Sonntag, 30. Januar 2011

I'm in english-Challenge: "Pride and Prejudice" by Jane Austen


Vorweg muss ich erst einmal sagen, dass ich nicht die verlinkte Ausgabe von "Pride and Prejudice" im Rahmen der I'm english-Challenge gelesen habe, sondern die Ausgabe der Wordsorth Classics in TB-Format aus dem Jahr 1999, die zugleich eine Einleitung und Anmerkungen von Ian Littlewood von der University of Sussex enthält. Allerdings habe ich diese Ausgabe bei Amazon.de nicht gefunden :)

Und ... dies wird keine meiner sonst hier zu findenden Nachlesen ;).

Worum es bei "Pride und Prejudice" geht, ist beinahe schon selbst eine generell bekannte Tatsache:

Die aus dem unteren Landadel stammende Elizabeth Bennet und der aus der Oberschicht stammende Aristokrat Fitzwilliam Darcy müssen lernen, Stolz und Vorurteilshaltung abzubauen, die sich sowohl als berechtigt bzw. bestätigt als auch unberechtigt herausstellen. Elizabeth und Darcy müssen jeweils einen Erkenntnisprozess durchlaufen, um den anderen nicht nur wertzuschätzen, sondern ihn bzw. sie zu verstehen und sich selbst zu ändern. Dabei geht es nicht nur um das eigene Glück, sondern auch Leben der Familie und Freunde ist - unterschiedlich stark - betroffen.

Diesen Roman von Jane Austen habe ich in der deutschen Übersetzung von Ursula und Christian Grawe schon mehrfach gelesen. Und ich schätze überaus die vollständige Hörbuchversion des Argon-Verlages, herrlich stimmungsvoll eingelesen von Eva Mattes. Mein erster Kontakt mit der englischen Originalfassung war filmischer Art, denn ich konnte damals nicht abwarten, bis der BBC-Mehrteiler mit Colin Firth und Jennifer Ehle mit einer deutschen Tonspur erschien. Ich hatte mir die englische Fassung mit ausschließlich englischen Untertiteln bestellt. Und irgendwann habe ich halt das Buch selbst im Original gekauft - und scheiterte in drei Anläufen drei Mal. Als Nina und Katrin die I'm english-Challenge starteten, witterte ich meine Chance und begann ehrgeizig mit der Lektüre von "Pride und Prejudice".

Okay, ich habe zwischendurch nicht aufgegeben, sondern bis zum Ende durchgehalten.

Aber ...

So sehr ich mich an der deutschen Übersetzung erfreue, die Originalfassung war unglaublich anstrengend. Ich habe meinen Englischkenntnissen und mir eindeutig zuviel zugemutet. Trotz leo.org und großem Langescheidt griff ich manches Mal zu meiner deutschen Romanübersetzung, um zu sehen, was sich hinter einem aus langen Sätzen in Austen-Englisch bestehenden Absatz "versteckte".

Ob oder ob nicht Jane Austen sprachlich eloquent war oder wie gut ihr Stil im Original ist, kann ich nicht beurteilen. Ich war mehr damit beschäftigt, die Worte an sich zu erfassen. Es dauerte, bis mir klar wurde, dass "pray" zu Beginn eines Satzes auf "ich flehe sie an" oder "drängend" hindeutete und nicht unbedingt mit beten zu tun hatte. Wunderte ich mich noch die ersten Male darüber, dass Männer und Frauen offenbar häufig in der Gesellschaft schreien ("cry"), begriff ich irgendwann, dass dieses Wort doch mehr die Bedeutung von erstauntes Ausrufen hatte - und nicht notwendigerweise laut erfolgen musste, wie ich für mich entschied. Dies sind nur Mini-Beispiele für die Fragen, mit denen ich mich während des Lesens beschäftigte.

So lenkte mich das Vokabular deutlich von der Geschichte insgesamt und vom Erzählstil ab.

Eigentlich wollte ich anläßlich der I'm english-Challenge noch weitere Jane-Austen-Bücher lesen: "Emma" und auch "Sense and Sensibility" schlummern noch auf dem SuB. Ob ich das aber wirklich realisiere, kann ich noch nicht sagen. Möglicherweise würde mir die Lektüre jetzt, nach dem ersten Durchlesen von "Pride und Prejudice" leichter fallen, da ich etwas in der Austen-Sprache drinstecke. Auf der anderen Seite hat mich genau diese Sprache ziemlich beansprucht und - ja - auch aufgehalten. Ich habe also noch keine Ahnung, ob ich in diesem Jahr einen weiteren Jane-Austen-Roman im Original in Angriff nehmen.


