Montag, 20. Juni 2011

und zum letzten Mal: zwischendurch Xena #6

Nachdem Xena und Gabrielle zusammen mit Eve und Vergil nach Afrika gesegelt sind und Gabrielles Nichte aus einem Harem befreit haben, reiten unsere beiden Heroinen durch die Wüste. Allein. Offenbar bevorzugen die beiden Sandstürme, heiße Luft und Pferde und einen Kampf mit Römern, wobei außerdem mal wieder bewiesen wird, wie SCHNELL Xena wirklich ist, kann sie doch binnen 1 Minute Gabrielle, die bis zum Hals in Sand von mehreren Männern eingegraben wurde, freischaufeln und aufs Pferd holen. Die Alternative, sich wieder an der frischen Seeluft nach Hause befördern zu lassen, ist vermutlich zu langweilig.Vergil, Eve und Sarah sahen das wohl anders, denn von diesen dreien ist in der Wüstenfolge nichts zu sehen. Und in Kannibalenfolge in einem äußerst grünen Land (möglicherweise Griechenland) taucht auch nur Vergil wieder auf. Ich frage mich, wo Eve jetzt gerade Elis Botschaft verkündet und warum von ihr keine Rede mehr ist (ok, jedenfalls lange nicht)

Ich erinnerte mich daran, dass es Xena und Gabrielle in den hohen Norden - Raben, Odin, Rheingold - verschlagen hat . Und tatsächlich sehe ich gerade eine walkürenhafte Xena mit einem goldenen Ring  vor mir, den sie sich aus dem Rheingold geschmiedet hat. Allerdings landete der Ring bei dem eingesperrten Grindel  und Xena ging später zurück nach Griechenland. Und nun taucht nach 35 Jahren Beowulf (!) nach Griechenland zu Xena - die mit ihm allein in den Norden zieht. Gabrielle kann das natürlich nicht so hinnehmen, folgt ihr und trifft auf Brunhilda - Odin, Rheingold, Grindel und Grendel, Ring und Feuer ... ein Jahr vergeht wie im Flug dort oben.

Übrigens hat diese Staffel aus meiner Sicht auch sehr witzige Folgen. Äußerst gut habe ich mich bei "Ares kleine Farm" unterhalten mit herrlichen Anklägen von Wild-West-Musik und Ambiente incl. netten Outfits für Xena und Gabrielle und einen schönen Blick auf den ständig oberkörperfrei herumlaufenden Ares :) In "Heute sind wir live bei ... Xena und Gabrielle!" findet eine Reportage statt, der Reporter wird von Michael Hurst (spielte Iolaos in Hercules und Xena, aber auch den Fährmann und ist auch als Regisseur tätig) verkörpert. Der Gegensatz von moderner Technik,schmucken Studioanzug bzw. Outdoor-Klamotten und den real-fiktiven Xena-Handlungsorten incl. Outfits etc. ist ebenso unsinnig wie köstlich: So werden Luzifer, Caligula, Eve interviewt, Ares natürlich auch etc. Ganz im Sinne seriöser Berichterstattung *lach*

Ansonsten fühlte sich die Staffel für mich etwas unruhig an mit Harem, Amazonen, Kannibalen, Odin und dazwischen die immer sehr humorvollen äh.. Experimentalfolgen wie die beiden gerade erwähnten oder der Psychiater-Inkarnationsfolge.

Und dann ist da natürlich noch die staffel- und serienbeendende Episode, die Xena und Gabrielle in das Land der aufgehenden Sonne führt. Ich habe grundsätzlich kein Problem damit, wie die Serie endet, aber: Hallo, Autoren! Ihr hättet das etwas anders schreiben müssen, denn so wie dargestellt hatte Xena keine Schuld an dem Feuer und den toten Stadtbewohnern! An der Ecke etwas runder (was sicher kein Problem gewesen wäre, hätte die leidenschaftliche und verletzte Xena doch sicherlich "austicken" und um sich herumschlagen können) und Xenas Motivation wäre klar und für jeden Zuschauer nachvollziehbar gewesen. So bleibt ein schaler Nachgeschmack, weil es nicht stimmig ist.

Am Anfang musste ich übrigens an "A Chinese Ghost Story" denken :)

Insgesamt finde ich die Folge gelungen und besonders sagte mir die Umsetzung des Kampfes zwischen Gabrielle und dem Heerführer im strömenden Regen zu. Beide bewegen sich sehr langsam und vorsichtig mit gezogenen Samuraischwertern, es folgen Nahaufnahmen von Gesicht, Auge, Fußbewegungen, Wasserpfützen, der Klang ist reduziert, zwei Gegner, die sich umkreisen ... und der Kampf wird mit einer fließenden Bewegung Gabrielles entschieden. Ob nun der Kampf und dessen Darstellung und auch die übrigen "Xena-Versionen" von Japan im Großen und Ganzen stimmig sind, kann ich  nicht beurteilen. Ich kenne mich in der japanischen Kultur und Geschichte schlicht nicht aus. Ich fühlte mich am Ende dieser Folge, wie angedeutet, ein wenig betrogen, was aber storybedingt war. 

Ich mag die Serie, immer noch :)

Trotz Wilderei in allen möglichen Glaubensvorstellungen, trotz Mix von Mythen und halb historischen Ereignissen (an denen Xena, wie die von Gabrielle verfassten Xena-Rollen beweisen, schlichtweg beteiligt war bzw. sie in Gang gesetzt hat!), trotz sichtbarer Drahtstunts und Studioaufnahmen! Die vielen guten Geschichten und die tollen Schauspieler - und ja, dieses Mal vergesse ich auch die klasse Musik und deren Interpretation nicht - heben die Serie für mich spürbar. Die Show habe ich bestimmt nicht das letzte Mal geschaut :)

Kommentare:

  1. Bei Hercules gab es doch auch so eine komische Folge in dem alle Schauspieler/Charaktere die Macher der Serie, z.B. Drehbuchautor, Produzent und Regisseur, spielten. Ich glaube, Kevin Sorbo spielte sich sogar nur selbst. So genau bekomme ich es nicht mehr zusammen. Keine Ahnung worum es da wirklich ging.

    Ich habe jedenfalls köstlich lachen müssen und würde die Folge gerne noch einmal sehen.

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  2. Hercules habe ich auch nur damals im TV gesehen, Raven, aber ich erinnere mich auch vage an so eine Folge. Hat sich dabei nicht herausgestellt, dass Kevin Sorbo tatsächlich Herkules IST? :)

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