Sonntag, 18. Dezember 2011

Projekt 52 Bücher: Woche 07 - Kochbücher (alternativ: Handbücher)

Das Thema erinnerte mich an eine Episode mit meinem früheren DVD-Festplatten-Recorder (und es sind ja nicht nur gebundene Bücher erlaubt *g*):  Als ich das Gerät kaufte, war kein Handbuch, aber eine Kurzanleitung dabei, aus der sich ergab, wie man das Teil anschloss und wie u.a. der Suchlauf im - automatisch gestarteten Setup - durchgeführt wird. Im Grunde hätte man diese Anleitung nicht wirklich gebraucht, falls man vorher schon einmal einen Videorecorder erfolgreich bedient und programmiert hatte. Die Menuführung war recht intuitiv. Aber: Irgendwann wollte ich aus einem der auf Festplatte gespeicherten Filme  die Werbung herausschneiden  und da half weder die Intuition noch die Kurzanleitung. Also machte ich mich auf in die unendlichen Weiten des Internets, um eine Anleitung/das vollständige Handbuch zu finden... Dabei habe ich dann erfahren, dass der Hersteller gar nicht mehr online präsent war. Irgendwann fand ich auf einer englischseitigen Forumseite ein pdf-Dokument und konnte die - im Verhältnis zum Rest -unglaublich komplizierte Reihenfolge zum Löschen einzelner Passagen einer Datei auf der Festplatte nachlesen. Das Gerät habe ich übrigens nicht mehr ;)

Lustig, wenn auch keine Handbücher im eigentlichen Sinne, sind Aufbauanleitungen für Möbelstücke. Seltsamerweise bleibt bei solchen Aufbauten auch gern was übrig, obwohl genau so viele Teile in den eingeschweißten Tüten enthalten sind wie in den Aufbauanleitungen angegeben. Keine Ahnung, warum das so ist. ;) Jedenfalls habe ich etliche Möbelstücke meiner Wohnung, Sidebords, Bücherturm, Schrank, massiver deckenhoher Katzenkratzbaum allein zusammengeschraubt. Und dann war da noch das Gästesofa. Damals war mein Vater bei mir zu Besuch - und natürlich anwesend, als das Teil aufgebaut werden sollte. Allerdings war er der Meinung, dass Aufbauanleitungen nicht wichtig sind. Warum sollte ein gestandener Mann von über 80 Jahren, der Zeit seines Lebens alle möglichen und unmöglichen Arbeiten in und am Haus, Garten und sonstwo vorgenommen hatte, auch eine Aufbauanleitung brauchen für ein Ausklapp-Sofa eines großen schwedischen Möbelunternehmen? Es war eine gleichermaßen frustrierende wie amüsante Episode die damit endete, dass mein Vater einen Spaziergang machte und ich mich allein ums Sofa kümmerte. ;) Dafür hatte mir mein Vater viele andere Dinge gezeigt, u.a. wie man tapeziert - sonst hätte ich mir dafür ein Heimwerker-Handbuch kaufen müssen :)

So ganz ohne Buch will ich aber auch diesen Post für Fellmonsterchen Projekt nicht online gehen lassen. Es handelt sich um "Einführung in die Ikonographie" von Roelof van Straten und ich sehe es durchaus als eine Art Handbuch. hm.Hm, es ist schon interessant, wie sich manche Dinge entwickeln. Vor Jahren habe ich von Tracy Chevalier "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" gelesen, was mein Interesse an dem Maler Johannes Vermeer (1632-1675) weckte. In diesem Zusammenhang wollte ich auch mehr darüber wissen, was die Gemälde (u.a.) der damaligen Zeit neben dem Offensichtlichen noch beinhalten, den Subtext sozusagen. Ich habe mich dann für die eingangs erwähnte Einführung von van Straten entschieden und es ist auch nur das: eine Einführung. Der Autor definiert die grundlegenden Begriffe (Ikonographie, Allegorie, Symbol etc.) und geht auf die drei Phasen der Ikonographie ein -
1) Aufzählen, was dargestellt ist
2) Feststellen des Themas und
3) ikonographische Interpretation -,
die er anhand von ausgewählten Beispielbildern weiter erläutert. Eigentliche Definitionen bestimmter ikonographischer Objekte erfolgen nicht, nur im Rahmen der Beispielerläuterungen wird auf Objekte und den historischen Bezug eingegangen, was aber in einer Einführung auch nicht anders erwartet werden kann. Besonders weil eine ganze Liste an weiterführender Literatur enthalten ist.

