Mittwoch, 30. Juni 2010

Inside 7 by Annelie

Ganz fix noch vor Toresschluß, will sagen vor 24.00 Uhr :)



nebensächlich... ist noch die Frage, was ich esse

hauptsächlich... dagegen, ob ich überhaupt noch etwas esse

ursächlich... dafür ist mein Hungergefühl

tatsächlich... hat es heute gegen 20.00 Uhr hier etwas geregnet, wenn auch nur für 20 Minuten ...

fröhlich...hat mich gerade Merlin gemacht, als er wie ein Pferd durch die Wohnung galoppierte. Das sieht zu lustig aus

nächtliche... Hungerattacken, wie gerade, sind ganz ganz blöd.

vor der Linse... habe ich jetzt nichts mehr, die Kamera bleibt fort

Dienstag, 29. Juni 2010

Projekt Farbe bekennen 2010 - Schwarz

So, die letzte Juniwoche 2010 des Projektes hat begonnen und das Thema ist weiterhin

"Nur aus dem (eigenen *g*) Kühlschrank"

Hm.. Das bedeutet auch, daß ich mir ab nächste Woche ein neues Thema aussuchen darf/muß/kann :) Mal sehen, für was ich mich für die Juliwochen entscheide *g*

Schwarz war schon eine Herausforderung. Aber ich habe tatsächlich etwas gefunden. ..


(klick verleiht Größe)

"Das Wolkenvolk Bd 3 v 3 - Drache und Diamant" von Kai Meyer



Nachdem ich in zwei weiteren privaten Theme-Partys eher redete, als las :), habe ich die letzten 100 Seiten von Band 3 der Wolkenvolk-Trilogie am nächsten Tag allein zu Ende gelesen. Die Nachlese zu Band 1 - Seide und Schwert - findet Ihr hier (klick), diejenige zu Band 2 - Lanze und Licht - hier (klick).

Auch Band 3 habe ich mir übrigens aus der Bibliothek ausgeliehen.

Da hier jetzt die Nachlese für den dritten und letzten Band der Wolkenvolk-Geschichte handelt, gibt es auch an dieser Stelle eine

Spoilerwarnung.

Wie schon zu Band zwei angemerkt: "Drache und Diamant" setzt die Geschichte um Niccolo, Alessia, Nugua, Feiqing, Wisperwind, Li und Mondkind fort. Bevor Ihr Euch also weiter in diese Nachlese vertieft, sollten vielleicht die Vorbände gelesen werden :)

Worum geht es:
Band zwei endete damit, daß sich im Grunde alle Charaktere auf der Erde zu den Heiligen Höhlen im Himmelsgebirge begeben, sofern sie nicht schon da sind, wie Nugua, die Drachen, Mondkind und Niccolo. Mondkind wird von den Drachen in einen Heilschlaf versetzt, der sie aus der Sucht nach dem reinen Mondlicht und damit aus der Gewalt des Äthers, der Mondkind süchtig gemacht hatte, befreien soll. Nugua und die Drachen wissen aber nicht, daß sich auch Niccolo dem reinen Mondlicht ausgesetzt hat. Daß dies nur von kurzer Dauer war, ist nicht etwa Niccolos Entscheidung gewesen, sondern dem eingreifenden letzten Xian Guo Lao zu verdanken. Die Drachen bewachen und verteidigen derweil in den Heiligen Höhlen einen ganz besonderen Schatz, auf den es der Äther abgesehen hat. Es ist ein Dilemma, denn mit den Drachen, die den Äther ausatmen, weiß letzter nunmehr auch, wo dieser Schatz zu finden ist. Und er hat Verbündete, in den Höhlen und auch außerhalb. Dazu kommt noch die Ungewißheit, ob Niccolo, der niemanden etwas von seinem Bad im Mondlicht erzählt hat, nun ebenfalls den Einflüsterungen des Äthers unterliegt ...
Wisperwind und Feiqing dagegen sind mit den chinesischen Geheimen Händlern unterwegs und entdecken ein Wrack. Während dessen Untersuchung werden sie von Jurus angegriffen, den bereits aus Teil 2 bekannten Felsenwesen. Unterdessen tauchen in der Luft verfeindete russische Geheime Händler auf ...
Alessia stellt nach ihrer Befreiung fest, daß die Wolkeninsel wieder steigt und sich bewegt: Der Schattendeuter Carpi soll dieses Wunder bewirkt haben. Der Äther fließt!. Alessia sucht noch einmal die Pumpenstation auf in der Hoffnung, daß sich das Ätherfragment nicht verändert hat und ihr sagen kann, was der Äther plant ...

Nachlese:
Mit diesem dritten Band wird die Geschichte um den Äther, das Wolkenvolk, die Drachen, Nugua, Wisperwind und Feiqing zu einem Ende gebracht ...

Wenn ich ehrlich bin, war ich froh, als ich das letzte Wort dieses Buches gelesen hatte. Nach meinem Empfinden hat der Autor zu viel Füllmaterial verwendet, um den Höhepunkt der Geschichte herauszuzögern. Ok, er ist Geschichtenerzähler, er muß, soll und darf den Spannungsbogen seiner Geschichte aufbauen. Aber ich darf mich trotzdem fragen

- neuerliche Spoilerwarnung! 
Ich gehe auf Handlungsdetails, auch zum Romanende, ein! - 

warum ich sich ständig wiederholende Kampfbeschreibungen lesen durfte. Ich weiß inzwischen, wie Wisperwind und Mondkind im allgemeinen kämpfen, hier hätte aus meiner Sicht die Geschichte häufig gestrafft werden können. Die Beschreibung der Drachenkämpfe war dagegen durchaus interessant. Aber die Drachen waren nicht die einzigen, die gegen Jurus kämpften, und ähnliche Schlachtbeschreibungen verlängerten nur die Handlungsbögen anderer Charaktere. Ich habe mich auch gefragt, was das in Band zwei erwachte Volk der Riesen denn nun eigentlich mit der Geschichte zu tun hatte und warum es kapitelweise Schlachtengetümmel gibt, aber nur ein zwei- oder dreiseitiges Gespräch zwischen Alessia und dem Ätherfragment dazu,was der Äther will, ob das Ätherfragment etwas tun könne und ob bzw.wie es zur Aktion überzeugt werden kann. Das fand ich recht ... unbefriedigend.

Mich störten auch andere Kleinigkeiten. Mondkind, zum Beispiel, gerät nach einem längeren Heilschlaf sehr schnell und dann so vollständig unter dem Einfluß des Äthers, daß nicht einmal Niccolo sie mehr erreichen kann. Niccolo dagegen widersteht den Einflüsterungen des Äthers die ganze Zeit. Ok, er war nur kurz dem Mondlicht ausgesetzt, aber dafür war er in der "Herzkammer" mit Massen an Äther ausatmenden Drachen und in den mit Äther übersättigten Höhlen. Oder der Handlungsbogen mit dem Ätherfragment:  Wenn der Äther doch wieder floß, sollte sich doch wenigstens eine kleine Vermischung ergeben haben? Schließlich waren sie mal eins, kann sich einer von dem anderen wirklich so vollständig abgrenzen,daß eine Vermischung vermieden wird?

Aber im dritten Band hat Kai Meyer es noch einmal geschafft, mir eine deutliche Reaktion auf eine Figur zu entlocken (im ersten Band hatte ich ja Yaozi sofort ins Herz geschlossen, die übrigen Charaktere waren ... naja, sie waren da. Auch im zweiten Band hatte sich daran nichts geändert). Als ich im dritten Band jedoch zu der Szene kam, in der Nugua Niccolo von der Wirkung des Heilschlafes erzählt und dies dann in einen Streit ausartet, empfand ich Niccolo als arrogant und regelrecht bösartig. Ab diesem Moment wurde Niccolo nicht nur "lebendig" für mich, sondern hatte sofort sämtliche möglichen Sympathien meinerseits verloren. Auch der Fortgang der Geschichte änderte hieran nichts ;)
Wenn ich mir das Ende so anschaue, hat Kai Meyer sich Raum für für Fortsetzungen gelasssen. Möglicherweise wird Herr Meyer zukünftig noch erzählen, wie die Geschichte einiger Charaktere weitergeht (Wisperwind- ich hatte schon während des zweiten Bandes überlegt, ob Wisperwind eine Xian werden könnte, aber die Götter sind ja irgendwo hin entschwunden -, Drachen, Äther? *lach*). Und möglicherweise wird er auch noch eine Vorgeschichte darüber schreiben, wie und warum das Wolkenvolk auf die Wolkeninsel kam und was es mit dem Zeitwind auf sich hat...

Mit Blick auf die drei Bände muß ich sagen, daß der erste Band mich sehr fasziniert hat und Band zwei und drei dagegen abfielen. Es ist wirklich eine fantastische Welt, die Kai Meyer hier erschafft, voller Magie, Abenteuer, Liebe, Freundschaft ... Ich denke nur, die Geschichte hätte straffer in zwei Bänden erzählt werden können.

Sonntag, 27. Juni 2010

"Harry Potter and the Goblet of Fire" Bd 4 by J.K. Rowling (in englisch)



Nachdem mir die liebe Sayuri ja die ersten drei Harry-Potter-Bände auf englisch ausgeliehen hatte, habe ich dieses Mal auf ein Bibliotheksexemplar zurückgegriffen. Ich war einfach zu ungeduldig :)

Worum geht es?
In den Sommerferien schaffen es die Weasleys tatsächlich, daß Harry mit ihnen zum Endspiel der Quidditch-Weltmeisterschaft Irland gegen Bulgarien kommen kann. Nach dem aufregenden Spiel erscheinen in der Nacht jedoch Maskierte, das dunkle Mal Voldemorts erscheint am Himmel. Ein dunkles Omen.  In Hogwarts findet zudem in diesem Jahr das Trimagische Turnier statt zwischen den Magierschulen Hogwarts, Beauxbatons und Durmstrang: ein Teilnehmer pro Schule, Mindestalter 17 Jahre. Aus den Bewerbern wählt der magischen Feuerkelch den Schul-Champion, der sich den drei magischen Herausforderungen stellen wird. Es ist daher kein Wunder, daß Lehrer und Schüler äußerst erstaunt sind, als Harry Potters Name vom Feuerkelch ausgegeben wird. Und niemand ist überraschter als Harry selbst, der sich gar nicht beworben hat. Neben dem Trimagischen Turnier hat Harry dann noch weitere Herausforderungen zu meistern, z.B ein Mädchen zum Ball einladen und letzteren "überleben". Auch seine Freundschaft zu Ron wird auf die Probe gestellt.  Das Schwierigste und Grausamste aber ist sein unvorhersehbares Zusammentreffen mit Voldemort ...

