Montag, 25. Juli 2011

"Justin Time: Zeitsprung" (Bd. 1) von Peter Schwindt

Samstag war ich in der Bücherei. Ich wollte mir nur ein vorgemerktes Buch abholen. Und dann sind irgendwie drei Bücher dazugekommen. "Irgendwie" stimmt nicht ganz. Der bei der Bücherei gelegene Parkplatz ist kostenpflichtig und die Mindestgebühr beträgt 0,50 EUR für 30 Minuten. Es ist doch nur logisch, dass man diese Zeit dann auch in der Bücherei verbringt, oder?

Eines der mitgenommenen Bücher war Bd. 1 der Justin-Time-Reihe:

Nachdem es in der letzten Zeit im Büro wieder hektisch zugeht, dachte ich mir, etwas Jugendliteratur ist sicherlich entspannend.

Worum es geht:
Der 13jährige Justin lernt und lebt seit 7 Jahren im Internat. Auch in den Ferien, denn seine Eltern sind bei ihrer Arbeit tödlich verunglückt und sein Onkel Chester hatte kein Interesse, ihn zu sich zu holen. Bis er dieses Jahr - nämlich 2385 - eine Einladung seines Onkels erhält, ihn in den Ferien zu besuchen. Entgegen der Anweisung der Internatsleiterin macht sich Justin auf den Weg und verlässt die Abgeschiedenheit des Internats. Nur um festzustellen, dass sein Onkel an genau diesem Tag das Experiment wiederholt, bei dem seine Eltern gestorben sind: Die Durchführung einer Zeitreise in die Vergangenheit! Und auch dieses Mal geht etwas schief und die Zeitlinie wird gestört: Denn die Rechenmaschine von Charles Babbage darf in 1862 noch gar nicht funktionieren. Falls doch würde sich das Computerzeitalter viel früher entwickeln und Justins Welt würde so nicht mehr existieren. Als die "Reparatur"mission seines Onkels in 1862 scheitert, macht sich auch Justin auf die Reise durch die Zeit. Und gerät prompt in die Fänge eines Kriminellen, der ein Kinderarbeitshaus betreibt.

Nachlese
Das Buch hatte ich schnell durchgelesen. Das lag nicht nur daran, dass es ein Jugendbuch für Kids ab 12 Jahren mit einer schönen klaren Sprache und Struktur ist. Der Roman ist auch unterhaltsam und fesselnd geschrieben.

Justins langweiliges Leben im Internat wird ganz schön durcheinander gewirbelt, als er die Ferieneinladung erhält. Nicht nur, dass er endlich einmal etwas außerhalb des Internats sieht - die Fahrt inneralb Londons zu seinem Onkel findet er schon abenteuerlich. Justin hat auch endlich einmal ungehinderten Zugang zu Informationen, denn im Internat werden die Zöglinge behütet. Und so nutzt er die Gelegenheit und recherchiert etwas über seine Eltern Avery und Annie Time und deren Arbeit beim AION-Zeitreiseprojekt. Hinzu kommt, dass er durch seinen Onkel Chester Time und dessen Kollegen Rubert Bontempi mehr über das Zeitreiseprojekt erfährt und dann auch noch die Leiterin des Projekts Dr. Janus kennenlernt. Ganz zu schweigen von seiner eigenen Zeitreise.

Mir gefiel, wie Peter Schwindt neben dem aktiven Geschehen rund um Justin auch in die Materie einführt. So erfährt man quasi nebenher, warum Babbage seine Rechenmaschine baut, wie Kinderarbeit ausschauen und wie man im Bedlam landen kann. Auf 330 Seiten kann der Autor dies natürlich nicht in allen Einzelheiten darlegen, aber seine Gewichtung von Setting, Informationen und Justins Geschichte ist wirklich gelungen. Der jugendliche (und ebenfalls der erwachsene) Leser erhält auch so einen sehr guten Eindruck von den Gegebenheiten in London und den sich hieraus ergebenden Schwierigkeiten.

Die Charaktere, soweit sie in diesem Band auftauchen, sind gelungen, allen voran Justin, über den man zwangsläufig am meisten erfährt. So kann man z.B. nachvollziehen, dass sich der Junge die Gelegenheit nutzt und sich allein auf den Weg nach London macht. Etwas abentuerlich fand ich Justins Bereitschaft zwar schon, sich so schnell in das Zeitreiseprojekt zu stürzen, das ihm ja seine Eltern genommen und ihm Albträume beschert hat. Aber vielleicht bin ich dafür auch "zu alt" und dieses Verhalten ist für junge Leser absolut plausibel und nachvollziehbar ;)


Justins Abenteuer, seine Zweifel am Tod seiner Eltern und seine Suche, sind als Romanserie angelegt. Dies ist auch der Grund, weshalb man wenig über die Erwachsenen wie Justins Onkel oder die Internatsleiterin etc. erfährt. Im ersten Band werden eigentlich kaum Fragen beantwortet, nur erste Hinweise geliefert - denen man nachgehen oder über die man grübeln kann. Denn was hat es mit dem schwarzgekleideten Fremden auf sich, dem Justin begegnet. Oder mit Miss Abbadon?

Und lässt sich aus den genial gewählten Namen "just-in-time", "every-time" (phonetisch), "any-time" (phonetisch),"abbadon" (mystisch,biblische bedeutung), "janus" (römisch-mythologisch) und mit ein wenig Phantasie "yester-time" und "bon-tempe" etwas ableiten? :)

Falls Band 2 in der Bücherei ist, wenn ich meine Bücher abgebe, werde ich ihn wohl mitnehmen :)

Kommentare:

  1. Klingt gut. :) Mit Peter Schwindt habe ich schon mit den Morland-Büchern gute Erfahrungen gemacht, der schreibt da auch sehr spannend. :)

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  2. Moorland-Bücher? Da muss ich in der Bücherei doch auch mal nach schauen! *aufMerklistesetzt* :)

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  3. Ich merke schon, wenn ich lesen könnte, wäre es auch nicht schlecht :D

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  4. Ich kann dir den ersten Band (wenn ich ihn aus dem Umzugskarton-Wirrwarr geborgen bekomme) auch gerne leihen. :)

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  5. Super Idee - Dann kann ich mich ersteinmal auf Justin Time (ich liebe diesen Namen!) konzentrieren. Von diese Serie habe ich in der Bücherei auch schon weitere Bücher gesehen. :)

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