Sonntag, 20. Februar 2011

"Der Elbenschlächter" von Jens Schumacher und Jens Lossau


Irina hat mir dieses Buch dankenswerterweise leihweise überlassen, und so konnte ich es im Rahmen einer privaten Leserunde lesen.

Worum geht es (zitiert von Amazon)?
In den Straßen Nophelets, der Hauptstadt des Königreichs Sdoom, werden in rascher Folge die Leichen von fünf Elbenjünglingen gefunden. Als bekannt wird, dass die Opfer auf magischem Wege ihres gesamten Bluts beraubt wurden, bricht Unruhe unter der Bevölkerung aus. Ein Fall für das IAIT, das Institut für angewandte investigative Thaumaturgie, das sich der Aufklärung magischer Verbrechen verschrieben hat. Seine besten Mitarbeiter, Meister Hippolit und der Troll Jorge, werden ausgeschickt, um dem mysteriösen Elbenschlächter auf die Spur zu kommen. Die Entdeckungen, die sie dabei machen, überraschen jedoch sogar die beiden erfahrenen Ermittler ... Das originellste Ermittlerduo aller Welten: Clever & Smart go Fantasy.

Nachlese
Ich gebe zu, ich war etwas irritiert von dem Titel. Als ich die Kurz-Info las und darin einen Troll als Ermittler sowie "Clever & Smart" wahrnahm, dachte ich dann: Okay, jetzt bin ich neugierig.

Und so erlebte mit den Mord an einem auf der Straße als Lustknabe arbeitenden Elbenjüngling mit und verfolgte die Ermittlungen des Trolls Jorge und des Meisters Hippolit. Mit ihnen untersuchte ich thaumaturgisch Leichen, besuchte eine Sternhöh-Party - nur wegen der Ermittlungen natürlich - und nahm die Verfolgung des Elbenschlächters auf.

Aber so rechte Stimmung kam bei mir nicht auf bzw. hielt sie nicht sehr lange. Ja, Meister Hippolits Geschichte und die sich für ihn ergebenden Konsequenzen riefen ein mitleidiges Schmunzeln auf mein Gesicht und ich fand auch Jorge als Mitarbeiter ungewöhnlich. Aber sein Tick mit den Trollsprichwörtern hat mich schon nach der dritten Verwendung leicht genervt. Die Eigenarten des Ermittlerduos machten sie verliehen ihnen ihnen im übertragenen Sinne allerdings Farbe, das kann ich nicht bestreiten ;)

Die Autoren haben sich alle Mühe gegeben, die Ermittlungsmethoden - incl. thaumaturgische Gerichtsmedizin - in die Welt von Meister Hippolit und Jorge zu übertragen. Auch das war okay, auch das las ich ohne weiter darüber nachzudenken. Was zum einen gut ist, weil es für mich im Rahmen dieser Geschichte offenbar passte. Aber zum anderen ist es auch schlecht, da ich nicht einmal dachte: "Oh..., schön gestaltet" oder "interessant" etc. Es "rührte" mich  nicht, es war nicht atmosphärisch, nur etwas seltsam, manchmal eklig.

Wirklich spannend fand ich die Kriminalgeschichte auch nicht - was aber nicht unbedingt notwendig ist für diese Art von "Krimi". Ich erinnere an die Amelia-Peabody-Geschichten, deren Fälle so verrückt und undurchsichtig waren, dass niemand sie hätte lösen können. Aber die Amelia-Peabody-Romane - zumindest die ersten dieser Reihe, ungefähr bis Ramses "volljährig" wurde - fand ich im Gegensatz zum Elbenschlächter unterhaltsam und sehr witzig.

Humor ist bekanntlich subjektiv und wo ich leicht schmunzle, lachen andere aus vollem Herzen los. Sollte in dem Roman das Genre parodiert werden, ist mir das nicht aufgefallen - vermutlich, weil ich zu wenig im Fantasy-Genre lesend unterwegs bin. Ich kann nicht ausschließen, dass dies vielleicht der Grund dafür ist, weshalb ich diesen Roman als ganz okay und durchschnittlich ansehe und, dass ich seinen Inhalt vermutlich alsbald wieder vergessen haben werde.