Nachlese:
Um es vorwegzunehmen: Mit Ausnahme der Passage, in der das Weltmeisterschaftsspiel im Quidditch beschrieben wird, war der vierte Harry-Potter-Band ein echter Pageturner für mich. Als ich den Band aus der Bücherei holte, bin ich fast umgefallen: 636 Seiten! UFF! Inzwischen habe ich mich aber in das Rowling'sche Englisch richtig gut eingelesen, ich bin zügig vorangekommen. Natürlich ist es sehr hilfreich, daß ich den vierten Band auch äußerst spannend fand. So war es auch kein Wunder, daß ich ihn kaum aus der Hand legen konnte und dafür mein Leserundenbuch vernachlässigte :)

In diesem Roman taucht Dobby wieder auf und Winky - die Hauselfe von Barty Crouch sen. - spielt eine Rolle. Winky wird von Crouch sen. radikal abgestraft für einen Fehler und in die Freiheit entlassen. Weshalb ich das erwähne? Wegen Sirius Black. In diesem Band ist Sirius in Freiheit, kommt aber nach Hogsmeade angesichts der Ereignisse in Hogwarts. Im Gegensatz zu Band drei wirkt Sirius hier auf mich ruhiger und überlegter. Er mag Prof. Snape weiterhin nicht und auch nicht Barty Crouch sen., der ihn ohne Verhandlung nach Askaban geschickt hat. Aber er bemüht sich offenbar, das Verhalten von Barty Crouch sen. zumindst zu erklären; er verteufelt und verdächtigt ihn nicht umgehend. Außerdem ist Sirius vorsichtig, nicht nur was sein eigenes Verhalten angeht. Er betont auch Harry gegenüber immer wieder, daß er sehr aufmerksam sein müsse. An einer Stelle sagt Sirius :

"If you want to know what a man's like, take a good look at how he treats his inferiors, not his equals".

Ich mußte hier an den fünften Band und das dortige Auftreten von Sirius denken, insbesondere gegenüber dem Hauself der Familie Black. In diesem Zusammenhang finde ich den zitierten Satz sehr ... interessant.

Einige Details hatte ich natürlich wieder vergessen bzw. wurden von der Filmversion verdrängt:
- Fleur, die sich nach Bill umdreht, als die Familien der Champions vor der letzten Aufgabe zu Besuch kommen
- Hagrid (nicht Ron), der Harry auffordert, nachts zu seiner Hütte zu kommen, damit er die Drachen sieht
- die Aufgaben, die Harry im Labyrinth meistern muß, sind breit gefächert (Rätsel, Zauber, Boggart)

Und erneut finde ich Kleinigkeiten, die ich bei der früheren Lektüre (deutsche Übersetzung) überlesen habe, z.B.:
- Das Zelt, in welchem die Weasleys beim Match wohnen, hat sich Arthur Weasley geborgt. Wie Harry feststellt, ist es genauso möbliert wie bei Mrs. Figgs,  erstmals in Band 1 erwähnt und wertvolle Zeugin in Band 5.
- Die Organisation der Anreise zur Weltmeisterschaft mit dem Portkey mußte zeitlich gestaffelt werden. Die Karteninhaber der billigsten Plätze müssen als erste anreisen, bis zu zwei Wochen vor dem Spiel und dann dort warten. Man erfährt, daß die Lovegoods bereits seit einer Woche vor Ort sind.
- Dumbledore erwähnt beim Yule-Dinner indirekt den Raum der Wünsche und auch seinen Bruder Aberforth.

Harry Potter Bd. 4 hat mich mitgerissen! Die Hauptcharaktere sind mir so vertraut: Ich sehe Hermiones verletzten Blick, wenn Ron behauptet, Krum würde sich mit ihr nur aus "Spionagegründen" treffen. Ich mußte schlucken, als Harry seine erste mütterlich-tröstende Umarmung von Molly Weasley kurz vor Romanende erhält ... Ich finde es schön, in diese Welt einzutauchen und freue mich schon auf den nächsten Band! Mal sehen, ob er in der Bibliothek vorrätig ist :)

Aber erst schaue ich mir die Verfilmung von Band 4 an ...

Samstag, 26. Juni 2010

Fotos von den MuMs #9

Der Tag heute ist so traumhaft schön ... Ich sitze auf dem (verschatteten nach Süden gehenden) Balkon und bin am Lesen ... Merlin leistete mir eine Zeitlang Gesellschaft und legte sich dann in das kühlere schattigere Wohnzimmer. Marlowe dagegen kam heraus zu mir. Beide zeigen mal wieder eigenwillige Liegepositionen :) Schaut selbst:


Merlin hatte kurz vorher wirklich so geschlafen, 
aber als ich durch die Balkontür hereinkam, öffnete er die Augen ;)

Freitag, 25. Juni 2010

"Totalschaden" von Que Du Luu



Diesen Roman habe ich im November 2009 über amazon gekauft. Ich erinnere mich aber nicht, ob ich auf die Autorin oder das Buch zufällig gestoßen bin ...

Worum geht es?
Patrick ist zehn, als sein Vater stirbt, weil die Mutter ihm auf einer Landstraße plötzlich ins Lenkrad griff: Sie sah ihr Idol Albert Einstein auf der Straße stehen. Die Mutter wird in die Psychiatrie eingewiesen. Dem heranwachsenden Patrick gelingt es, seine Mutter ebenso aus seinem Leben auszublenden wie Einstein. Doch eines Tages stößt er bei seiner Nachbarin auf jenes Poster, das den Physiker mit herausgestreckter Zunge zeigt. Und rastet aus. Kurz darauf steht der Freund der Nachbarin vor der Tür , der bald zu dem einzigen Menschen wird, mit dem Patrick Kontakt hält. Dessen Schwester Barbara, für die Patrick Interesse entwickelt, arbeitet in der nahe gelegenen psychiatrischen Einrichtung , in der Patricks Mutter lebt...

Nachlese
Die Autorin Que Du Luu ist 1973 geboren und hat in Bielefeld Philosophie und Germanistik studiert. Ihr erster Roman "Totalschaden" spielt gleichfalls in Bielefeld. Und tatsächlich kamen selbst mir ein paar Örtlichkeiten des Romans bekannt vor.

Patricks Geschicht wird aus der Ich-Perspektive erzählt. Wie chon bei anderer Gelegenheit angemerkt, können durch die Wahl dieser Perspektive die weiteren im Roman vorkommenden Figuren in der Charakteristik zu kurz kommen und sind deren Motivationen schwieriger zu vermitteln. Und für mich ist dieser Roman hierfür ein passendes Beispiel.

Und bevor ich jetzt weitermache, gibt es eine

Spoilerwarnung. 

Also, für alle, die den Roman gern noch lesen möchten ... Nachfolgend gehe ich, wenn auch nur kursorisch, auf Abläufe im Roman ein. Also ggf. nicht weiterlesen ;)

Also, zur Ich-Perspektive:

Ob es nun um Patricks alten Schulfreund "Tomate" geht, der mit seiner neuen Freundin kurz auftaucht, oder David (Patricks Zufallsbekanntschaft an der Wohnheimtür), Davids Schwester Barbara oder Patricks Mutter: sie bleiben für mich farblos.

David vernachlässigt seine Freundin und hängt lieber mit Patrick ab, weil letzterer gut kocht? Er läßt sich Ausreden für seine Freundin einfallen, um mit Patrick, den er gerade mal ein paar Tage kennt, essen zu gehen? Ich weiß nicht ... Ok, ich bin kein kein junger Mann (Patrick ist 24, David dürfte in einem ähnlichen Alter sein), aber das erscheint mir doch weit hergeholt.

Barbara bringt Patrick indirekt dazu, sich wieder mit seiner Vergangenheit, seiner Mutter zu beschäftigen. Und es wird auch deutlich, daß sie Patrick mag. Aber weshalb sie ohne Vorwarnung Patrick zu dem Zimmer seiner Mutter führt, ist mir völlig rätselhaft. Patrick hat Baraba zufällig - in Begleitung Davids - kurz kennengelernt und David hat seine Schwester zu einem Essen bei Patrick einfach eingeladen (?!). Letzeters verläuft nicht gerade gesprächig, David geht zu seiner Freundin und auch danach gibt es keine echte Kommunikation zwischen Barbara und Patrick. Und dann führt sie ihn einfach so in den "Sonnenhof" an das Fenster seiner Mutter? Wer benimmt sich denn so gegenüber jemanden, den man doch gar nicht kennt? Dieses Verhalten liegt wirklich außerhalb meiner Vorstellungskraft.

Daß Patricks Mutter und ihr Verhalten mysteriös bleiben, kann ich dagegen noch hinnehmen. Sie hat offenbar eine besondere Beziehung zu Einstein und ist psychisch krank. Ihr Verhalten "darf" eine Bedeutung haben, die sich weder Patrick noch dem Leser erschließt.

Nun und Patrick ... hm... Selbst durch die Ich-Perspektive kann ich keine "Verbindung" zu dem Protagonisten dieses Romans herstellen. Dabei ist es nicht so, daß Que Du Luu nicht die Gedanken Patricks schildert, seine Frustration, seine Ängste, seine Erkenntnisse und Selbstzweifel. Der Funke sprang aber auf mich nicht über.

Ich kann nur vermuten, daß dies mit der Erzählweise der Autorin an sich zusammenhängt. Wie schon häufiger mal erwähnt ;), habe ich überhaupt nichts dagegen, wenn die Sprache schlicht und die Sätze knackig sind. Und diese Kriterium erfüllt die Autorin auch. Aber häufig empfand ich ihre Darstellung als Aufzählung von Tatsachen, Ein kleines Beispiel:

"In meinem Appartement zog ich mich aus und legte mich ins Bett. Mein Kopf schien blutleer zu sein, meine Beine waren immer noch gefroren wie Hähnchenschenkel aus der Tiefkühltruhe und ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie je wieder auftauen würden.

Mir wurde einfach nicht mehr warm. Ich stieg aus dem Bett und drehte die Heizung bis zum Anschlag auf. Dann kochte ich Wasser und füllte es in die Wärmflasche. ich wickelte ein Handtuch darum, legte mich ins Bett und schlief endlich ein."

