Montag, 16. Mai 2011

Graphic Novel "The Stand - Das letzte Gefecht: Captain Trips" Bd. 1 by Stephen King und Roberto Aguirre-Sacasa


Worum es geht und Nachlese:
Eigentlich würde ich gern einen Reread von Stephen Kings "Der dunkle Turm"-Zyklus starten, aber DAZU komme ich momentan nicht. Ich hätte mir natürlich die noch auf meinem TuB liegende Dark-Tower-Graphic-Novel greifen können. Habe ich aber auch nicht. Das hat damit zu tun, dass ich mir am Wochenende bei bookdepositery drei weitere Graphic-Novel-Bände aus dem Dark-Tower-Zyklus bestellt habe. Der letzte bestellte Band sollte, wenn ich die Vorschau richtig verstanden habe, den ersten Romanband "Schwarz" vorbereiten. Also warte ich einfach noch ein wenig :) Und in der Zwischenzeit vertreibe ich  mir die Zeit mit dem ersten Teil von "The Stand - Das letzte Gefecht: Captain Trips".

Im Gegensatz zu den Graphic-Novel-Bänden zum Dunklen Turm, in denen auch neue Geschichten um Roland erzählt werden, wird hier der Roman "The Stand" als Comic umgesetzt. Die Geschichte wird also in einem weiteren Medium erzählt.

Im vorliegenden ersten Band "Captain Trips" erfährt der Leser, das im "Projekt Blau" irgendetwas schief gelaufen ist und ein Wächter des Außengeländes vor Abschottung mit Frau und Kind per Auto flüchtet. Hustend. Und das Unheil nimmt seinen Lauf: Die auch "Captain Trips" genannte Supergrippe ist zu 99,4 % ansteckend - sie verbreitet sich rasant - und zu 99,4 % tödlich. In Band 1 lernt der Leser bereits einige Handlungsträger des umfangreichen Romans kennen: Stu, Frannie, Larry und Nick, Lloyd ... und Randall Flagg, den dunklen Mann oder auch der wandelnde Geck, der am Ende dieses ersten Teils kurz vor einer Art Wiedergeburt und offene Rückkehr in unsere Welt steht. Noch kennen sich die Beteiligten nicht, ihre Einzelschicksale sind noch nicht verbunden. Und es haben auch noch nicht alle Spieler die Bühne betreten...

Der auf dem Roman von Stephen King beruhende Text wurde von Roberto Aguirre-Sacasa dem Medium angepasst und von den Zeichnern Mike Perkins, Laura Martin und Lee Barmejo visuell umgesetzt. Mir ging durchaus durch den Kopf, ob sich die Zeichner von der 1994er Verfilmung beeinflussen ließen, falls sie diese Version mit Gary Sinise, Molly Ringwald, Corin Nemec und natürlich Jamie Sheridan als Randall Flagg überhaupt kannten. Aber nein:

Frannie wirkt bereits in den ersten Szenen des Comics viel fraulicher und reifer als Molly Ringwald in der Verfilmung. Lloyd ist blond hat dadurch eine ganz andere Präsenz als Miguel Ferrer im Film. Stu wirkt zeichnerisch im Comic auf mich - ja ich weiß nicht so recht, wie ich es beschreiben soll ... zwar nicht konturlos, aber irgendwie auch nicht griffig. Das ist eigentlich ziemlich seltsam, da es ja nun etliche Szenen mit Stu in der Tankstelle und im Seuchenzentrum gibt. Vielleicht sind trotzdem mich nicht genügend "Großaufnahmen" von Stu vorhanden, die sich ähneln und für mich Wiederkennenswert haben. Ich kann es irgendwie nicht in Worte fassen *grummelt*

Was Larry Underwood angeht: Seine zeichnerische Darstellung lässt mich an einigen Stellen stark an den Schauspieler Michael T. Weiss (Darsteller z.B. von Jarod in der Serie "The Pretender") denken, besonders die Profilzeichnung zur Studioaufnahme und im nächsten Panel grinsend bei der Party. Wer weiß, vielleicht hat er den Zeichner ja tatsächlich inspiriert ;) 

Randall Flagg ist selbstverständlich dunkel. Er erinnert in manchen Panels an einen ungeschminkten grinsen Joker - beunruhigend.

Die Farbgebung zu den Charakteren und den Hintergründen gefällt mir. Die Szenen im Seuchenzentrum wirken mit den grünweißen Wänden noch kühler, die Panels mit dem Militär im Hauptquartier von Projekt blau sind passend düster und beinahe farblos gehalten. Dagegen wirken die Szenen mit Frannie am Meer oder im Garten lebendig und kraftvoll. Allerdings trifft diese Beschreibung auch auf das erste Zusammentreffen mit Lloyd zu, hat dort aber einen deutlich negativeren Beigeschmack. Zum Thema Beigeschmack: Wie in der Verfilmung rangieren auch im Comic die Zeichnungen der Grippeopfer in den verschiedenen Stadien - selbst die herumfliegenden Keime beim Niesen - für mich im Grusel- und Ekelbereich. Dieser Effekt dürfte im Comic natürlich an den Zeichnungen an sich liegen, aber auch an der grau-grün-gelblichen Coloration ... nicht zu vergessen das Unterbewusstsein, dass diese fiktiven Szenen mit ganz realen Vorkommnissen wie SARS o.ä. verbindet. Diese Realitätsnähe, die stark zum Horror des Romans beigetragen hat, wird im Comic durch die  Zeichnungen - ob nun Charaktere oder Setting - gut umgesetzt.

