Freitag, 18. März 2011

Leipziger Buchmesse 2011 - Tag 2

Oh. Oh, oh, oh ... Abgesehen davon, dass ich auch diese Nacht nicht so gut geschlafen hatte - die Zimmernachbarn hatten lange ihren TV an ;) - , durfe ich wieder einmal Muskeln kennenlernen, von denen ich lange nicht wusste, dass sie existierten. Zum Beispiel die Muskelstränge beim Schienenbein :) Poe stutzte mich dann erst einmal zurecht: Ich solle mich nicht so haben! Zum einen hätte ich jetzt wenigstens einen Kater bei mir und falls es mir nicht gefallen würde, sollte ich heute einfach weiter trainieren! Hng!

Ich habe mich ja auch aufgerafft und bis sogar früher aus dem Hotel herausgekommen als gestern. Mit dem Ergebnis, dass ich auch früher die Glashalle auf dem Messegelände betreten konnte, nicht aber die eigentlichen Messehallen. Letztere werden erst ab 10.00 Uhr für die Besucher geöffnet. Also habe ich gewartet und herumgeschaut.


Da mein erster geplanter Termin um halb elf losgehen sollte, bin ich erst einmal in zum Nordischen Forum gegangen, um noch einen Blick in das Buch "Taxi 79 ab Station" zu werden, aus dem Joachim Król gestern vorgelesen hatte.

Bei der Gelegenheit konnte ich auch bei Dänemark einen Blick in das dort ausliegende Buch "Krieg - Stell Dir vor er wäre hier" von Janne Teller werfen. Es ist ein kleines Büchlein in Form und Aussehen eines etwas zu groß geratenen Reisepasses mit interessanten Illustrationen. Sehr umfangreich ist der Text selbst nicht. Da sich die Autorin per Du an den Leser wendet und speziell Deutschland als Kriegsschauplatz in der heutigen Zeit wählt, fragte ich mich, ob die Autorin wohl auch das Original in Deutschland hat spielen lassen. Wenn ich das Nachwort richtig verstanden habe, unterscheiden sich ganz leicht bereits die verschiedenen Übersetzungen untereinander und auch im Vergleich zum Original, um den jeweiligen "Landesleser" direkt anzusprechen. Offenbar ist das Grundszenario - Zusammenbruch der EU und Krieg in Nordeuropa, Frieden in der arabischen Welt, wohin auch geflüchtet wird und wo Asylanträge gestellt werden - gleich, nur die Konflikte werden im jeweiligen Land Dänemark, Deutschland oder Frankreich, ausgetragen mit anderen Aggressoren. Der Text wird sicher den jungen Leser packen, ich selbst bin erst gegangen, als ich das Essay durchgelesen hatte.

Dann aber flitzte ich sofort zur LVZ-Autoren-Arena - nur um (wie gestern) festzustellen, dass ich wieder zu spät war: Die Plätze waren alle besetzt, der Interviewtisch mit Gojko Mitic, dem Verkörperer der Indianerhelden meiner Kindheit, war überhaupt nicht zu sehen.

Statt der Veranstaltung über die große Leinwand auf der Rückseite der Arena zu folgen, bin ich zum Hörbuch-Forum der ARD geschlendert. Dort sollte es u.a. ein Gespräch mit Kai Meyer und Janne Teller geben. Ersterer war nicht zugegen, letztere schon. Janne Teller sagte bei dieser Gelegenheit: Sie schreibe, um etwas zu verstehen und hoffe, dass auch der Leser durch den Text zum Nachdenken angeregt werde und hoffentlich auch Verständnis entwickle. Nach dem Leseeindruck, den die im Hörbuch-Forum anwesenden Schüler von "Krieg" vermittelten, hat sie das geschafft.

Ich habe mich dann wieder auf den Weg durch die Hallen gemacht, weil ich noch etwas Zeit bis zur nächsten Veranstaltung hatte.  Überraschenderweise habe ich viele viele Bücher gesehen :)

Beim Gang durch die Messehallen 2, 3, 4 und 5 und den Treppen in der Glashalle musste ich schon (gequält) grinsen. Poe hatte recht, ich trainierte weiter...