Das Empfinden ist natürlich subjektiv. Für mich entwickelte auch dieser Absatz keinerlei Wirkung, ich fühlte mit Patrick nicht mit. Es war einfach eine Aneinanderreihung von Informationen.

Bei Amazon bekommt der Roman fast ausschließlich positive Kritiken, in die ich nicht einstimmen kann. Auch wenn der Roman aus dem alltäglichen Leben erzählt, von den "Normalos", den Uncoolen... Ich hätte doch gern etwas mehr Hintergrund und Erklärung, als es mir in diesem Roman geboten wird. Leicht zu lesen fand ich das Buch übrigens auch nicht. Ich habe für die 238 Seiten (DIN-A5-Größe) fast über eine Woche gebraucht, weil ich mich zwigend mußte, weiterzulesen ... Und auch die Nachlese brauchte dieses Mal mehr Zeit als gewöhnlich. Normalerweise schreibe ich den Grundtext nach Beendigung der Lektüre, wenn die Eindrücke noch frisch sind. Dieses Mal wußte ich nicht so recht, wie ich die Nachlese in Worte fassen sollte und brauchte zwei Tage, um das Buch und den Eindruck bei mir "sacken zu lassen".

Nun, auf dem Schutzumschlag steht, daß die Autorin in dem Roman "wohltuend auf jedes Psychologisieren verzichtet". Stimmt ... leider ...

Freitagsfüller by Barbara #65

*summt "Ein Haus am See" von Peter Fox und freut sich schon auf das Wochenende*

Aber zunächst gibt es den Freitagsfüller und dann noch etwas Büroarbeit zu erledigen:

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Ein Klick auf die Grafik oben bringt Euch zu Barbara, ein klick auf die untere Grafik könnte die Lesbarkeit meiner Antworten noch erhöhen :

Donnerstag, 24. Juni 2010

Frau Kunterbunts Challenge: Zeigt mir Eure Tassen #3

Frau Kunterbunt möchte bekanntlich in ihrer Challenge"Zeigt mir Eure Tassen" über 12 Wochen eine Tasse (Becher *g*) sehen.


Ok, hier ist Nr. 3:
Bei dem abgebildeten Becher handelt es sich schon um die Ersatzversion, die mir Sayuri dankenswerterweise besorgt hat. Ein weiterer (!) Grund, weshalb mich dieser Kaffeebecher an Sayuri erinnert. Den ersten "Kampfhasen"Becher hatte ich nämlich bei einem gemeinsamen Bummel mit Sayuri in Bielefeld gekauft und dann mit ins Büro genommen, wo er leider nur knapp eine Woche überlebte. Sayuri konnte dann tatsächlich noch einen Ersatzbecher ergattern, der jetzt schön bei mir zu Hause bleibt! Es gibt schließlich auch Kämpfe zu Hause zu bestehen, jawohl *grins*

Drei am Donnerstag by Kirstin #24

Ah ... Steinchensammel-Donnerstag :)
Der Klick auf die Grafik bringt Euch zu Kirstin...


 3 am Donnerstag


1 . Hast du schon mal mit der Polizei zu tun gehabt? Danke an Jane für diese Frage
Ja, hatte ich: 
- Meinen ersten (DDR)Ausweis gab es, wenn ich mich recht erinnere, bei der Mini-Polizeistation im heimatlichen Nachbarort. Jedenfalls habe ich eine deutliche Erinnerung an diese Polizeistation im Zusammenhang mit meinem Ausweis.
- Bei meiner praktischen Führerscheinprüfung - kurz nach der Wende - saß ein Polizist in zivil (*grübelt*) mit im Auto, den Führerschein mußte ich in der Polizeistation der Kreisstadt abholen.
- bei zwei Unfallaufnahmen, die mir spontan einfallen
- wegen einer Anzeige, die ich aus Versicherungsgründen gegen Unbekannt aufgegeben hatte, weil mir jemand in meine Auto ge- und dann weggefahren war
- bei ein oder zwei ereignislosen Verkehrskontrollen 
- gelegentlich durch die Arbeit

2. Gibt es eine Lüge, die du dir selbst einredest?
Wer hofft nicht manchmal gegen besseres Wissen oder verdrängt Erinnerungen oder Wahrheiten, verschließt die Augen, um zu "überleben" oder einfach weiterzumachen. Ja, das gibt es auch bei mir, ohne daß ich hier ins Detail gehen möchte ;)
Es ist ein komplexer und schwieriger Punkt, der durch diese Frage angesprochen wird. Ich meine damit nicht nur, daß man darüber nachdenkt, ob (und welche) "Lebenslügen" es gibt, sondern auch, ob und wie lange es gesund ist, mit ihnen zu leben. Muß man sich jeder "Lebenslüge" stellen und wann schlägt das "noch gesunde" Ausklammern um und entwickelt sich vielleicht zu einer psychischen Störung ... ?Hm, bin ich jetzt sehr weit von der Frage abgekommen? 

3. Gibt es jemanden, den du – in Gedanken – umgebracht hast?
Mir ging, soweit ich weiß, nie durch den Kopf: "Ich wünschte,  Du wärst tot". Aber, wenn ich ehrlich bin, habe ich früher, besonders als Teenager ;), schon mal gedacht: "Den/Die könnte ich umbringen!" Heute denke ich so etwas auch nciht mehr. Strafe und Verwünschungen klar, aber Gedanken vollkommen zerstörerischer Art richten sich eher gegen unbelebte Objekte, z.B. den PC, wenn er mal wieder nicht funktioniert und ich ihn am liebstens aus einem hochgelegenen Stockwerk fallen lassen ...

Mittwoch, 23. Juni 2010

Inside 7 by Annelie

auch diesen Mittwoch wieder :)


vor dem Haus... steht die Hoflaterne, deren Licht nachts lange in mein Schlafzimmer scheint ...

kleine Freuden... sind schön, ob sie nun mir bereitet werden oder von mir jemand anderem. Es macht auch glücklich, die Freude des/der Anderen zu sehen ...

Sommermusik... sollte gute Laune machen.

ärgerlich...  finde ich die Angewohnheit, notorisch unpünktlich zu sein ... Manche Dinge kann man nicht beeinflussen, ok, aber man könnte ja früher mit dem Fertigmachen anfangen, oder?

ich möchte... gern jetzt schon ein paar Tage frei haben *seufz*

morgen... abend nach der Arbeit werde ich, wenn alles klappt, wieder schwimmen gehen.

bemerkenswerte Worte: "Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen."
Johann Wolfgang von Goethe, 1749 - 1832, dt. Dichter

Dienstag, 22. Juni 2010

Das etwas andere Hintergrundwissen über Südafrika :)


Bei Kirstin habe ich mich vorhin köstlich über den folgenden Fragenkatalog zu Südafrika amüsiert. Sie hat mir erlaubt, den Postinhalt "mitzunehmen" - Danke!  -, damit ich ihn auch hierzeigen kann:

Ursprünglich wurden diese Fragen über Südafrika auf einer südafrikanischen Tourismuswebseite eingestellt. Der zuständige Webmaster hat bei diesen Fragen sehr viel Sinn für Humor und Ironie bewiesen ...  Lest selbst!



Südafrika

Werde ich in den Straßen Elefanten sehen? (USA)
Hängt davon ab, wie viel Alkohol Sie trinken.

Ist es sicher, in den Büschen in Südafrika herumzulaufen? (Schweden)
Hm - es ist also wahr, was man über die Schweden sagt!?

Wie läuft die Zeit in Südafrika? (USA)
Rückwärts. Bleiben Sie nicht zu lange, sonst sind Sie zu klein, um allein wieder zurückzufliegen.

Gibt es ATMs (Geldautomaten) in Südafrika? Und können Sie mir bitte eine Liste von diesen in Johannesburg, Kapstadt, Knysna und Jeffrey's Bay schicken? (GB)
An was ist Ihr letzter Sklave gestorben?

Können Sie mir Informationen über Koalabärenrennen in Südafrika schicken? (USA)
Aus-tra-li-en ist die große Insel in der Mitte des Pazifiks. Af-ri-ka ist der große dreieckige Kontinent südlich von Europa, Wo es keine... ach, vergessen Sie's. Sicher, Koalabärenrennen finden jeden Dienstagabend in Hillbrow statt. Kommen Sie nackt.

Welche Richtung ist Norden in Südafrika? (USA)
Sehen Sie nach Süden und drehen Sie sich dann um 180 Grad.

Kann ich Besteck in Südafrika einführen? (UK)
Wieso? Nehmen Sie doch die Finger, genau wie wir.

Gibt es Parfum in Südafrika? (Frankreich)
Nein, brauchen wir nicht. WIR stinken nicht!

Können Sie mir die Regionen in Südafrika nennen, wo es weniger Frauen gibt als Männer? (Italien)
Ja, in Nachtclubs für Schwule.

Feiern Sie Weihnachten in Südafrika? (Frankreich)
Gelegentlich - das heißt ungefähr einmal im Jahr.

Gibt es die Beulenpest in Südafrika? (Deutschland)
Nein. Aber bringen Sie sie doch mit!

Werde ich dort Englisch sprechen können? (USA)
Sicher - wenn Sie diese Sprache beherrschen, können Sie sie auch dort sprechen.

Bitte schicken Sie mir eine Liste mit den Krankenhäusern, die ein Serum gegen Klapperschlangenbisse besitzen. (USA)
Klapperschlangen gibt es nur in A-me-ri-ka, wo Sie herkommen. In Südafrika gibt es nur vollkommen harmlose Schlangen - diese können sicher gehandhabt werden und eignen sich hervorragend als Spielkameraden für Hamster und andere Haustiere.

Gibt es Supermärkte in Kapstadt, und gibt es das ganze Jahr über Milch? (Deutschland)
Nein, wir sind eine Nation von streng veganischen Beerensammlern.
Milch ist bei uns illegal.

Regnet es eigentlich in Südafrika? Ich habe im Fernsehen noch nie gesehen, dass es regnet. Wie wachsen dort dann die Pflanzen? (UK)
Wir importieren alle Pflanzen voll ausgewachsen und buddeln sie hier ein. Dann schauen wir zu, wie sie langsam eingehen.

Ich hoffe, daß wenigstens ein paar dieser Fragen von Kindern stammten ...

Montag, 21. Juni 2010

Projekt 52-2010: Sportlich! Sportlich!