Kommentare:

  1. Viechellicht kann ich es auf Spanisch finden!

    AntwortenLöschen
  2. Ich hab mich mit dem Buch ja prächtig amüsiert (weißt du ja), aber ich kann gut verstehen, dass es anderen Leuten anders geht.

    Ich denke nämlich, dass dieses Buch eigentlich ausschließlich von seinem Humor lebt – und wenn einem der nicht liegt (was ich durchaus verstehen kann), dann bleibt wirklich nicht viel, was einen an diesem Buch begeistern kann. Die Krimihandlung ist nämlich wirklich nicht durchschlagend.

    Ich schätze, ich hab das Buch einfach auch zum richtigen Zeitpunkt gelesen, als ich nämlich im Urlaub, total relaxed und bester Laune war – da hatte ich Sinn für die Albernheiten, die mich andernfalls evtl. auch genervt hätten! :)

    AntwortenLöschen
  3. @Gris
    Leider weiß ich nicht, ob der Roman ins Spanische übersetzt wurde bzw. wird :(

    @Irina
    Ja, der Zeitpunkt und die eigene Stimmung des Lesers spielt ja immer auch eine Rolle.

    Ich stimme Dir zu: Die Geschichte und der Charme der Charaktere hängt am Humor. "Der Elbenschlächter" hat viele positive Reaktionen hervorgerufen, aber es wird auch noch Leser wie mich geben, die mit den Roman nicht so viel anfangen können. Das ist ja auch nicht schlimm, ich greife mir dann einfach wieder Johannes Cabal :)

    AntwortenLöschen
  4. Interessante Rezension :)
    Also, in vielen Punkten stimme ich Dir absolut zu - v.a. natürlich was den Bereich "ekelig" betrifft.
    Den Humor fand ich stellenweise recht gut - sicherlich der Hauptgrund, warum ich trotz Ekel bis zum Ende gelangt bin.
    Aber es war auf alle Fälle eine gute Grenzerfahrung - mehr in der Richtung werde ich wohl auch nicht lesen: ich wende mich dann lieber wieder Terry Pratchett zu :)

    AntwortenLöschen
  5. Der zweite Band der IAIT-Serie hat mir übrigens auch deutlich weniger gefallen – würde ja (neben allem anderen) ein bisschen für meine Urlaubs-Gute-Laune-Theorie sprechen! :D

    AntwortenLöschen
  6. Ich fürchte, für mich war der Humor auch nicht so ganz das Wahre. Aber vor allem habe ich mich - um es mal nett auszudrücken - über die "Anspielungen" auf andere Romane oder Autoren geärgert. Darüber kann ich einfach nicht hinwegsehen. Manchmal ist es eben doch deutlich von Nachteil, wenn man von einem Genre schon soviel gelesen hat. ;)

    AntwortenLöschen
  7. @Sayuri
    "Grenzerfahrung" - gefällt mir :)

    @Irina
    War wohl ganz gut, dass ich Dich nicht auch zum "Orksammler" angehauen habe :)

    @Winterkatze
    Dafür lese ich zu wenig Fantasy ;)
    Aber ernsthaft: Das ist schon schade, wenn man ständig an andere Autoren u. deren Geschichten erinnert wird und überlegt, ob die Autoren diese Sachen auch alle kennen...

    AntwortenLöschen

Einerseits will ich Spam, andererseits Captcha-Codes für Euch vermeiden. Das Experiment mit nur registrierten Nutzern ist leider nicht vollständig geglückt, da ein paar von Euch trotz Open-ID. nicht kommentieren konnten. Also wieder frei für alle und Moderation bei Posts älter als 20 Tag/e. Ggf. muss ich wieder auf vollständige Moderation umstellen, falls der Spam bei aktuellen Posts überhand nimmt.
Wir lesen uns. :)