Um 12.00 Uhr fand ich mich dann beim Blauen Sofa des ZDF ein. Dort stellte Volker Weidermann seine Biographie von Max Frisch vor. Diesen Namen hatte ich natürlich schon mal gehört, auch "Homo Faber". Allerdings nicht etwa in der Schule. Max Frisch stand damals nicht auf dem Lehrplan und bis heute habe ich von ihm nichts gelesen oder im Theater oder im Kino gesehen. Nach der Veranstaltung war in dem Maße neugierig wie vorher: Irgendwann werde ich von Frisch bestimmt mal etwas lesen, aber es muss nicht gleich sein ;) Das Buch von Herrn Weidermann klang lustigerweise dennoch interessant...

Ein Pausenbrot und einen als Milchkaffee verkauften superstarken Kaffee später (Man kann Kaffee mit Kondensmilch ertränken, so dass auch der Kaffee nicht mehr schmeckt! Heute von mir ausgetestet) bewegte ich meine inzwischen wieder schmerzenden Füße und die weiterhin herumzickenden Beinmuskeln mal wieder in die Halle 2 und schlenderte herum. Dabei habe ich u.a. PIKACHU gesehen - von hinten :).

Ich hatte mir die Lesung von Gerd Ruebenstrunk vorgemerkt, der sein neues Buch "Das Wörterbuch des Viktor Vau" vorstellen sollte. Dieses Mal war ich so früh, dass ich noch einem Teil von Bernhard Hennens Lesung aus "Drachenelfen" lauschen konnte - und Seychella traf :) Bernhard Hennens neuer Roman "Drachenelfen" wird erst im Herbst erscheinen; heute gab es für die Fans einen kleinen Vorgeschmack. Nach einer kleinen Frage- und Antwortrunde mit den Fans begab sich Herr Hennen an den Signiertisch (und Seychella auch), während Gerd Ruebenstrunk sein aktuelles Buch vorstellte. Den Autor habe ich bislang nur mit seinem Kinder-Fantasy Buch "Arthur und die vergessenen Bücher" in Verbindung gebracht. Dieses Buch richtet sich aber offenbar an ein anderes Publikum, wie die vom Autor gelesene zweite Szene mit einem Floristen und einem Opfer zeigte. Was ich hörte, fand ich interessant...

Allerdings gab ich nach der Lesung mit Gerd Ruebenstrunk dann auf. Die vergangene Nacht forderte ihren Tribut und der Muskelkater auch ;) Da kann Poe noch so viel vom Training erzählen. Obwohl ich mir eigentlich die Präsentation des Hörspiels "Spuk unterm Riesenrad" anschauen wollte - ich habe diese Serie als Heranwachsende geliebt! Erinnert sich noch jemand an den Staubsauger und die Stromversorgung? - und auch Wolfgang Hohlbeins Vorstellung seines neuen Romans "Infinity - Der Turm" mitnehmen wollte, habe ich mich nach der Lesung von Seychella verabschiedet und bin mit der Straßenbahn zum Bahnhof gezuckelt.

Einen Schlenker in die Stadt habe ich mir heute aber noch gegönnt. Schließlich hatte ich während der S-Bahn-Fahrt mein Buch "Der fliegende Mönch" ausgelesen und brauchte doch Nachschub :) Also bin ich nicht nur in den Netto (um mir Natriumglutamat in Form eines Nudelcup und einen Joghurt sowie eine Flasche Weißwein zu besorgen), sondern auch in eine Buchhandlung. Morgen (oder vielleicht doch schon heute abend?) werde ich dann mit "Das Wörterbuch des Viktor Vau" beginnen ...

Und jetzt strecke ich erst einmal meine müden Beine aus (ok, ich habe das Netbook auf dem Unterbauch und die Beine liegen hoch auf dem Tisch *g*). Nachher werde ich wohl noch eine Folge "Big Bang Theory" auf dem Archos schauen... Guts Nächtle *wink*

Mehr Fotos sind hier:
Leipzig 2011

Kommentare:

  1. *lol*

    Ich habe immer noch Muskelkater und ich war "nur" einen Tag unterwegs, dafür 9 Stunden hintereinander auf den Beinen....

    AntwortenLöschen
  2. Cool!!!1 i totally need a plane ticket to get there as soon as possible!

    AntwortenLöschen
  3. @Jed
    Ja,ja, so ein Tag ist lang *lach* und man hat nicht nur geistig länger etwas von ihm *kichert*

    AntwortenLöschen
  4. @Gris
    Falls Du mal zur Leipziger Buchmesse kommst, sag mir Bescheid, damit wir uns auf einen Kaffee treffen können :)

    AntwortenLöschen
  5. Wieder ein erfüllter Tag für dich! Und ich finde es sehr vernünftig, dass du auch einfach mal einen vorgenommenen Termin kippst, wenn du dich dafür dann ein wenig erholst.