Der Tag heute war lang, wirklich lang ... Ich bin nämlich schon um 07.00 Uhr im Büro gewesen *gähnt*. Und nach dem verkrampften Sitzen vor dem Rechner überlegte ich: "Hm... Gehe ich noch im Baggersee schwimmen? Es sind ja nur 18 ° Lufttemperatur... Ach, das Wasser wird schon nicht so kalt sein ..." Als ich Poe, der nachmittags ins Büro geflattert kam, davon erzählte, daß ich nach der Arbeit direkt noch schwimmen gehen wollte, war er begeistert und kam spontan mit. Nein, er war nicht schwimmen... Er ist geklettert! Schaut:

(klick verleiht Größe)

"Sportlich! Sportlich!"
Oh ja, das waren wir :)

Das Wasser hatte am Anfang gefühlte 15° (die Temperatur war nirgendwo angeschlagen), aber nach ein paar kräftigen Schwimmzügen war es einfach nur herrlich und die gefühlte Wassertemperatur stieg auf mindestens 18° oder 19° an :) Und damit Ihr Euch auch ein Bild machen könnt, wo ich geschwommen bin, hier ein Foto:


Ich hatte den naturbelassenen Pool übrigens wieder ganz für mich allein :)

Projekt Farbe bekennen 2010 - Braun

Wie war mein Thema noch mal für die im Juni 2010 beginnenden Projektwochen? Richtig:

"Nur aus dem (eigenen *g*) Kühlschrank"

Da ich eine Kühl-/Gefrierkombination habe, durfte ich auch die im Vordergrund befindliche Köstlichkeit abbilden. Die hintere Flasche - Sayuri weiß sicherlich, was es ist - stammt auf jeden Fall aus dem "Kühlbereich" :)

(klick verleiht Größe)

Sonntag, 20. Juni 2010

"Das Wolkenvolk Bd 2 v 3 - Lanze und Licht" von Kai Meyer


Im Rahmen einer weiteren privaten Theme-Party - die mir wieder sehr viel Freude bereitet hat, danke Euch beiden! -  habe ich Band zwei der Wolkenvolk-Trilogie heute morgen begonnen und heute nachmittag beendet. Die Nachlese zu Band 1 - Seide und Schwert - findet ihr hier (klick). Band zwei habe ich mir aus der Bibliothek ausgeliehen, es ist also nicht TuB-relevant :)

Da es sich um den zweiten Band einer Trilogie handelt, gibt es jetzt erst einmal eine

Spoilerwarnung.

Der Band setzt die Geschichte um Niccolo, Alessia, Nugua, Feiqing, Wisperwind, Li und Mondkind fort und führt weitere Charaktere ein. Bevor Ihr Euch also weiter in diese Nachlese vertieft, lest den ersten Band :)

Worum geht es?
Am Ende von Band 1 haben sich die Protagonisten auf der Erde bekanntlich getrennt: Nugua sucht zusammen mit Li auf dessen Kranich nach dem Drachenfriedhof, um den dortigen Wächterdrachen nach dem Verbleib der Drachen zu befragen. Zeit ist ein wichtiger Faktor, denn Nugua ist tödlich verletzt und bedarf der Hilfe der Drachen.Auf dem Drachenfriedhof treffen der Unsterbliche Li und Nugua aber ein ganz anderes Wesen als den Wächterdrachen ... Wisperwind und Feiqing begeben sich "zu Fuß" zum Drachenfriedhof, auf ihrer gemeinsamen Reise lernen sie mehr über sich und den anderen ... Niccolo aus dem Wolkenvolk soll eigentlich gleichfalls die Drachen suchen, um seinem Volk den dringend benötigten Äther zu bringen. Nur wenn die Wolkeninsel wieder durch Drachenäther höhersteigt, können die Ätherpumpen wieder den im Himmel befindlichen Äther wieder erreichen und ihn der Wolkeninsel zuführen. Aber ihn treibt etwas anderes an: Mit einer Waffe, die Unsterbliche töten kann, sucht er einen der letzten drei Unsterblichen, um ihn vor der Attentäterin Mondkind zu warnen, die unter dem Einfluß des Äthers steht. Eine schwierige Aufgabe, die Niccolo innerlich zerreißt, denn er ist durch sein Chi und durch Liebe mit Mondkind verbunden und sie mit ihm. Niccolo erfährt, weshalb Mondkind den Anweisungen des Äthers folgt und steht erneut vor der Entscheidung, gegen die Frau, die er liebt, vorzugehen ... Die Tochter des Herzogs der Wolkeninsel, Alessia, ist weiterhin in den Röhren der Ätherpumpen gefangen und versucht, einen Weg heraus zu finden, um ihren Vater vor Carpi, dem Schattendeuter zu warnen. Dabei erfährt sie einiges über den Äther ...

Nachlese
Band zwei der Wolkenbandtrilogie las sich gefühlsmäßig schneller als der erste Teil. Dies hatte natürlich damit zu tun, daß die Hauptcharaktere alle bereits eingeführt waren :) Kai Meyer nimmt auf die Ereignisse des Vorbandes wiederholend Bezug, was gut und sinnvoll ist. Nicht jeder liest so zeitnah den nächsten Band und als die Bücher erstmals aufgelegt wurden, hatte dazu ja auch kaum jemand Gelegenheit :)

"Lanze und Licht" ist nach meinem Empfinden komplexer als "Seide und Schwert". Zum einen werden vier Handlungsstränge aufgegriffen und fortgeführt und auch zum Ende des zweiten Bandes werden nicht alle wieder zusammengeführt. Dabei werden die jeweiligen Geschichten zeitlich parallel erzählt, so daß der Leser zwischen den einzelnen Storylines hin- und herspringt. Zum anderen werden neue Charaktere eingeführt, die sich nur teilweise in den verschiedenen Handlungssträngen überschneiden: Hier sei als Beispiel das Wesen auf dem Drachenfriedhof genannt, dem sowohl Nugua und Li, als auch Wisperwind und Feiqing begegnen. Dieses Wesen finde ich übrigens äußerst interessant. Die Angreifer auf die Wolkeninsel fand ich eigentlich ganz gut gestaltet, aber - auch auf die Gefahr, hier zu spoilern, - daß diese Kreaturen ihr Gehirn in der "Stirnrolle" haben, ist ein wenig zu praktisch in meinen Augen... Und daß Alessia nach der gerade erst überstandenen Tortur solche Leistungen an der Tür erbringen kann ...Aber naja, geschenkt ;) Wo wir gerade bei Alessia sind: Auch der dortige Handlungsbogen mit dem Äther ist sehr faszinierend und ich frage mich, was wohl passieren würde, wenn ... nein, hier spoiler ich nicht durch das Auformulieren der Frage *grins*

Mich hat es gefreut, daß wieder die chinesische Mythologie zur Sprache kam und ich mehr über die Geheimen Händler zu erfahren durfte. Dafür kam leider das Thema Zeitwind nicht zur Sprache und auch nicht, ob es einen bestimmten Grund gab, daß das Wolkenvolk sich in den Himmel erhob ...

Das Ende von "Lanze und Licht" ist nicht schlecht, aber nach meinem Empfinden lange nicht so gut wie dasjenige von Band 1. Im zweiten Teil wird etliches erklärt, aber natürlich sind weiterhin viele Fragen unbeantwortet und neue Probleme kommen hinzu. Die Fortsetzung von "Seide und Schwert" ist ohne Frage fesselnd geschrieben, mit den Charakteren mitgelitten oder -gefiebert habe ich allerdings wieder nicht. Allerdings hatte ich dieses Mal auch keine chinesichen Filme vor meinem geistigen Auge :)

Ich bin neugierig, wie Kai Meyer die Geschichte auflöst ...

Band 3 der Trilogie "Drache und Diamant" habe ich mir bereits aus der Bibliothek ausgeliehen ... Bald ist es soweit :)

Star Trek 1 - 10 DVD-Box Remastered - VI - "Das unentdeckte Land"

Erneut ist einem Star-Trek-Film eine Widmung vorangestellt: "For Gene Roddenberry" Im Jahr 1991, als der sechste Star-Trek-Film in die Kinos kam, verstarb Gene Roddenberry, der ein komplexes, weiter wachsendes Star-Trek-Univesum schuf. In den frühen 1960er Jahren hatte Roddenberry nach eigener Auskunft die ersten Ideen, die immer noch Menschen überall auf der Welt unterhalten und inspirieren ...

Heute nachmittag  gab es hier einen stetigen Wechsel zwischen Regen und Sonnenschein... also habe ich mich klammheimlich an meiner Star-Trek-Box zu schaffen gemacht und mir "Das unentdeckte Land" in den Player gelegt. Zur Erinnerung: Wie hier (klick) erwähnt, handelt es sich bei den Filmen dieser Box um die Kino-Versionen. Zum kompletten Inhalt und der Besetzung verweise ich einmal mehr auf die deutsche Wikipedia (klick).

Der Vorspann wird mit dunkel wirkender Musik untermalt, teilweise militärisch mit diversen Schlaginstrumenten, dramatisch mit Streichern ...Und dann explodiert der klingonische Mond Praxis, und Captain Sulu und seine Crew der USS Excelsior bekommen die Auswirkungen deutlich zu spüren. Dann wechselt die Szenerie in das Sternenflotten-Hauptquartier.

Übrigens: Ich schaue die Filme komplett im Original, schalte mir aber die deutschen Untertitel dazu. Der Film läuft noch keine 10 Minuten und schon wurde aus Captain Sulu spontan Captain "Zulu" und aus "hostility" (Feindseligkeiten, die sich die Klingonen nicht länger leisten können) in der Übersetzung "Gefangenschaft" (imprisonment oder captivity etc.)

Da habe ich im letzten Film noch davon geredet, daß die das Dreiergestirn der Classic-Serie familiäre Bande knüpft und schon geht es heiß her Spock ist offenbar auf Vulkan unterwegs, knüpft Kontakte zum klingonischen Kanzler Gorkon und bevormundet Kirk, indem er - Spock - nicht nur die Enterprise-Crew und Captain Kirk als freiwillige Eskorte für Gorkon meldet, sondern zudem auch noch für Kirk bürgt ... kein Wunder, daß Kirk sauer auf Spock ist ... Wie gut, daß die beiden sich später aussprechen

Ich frage mich, ob das Val'eris' und Spocks gemeinsames Trinken aus einem blauen gewundenen Glaskolben irgendein vulkanisches Ritual ist

Oh, so viele Crewmitglieder der Enterprise sind begeistert vom klingonischen Besuch (Chekov *g*). Na und Chang und Kirk, das fängt ja schon im Transporterraum frostig an ...

