Montag, 8. August 2011

Gedanken zum Weltkatzentag, MuMs-Fotos

Okay, wie viele andere Katzen-Freunde brauche ich keinen Anlass, um Merlin und Marlowe wertzuschätzen und mit ihnen zu katzeln :) Und ich brauche - ebenfalls wie viele andere - eigentlich auch keinen besonderen Tag, um zu wissen oder zu sagen, wie sehr die beiden mein Leben bereichern, auch wenn es manchmal Bereicherungen sind, die ich nicht so gern habe - Katzengrasentladungen zum Beispiel. ;)

2002 soll der Aktionstag "Internationaler Tag der Katze" vom IFAW und Tierschützern ins Leben gerufen worden sein, um auf die Missstände rund um streunende Katzen aufmerksam zu machen. Bei net-tribune (klick) lese ich, dass die IFAW und auch andere Tierorganisationen von diesem Aktionstag in Sachen "Begründung" nichts wissen (sicher haben sie aber nichts gegen ihn ;) ). Ehrlich gesagt, es ist mir egal, wer diesen Tag nun ins Leben gerufen hat. Denn obwohl es ihn seit 2002 gibt und er - und sein Anlass - u.a. durch Presse, Tierschutz und Internet einem größeren Publikum bekannt wurde, hat sich an seiner Aktualität seit 9 Jahren leider nichts geändert.

Noch immer gibt es Massen verwahrloster, streunender, ausgesetzter, misshandelter und dabei auch zu Tode kommender Katzen. Manches davon beruht auf bewussten Taten (man denke nur an die Meldungen von Menschen, die lebende Katzen in Schließfächer oder Müllcontainer stecken oder mit Wasserstrahlen misshandeln etc.), manches auf Gedankenlosigkeit (so gibt es z.B. noch immer Menschen, die tatsächlich glauben, eine Katze müsste vor einer Kastration tatsächlich einmal trächtig gewesen sein oder die unterschätzen, ab wann Katzen fortpflanzungsfähig sind). Manchmal ist es krankhafte Tierliebe (z.B. animal hoarding), manchmal Geldmangel für Kastrationen (ob nun tatsächlich oder vorgeschoben). Es gibt noch etliche Beispiele falsch verstandener Tierliebe, Tierquälerei und von Gedankenlosigkeit oder Gleichgültigkeit - und sie betreffen nicht nur Katzen.

Wie für viele andere bedeutet das auch für mich und nicht nur heute, über den Umgang mit Haus-, Nutz- oder Wildtieren nachzudenken und mich anzupassen (mir schmeckt Fisch und Fleisch), Tierhilfen (ob Tafel, Tierheim, Sach- oder Geldspende oder durch Informationsweitergabe) zu unterstützen, mich zu infomieren, sachgerechte Ratschläge zu geben (wenn ich es kann), aber sie auch anzunehmen und umzusetzen ...

Mal "kurz" nebenher:
In der WeltOnline habe ich diesen (klick) Artikel gelesen. Ich kenne natürlich die konkrete Pressemitteilung nicht und auf der Produktangebotsseite der Versicherung habe ich auch nichts in dieser Richtung (Pressemitteilungsinhalt) gelesen. Würde dort tatsächlich eine solch pauschale Empfehlung von "Fertignahrung" durch diese Tierärztin erfolgen, so fände ich das bedenklich (die Fütterungsfrage ist "einfach" komplex und sollte aus solchen Kurzvorstellungen und Angeboten für Tier-Krankenversicherungen vielleicht besser rausgelassen werden, bevor man so pauschaliert,  meiner Ansicht nach jedenfalls). Mich hat der Artikel neugierig genug gemacht und ich habe ein Kurz-Angebot der fraglichen Versicherung online erstellen lassen (ich habe also keinerlei Vergleiche zu anderen Versicherungsunternehmen angestellt):

