Sonntag, 9. Januar 2011

In der Küche

war ich am Wochenende beschäftigt. Ich brauchte mal etwas anderes als meine schnelle Hühnersuppe (Gläser mit Hühnerfond und -fleisch sowie TK-Suppengemüse, Lorbeerblatt und Piment - letzteres im Tee-Ei - sowie Wok-Nudeln, wenn das TK-Gemüse gar ist). Auch wenn die Hühnersuppe mir sehr gut tat ;)

Also habe ich mich mal an einem Risotto versucht. Das hätte ich nicht getan, wenn ich nicht im Dezember letzten Jahres Sayuri besucht und mir ihr zusammen Essen zubereitet hätte. Bei dieser Gelegenheit hat Sayuri das Risotto gekocht, ich habe zugeschaut und zugehört. Denn meine Aufgabe - ein paar Zutaten für das Risotto und den Salat vorbereiten - war leicht zu erledigen. Um es auf den Punkt zu bringen: Ohne entsprechende Motivation hätte ich gestern nicht die Zutaten für mein Pilzrisotto herausgeholt ;)

Statt frischer Pilze hatte ich mir getrocknete Pfifferlinge (wie bin ich vorgestern nur auf Steinpilze gekommen?) geholt. Eigentlich wollte ich das Risotto ja schon vorgestern machen, aber ... ich hatte die getrockneten Pilze offenbar zu lange eingeweicht. Sie schmeckten nach nichts. Und unerfahren wie ich bin, habe ich zudem das Einweichwasser weggeschüttet. Clever

Wenigstens hatte ich nur die Hälfte der Packung genommen und habe dann gestern einen frischen Versuch gestartet. Habe ich angedeutet, dass ich unerfahren in der Küche bin? Das ist vielleicht der Grund für die Art, wie ich bei der Zubereitung von mir fremden Gerichten vorgehe ... Oder macht Ihr das auch so?

Ach, ich sollte dann auch schreiben, wie ich vorgehe...

Zunächst habe ich nach Packungsanleitung die restlichen Pfifferlinge mit kochendem Wasser übergosse und mir dieses Mal den Kurzzeitwecker auf die angegebenen 15 Minuten gestellt . Dann habe ich 250 g Risottoreis abgewogen und in ein Schälchen getan. Da nach der Anleitung auf dem Reispäckchen der Reise nach und nach mit 1/2 l Flüssigkeit aufgegossen werden sollte, habe ich mir 250 ml Brühe zusammengerührt, 200 ml Weißwein in ein Glas gegeben und den Rest sollte das Pilzwasser (dank Sayuris Tipp) an Flüssigkeit darstellen. Soweit, so gut. Dann hieß es Zwiebel schneiden ... und juche, es ging ohne Tränen ab. Irgendwann musste sich ja mal in mein Gehirn einprägen, wie man Zwiebeln "gut" klein schneidet, nicht wahr Sayuri :). Und dann waren die 15 Minuten um, ich schnitt die eingeweichten Pfifferlinge kurz und klein und fing das durch ein Teesieb gegossene Pilzwasser auf

Der Topf war also auf der Herdplatte und alle anderen Zutaten standen jetzt vorbereitet in Schälchen oder auf Brettchen nahe bei. Vorher fange ich also gar nicht mit dem tatsächlichen Kochen an, was in diesem Fall bedeutete:  
Olivenöl in den Topf, Zwiebel und Pfifferlingen kurz anbraten, dann den Reis dazu (bis er glasig ist) und den ersten Schwung Brühe darüber, später Wein, Brühe und Pilzwasser, Salz und Pfeffer, dazwischen wie verlangt regelmäßig rühren und erst nachgiessen, wenn die frühere Flüssigkeit weggeköchelt war :)


Ich brauchte mehr Flüssigkeit, denn der Reis war nach dem Wegköcheln des halben Liters noch ziemlich bissfest.Und da ich den Geschmack tatsächlich als etwas zu intensiv empfand, habe ich schlichtes Wasser genommen.

Mich hat es ja doch überrascht, dass das Risotto tatsächlich cremige Konsistenz hatte.Ich hatte nämlich befürchtet, dass ich - wenn ich schon diesen Kochtopf nicht (auch) in den Kochtopfhimmel befördern würde - irgend etwas anderes schief gehen oder die Konsistenz nicht passen oder das Risotto nicht schmecken würde. Aber es klappte alles!

Ach ja, zu dem Risotto gab es übrigens Salat.


Danke, Sayuri, für die Inspiration und die Ratschläge :)

War lecker ...
gestern und heute

ps
Ich habe so viele Möhren im Haus, ob man auch ein Möhrenrisotto machen kann?

Kommentare:

  1. Hörst du was knurren?
    Das ist mein Magen. Megahunger jetzt :-)
    Mein Risotto wird von meinen Männern leider immer verschmäht. Kunstbanausen, ehrlich.
    Für die Karotten empfehle ich Karotten-Ingwer-Suppe mit Orangensaft.
    Schönen Abend
    Sinje

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  2. @Sinje
    :)
    Ich verstehe Deine Männer nicht. Banausen, in der Tat.