"The Undiscovered Country: The Future"

Shakespeare, besonders Hamlet, im klingonischen Original muß ja ein Knüller sein! Ich frage mich, ob es im klingonischen Original tatsächlich in diesem Zusammenhang um die Zukunft geht oder ob auch dort vom Tod gesprochen wird? Wurden Shakespeares Werke noch weiter durch die Klingonen umgedichtet . Obwohl aus "Der Kaufmann von Venedig" zitiert Chang wohl korrekt ...

Christopher Plummer liefert übrigens eine wundervolle Vorstellung! Der klingonische Gerichtssaal ist ein unglaublich cooles Set. Oh, und das MakeUp von Martia (Imam) ist grandios. Und fantastisch sind auch die Aufnahmen - wo auch immer sie gemacht wurden (offenbar in Alaska laut Kommentar) - im rosigen Morgenlicht auf "Rura Penthe". Sehr intensiv ist die Szene der vulkanischen Geistesverschmelzung zwischen Spock und Val'eris: Es ist im Grunde eine geistige Vergewaltigung.

So ganz plausibel ist mir übrigens Val'eris Beteiligung nicht: Die Vulkanier sind logisch und grundsätzlich pazifistisch; sie selbst erklärt nur, daß all diejenigen, die durch den Frieden "verlieren", an der Verschwörung beteiligt sind - Föderation, Romulaner, Klingonen, Vulkanier... Hm, welches logisches Argument konnte die Vulkanier, konnte Val'eris, überzeugen?

Trotz des ernsteren Hintergrundes kommt auch dieses Mal der Humor nicht zu kurz. Etwa, wenn die Crew nach der Essen mit Kanzler Gorkon einen Kater wegen des romulanischen Ales hat. Oder wenn der armen Bones erst von Martia - verwandelt in Kirk - eine Kopfnuß erhält und danach - alle viere von sich gestreckt im Schnee liegend - vom den zwei kämpfenden Kirks überrollt wird. Erheiternd auch der Wortwechsel, wenn Kirk und Bones von Rura Penthe hochgebeamt werden...

Seltsamkeiten:
- "Let them die" aus Kirks Mund finde ich unglaubwürdig. Er ist sauer ja, er vertraut den Klingonen in keiner Weise. Sie haben seinen Sohn ermordet ... Aber ich glaube nicht, daß er ein Volk zum Sterben verurteilen würde ...
- Val'eris (Kim Catrall) soll tatsächlich die erste Vulkanierin sein, die auf der Sternenflottenakademie als Jahrgangsbeste abschloß? Ich hätte gedacht, daß das schon früher von mindestens einem Vulkanier geschafft wurde, aber wer weiß ...
- Ich mußte schon schmunzeln, als ich das Gesicht eines Maschinenraummitarbeiters (vom Zuschauer aus gesehen links neben Scotty) sah, der mit offenem Mund und staunenden Augen den pulsierenden Warpantrieb (noch im Spacedock) anschaute. Nein, so etwas hat er bestimmt noch NIE vorher gesehen
- Warum leuchtet wohl eine Lampe direkt auf das Kopfkissen des Bettes von Captain Kirk, und zwar schon bevor der Ruf über Intercom eingeht? Zu Bett gehen und Licht in den Augen haben ist ja schon übel, aber aufstehen? Ich würde meine Augen gar nicht aufbekommen! In diesem Zusammenhang: Schon im vierten Film und hier jetzt wieder habe ich mich gefragt, ob der arme Captain Kirk ein kleineres Quartier als früher während der 5-Jahres-Mission hat. als Val'eris ihm seine Reisetasche (!) ins Quartier stellt, scheint es so winzig...
- Das "Ortungspflaster" ist natürlich für den Plot wichtig, aber ... Wo hatte Spock es auf der Brücke her, trägt er so etwas immer mit sich herum oder gibt es eine Schublade (mit Rollo, siehe weiter unten *g*) auf der Brücke "für den Notfall"?
- Gorkons Tod... Zum einen ist Gorkon mehr oder weniger "im Kampf" gestorben, aber selbst Chang und seine Tochter schreiten nicht ein, als McCoy eine Behandlung versucht. Es ist auch echt übel, daß der eine Schuß der Attentäter (Menschen) so exakt war, daß keines der klingonischen "Doppelsysteme" anspringt (TNG, Worf). Und vermutlich war einer der getöteten Klingonen zwischen Transporterraum und Gorkon der klingonische Arzt ...
- Als die Küche ist definitiv ein Raum, der EXTREM wichtig ist: Nicht nur, daß man dort Phaser in der Wand nahe den Töpfen hat - und zwar ungesichert hinter einem Rollo! -, es gibt auch eine massive Wand mit blinkenden Lichtern, an der Val'eris umgehend den Alarm ausstellen kann... Vermutlich kann man dort noch mehr an- und ausstellen. Wow! Wenn diese Küche nicht gegen Angreifer gesichert ist, weiß ich auch nicht (Nahrungsreplikatoren sind ja sowieso überbewertet, nicht wahr)

Diese Sachens sind mir beim Schauen halt aufgefallen, ein bißchen "nitpicking" ist ja wohl erlaubt.  Einige Dinge werden später auch im Kommentar erwähnt, den ich aber erst danach geschaut habe, wirklich!

Ich wurde ganz melancholisch bei den letzten Worten Captain Kirks und der Enterprise, die in den Sonnenuntergang fliegt *seufz* Als Abschiedsgruß zeichnen dann zu Beginn des Abspannes die Schauspieler handschriftlich ihren Namensgruß: George Takei, Nichelle Nichols, Walter Koenig, James Doohan, DeForest Kelly, Leonard Nimoy und William Shatner, untermalt von fanfarengestützter Star-Trek-Musik

Auch hier gibt es natürlich Bonusmaterial:


Larry Nemecek war Cutter bei Star Trek TNG und ist Star Trek Fan. Ira Steven Behr ist Autor und Produzent seit der dritten Staffel von Star Trek TNG, er hatte selbst nie mit den Schauspielern der Classic-Crew gearbeitet. Worüber reden die beiden Herren? Zum Beispiel, daß der Name Val'eris von Eris, der griechischen Göttin der Zwietracht abgeleitet ist. Es geht um das Casting, das Setting, die Veränderungen im Kostümdesign bei den Klingonen etc. Und witzigerweise schafften es (ohne, daß der Titel sichtbar sind) in der Übersetzungsszene Enterprise-Crew/Klingonenhorchposten das "unabridged klingon dictonary" by Mark Okrand auf die Leinwand sowie "History of the Klingon Empire" von Gene L.Coon. Die beiden Kommentatoren betonen auch  noch einmal, welch großen Anteil der schon 1973 verstorbene "andere Gene", nämlich Gene L. Coon, sowohl als Autor, als auch als Produzent für Star Trek hat. Er unter anderem die Klingonen in der Originalserie eingeführt. Es gibt offenbar wenig Star-Trek-bezogenes Material über ihn bzw. von ihm. Ich denke, daß dies auch damit zu tun hat, daß er so früh verstorben ist. Hätte Gene L. Coon die Neubelebung des Star-Trek-Universums noch miterlebt, wäre er sicherlich erneut in den Focus der Verantwortlichen und der Fans geraten. Der Kommentar war nett anzuhören ...

Eine Anmerkung zu dem 20minütigem Special "Klingonen and Shakespeare". Eine Theatergruppe wurde von Gorkons Hinweis in "Das unentdeckte Land", man könne Shakespeare nur wirklich auf klingonisch genießen, inspiriert. "Hamlet" wurde vollständig übersetzt ... Das war sicherlich eine Herausforderung für die Darsteller

Das Special beantwortet übrigens auch meine weiter oben gestellte Frage, ob Shakespeare von den Klingonen umgedichtes wurde: "To continue or not to continue, now I must ask this. Is it honorable to endure fate's aggressive torpedoes and phasers in one's mind?..." (Rückübertragung des klingonischen Hamletmonologes in Föderationsstandard)


Vermutlich muß man klingonisch können, um die Schönheit der shakespearschen Verse auf klingonisch richtig würdigen zu können. Und vermutlich könnte es nicht schaden, das Drama für die Klingonen zumindest etwas zu verkürzen, damit die Zuhörer nicht selbst das Drama zu einem Ende bringen

Und ehrlich gesagt ... der klingonische Hamlet würde in meiner Vorstellung zum Beispiel den Passus "Sterben - schlafen - schlafen! vielleicht auch träumen ..." verächtlich zwischen den Zähnen herausspucken. Es wäre deutlich, daß nur ein Feigling so "nachgeben" würde und es für Hamlet schon ohne Ehre ist, wenn man überhaupt darüber nachdenkt, nichts zu tun... Der Darsteller Mr. Geiken des klingonischen Hamlet im Bonusmaterial war mir hier zu ruhig und wedelte für mich zu viel mit seinen Armen (ohne Bathlet), an anderen Passagen war er mir vom Ton her zu ... quengelig. Der arme Schauspieler konnte er es MIR offenbar nicht recht machen Seine Einschätzung, wie die Grundstory von "Hamlet" in die klingonische Kultur transportiert werden würde, dürfte allerdings hinkommen: Hamlet erfährt von dem Verrat und stürzt umgehend los in den Kampf, für die Ehre

Ich bevorzuge jedenfalls weiterhin die traditionellen Erdenverse

Star Trek VI "Das unentdeckte Land" empfinde ich trotz der vorstehend erwähnten Umgereimtheiten als unterhaltsamen und schönen Film: Er zeigt einmal mehr, worin Star Trek - vom Autor bis zum Statisten - stark ist: das Aufgreifen aktueller Themen (1991 - die Mauer in Deutschland war gefallen, der sozialistische Staatenverbund brach zusammen), sie zu transportieren und Stellung zu nehmen. Dabei sind die Grundthemen weiterhin aktuell: Damals wie heute gibt es Vorurteile und Rassismus, muß man sich an neue Entwicklungen anpassen, sind Visionäre, Traditionalisten und die Menschen dazwischen anzutreffen, ist die Furcht vor Konsequenzen global notwendiger Veränderungen zu überwinden.

... ein würdiger Abschied der Classic-Crew!

