Dienstag, 1. November 2011

"Libri Mortis Bd. 3: Lauernde Stille" von Peter Schwindt

So ein Lesemarathon ist eine schöne Sache. Und ein freier Tag in der Woche, an dem man in Bücher eintauchen kann, natürlich auch. Nachdem ich letzte Woche Band 1 "Flüsternde Schatten" (klick) gelesen und im Verlauf dieses Marathons Band 2 "Schlaflose Stimmen" (klick) beendet habe, habe ich nun Band 3 "Lauernde Stille" ausgelesen. Auch hier gilt: Es ist tatsächliche SPOILERGEFAHR gegeben, schließlich handelt es sich um den dritten und letzten Band der Libri Mortis Reihe.

Worum geht es? (aus der Kurzbeschreibung Amazon)
Wie eine dunkle Verlockung liegen die Tagebücher ihrer Mutter in Rosalies Händen. Auch Marguerite hat Stimmen gehört und Dinge gesehen, die anderen verborgen blieben. Auch sie konnte sich dem Bann der Katakomben nicht entziehen. Entgegen aller Warnungen macht Rosalie sich daran, das dunkle Geheimnis ihrer Familie zu lüften. Doch sie ahnt nicht, in welche Gefahr sie sich damit begibt ...

Nachlese
Meine Hoffnung hat sich erfüllt: Der letzte Band hat mich spürbarer in seinen Bann gezogen als Band 2. Aber natürlich sind die Geschehnisse in "Schlaflose Stimmen" wichtig gewesen, nicht nur in Bezug auf Passepartout und die Gruppe Kataphiler, die Rosalie trifft, sondern auch hinsichtlich ihrer Selbstzweifel und ihres Vorgehens gegen Quentin Pylart.

Rosalie hat ihr letztes Abenteuer in den die Katakomben, als sie sich tagelang durch diese Unterwelt kämpfte, um unentdeckt zu dem in Pylarts Gewalt befindlichen Ambrose zu kommen, mehr schlecht als recht überstanden. Da sie ihr gebrochenes Bein und die Hüfte viel zu früh belastet hat, stehen weitere Behandlungen an. Außerdem steht ihr ein Strafverfahren bevor. Sie überwirft sich mit mit ihrem Vater, den sie als kontrollsüchtig empfindet und von dem sie weiterhin denkt, er verheimliche ihr Vieles. Kurzentschlossen zieht sie in das Häuschen ihrer verstorbenen Großmutter Fleur und beginnt, dort in den Tagebüchern ihrer Mutter Marguerite zu lesen. Und erneut taucht Rosalie ungesund intensiv in die Ereignisse ein, beginnt zu schlafwandeln und gefährdet sich dadurch selbst. Sie erkennt, dass das so nicht weitergehen kann und gibt dem Drängen ihres Vaters nach, an einer stationären 12wöchigen Therapie teilzunehmen, und zwar in der Klinik, in der ihre Mutter im Koma liegt und ihr Vater in einem anderen Bereich arbeitet. Aber während sie dort ist, hört sie erneut Pylarts Stimme, sieht erneut Passepartout, fragt sich erneut, was mit ihrer Mutter geschah und beginnt heimlich, die Tagebücher ihrer Mutter wieder zu lesen ...

Peter Schwindts Version, die Verflechtung von Marguerites und Rosalies Erlebnissen zu beschreiben, finde ich sehr gelungen - stilistisch meine ich -, da hierdurch auch der Leser einbezogen wird. In diesem Band steht neben Rosalies Therapie Marguerite im Vordergrund. Und mich hat ihre Geschichte - neben den Ereignissen in der Klinik - sehr gefesselt. Nur konsequent "spiellt" Peter Schwindt auch hier mit dem Leser: Rosalie ist schließlich in stationärer Therapie. Andre, ein weiterer Patienten, verunsichert sie mit seinen Vermutungen über Traum und Wirklichkeit: vielleicht ist Rosalie nur ein Traum Marguerites, deren Versuch, aus dem Koma zu erwachen.

Die Puzzleteile fallen nach und nach an ihren Platz. Und auch wenn ich einen Teil der Auflösung kommen sah, war ich natürlich gespannt, wie Peter Schwindt seine Reihe zu Ende bringt. Und "Lauernde Stille" bringt die Reihe ganz passend zu Ende, wie ich finde. Und Rosalie? Rosalie ist kein glatter Charakter, war es in keinem der drei Teile. Ihre Familie ist ihr wichtig, aber sie begehrt auch gegen sie auf und ist misstrauisch. Sie ist verwirrt, was ihre Gefühle für Marguerite angeht. Sie macht Fehler ja. Sie hat einen moralischen Kompass, der allerdings auch so manches mal ausfällt und sie ihre Familie und auch ihren Freund Ambrose gnadenlos anfähren lässt. Das alles macht die im letzten Band knapp 17jährige Protagonistin nicht immer liebenswert, aber lebendig.

Kommentare:

  1. Wow! you have been reading a lot lately!!

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  2. a day off (01.11.) and taking part in a "read-a-thon" can do wonders :D
    (http://natiraszeit.blogspot.com/2011/10/lesemarathon-iii-halloween-und.html)

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