Dienstag, 1. November 2011

"Libri Mortis Bd. 2: Schlaflose Stimmen" von Peter Schwindt

Letzten Samstag war ich wie von mir geplant in der Bücherei, habe Band 1 "Flüsternde Schatten" dieser Reihe (klick) zurückgegeben und (neben anderen Büchern) Band 2 und 3 ausgeliehen. Was auch bedeutet: Dies ist eine Fortsetzung, SPOILERGEFAHR in Bezug auf Band 1 ist eindeutig gegeben, also überlegt auch gut, ob Ihr diese Nachlese jetzt zur Kenntnis nehmen wollt :)

Nun also zu den "Schlaflosen Stimmen"


Ich habe das Buch im Rahmen des Halloween-Lesemarathon beendet und mit ein wenig Glück schaffe ich Band 3 bis zum Ende desselben.

Worum geht es? (Kurzbeschreibung laut Amazon)
Rosalie hat das Gefühl, verfolgt zu werden. Bildet sie sich das alles nur ein, oder weiß ihr alter Feind Pylart über jeden ihrer Schritte Bescheid? Eines Nachts schreckt Rosalie hoch - zu entsetzlich waren die Stimmen, die sie gehört und die Bilder, die sie im Traum gesehen hat: Ambrose verzweifelt, Ambrose gefesselt, Ambrose entführt. Und bald wird aus ihrer Angst schreckliche Gewissheit, denn sie findet heraus, dass ihr Freund tatsächlich in den Fängen des so mächtigen wie skrupellosen Pylart ist. Wenn sie Ambrose retten will, bleibt ihr nur ein einziger Weg, um sich unbeobachtet durch Paris zu bewegen ...

Nachlese
Auch in diesem Band zeigt sich, dass Peter Schwindt ein Händchen für stimmungsvolles Beschreiben hat, was sich erneut besonders zeigt, wenn Rosalie in die Katakomben steigt und dort auf Passepartout und eine interessante Gruppe Kataphiler trifft... Wie in Band 1 macht der Autor auch hier wieder eine Gratwanderung:

Rosalie erwacht im Krankenhaus. Ihr letzter Ausflug in die Katakomben von Paris hat ihr u.a. eine gebrochene Hüfte und ein gebrochenes Bein eingebracht, sie hatte mehr Glück als Verstand und lag im Koma  wie ihre Mutter Marguerite es noch immer ... Rosalie wirft zudem aus der Bahn,dass während ihrer Zeit im Koma ihre Großmutter Fleur gestorben ist und beerdigt wurde. Als Rosalie in der Reha-Klinik den Psychologen Dr. Molitor kennenlernt, entschließt sie sich, sich bei ihm in Behandlung zu begeben, der ihr erklärt, sie zeige erste Anzeichen einer Borderline-Erkrankung. Diese Diagnose und die Trauerbewältigung werden zusätzlich erschwert dadurch, das Rosalie mehr und mehr Schlafprobleme hat: Jede Nacht wacht sie eine Stunde füher auf, ist gerädert und kann nicht schlafen, obwohl sie völlig erledigt ist. Und dann wird auch noch ihr Freund Ambrose von Pylart entführt. Pylart erpresst Rosalie: Ambrose gegen den geborstenen Spiegel. Er glaubt ihr nicht, dass dieser Spiegel gestohlen wurde und sie nicht weiß, wo sie den Spiegel finden soll. Also fasst Rosalie einen Entschluss: Sie will unterirdisch zu Pylart und Ambrose befreien ...

Man fragt sich unwillkürlich bei dieser Diagnose und dem Schlafentzug, ob das, was Rosalie während dieser Zeit erlebt, wirklich wahr ist. Hat sie aufgrund ihrer Erkrankung vielleicht einfach einen Traum? Bei all der Kraft, die Rosalie aufwendet, um Ambrose zu finden, fragt sie sich das auch immer wieder. Liegt sie etwa noch im Koma, ist das alles real? Und so wie Rosalie schiebe auch ich immer wieder diese Gedanken zur Seite - aber er lauert, im Hintergrund.

Im Vergleich zu Band 1 muss ich allerdings sagen, dass für mich "Schlaflose Stimmen" etwas abfällt. Was mich richtig gestört hat war, dass der immer wiederkehrende Chanson La Mer nur französisch abgedruckt ist. Es ist ja ganz schön, dass Rosalie in Paris lebt und den Text versteht, ich allerding stehe vor dem Text und weiß es nicht: Gibt es einen inhaltlichen Bezug zum Roman? Hier wäre wirklich - so wie es sonst auch in einem Nebensatz bei den Namen passiert - ein Hinweis auf die Textbedeutung mehr als schön gewesen. In diesem Zusammenhang eine klitzekleine Kleinigkeit, die mir aber sofort aufgefallen ist: Kurz nachdem Rosalie diesen Song hört, kommen ihr Vater und sie daheim an und einigen sich darauf, eine Pizza kommen zu lassen. Maurice ruft an, dann sichtet Rosalie ihre Handvoll Post, die beiden reden kurz und - die Pizza wird geliefert! Wow! Nach der Schilderung im Buch sind vielleicht 5 Minuten vergangen, das nenne ich eine Leistung...

Im Übrigen: Peter Schwindt hat in Band 1 einen Spannungsbogen begonnen, der sich um Rosalie und ihre Familie sowie Pylart aufbaut - in Band 2 geht es hauptsächlich um Rosalies Reise durch die Katakomben, es wird eine weitere Gruppe eingeführt (ich hoffe, von dieser auch in Band 3 noch etwas zu lesen) und natürlich um Rosalies Zweifel an ihrer eigenen geistigen Gesundheit. Das ist alles interessant, aber ich hatte gehofft, etwas mehr in Richtung der Verflechtungen von Rosalie, ihrer Familie und Pylart zu erfahren. Im Grunde werfe ich dem Autor also vor, meine Erwartungen in Band 2 nicht so recht zu erfüllen - aber Band 3 folgt ja noch. Spannungsbogen aufbauen in Band 1 - Geschichte ausbauen und Bogen halten in Band 2 - Geschichte hoffentlich spannend auflösen in Band 3 = Trilogie, richtig so? :)

Na dann, auf in die "Lauernde Stille", den Band der Libri Mortis-Reihe

Kommentare:

  1. Zur Kenntnis genommen, aber nur Anfang und Ende kurz überflogen - schließlich will ich die Reihe noch lesen. ;)

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  2. Das ist eine vernünftige Herangehensweise, wie ich finde :)

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