Samstag, 19. Juni 2010

Star Trek 1 - 10 DVD-Box Remastered - V - "Am Rande des Universums"

Nach einer kleinen Pause habe ich mir inzwischen Star Trek V angeschaut. Zur Erinnerung: Wie hier (klick) erwähnt, handelt es sich bei den Filmen dieser Box um die Kino-Versionen. Zum Inhalt und der Besetzung verweise ich mal wieder auf die deutsche Wikipedia (klick).

Dieser Film ist wirklich nicht einfach in der Nachschau. Im allgemeinen wird "Am Rande des Universums" als der bislang schlechteste Star-Trek-Film bezeichnet u.a. wegen der Story (Drehbuch: William Shatner, Harve Bennett und David Lougherie), den special-effects und - was ich nicht beurteilen kann - der Regie von William Shatner.

Was die special-effects angeht, kann ich mich der allgemeinen Meinung nur anschließen. Sie hinken der Zeit hinterher, schon die Effekte der früheren Filme waren besser. Aber ... Dieser Umstand dürfte zum einen am bewilligten Budget gelegen haben und an der unglücklichen Tatsache, daß ILM anderweitig beschäftigt war. Die Landungsszene im Hangardeck fand ich aber gelungen und auch die aus dem Boden kommenden Steinsäulen auf Sha-ka-ree. Ich glaube, dabei wurden aber eher Modelle und nicht der Computer benutzt ...

Mit der Story um Sybok kann ich auch nicht wirklich etwas anfangen. Er hat eine Vision und sucht Gott ... Hm, bereits in der Classic Serie gab es z.B. einen Kontakt mit griechischen Göttern, die sich als hochentwickelte Wesenheiten entpuppten. Kein Wunder, daß Kirk so skeptisch ist ... und etliche Zuschauer wohl auch

Aber aus meiner Sicht wurden die "alten Helden", das Dreigestirn der Classic-Serie, sehr schön porträtiert. Kirk, Bones und Spock sind allein und aus ihrer Freundschaft heraus haben sie familiäre Bande geknüpft. Das ist berührend. Und sie entdecken weiter neue Seiten an sich. So tief ihre Freundschaften bislang auch waren (Spock/Kirk - McCoy/Kirk - Spock/McCoy in Entwicklung), Bones hat Kirk gegenüber nie erwähnt, wie sein Vater starb; Spock nie darüber, wie seine früheste Kindheit und Jugend verlief (Hm. Ich staunte aber schon darüber, daß das vulkanische Gedächtnis offenbar bis zur Geburt zurückreicht!); Kirk nie darüber, wie er sich über seinen Schmerz definiert. Ich meine, ok, diese Dinge sind auch sehr intim und privat, aber über die Jahre öffnet man sich seinen Freunden und enthüllt Dinge, die einen geprägt haben. Was plotmäßig diese drei Charaktere auseinanderbringen sollte (Sybok), hat sie nur noch mehr zusammengeschweißt ...

Bei dem Soundtrack mußte ich ab und an an den Film "Treffen der Generationen" denken. Ich bin jemand, der sich nicht wirklich auf den Soundtrack konzentriert. Wenn ich mit Freunden im Kino war und sie mir dann sagen: "Der Sountrack war auch toll", dann muß ich erst einmal nachdenken ... und häufig passen Deswegen bin ich mir auch nicht sicher, ob mich mein Bauchgefühl nicht vielleicht trügt: Aber ich glaube, in "Treffen der Generationen" werden einige Arrangements dieses Films aufgegriffen... Nun, der Film Nr. 7 ist ja auch bald dran

Was das Bonusmaterial auf dieser DVD angeht:


Der Kommentar von Michael & Denise Okuda, Judith & Garfield Reeves-Stevens sowie Daren Dochtermann war erneut informativ. Es ging um das Budget, das Drehbuch, ILM, aber auch um "probs" in Star Trek. Offenbar gibt es irgendwo in den Archiven einen Borg-Tribble, ein handgefertigtes Einzel-Liebhaberstück! Ich frage mich gerade, ob die Borg das äußerst beruhigende Schnurren/Gurren der Tribbels einsetzen möchten, um die Assimilierung angenehmer zu machen. Vielleicht wollten die Borg aber auch endlich eine effektive Methode der Reproduktion assimilieren

Außerdem wurde ich erstmals durch den Kommentar auf ein besonderes Schild aufmerksam gemacht. Es ist zwar klein, aber nicht besonders versteckt und eigentlich deutlich sichtbar! Kirk muß sich nach Spocks Offenbarung, wer Sybok ist, ja ersteinmal setzen ... Nicht nur, daß dem Zuschauer gezeigt wird, wo die Toilette in der Zelle ist - Kirk setzt sich auf den geschlossenen Deckel -, sondern William Shatner zeigt seinen Humor: Er wollte das Schild "Do not use in Spacedock" und bekam es auch! Herrlich !

Für mich ist "Am Rande des Universums" nicht der schwächste Film aus der Star-Trek-Reihe. Diesen Platz nimmt für mich trotz besserer Effekte weiterhin "Star Trek: Der Film" aus dem Jahr 1979 ein. Wo mir letzterer in Optik und Charakteranlage zu kühl war, ist "Am Rande des Universums" familiär, etwas melancholisch ... und für mich daher trotz aller seiner Schwächen ein besserer Film

Freitag, 18. Juni 2010

José Saramago ist verstorben

Oh, ich mußte gerade in meiner Kaffeepause zur Kenntnis nehmen, daß der portugiesische Romanautor und Literatur-Nobelpreisträger  José Saramago heute verstorben ist.

Meinen letzten Kontakt zu ihm hatte ich indirekt gestern, als ich bei Jari einen Kommentar hinterließ betreffend "Stadt der Sehenden" und mir diesen Roman auf meine to-read-Liste packte. Vor knapp 1 1/2 Jahren hatte ich "Stadt der Blinden" wiedergelesen und mir kurz darauf die Verfilmung angeschaut (ich finde sie durchaus stimmig). Dort gab es auch ein Interview mit Saramago, der zu diesem Zeitpunkt schon kränklich aussah. Nun, er ist 87 Jahre alt geworden ...Von seinen Romanen kenne ich nur noch "Das steinerne Floß". Es ist schon fast eine halbe Ewigkeit her, daß ich diesen Roman gelesen habe, es berührte mich nicht so intensiv wie "Die Stadt der Blinden" (ich habe übrigens keine Nachlesen online). Sein Schreibstil bereitete mir am Anfang Mühe, aber für mich hatte es sich gelohnt...

In der deutschen Wikipedia (klick)  gibt es einen Abriß über Leben und Werke Saramagos und weiterführende Links ...

Freitagsfüller #64 by Barbara

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Ein Klick auf die Grafik oben bringt Euch zu Barbara, ein klick auf die untere Grafik könnte die Lesbarkeit meiner Antworten noch erhöhen :

Donnerstag, 17. Juni 2010

Drei am Donnerstag by Kirstin #23

Steinchen, mit denen nicht geworfen wird ... die gibt es am Donnerstag bei Kirstin. 
Ein Klick auf die Grafik bringt Euch zu ihr :)
3 am Donnerstag

1 . Gibt es einen Geschmack, bei dem du schwach wirst?
- Paprika Chips von F*unnyFrisch, 
also vermutlich, wie Kirstin selbst schon überlegte: Glutamat? *kicher*
- zart schmelzendes Schokoladeneis von B&J *seufz*
- eine bestimmte gewürzte Nußmischung aus dem Libanon, 
die mir der Mann meiner Freundin C. leider (oder dankenswerterweise) viel zu selten organisiert ..
Ich darf offenbar gar nicht genau über diese Frage nachdenken *lach* 

2. Welchem Hobby widmest du die meiste Zeit? 
Lesen, eindeutig :) 

dicht gefolgt von meiner Leidenschaft als TV/Serien/DVD-Junkie

3. Gibt es etwas Verbotenes, das du getan hast, das sogar deine engsten Freunde überraschen könnte?
möglicherweise ja, möglicherweise nein  *g*
-ok, mit starker Tendenz zu nein :D - 

Frau Kunterbunts Challenge: Zeigt mir Eure Tassen #2

Frau Kunterbunt möchte in ihrer Challenge "Zeigt mir Eure Tassen" über 12 Wochen eine Tasse sehen. Da ich hauptsächlich Becher in Benutzung habe, wird es also eher "Zeigt mir Eure Becher" werden ;).

Ok, hier ist Nr. 2:


Dieser Kaffeebecher befindet sich erst seit Dezember 2009 in meinem Besitz.

Ich will ehrlich sein. Selbst hätte ich mir diesen Becher nicht gekauft, weil ich das Design von Frau Wachtmeister nicht besonders mag. Aber ich habe sie von einer lieben Bekannten hier vor Ort zu Weihnachten bekommen, die weiß, daß ich Katzen mag. Das Design von Frau Wachtmeister hin oder her:

Dieser Becher erinnert mich bei jeder Benutzung an die liebe S. und darauf kommt es ja schließlich an!

Mittwoch, 16. Juni 2010

Futter für ... den Recoder

Heute darf ich mal wieder wieder ein Dankeschön an Moviepilot posten. Über Moviepilot wurde ich nämlich darauf aufmerksam gemacht, daß im Nachtprogramm der ARD vom 16.06.2010 (heute!) bis 12.07.2010 acht Filme von Pedro Amodóvar laufen

Hier die Details, direkt zitiert von der Moviepilot-Seite (klick)

1. Mittwoch, 16. Juni 2010, 00:50 Uhr
Das Gesetz der Begierde
(La Ley Del Deseo) Spanien 1986
Regie: Pedro Almodóvar
Darsteller: Eusebio Poncela, Carmen Maura, Antonio Banderas
Der Film dreht sich um eine von großer Leidenschaft geprägte homosexuelle Dreiecksbeziehung. Er gewann den Teddy Award auf der Berlinale 1987 und richtete die Augen der Filmwelt zum ersten Mal auf Pedro Almodóvar und seinen Star Antonio Banderas.


2. Mittwoch, 16. Juni 2010, 02:30 Uhr
Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs
(Mujeres Al Borde De Un Ataque De Nervios) Spanien 1987
Regie: Pedro Almodóvar
Darsteller: Carmen Maura, Antonio Banderas, Julieta Serrano
Almodóvar schildert die grotesken Abenteuer einer verlassenen Ehefrau auf dem Weg zu der Erkenntnis, dass sie ihren treulosen Mann nicht zurückhaben will. Eine zeitlose Komödie mit allen typischen Almodóvar-Ingredienzen – und sein endgültiger internationaler Durchbruch.