    Über die Karotten-Ingwer-Suppe habe ich auch schon mal nachgedacht, dazu müsste ich aber erst einkaufen (Ingwer u. O-Saft), Risottoreis+Zwiebel+Karotten habe ich faule Socke noch im Haus :D

    Lg Natira

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  3. Hmm, dass sieht aber gut aus :) Und war offenbar richtig lecker, da freu ich mich!
    Oh ja, mit der Brühe muss man manchmal aufpassen - je nach Hersteller kann es ganz schön intensiv werden...

    Möhrenrisotto habe ich selber noch nie gemacht, schmeckt aber sicher auch. Schau mal hier: http://www.kochrezepte.us/rezept_M%C3%B6hrenrisotto_14605.html

    Liebe Grüsse und weiterhin viel Spass und Erfolg am Kochtopf ;)

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  4. @Sayuri
    *nickt*, ja war wirklich lecker... Ich denke, das ich vielleicht zu viel von dem intensiven Pilzwasser dabei hatte ... oder aber, die Kombination von Pilzwasser und Brühe etwas zuviel war geschmackstechnisch. Beim nächsten Mal werde ich das anders austarieren ;)

    Danke für den Link! Klingt auch lecker und für _mich_ machbar ;)

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  5. Risotto ist wirklich etwas feines - schön, dass es bei dir so gut geklappt hat! :) Pilze wären zwar nichts für mich, aber ich bin mir sicher, dass man aus Möhren auch prima Risotto machen kann. Meine Lieblingsrisottovariante ist mit Mais, der ja - wie die Möhren - auch relativ süßlich ist. :)

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  6. @Winterkatze
    Inzwischen habe ich das Möhrenrisotto ausgetestet und fand es total lecker. Leckerer sogar als das Pilzrisotto. Petersilie und Curry bringen schönen "Pepp" in das Risotto... Nur das Möhrenverhackstückeln ist zeitaufwendig *seufz*. Ich habe übrigens die auch von Bill Buford beschriebene Methode benutzt :)

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  7. An die Methode von Bill kann ich mich gar nicht mehr erinnern. *g* Dafür erinnert mich die Kombination Möhren-Curry-Petersilie an den Rübli-Auflauf, den ich manchmal mache. Das ist ein Auflauf mit Möhren und Kartoffeln, übergossen mit Milch (die mit Salz, Pfeffer, Curry und Petersilie gemischt wurde) und das Ganze wird dann im Ofen gegart und am Ende mit Käse überbacken. *lecker*

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  8. Oh ja, *zustimmend nickt und Dank an Winterkatze zuwinkt*
    Der ist verteufelt lecker, dieser Auflauf... sehr gut und verhältnismässig schnell gemacht (zumindest wenn man, anders als ich, schnell im Kartoffeln schälen ist)

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  9. @Winterkatze: Er beschreibt, dass man aus einer "runden" Möhren erst eine eckige machen muss: die Möhre wird also quasi begradigt, damit man mindestens eine Liegefläche hat. Dann musste zumindest er gefühlte tausende gleichbreite Scheiben schneiden, die dann in weiter erst in Streifen geschnitten und dann "gehackt" werden - ich habe es da lockerer gehalten und die Würfelchen mussten auch nicht alle gleich aussehen :)

    @Winterkatze und Sayuri
    Oh das klingt in der Tat lecker. Und ich habe noch Kartoffeln :D

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  10. @Natira: Ah, ich erinnere mich! Aber ich frage mich dann immer, was man mit den abgeschnittenen Rundungen machen soll. Wenn ich die alle nebenbei essen würde, müsste ich nicht mehr kochen. ;)

    Hihi, sag nicht, du probierst jetzt auch noch den Auflauf aus. :D

    @Sayuri: Ich bin schnell beim Kartoffelschälen, aber ich hasse es. Deshalb muss mein Mann das immer übernehmen ... :D

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  11. Ich habe nur eine Seite der Möhre zum Liegen "begradigt" und dann fröhlich die "Scheiben" geschnitten und alle - Scheiben verhackstückelt. Man muss die halbrunden Scheiben ja auch nur auf die flache Seite legen, damit man sie in Streifen und Stücke schneiden kann ;) Da blieb zum Nebenherknabbern gar nicht mehr so viel über :)

    Der Auflauf wird auch noch probiert, aber sicher! Vermutlich aber erst am Wochenende :D

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  12. Hihi, also meine Alltagstechnik für Möhren und andere runde Dinge ... :D Ich frage mich nur, ob der Bill das gutheißen würde. ;)

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  13. Billiboy vielleicht gerade noch so, aber MoltoMario? *lach*

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  14. Ich fürchte, auf MoltoMarios Meinung kann ich dann doch verzichten. ;)

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