Jedenfalls:

Nur wegen der Challenge habe ich dieses Mal "Pride und Prejudice" nicht abgebrochen, sondern beendet. Und das ist, wie ich finde, auch schon ein erster Erfolg. Irgendwann werde ich den Roman im Original wieder lesen und mein Augenmerk dann hoffentlich nicht nur auf die Worte an sich, sondern auch die Geschichte und/oder den Stil richten können ;)

Kommentare:

  1. Ich finde es klasse, dass Du es geschafft hast und Dich "durchgebissen" hast - glaube Dir aber auch aufs Wort, dass es ein bisschen eine Qual war. Aber so hast Du das wenigstens schon mal "hinter Dir" ;)

    Was kommt als nächstes in der English-Challengeß

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  2. Danke, liebe Sayuri :)

    Da der Februar so kurz ist und ich mir etwas "Erholung" bei der englischen Lektüre verdient habe, wie ich finde *g*, werde ich eine englischsprachige Graphic-Novel lesen. Erfreulicherweise sind diese ja auch erlaubt in der Challenge :) Allerdings warte ich noch auf die Lieferung, aber Thalia hat schon die Versandinfo geschickt: "Maintenance - Bd. 1 "It's a dirty job" von Jim Massey - Mal sehen, was mich erwartet, war ein "Blindkauf" :)

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  3. Das erinnert mich mit Schaudern an meinen Versuch im Vorjahr, das Original zu lesen. Ich hab kaum mehr als 40 Seiten geschafft und dann entnervt aufgegeben, weil ich irgendwie so gar nix verstanden habe. Aber ich wollte nicht ständig ins Wörterbuch schauen, sonst hätte ich ewig dran gelesen. Es war mir sprachlich einfach zu anspruchsvoll und ich hab das Buch inzwischen auf deutsch gelesen und das Original nach Schweden vertauscht.

    Hut ab davor, dass du das durchgehalten hast! Respekt!

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  4. Ich gratuliere auch zum Durchhalten!
    Ich kann mir vorstellen, dass ihr Stil im Orignial nicht gerade einfach ist. Ich hatte z.B. bei der Originalversion von Dorian Gray damals auch so meine Probleme...
    Also wie gesagt Hut ab für dein Durchhalten.

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  5. @Evi und Lisa
    Danke :)

    Wie ich schon sagte, ich habe auch schon ein paar Anläufe hinter mir bei diesem Buch. Ich kann mir lebhaft vorstellen, das Oscar Wildes Sprache auch komplex ist!

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  6. @Sayuri
    Ich habe die Graphic-Novel jetzt vor mir. Da werde ich wohl noch mal in mich gehen, ob das wirklich etwas für die Challenge ist. Der Band hat A5-Blatt-Größe und nur 52 Seiten ;)

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  7. @Natira: Aber die Graphic-Novel ist auf Englisch! Und Nina und Katrin haben extra gesagt, dass es einfach sein darf. ;) Du kannst ja damit anfangen und wenn du Zeit und Lust hast, dann guckst du ob der Februar noch Luft für einen weiteren englischen Band lässt. :D

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  8. @Winterkatze
    Ich weiß, aber so rund 50 Seiten im Comicformat und A5 erscheint mir beinahe zuuuuu einfach ;)

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  9. Dann nimm dir eben für März den nächsten Jane-Austen-Roman vor. :D

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  10. *lacht verlegen auf*
    Ich könnte auch P& P in verschiedenen Umsetzungen "konsumieren": als Hörbuch (ersatzweise BBC-Verfilmung mit schwarzem Bild und O-Ton) oder ich warte, bis Du mir die P&P-Graphic Novel zur Verfügung stellst ... :)

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  11. Es gibt viele Möglichkeiten - und die English-Challenge ist ja gerade deshalb so reizvoll, weil Katrin und Nina es wichtig finden, dass es Spaß macht (neben dem regelmäßigen Lesen eines englischen Buches ;) ).

    Du bekommst das schon hin ... *kicher*

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  12. Könnst Du bitte aufhören, mich sooo anzukichern?! *lach*

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  13. hallo natira,

    ja, die "alten" sachen sind nicht einfach zu lesen und daher: respekt, dass du es durchgezogen hast :)

    wusstest du, dass jane austen eine sauklaue hatte?

    http://vielleichtsagerin.blogspot.com/2011/01/jane-austen-hatte-eine-sauklaue-darf.html#links

    LG, monika

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  14. Grüß Dich, Monika!
    Wohl wahr *lächelt schief*. Ich war wirklich froh, dass ich den Roman auch auf deutsch hier hatte. Vermutlich hätte ich sonst erneut das Handtuch geworfen und mir eine andere englischsprachige Lektüre für Januar gesucht...
    Lg Natira

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