3. Mittwoch, 23. Juni 2010, 00:20 Uhr
Fessle mich
(Átame!) Spanien 1989
Regie: Pedro Almodóvar
Darsteller: Victoria Abril, Antonio Banderas, Loles León
Der ebenso naive wie psychisch labile Ricky entführt zur Gründung einer eigenen Familie die ehemalige Pornodarstellerin Marina, fesselt sie ans Bett und zwingt sie, ihn aufrichtig zu lieben. Ein zugespitztes Spiel um “Normalität” und die ebenso provozierend wie konsequent umgesetzte Idee, Liebe erzwingen zu können.


4. Mittwoch, 23. Juni 2010, 02:00 Uhr
High Heels
(Tacones Lejanos) Spanien/Frankreich 1991
Regie: Pedro Almodóvar
Darsteller: Victoria Abril, Marisa Paredes, Miguel Bosé
Melodramatische Romanze über eine Hassliebe zwischen Mutter und Tochter – geschürt durch mehrere Todesfälle und die Verwicklungen der Liebe.


5. Mittwoch, 30. Juni 2010, 00:35 Uhr
Kika
Spanien/Frankreich 1993
Regie: Pedro Almodóvar
Darsteller: Verónica Forqué, Peter Coyote, Àlex Casanovas
Angesiedelt zwischen Groteske und Tragödie, erzählt “Kika” die Liebesgeschichte der Visagistin Kika und des Fotografen Ramón, den sie im Rahmen ihrer Tätigkeit als Leichenpräparatorin kennen und lieben lernt.


6. Mittwoch, 30. Juni 2010, 02:30 Uhr
Sprich mit ihr – Hable con ella
Spanien 2002
Regie: Pedro Almodóvar
Darsteller: Javier Cámara, Darío Grandinetti, Rosario Flores, Leonor Watling
Zwei Frauen im Koma und zwei liebende Männer, die sich aufopferungsvoll um diese kümmern, bis die Außenwelt sich einmischt. Das sensible und preisgekrönte Werk erzählt ergreifend von Liebe, Tod, Einsamkeit und Freundschaft.


7. Mittwoch, 7. Juli 2010, 00:35 Uhr
La Mala educación – Schlechte Erziehung
(La Mala Educatión) Spanien 2004
Regie: Pedro Almodóvar
Darsteller: Gael García Bernal, Fele Martínez, Daniel Giménez Cacho
Eine verschachtelte Geschichte über Liebe und Leidenschaft, Schuld und Unschuld, Heilige und Huren: Enrique und Ignacio, die sich als Kinder in einer Klosterschule kennengelernt haben, begegnen sich nach 20 Jahren wieder. Ein zwischen Film noir und Hitchcock-Hommage angesiedeltes Drama über die repressive religiöse Erziehung im Spanien der Franco-Zeit.


8. Montag, 12. Juli 2010, 01:05 Uhr
Volver – Zurückkehren
(Volver) Spanien 2006
Regie: Pedro Almodóvar
Darsteller: Penélope Cruz, Carmen Maura, Lola Dueñas
Mit 750.000 Besuchern einer von Almodóvars erfolgreichsten Filmen im deutschen Kino, zeichnet Volver ein farben- und lebensfrohes Frauenporträt. Penélope Cruz wurde für ihre Rolle als erste Spanierin überhaupt als Beste Hauptdarstellerin bei den Oscars 2007 nominiert.


Schade, daß z.B. "Alles über meine Mutter" nicht dabei ist - man findet doch immer irgendwo etwas ;) -. Aber wer weiß, vielleicht legt die ARD ja im Sommer noch einmal nach und bringt auch die restlichen Pedro-Almodóvar-Filme ... (über die unglückliche Sendezeit werde ich mal kein Wort an dieser Stelle verlieren ...)


Hach, ich darf nicht vergessen, den Recorder jeweils zu programmieren!



Inside7 by Annelie


Mal schauen?
:)

stündlich... würde ich gern einen Krümelkaffee trinken, weil er mir schmeckt ... aber dann würde ich auf Warp springen :)

täglich...einen Apfel zu essen, soll den Doktor fernhalten

wöchentlich... gibt es Wochenenden *lach*

monatlich... einmal habe ich die Hausreinigung zu machen.

vierteljährlich...bucht derzeit die GEZ ab... Mal sehen, wie sich diese Reform auswirkt

jährlich... wenigstens einmal möchte ich meine weiter weg wohnenden Freunde sehen

dazu passt... halbjährlich :) ... habe ich früher mal meine Versicherungen bezahlt, jetzt aber auf jährlich umgestellt.

Dienstag, 15. Juni 2010

Kamera-Experimente #2

Paleica hat bekanntlich ein eigenes Projekt "Formen/Muster" laufen und ich verfolge ein paar Teilnehmerblogs. Vor kurzem wollte Paleica etwas gebogenes sehen ... An dem Projekt nehme ich ja nicht teil, aber zu dieser Themenvorgabe fiel mir sofort ein Dekoobjekt ein. Also habe ich heute morgen meine kleine Digi-Camera mitgenommen, sie auf schwarz-weiß gestellt und auch mal fotografiert. Hier kommen die Ergebnisse:





Und hier das komplette Objekt:

Projekt 52-2010 - Ein … steht im Walde…

Als ich Poe heute morgen erzählte, daß ich auf Arbeit viel zu tun hätte, schaute er mich mitleidig an und erklärte, er würde mich heute mal wieder begleiten. Das fand ich ja total lieb. Wir sind also gemeinsam in den Arbeitsort gefahren und gingen dann auch Richtung Büro ... Und auf einmal flog Poe los, er hatte wohl einen Vogel oder so gesehen ...

Es kam wie es kommen mußte ... Poe, neugierig wie er ist, fliegt in eine kleine Waldfläche hinein, dreht sich zu mir um, um mir zu erzählen, was er gesehen hat und ... meine Warnung kam zu spät! Ich mußte unwillkürlich an das Kinderlied "Ein (Männlein)... steht im Walde ..." denken und habe es etwas angepaßt. Vorsingen werde ich es Poe aber lieber nicht ;) Schaut selbst 

(ein klick auf das Foto verleiht ihm mehr Größe)


Poe war ganz froh, als er sich endlich vollständig aus den Zweigen befreit hatte ...

Projekt Farbe bekennen 2010 - Orange

Bekanntlich heißt es für mich ja in den im Juni 2010 beginnenden Projektwochen

"Nur aus dem (eigenen *g*) Kühlschrank" 

Das war diese Woche nicht schwer, da ich ein Gemüse eigentlich immer im Haus habe ...

Sonntag, 13. Juni 2010

"Feuerträne" von Chris D'Lacey


Letztens landete in meinem Feedreader die Information, daß dieser Roman jetzt als Taschenbuch erscheint. Da mich die Inhaltsangabe reizte, habe ich hier (klick) in die Leseprobe hineingelesen. Es handelt sich zwar eindeutig um ein Buch für Kinder ab 10 Jahren, aber ich konnte dennoch  nicht wiederstehen und habe es mir geordert.

Worum geht es?

"Schönes Zimmer in nettem Einfamilienhaus, Verpflegung und Wäschewaschen inbegriffen, an ruhigen, ordentlichen und sauberen Studenten zu vermieten. Anfragen an: Mrs. Elizabeth Pennykettle, 42 Wayward Crescent, Scrubbley. 
PS.: Der Interessent muss Kinder und Katzen mögen ... und Drachen."

Auf diese Annonce meldet sich der 20jährige Geografiestudent David, der das Zimmer auch bekommt. Sehr schnell lernt er das in der Annonce angesprochene Kind - die Tochter Lucy der Vermieterin- kennen und den Kater Bonington. Elizabeth Pennykettle selbst ist Künstlerin und stellt Drachen aus Ton her, die sich überall im Haus befinden. Dewegen sollte man wohl besser Drachen mögen, denkt sich David, schließlich sind sie hier überall. Liz und Lucy sind ihm sympathisch und auch die beiden mögen ihren Untermieter. Neben dem Studium versucht David zudem, Lucy zu helfen: Sie sorgt sich um ein verletztes Eichhörnchen, das plötzlich verschwunden ist. Er spürt aber auch, daß irgend etwas Seltsames im Hause der Pennykettles vorgeht. Und dann erhält David von Liz einen besondere Keramik-Drachen ...

Nachlese
*seufz* ... schön...
Was Sprache und Satzbau der deutschen Übersetzung sowie die Buchstruktur angeht: Ich finde sie wunderbar schlicht und kindgerecht. Einige Kapitel sind etwas länger. Ich denke aber, daß ein 10jähriges Kind - je nach seinen Fähigkeiten - sie bewältigen kann. Vom Inhalt und der Kapitellänge her finde ICH das Buch übrigens auch zum abendlichen Vorlesen geeignet.

Die auftretenden Charaktere sind wirklich liebenswert. Liz ist warmherzig, fürsorglich und ... begabt :). Im Gegensatz zu manch anderen Elfjährigen (z.B. Flavia de Luce) ist Lucy eigentlich ein recht normales, manchmal naseweises Mädchen, das Tiere liebt, Fantasie besitzt und Erwachsene mit Beschlag belegt :). David grummelt ab und an, aber es wird sehr schnell deutlich, daß der Lucy mag und gar nichts dagegen hat, von ihr vereinnahmt zu werden. Die Episoden mit den Eichhörnchen, dem Nachbarn und dem Büchereigarten (incl. dem herrlichen Gärtner *g*) bringen die Geschichte auf eine zweite Ebene. Aber keine Sorge: Drachen spielen auch hier eine Rolle. Und was es mit der "Feuerträne" auf sich hat, wird natürlich auch geklärt. Aber mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten.

Der Autor schreibt äußerst kurzweilig. Sehr schnell bin ich mit David durch das Haus gegangen und habe mir z.B.den Nachbar-Schuppen angeschaut. Es gibt witzige und traurige Momente, die Chris D'Lacey so anrührend und einfühlsam schildert, daß ich zum Ende hin tatsächlich Tränen wegwischen mußte *sich nicht dafür schämt*

... wirklich zauberhaft!