Bei einer Vollversicherung werden aktuell 80 %
- der ambulanten u. stat. Kosten (max pro Versicherungsfall 1000 EUR) und
- der chirurgischen Eingriffe unter Narkose u. deren Nachbehandlung (max. 3000 EUR pro Versicherungsfall) bei Krankheit u. Unfall erstattet. Das Limit pro Versicherungsjahr liegt übrigens bei 4000 EUR (was die beiden vorhergehenden Zahlen doch deutlich relativiert) und die Versicherung würde für eine 4 Jahre alte gechipte Hauskatze bei Abschluss über 3 Jahre (also mit Rabatt) monatlich 17,20 EUR kosten.

Natürlich sind verschiedene Voraussetzungen (vorhandene Impfungen z.B., nur für "privat") zu erfüllen und zudem einige Dinge nicht versichert. Selbst bezahlt werden müssen z.B. Impfungen, Zahnsteinentfernungen, Diät- und Ernährungsfuttermittel (sehr schön angesichts der vorstehend erwähnten pauschalen "Fütterungsempfehlung"). Es gibt diverse Einschränkungen im Bereich Trächtigkeit, Kastration, Krankheiten und Unfälle vor Versicherungsabschluss (ich vermute, dass dies auch deren Folgeerscheinungen umfasst) und natürlich sind ein paar Erkrankungen wie z.B. Radius curvus, Hüftgelenksdysplasie (HD), Progressive Retina-Atrophie (PRA), erweiterte Lidspalte, Crabiomandibuläre Osteopathie (CMA) oder angeborene Fehler wie  Megaösophagus oder  Nabelbruch etc. nicht vesichert. Meine Aufzählung hier ist nicht vollständig.

(Falls es nicht deutlich geworden ist: Das ist keine Werbung für diese konkrete Versicherung und ich beabsichtige auch nicht, sie für die MuMs abzuschließen ;)).

Aber ich war ja bei einem anderen Thema und nehme den "Weltkatzentag" jetzt doch zum Anlass für Folgendes

Allen Menschen, die sich in oder mit Tierhilfs- bzw. Tierschutzorganisationen engagieren, aber auch all diejenigen, die ohne solche Dachorganisationen privat aktiv sind (z.B. auf Blogs, durch Weitergabe von Informationen an Behörden,  Aufnahme von Pflegetieren, Einrichtung privater Hilfestationen oder Spazierengehen mit Tierheimhunden etc.), ob man es nun nach außen hin sieht oder nicht: Respekt und Danke! Ich kann mir manches, aber sicher nicht alles vorstellen, was Ihr alles sehen müsst, gegen welche Schwierigkeiten/Windmühlen Ihr kämpft, wie Ihr hoffentlich Kraft schöpft beim Anblick geretteter, gesundender, lebensfroher Tiere, und ich hoffe, dass Euch mehr und mehr Menschen unterstützen und Eure Kraft und Motivation nicht nachlässt (ich wünschte, ich könnte zum "Anlass" optimistischer in die Zukunft blicken).

Und zum Abschluss noch Fotos meiner beiden Helden :)

 (Ein Klick auf die Bilder dürfte ihnen wie immer mehr Größe verleihen)
ein neueres Foto


Und eine recycelte ältere Collage :)

Kommentare:

  1. *sign*

    Aly mit den 3 Kuhkatzen

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  2. Coole Bilder. :-)

    Vor allem das „chillen“ auf der Heizung. ;-) Es ist aber auch schön zu sehen, dass sich deine Fellnasen für Literatur interessieren. :-D

    „ … seit 9 Jahren leider nichts geändert“ Ich habe sogar das Gefühl, dass sich die Lage der Katzen eher noch verschlimmert hat. :-(

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  3. Nice pictures! the collage is very cool! i have to practice that!

