Samstag, 2. April 2011

"Das Labyrinth der Wörter" von Marie-Sabine Roger


Heute gegen 13.00 Uhr gekauft, im Samocca angelesen und auf dem Balkon beendet...

Aber worum geht es - ein Zitat von der Verlagsseite dtv (klick)?
Mit Mitte 40 und ohne festen Job haust Germain in einem alten Wohnwagen, schnitzt Holzfiguren, baut Gemüse an und trifft sich ab und zu mit Annette - ob es Liebe ist, kann er jedoch nicht sagen, denn die hat er im Leben noch nie erfahren. Bis er eines Tages im Park die zierliche Margueritte kennen lernt, die dort, genau wie er, die Tauben zählt. Obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten, sind die beiden bald ein Herz und eine Seele. Die lebenskluge alte Dame ist zudem eine passionierte Leserin, und als sie dem ungeschliffenen Hünen vorzulesen beginnt, eröffnet sich Germain eine völlig neue Welt.


Nachlese
Germain = Ich = der Leser.

"Ich habe beschlossen, Margueritte zu adoptieren. Sie feiert bald ihren sechsundachtzigsten Geburtstag, da sollte man nicht zu lange warten. Alte Leute sterben gern"

So lauten die ersten Sätze, die die Französin Marie Sabine Roger Germain erzählen lässt und die von Claudia Kalscheuer gefühlt wunderbar stimmig übersetzt wurden. Ich sehe Germain vor mir auf der Bank. Oder besser neben mir auf der Bank, vor uns die Tauben, und er erzählt mir von sich, von Annette, von Margueritte:

Seine Sätze sind klar. Ab und an erklärt er für sich - oder für mich? - Worte. Was bedeutet "unwandelbar"? Seine Sprache ist direkt und offen. Manchmal schweift Germain ab, erzählt nebenher von der Schulzeit. Aber er verliert den roten Faden nicht - oder besser: nicht mehr - und plaudert weiter: Wie Margueritte ihn als Person wahrnimmt, ihm vorliest. Ich lausche und lerne, wie sich Germains Welt verändert.

Neu empfand ich weder Germains Suche, noch seine Wahrheiten. Aber ich habe ihm trotzdem gern zugehört, als er in einem Wörterbuch auf Entdeckungsreise ging oder schlussfolgerte "Das Glück ist eben nicht kommunistisch" - sonst hätte ja jeder gleich viel Glück. Mir ging durchaus eine gewisse Filmfigur durch den Kopf. Aber aus meiner Sicht tut man beiden Charakteren Unrecht, würde man sie gleichsetzen. Sie sind ähnlich, ja, aber doch verschieden (genug).

Wenn ich ein Wort für Germains Geschichte finden sollte, es wäre herzerwärmend. Ja, doch, dieses Wort passt aus meiner Sicht. ;)

Kommentare:

  1. Ich muss gestehen, ich finde diesen ersten Satz wirklich verlockend - die Geschichte an sich finde ich auch interessant, aber wenn ich das Buch lesen würde, dann weil mir der Anfang so gefällt ... Faszinierend, was ein guter Einstieg doch ausmacht. :D

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  2. Ich stimme Dir zu :) Der An"fang" dieses Buches wirkte auch auf mich, wie er sollte. Er nahm micht ge"fangen" und das Buch wurde von mir aus der Buchhandlung geführt :)

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