Montag, 10. Januar 2011

"Der gelbe Nebel" von Alexander Wolkow


Nach "Der Zauberer der Smaragdenstadt", "Der schlaue Urfin und seine Holzsoldaten", "Die sieben unterirdischen Könige" und "DerFeuergott der Marranen" ist nun das fünfte Buch von Alexander Wolkow "dran". Auch hier stammt die Übersetzung aus dem Russischen von Leonid Steinmetz, die Illustration von Leonid Wladimirski. Ich habe hier vor mir bereits eine "veränderte Nachauflage, 1984", die 219 Seiten umfasst. Das Copyright der deutschen Übersetzung Verlag Progress Moskau stammt aus dem Jahr 1979. Welche Veränderungen stattgefunden haben, weiss ich nicht. Es soll auch eine Neuauflage aus dem Jahr 2009 geben, die nur 175 Seiten umfasst, vielleicht wegen des Layouts, vielleicht wegen weiterer Veränderungen, ich weiss es nicht.

Die Geschichte des Zauberlandes, beginnend mit dem großen Zauberer Hurrikap, wird hier in diesem Band noch einmal aufgegriffen. Nachdem Hurrikap das Zauberland geschaffen hat, aber bevor die vier Zauberinnen Wallina, Stella, Gingema und Bastinda sowie der große Zauberer Goodwin es betraten, kam die Zauberin Arachna in das Zauberland. Sie war eine böse riesenhafte Zauberin und hatte nicht nur ihrer Mutter einige Zaubermittel entwendet, sondern auch das Volk der Zwerge entführt, welches früher ihrer Mutter und dann ihr diente. Und natürlich traf sie auf Hurrikap ...

5000 Jahre später, Hurrikap war nur noch eine Legende, erschien Arachna wieder auf der Bildfläche. Sie beanspruchte erneut die Herrschaft über das Zauberland, in dem jetzt der Scheuch, der Eiserne Holzfälle und der tapfere Löwe ihre Länder regierten. Die Erzgräber waren auf die Oberfläche gekommen.Urfin war nicht mehr Herrschaft über die Marranen und Ann und Tim wieder daheim. Die Bewohner des Zauberlandes hatten sich bereits mehrfach von Herrschern befreit. Warum sollten sie sich Arachna beugen? Aber die Zauberin beschwört den gelben Nebel und setzt den Zauberlandbewohnern ein Ultimatum...

So abenteuerlich und märchenhaft auch diese Geschichte ist mit ihren zauberhaften und komischen Momenten: Es ist doch beunruhigend, in welche Richtung sich Wolkows Fantasie in diesem Teil entwickelte. Natürlich kann man eine Wiederholung nicht verneinen: Erneut taucht jemand auf, der die Herrschaft über das Zauberland erringen und die dort lebenden freien Völker unterwerfen will. Selbst im dritten Band ging es ja letztlich um die Abschaffung der königlichen Herrschaft. Aber die Methoden sind doch von Mal zu Mal verschieden. Hatte Urfin das letzte Mal ein nicht so entwickeltes Volk verführt, ist es in diesem Fall im Grunde eine biologische Kriegsführung. Arachnas gelber Nebel beeinflusst nachhaltig das Leben im Zauberland, nicht nur direkt und nicht nur die Menschen.

Obwohl ich mich an der neuerlichen Lektüre erfreut habe - ich habe diesen Wolkow-Band länger nicht gelesen -, ist es immer noch der "erste" Band, der mir nicht so gut gefiel. Ja, ich habe die altvertrauten Charakteren - incl. Urfin - wiedergetroffen und ja, diese Geschichte hat Zauberlandmomente. Ich denke, mir ist erst "heute" klargeworden, was ich früher nur unbewusst wahrgenommen habe: Ich denke, der Grund, weshalb mir diese Geschichte nicht so behagte, war die Art der Auflösung des Kampfes gegen Arachna.

SPOILER-WARNUNG

In den früheren Bänden hatte die Auflösung der Kämpfe immer eine gewisse Unschuld. Bei Gingema und Bastinda kam es zu Unfällen; der Kampf gegen die Holzsoldaten endete zauberhaft, derjenige gegen die Marranen ...organisch.  Selbst das Ende der Herrschaft in Band drei war zwar listig, aber dennoch mit dem Wasser wundervoll. Hier im 5. Teil  wird gegen Arachna energisch bis zum Schluss vorgegangen, was nicht nur in der Gestalt von Arachnas wichtigstem Kontrahenten deutlich wird. Es ist nicht so, dass die Auflösung nicht passt oder schwerwiegend anders ist als in anderen märchenhaften Geschichten.

Ich finde sie nur nicht mehr "zauberlandmässig". Esging sozusagen die Unschuld verloren, durch die sich die früheren vier Bände meiner Ansicht nach bei der Auflösung auszeichneten. Und das erfüllt mich mit Bedauern.

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