Auch bei der Ausstattung der broschierten Ausgabe aus dem Hause Marvel/Panini Comics wurde nicht gegeizt. Jedenfalls in meinen Laien-Augen: Hinter dem Cover befinden sich innen noch zwei weitere Coverversionen. Auf dem Umschlag gibt es eine kurze Einleitung in den Comic bzw. hinten Informationen zu den "Machern": Stephen King (Autor) und Roberto Aguirre-Sacasa (Autor), Mike Perkins und Laura Martin sowie Lee Bermejo (Illustratoren) und Joachim Körber (Übersetzer). Letzter liefert zudem ein Vorwort, eine weitere Einleitung gibt es von Ralph Macchio. Neben der Graphic-Novel an sich ist ein Skizzenbuch in der Ausgabe vorhanden mit einer Einführung des Lektors Bill Rosemann. Die Skizzen zu den einzelnen Bildern (Cover bzw. Figurenskizzen) sind dabei von den Illustratoren Mike Perkins und Lee Bermejo und auch von Roberto Aguirre-Sacasa (R.A.S.) kurz kommentiert. Besonders spannend fand ich allerdings die Sparte "Vom Skript zur Endfassung". Dort erfährt man als Leser - natürlich nur kursorisch, aber immerhin zu 6 Szenen, - welche textlichen/drehbuchartigen "Vorgaben" R.A.S. gegenüber den Illustratoren machte, wie die ersten Bleistiftskizze aussah, dann die Tuschezeichnung und zum Schluß die colorierte Fassung.

Für diese deutsche broschierte Ausgabe habe ich letztes Jahr 16,95 Euro bezahlt und ich finde sie gut investiert. Es verwundert wohl nicht, dass ich bereits den zweiten Band bestellt habe :)

Kommentare:

  1. And the Cat Versus Human comic is also being sold very soon!!

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  2. Hmm, das hört sich sehr gut an - irgendwie spukt in meinem Kopf ja schon seit geraumer Zeit der Wunsch herum, "The Stand" noch einmal zu lesen - aber mich schreckt gerade der Umfang etwas ;) Vielleicht sollte ich mich mal an einem Comic versuchen? Auf alle Fälle hatten wir auch schon überlegt, obwohl wir nicht mal eine "The Stand"-Nacht mit Dir machen, wenn Du Lust hast: Schön kochen und den ganzen Abend "The Stand" schauen. Und vielleicht vorher shoppen in der City? Was hast Du eigentlich am Himmelfahrts-Wochenende geplant? Da bin ich nämlich ganz allein zu Hause ... ok, die Katzis sind auch hier ;)
    Liebe Grüsse von einer ganz neuen und zufriedenen Sayuri :D

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  3. @Gris
    Yes! But honestly I would rather buy the comicbook of miguel fonollosa (I like her work too), but I can't find it at amazon or play.com or bookdeposetery :(

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  4. @Sayuri
    The Stand ist ja auch ein ganz schönes Teil :) Für den Comic hättest Du dann Ruhe und Zeit, bislang sind - glaube ich - nur 3 Bände auf deutsch erschienen.

    Den Film mit Gary Sinise etc. habe ich ja hier stehen und wir zwei hatten ja schon mal darüber gesprochen, ihn zusammen zu schauen. Deswegen war ich brav und habe ihn auch seit dem Kauf nicht geschaut :D Die Idee mit dem The Stand-Event *g* ist gut, lang genug dauert die Mini-Serie ja *g* Wann? An Himmelfahrtt wäre ja M. nicht da... Ich habe übrigens bislang keine Pläne für Himmelfahrt - nur, dass ich Freitag arbeiten werden muss - :)

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  5. Hallo Natira,

    "The Stand" gehörte in meiner King-Phase als Teenie zu meinen liebsten seiner Bücher, ich habe es damals bestimmt drei- oder viermal gelesen.
    Die Verfilmung mochte ich auch.

    Ich wusste gar nicht, daß es einen Comic dazu gibt! Allerdings komme ich mit den meisten Graphic Novel-Zeichnungen nicht klar, sie sind mir zu grob und unschön, also werde ich wohl eher die Finger davon lassen...

    Einen schönes Restwochenende!
    Sarah

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  6. Hallo Sarah! Ich bin vor 2 - 3 Jahren wieder zu Stephen King "zurückgekommen", Aufhänger war "Der dunkle Turm"-Zyklus von ihm. Seitdem habe ich auch "Es" und "The Stand" wieder gelesen :) Das sind ja immer gleich Mammutwerke *g*. Ich mochte und mag den Roman "The Stand" auch. Band 1 der Comicadaption ist auf deutsch ja auch erst 2010 erschienen. Also alles noch recht frisch im Gegensatz zum Roman und der Verfilmung :D

    Und was die Zeichnungen angeht: Vielleicht hast Du ja mal Gelegenheit, in diese GraphicNovel in einem Buchladen hineinzuschauen...

    Ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag! Viele Grüße
    Natira

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