    Spannend, dass die Lesung dir solche Lust auf das Buch gemacht hast, dass du es gleich kaufen musstest. Dann bin ich mal gespannt wie es dir gefällt! :)

    Achja, mein Kennerblick hat mindestens fünf Pikachus in dem "Suchbild" entdeckt! *kicher*

    AntwortenLöschen
  6. @Winterkatze
    Ich bin nur auf drei gekommen, auch wenn ich noch mehr "gelb" gesehen habe ;)

    Was das Buch angeht: Während der Lektüre beginne ich zu denken, dass auch G. Ruebenstrunk etwas zu sehr in sein neues Buch eingeführt hat. Wissen werde ich es allerdings erst wirklich, wenn ich es ausgelesen habe :)
    Und heute wollte ich noch ein Buch mitnehmen, aber die Messebuchhandlung war zu voll und in der Bahnhofsbuchhandlung habe ich es nicht entdeckt *erstaunt ist*: "Léon und Louise" von Alex Capus.

    AntwortenLöschen
  7. Aber die Ohren sind doch unverkennbar! :D

    Und ich finde es immer ganz schrecklich, wenn Autoren oder "Kritiker" zuviel über ein Buch erzählen. Begeisterung hin und her, man will als Leser doch noch selber etwas entdecken können!

    Vor kurzem habe ich mich mal wieder über einen Klappentext geärgert, bei dem ganz beiläufig im letzten Satz etwas erzählt wurde, was auf den letzten zwanzig Seiten des Buches passierte! Ich hoffe, du hast aber bei dem Ruebenstrunk-Titel noch genügend Unbekanntes. :)

    AntwortenLöschen
  8. @Winterkatze
    Es ist nicht so, dass er richtig etwas verraten hätte - wie es in dem Gespräch mit Margriet de Moor passierte -. Aber seine Erläuterungen und Einführungen bewirkten, dass ich bereits jetzt hm... auf bestimmte Dinge achte, die mir sonst vielleicht erst viel später aufgefallen wären. ob sich mein Verdacht bestätigt, werde ich noch merken ;) So gesehen bleibt die Neugierde :D

    AntwortenLöschen
  9. Dann geht es ja noch, das freut mich! :)

    AntwortenLöschen
  10. Wow, du schreibst schon so schön Berichte! In meinem Kopf herrscht ein Durcheinander... Jedenfalls musste ich ja grinsen, als du mich bei Bernhard Hennen "erwischt" hast. Das kam mir doch irgendwie bekannt vor... ;)

    AntwortenLöschen
  11. @Seychella
    hihi
    Schön, dass Du wieder gut daheim angekommen bist! Geht es Deinen Miezen gut? Ansonsten, danke für Dein Lob und keine Sorge: Das Durcheinander gibt sich bestimmt bald wieder :D

    AntwortenLöschen
  12. Jaja, ich brauche mich wohl wirklich nicht wundern, dass sich da so einige Leute über mich amüsieren. Allerdings ist es ja nicht so, dass ich nicht auch auf andere Lesungen gehe...

    Jedenfalls: Den Tigern geht es gut, sie wurden ein wenig verwöhnt. Den bösen Koffer bringe ich noch in den Keller, dann sind sie (erstmal) beruhigt. Und mein Kopf ist nun auch recht klar - ich hoffe nur, ich habe nicht alles vergessen. Ich lade gerade meine Fotos auf den Mac, wahrscheinlich ärgere ich mich dann gleich über das Ergebnis...

    AntwortenLöschen
  13. @Seychella
    ah... Rezepte. So was :) Und ja, Du sagtest mir ja, dass Du in Halle 3 gewesen bist ;)

    AntwortenLöschen

Einerseits will ich Spam, andererseits Captcha-Codes für Euch vermeiden. Das Experiment mit nur registrierten Nutzern ist leider nicht vollständig geglückt, da ein paar von Euch trotz Open-ID. nicht kommentieren konnten. Also wieder frei für alle und Moderation bei Posts älter als 20 Tag/e. Ggf. muss ich wieder auf vollständige Moderation umstellen, falls der Spam bei aktuellen Posts überhand nimmt.
Wir lesen uns. :)