Übersetzung ein Fehler hineinkorrigiert worden ;)

Da ich gerade bei Übersetzungen bin: An einer andere Stelle in beiden deutschen Ausgaben habe ich mich beim Lesen der Szene damals und auch dieses Mal wieder darüber gewundert, was denn so Besonderes daran ist, dass ein Mann in 20 Minuten ein Sandwich isst! Die Flugbegleiterin überlegt nämlich, dass das Sandwich in einem Stück verschluckt bzw. förmlich verschlungen wurde. Also in 20 Minuten kann man doch ein Sandwich mehr als in Ruhe essen. Des Rätsels Lösung war recht einfach: Aus 20 seconds waren in der deutschen Übersetzung 20 Minuten geworden ;).

Insgesamt, finde ich, hat Joachim Körber als Übersetzer eine klasse Arbeit geleistet. So hat mir z.B. die Übertragung der folgenden Passage ins Deutsche sehr gefallen:

"I'm no shrink," Eddie said ... "Shrink? What is a shrink?" Eddie tapped his temple. "A head doctor. A doctor for your mind. They're really called psychiatrists." Roland nodded. He liked shrink better. Because this Lady's mind was too large. Twice as large as it needet to be." (S. 201 Original Penguin s.o.)

(Anm: shrink = kurz für headshrinker = Slang für Psychiater, aber wortwörtlich auch schrumpfen)

Hieraus wurde, da das Wortspiel mit shrink und schrumpfennicht funktioniert in der deutschen Sprache, einfach weil es den "Shrink" bei uns nicht gibt, Folgendes:

"Ich bin kein Seelenklempner" sagte Eddie ... "Seelenklempner? Was ist den ein Seelenklempner?" Eddie klopfte sich an die Stirn. "Ein Kopf-Doktor. Ein Arzt für den Verstand. In Wirklichkeit nennt man sie Psychiater." Roland nickte. Seelenklempner gefiel ihm besser. Weil der Verstand dieser Frau irgendwie nicht dicht war. Undichter, als er sein sollte." (S. 353 2003er Ausgabe Heyne s.o.).

Die Übertragung funktioniert (ich hätte mir nur das Wort "Herrin" statt "Frau" gewünscht), denn in gewisser Weise "fließt" in den Verstand der Herrin etwas hinein bzw. heraus.


Was mir den 1993er Ausgabe gefallen hat und in der 2003er fehlt, sind zwei, drei Anmerkungen des Übersetzers zu von Stephen King benutzten Wortspielen. So gab es z.B. eine Erläuterung zum Begriff "John", der eine Rolle in einer Trivial Persuit-Frage spielt. Weshalb die Fragenden sich so darüber amüsieren, wird nur klar, wenn man weiß, dass im Amerikanischen John auch umgangssprachlich "Klo" bedeutet. Im Originaltext erahnt man es, denn "john" wird schon früher und im Zusammenhang mit dem Besuch der Toilette benutzt. Aber ich muss gestehen, dass mir die Bedeutung entgangen wäre, hätte ich nich vorab in der 1993er Ausgabe von Heyne diese Anmerkung des Übersetzers gelesen.

Übrigens ist es schon irgendwie witzig, auf welch absurde Idee ich beim Lesen und dem Nachschlagen in den englischsprachigen Wörterbüchern und dem englischsprachigen Thesaurus gekommen bin: Ich hatte eingangs bereits erwähnt, dass die Monsterhummer "Did a chick?" und "Dum a chum?" von sich geben und Roland um zwei Finger und einen Zehn "erleichtern". Jedes Mal, wenn diese Geräusche im Roman wieder auftauchten dachte ich jetzt: "Did a chick" könnte für "Gemacht wie Hühnchen?" (also: Schmeckst Du wohl?) stehen. Statt "Dum a chum" könnte man auch "dump a chum" lesen und dies könne für "Lernst langsam, Kumpel?" (ah, gut für mich, leckeres Hühnchen) stehen. *G* Ich sagte ja, ein wenig absurd. Oder? :)

Die Saga um Roland geht weiter. Band 3 "Tot" liegt hier schon bereit - auf deutsch habe ich den kompletten Zyklus inzwischen hier -; mal sehen, ob ich auch Bd. 3 erneut im Original lesen werde.

Projekt 52-2011: Fruchtig

Eigentlich würde mein Projektfoto aus der letzten Woche (klick) doch auch für diese Woche passen, oder? :) Aber ich habe ein neues Bild für Euch.

Anlässlich einiger Besorgungen bin ich nach langer Zeit nämlich mal wieder im Amica Ambiente gewesen. Diese Limonaden zogen mich magisch an, weil sie, wie ich finde, nach Sommer aussehen und bestimmt fruchtig schmecken!

(Ein Klick auf das Bild...)


Gekauft habe ich dann aber nichts, obwohl ich neugierig auf den Geschmack war und mir auch die Flaschen gefielen. Der Preis war mir doch zu hoch...

Saris Projekt 52-2011

Mittwoch, 6. Juli 2011

Uff...

Mittagspause-  Email-Check - Amazon-Newsletter zu TV-Serien Schnäppchen

ah... The Big Bang Theory ist dabei. Staffel 4 allerdings noch nicht ;)

Staffel 1 - 3 habe ich vor - ja doch - einiger Zeit als Box in UK für so ca. 33 - 35 Euro geordert (daher hat die Box auch keine deutsche Tonspur, aber es funktioniert *g*). Den genauen Preis weiß ich gerade nicht mehr.

Noch einmal ein Blick in den Newsletter.

Die deutsche Staffel 1 von TBBT gibt es aktuell für 55,00 Euro *umfällt*.
 (BtW:  Leider steht an keiner Stelle des Newsletters "Bazinga!")
Die deutsche Staffel 2 von TBBT kostet derzeit immerhin nur 34,349 Euro.
puh ...

Prioritäten ...

Beim Durchsehen der Nachrichtenmeldungen auf google-news (Deutschland) - die Anzeige ist bei mir auf "Schlagzeilen" eingestellt - finde ich zwischen 08.00 Uhr und 08.30 Uhr weit unten in der Rubrik "Gesundheit" die Information, dass importierte Bockshornklee-Samen mit hoher Wahrscheinlichkeit den Ausbruch von EHEC hier in Deutschland verursacht haben. Im dazu verlinkten Artikel des Hamburger Abendblattes vom 06.07.2011, 07.00 Uhr, Mark Hasse heißt es u.a.:
"Deshalb gelte weiter die Empfehlung, keine Sprossensamen und rohen Sprossen zu verzehren, auch keine selbst gezogenen; alte Sprossensamen und Samenmischungen sollten Verbraucher entsorgen..."
Ich hätte diese "Empfehlung" und die Nachricht ja in den oberen Bereich unter "Schlagzeilen" bei google-news (Deutschland) eingestellt, so aus der (vermutlich abwegigen) Überlegung heraus, dass diese Information bei den vielen Erkrankungen und Todesfällen wichtig und interessant ist. Statt dessen findet sich dort z.B. dieser Artikel über Filzhut, Flaucher und Florenzverschnitt.

Schon klar. Prioritäten halt ....

Freitag, 1. Juli 2011

Freitagsfüller by Barbara

Das Wochenende ist gaaaaaanz nah. Das sieht man auch am 
 
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Ein Klick auf die Grafik oben bringt Euch zu Barbara, ein klick auf die untere Grafik könnte die Lesbarkeit meiner Antworten noch erhöhen :)