Oh, und falls Ihr Euch fragt, was mit Waggy ist:
Waggy hat zusammen mit Poe in meinem Rezeptbuch gelesen *Natira summt "In der Weihnachtsbäckerei  (Text klick)*. War recht lustig mit den beiden - und die Gewürzplätzchen schmecken :)

Kommentare:

  1. Diese Ik*a-Dinger sind aber auch kompliziert! Da lese selbst ich. Und dass will wirklich etwas heißen! Furchtbar komplex das alles :-D Und mir fällt auf und ein: ein Heimhandwerkerbuch habe ich auch. Auch wenn ich das natürlich nie nicht brauchen würden täte ... *ähem, hüstelnd ab*

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  2. Waggy sieht ja zum Anbeißen aus, nicht dass er noch mit einem Plätzchen verwechselt wird. :-)

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  3. Ach ja, Handbücher, die einzig wahren Rätselbücher. ;-)

    Ich habe es dieses Jahr wieder nicht geschafft, Kekse zu backen. *seufz*
    Okay, ein Lebkuchenhaus für die Monster zu ‘backen’ war natürlich auch wichtiger. :-D

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  4. Deine beiden Helferlein sind wirklich sehr niedlich! :)

    Dein Erlebnis mit "Einführung in die Ikonographie" erinnert mich an meinen ersten Berufsabschluss. Ein Teil der Abschlussprüfung war eine Bildinterpretation - Anleitungen, was welches Symbold oder welcher Gegenstand bedeuten könnte, hatten wir in den Jahren zuvor nicht bekommen, aber mit ein bisschen Allgemeinwissen und Fantasie konnte man die armen Prüfer jederzeit an die Wand reden. Danke, dass du die Erinnerung in mir wachgerufen hast. :D

    Ich hoffe, ihr hattet ein schönes Wochenende! :)

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  5. @DarkJohann
    Ikea und Sechskantschlüssel sind wirklich ein Thema für sich *lach*

    @Fellmonsterchen
    Du hättest Waggy mal NACH dem Plätzchenausstechen sehen sollen ... mmmmmh :D

    @Raven
    Ich finde das Lebkuchenhaus ja äußerst gelungen! Und ein Haus mit glücklichen Monstern ist ein sicheres Haus *nickt aus Erfahrung* :)

    @Winterkatze
    Eigentlich habe ich ja Waggy und Poe geholfen, nämlich beim Backbleche in den Ofen packen und herausholen. Irgendwie waren die beiden Helden und mein Backofen nicht ganz kompatibel ;)

    Bildinterpretation ohne vorherige Ausbildung oder Anleitung, das ist ja reizend. Ich freu mich, dass Du eine positive Erinnerung an die Prüfung hast!

    Das Wochenende hier war von Plätzchen, Doctor Who und Surfen im Netz geprägt und sehr entspannend :)

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  6. Oh, dann hoffe ich sehr, dass die beiden mit dir als Helfer zufrieden waren. ;)

    Wir hatten vorher schon über Bildaufbau, Entwicklungen in der Malerei, den Goldenen Schnitt usw. gesprochen, aber es war nie ein Thema, dass Gegenstände oder Elemente im Bild eine bestimmte Doppelbedeutung haben. ;)

    Klingt nach einem guten Wochenende - dabei solltest du bleiben! :)

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  7. Bei dem ersten Blech war ich etwas zu langsam und die dünneren Plätzchen sind dabei etwas verbrannt. Liebenswürdigerweise haben Poe und Waggy aber darüber hinweggesehen :)

    Ich freue mich schon auf das nächste, etwas verlängerte Wochenende :) Ach, ich habe ja auch meinen Baum geschmückt, war wirklich entspannt. Ich hoffe, auch bei Euch ist das letzte Wochenende KEIN Arbeitswochenende mehr gewesen!

    Prüfer - immer für Überraschungen gut ;)

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