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  4. @Aly und Raven

    Wenn man überlegt, dass seit seiner "Einführung" es z.B. weiterhin keine Regelung zur Kastration in Deutschland - oder in anderen Ländern - gibt, ist es kein Wunder, dass die Zahl der Katzen mehr und mehr explodiert mit allen furchtbaren Folgen für die Tiere.

    Die Probleme für eine praktikable und finanziell tragbare allgemeine Lösung sehe ich durchaus - z.B. angesichts vieler freilaufender Katzen, die an mehreren Stellen fressen und dadurch auch zwei oder mehr Besitzer haben. Oder die vielen herrenlosen streunenden Tiere... Man müsste ja nicht nur die herrenlosen Katzen kastrieren, sondern auch eine Meldepflicht für Katzen einführen, damit die Jungtiere kastriert werden. Das dürfte angesichts des teilweise früh einsetzenden "unbegleiteten" Freilaufs, der Katzen ja gewährt wird, schwierig. Und wer soll z.B die "Folge"-Kastrationskosten tragen: Derjenige, der die freilaufende Katzenmama nicht kastriert hat oder der Besitzer des Katzenpapas. Was ist, wenn eines der beiden Tiere herrenlos oder streunend war? Und so weiter ... Aber wenn man nicht irgendwo anfängt, wird es auch nie etwas.

    Animal hoarding ist, glaube ich, auch erst in den letzten Jahren einer breiteren Öffentlichkeit "aufgefallen". Dann gibt es noch die schlimmen Frustreaktion mancher Menschen bei Problemen in Bezug auf wehrlose Tiere. Das ist alles so schlimm.

    Im Übrigen danke schön Raven!

    @Gris
    thanx! but i have to confess, that this collage was a lot of work for me too :D

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  5. Ich glaube, dass Beste an der heutigen Zeit für die Katzen ist die wirklich gute Vernetzung der Tierschützer und Katzenfreunde. Da werden Fahrketten organisiert, Tiere aus schlechten Situation befreit, Streuner kastriert mit TH-Hilfe etc. pp.
    Und natürlich, die ganzen Informationen im Netz, die man zumindest bekommen _kann_, wenn man denn sucht.

    Evtl. sollten auch die TÄ mehr mit ins Boot geholt werden: schluss mit den RC-gesponsorten Seminaren und her mit Tierethik-Kursen und guten Beratungen für die Tierhalter.

    Ich persönlich wäre ja auch für eine Katzensteuer - möglicherweise würde das ja den ein oder anderen Vermehrer vom vermehren abhalten. Leider weiss ich aber nicht, wie man das (kostengünstig) kontrollieren könnte. Eine bundesweite Kastrationspflicht wäre schon wunderbar - in der Hoffnung, dass dann irgendwie trotzdem noch unsere wunderschönen EKH's erhalten bleiben. Wahrscheinlich müsste man die dann auch züchten?

    Es ist wirklich erschütternd, wie viele Fälle von "Oh, ich wollte die Katze gerade kastrieren, aber nun ist sie mir blöderweise entwischt und tragend" es im Netz so zu bestaunen gibt. Ich versteh es einfach nicht. :(

    Danke für diesen Artikel, liebe Natira!

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  6. Ich stimme Dir zu, die "Community" ist gewachsen durch die neuen Möglichkeiten des Internets. Informationen werden viel schneller weitergegeben, Hilfen können auf vielerlei Wegen erfragt, angeboten, organsiert und durchgeführt werden.

    Wir haben ja letztens gerade noch über Tierärzte gesprochen und welche Unterschiede es dort gibt. Das lässt einen ja manchmal nur noch den Kopf schütteln! Wenn dann ein Halter selbt uninformiert und/oder gar gleichgültig ist und an einen solchen Arzt gerät: Oh Weh!

    Kastrationspflicht und Katzensteuer wären sicherlich Mittel zur Regulierung - die Umsetzung und Realisierung: Wie gesagt, habe ich da auch leider keine ad hoc funktionierenden Ideen...

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