Zwei Sachen sind noch anzumerken
- Der Verlags-"Kurztext" zum Buch ist nicht ganz glücklich, wie ich finde.Drachen spielen ohne Frage eine Rolle, aber es gibt keine Flüge und Kämpfe auf Drachen, die Geschichte wird auch nicht aus Drachensicht erzählt. Wer also eine Drachengeschichte wie "Eragon" oder "Drachenreiter" erwartet, wird schlicht enttäuscht werden.
- Es geht mit "Eisflamme" (Bd. 2) und "Feuerstern" (Bd. 3) weiter :)

"Star Trek Vanguard Bd. 4 - Offene Geheimnisse" von Dayton Ward


Dies ist der vierte Roman, der in der Star-Trek-Vanguard-Serie erschienen ist, gelesen habe ich dieses Buch bereits im Mai 2010. Auch hier gibt es erneut eine

Spoilerwarnung. 

Ich bin weiterhin der Meinung, daß man die ersten drei Romane der Serie "Der Vorbote"(klick) und "Rufe den Donner" (klick) sowie "Ernte den Sturm"(klick) vorher gelesen haben sollte. Man kann auch diesen Roman als Einzelband lesen, aber ... es entgeht Euch doch recht viel ;)

Worum geht es?
Auf der Sternenbasis Vanguard übernimmt ein neuer Kommandant die Führung, während sich sein Vorgänger Commodore Reyes vor Gericht verantworten muß. Daß er einen Bericht des Reporters Tim Pennington lancierte, bleibt natürlich nicht ohne Folgen für ihn. Unterdessen kämpft die Geheimdienstoffizierin T'Prynn um ihr Leben und ihren Verstand, geht die Erforschung der Taurus-Region voran und eskalieren die Spannungen mit den Klingonen.

Nachlese
Dayton Ward wird bei der mir vorliegenden Ausgabe allein als Autor auf dem Cover genannt. Auf dem Vorblatt wird jedoch angedeutet - und in Wards Nachwort auch bestätigt, daß der Roman auf einem von Dayton Ward und Kevin Dilmore konzipierten Entwurf beruht. Offenbar sind auch einige Kapitel von Kevin Dilmore geschrieben worden, bevor er aus privaten Gründen diese Arbeit abbrechen mußte.

Keine Ahnung, ob ich mit meiner Vermutung richtig liege, daß insbesondere die ersten Kapitel von K. Dilmore stammen. Es wäre aber eine Erklärung dafür, daß dort gehäuft ...hm... verwinkeltere Satzkonstruktionen im Gegensatz zum weiteren Roman auftauchen ...

Davon abgesehen, ist dieser Roman ruhiger als sein Vorgänger, was aber kein Manko ist. Dayton Ward konzentriert sich zum einen auf die Vorbereitung und Durchführung des Militärverfahrens gegen Commodore Reyes. Ich bin ein Laie in militärischer Gerichtsbarkeit. Die paar Folgen aus der Serie "JAG", die ich vor ein paar Jahren gesehen und fast schon wieder vergessen habe, dürften mich wohl kaum für eine entsprechende Bewertung qualifizieren. Aber für mich war der geschilderte Ablauf zumindest so schlüssig, daß ich ihn Dayton Ward abgenommen habe. Daneben geht es auch um die politischen Auswirkungen, die die Reportage Tim Penningtons für die Region hat: Die Spannungen mit den Klingonen verstärken sich, es gibt einige Gefechte und ... Klingonen machen durchaus Gefangene, wenn sie von Nutzen für sie sind, z.B. für eigene Forschungen hinsichtlich der Shedai-Artefakte. Denn auch auf wissenschaftlichen Gebiet werden neue Erkenntnisse gewonnen, aber natürlich auch wieder neue Fragen aufgeworfen. Interessant wird es zudem, weil die die wissenschaftliche Station auf Vanguard erneut einen neuen Mitarbeiter erhält ...

Daneben führt Dayton Ward der Handlungsbogen um T'Prynn fort, die im letzten Band zusammengebrochen ist und seitdem im Koma liegt. Dies ist auch der Handlungsbogen, mit dem ich meine größten Probleme hatte, obwohl er durch den Bezug zu Vulkan eigentlich fesselnd geschrieben ist. Der Autor läßt nämlich den Arzt Dr. M'Benga nicht nur T'Prynns Zustand gegenüber Tim Pennington erläutern, sondern läßt Pennington den Arzt auch noch nach Vulkan begleiten ... Das finde ich total unglaubwürdig. Aus meiner Sicht verstößt Dr.M'Benga zunächst einmal gegen seine ärztliche Schweigepflicht. Dann ist T'Prynn Geheimdienstoffizierin und soll nach Erwachen aus dem Koma angeklagt werden, vermutlich gibt es also auch noch Interessen der Sternenflotte. Außerdem sind die Vulkanier als eine Rasse eingeführt, die sowieso schon sehr ...hm... ihre Privatsphäre schützen, was auf TPrynn noch besonders zutrifft, wie der Leser aus den Vorbänden erfährt. Und da soll ich glauben, daß Pennington nicht nur die privaten Informationen betreffend T'Prynn und Sten erhält, sondern zudem mit in diese vulkanische Enklave darf, um den dortigen Heilungsversuchen zuzuschauen? Ähm...nein.

Ich habe über Penningtons Teilnahme nur den Kopf geschüttelt, diesen Charakter hätte der Autor besser in dem Handlungsbogen weglassen sollen. Das hat mich schon geärgert. Kein Schnitzer, aber psychologisch unglücklich habe ich auch den Prolog empfunden. Wer die Classic-TV-Serie kennt, weiß nämlich nach dem Prolog bereits, wie ein Erzählstrang im Roman ausgeht, die Spannung ist insofern natürlich sofort bei zero angelangt.

Der Autor hat sich meiner Auffassung nach erfolgreich selbst Beine gestellt. Das ist schade, denn der vierte Band ist grundsätzlich interessant geschrieben.

Nachbemerkung
Ich mußte während einer Szene an einen gewissen Shakespeare zitierenden Klingonen aus dem Film "Das unentdeckte Land" denken, fand ich nett ;)

Samstag, 12. Juni 2010

"Die wilde Geschichte vom Wassertrinker" von John Irving


Ehrlich gesagt, ich weiß nicht mehr, wann ich dieses Taschenbuch gekauft habe. Wenn ich mir das Taschenbuch an sich und die Rückseite insbesondere anschaue und 18.00 DM entdecke, dann denke ich nicht etwa, daß das Buch seit DM-Zeiten auf meinem TuB schlummert. Ich vermute eher, daß ich diese Taschenbuchausgabe irgendwo gebraucht gekauft habe... Aber offensichtlich war es recht lange auf dem TuB :) Wie gut, daß ich mich im Rahmen von Mellis Sub-Wettbewerb I/2010 für die Kategorie "Ein Wort" (5 Bücher, die jeweils ein und dasselbe Wort im Titel haben) entschieden hatte, und das Wort GESCHICHTE" lautete. Mit diesem Buch beende ich übrigens pünktlich diesen SuB-Wettbewerb :)

Worum geht es (zitiert vom Klappentext):
Seine Frau will raus; seine Geliebte will ein Kind. Die Beschwerden, die er sich bei seiner einstigen Babysitterin geholt hat, machen ihm das Lieben zur Qual. Der Filmemacher, für den er arbeitet, will sein Leben verfilmen: als Dokumentation eines Fehlschlags. Dies ist die Geschichte des fluchbeladenen Fred Bogus Trumper, des eigenwilligen fahrenden Ritters im Kampf der Geschlecher, der ausschließlich seiner Waffe die Schuld an allam gibt. Seine Beschwerden sind ernster zu nehmen als die von Portnoy - der mußte nie so viel Wasser trinken.

Nachlese
"Die wilde Geschichte vom Wassertrinker" ist der vierte Roman, den ich von John Irving lese. Mein erster Roman von ihm war "Das Hotel New Hampshire", ein Buchgeschenk meines Chefs. Ich brauchte damals - noch Azubi - unglaublich lange, bis ich das Buch durchgelesen hatte, weil ich schlicht nicht in der Lage war, es in einem Rutsch zu lesen. Aber der Autor hatte es mir seitdem angetan :) Es folgte "Garp und wie er die Welt sah" und "Gottes Werk und Teufels Beitrag". Der letztgenannte Roman ist weiterhin mein persönlicher "Irving-Favorit", dicht gefolgt übrigens von "Owen Meany", der mir von Siobhan letztes Jahr ausgeliehen wurde. "Die vierte Hand", ein  Geburtstagsgeschenk meines Chefs im letzten Jahr, sowie "Witwe für ein Jahr" - ein Eigenkauf - stehen noch im TuB.

Wenn ich John Irving höre, denke ich an skurrile, detailliert gezeichnete Charaktere, witzig-tragische Story, männlicher Protagonist und starke Frauen. Im "Wassertrinker" ist das alles zu finden ... allerdings zu viel und zu sprunghaft.

Irving läßt seinen Roman mit einem Ich-Bericht seines Protagonisten Fred "Bogus" Trumper beginnen, in welchem der Leser auch gleich über einige Dinge aufgeklärt wird, z.B.
- weshalb der Protagonist soviel Wasser trinken muß (urologische "Wassermethode")
- daß der Protagonist  nicht immer aufrichtig ist und recht gut lügen kann
- daß "Bogus" aktuell mit Tulpen zusammenlebt, knapp 28 Jahre ist und seine Frau und seinen Sohn verlassen hat.

Im weiteren Verlauf des Romans springt Irving in den Zeiten vor und zurück, wechselt nicht nur die Orte, sondern auch die Erzählperspektive mehrfach und läßt seinen Protagonisten fiktive Geschichten erzählen bzw. erleben. Ich saß ab und an mit dem Buch in der Hand da und überlegte, ob die gerade erzählte Story nun real von Bogus erlebt wird oder ein "Aussetzer" ist.

Hinzu kommen noch längere Passagen, die sich mit Bogus' Doktorarbeit der Übersetzung der über 400 Strophen umfassenden fiktiven altniedernordischen Ballade "Akthelt und Grunnel" befassen. Mit dieser Ballada hat sich Irving einen weiteren sehr schrägen, irgendwie schrottigen Text einfallen lassen, den ich vielleicht gerade deshalb sehr unterhaltsam fand.

Ach ja: Es gibt außerdem noch Beschreibungen von  Filmszenen incl. Soundtrack, aus meiner Sicht übrigens sehr bildhaft und gelungen. 

Es ist auch recht amüsant zu lesen, in welche Situationen Bogus gerät, teilweise eigenverschuldet (z.B. die Stadionflucht), teilweise durch äußere Umstände ("gra,gra" in Wien). Dennoch, so recht sympathisch wird mir Bogus nicht. Er ist zwar bestrebt, sein Leben, in welches er hineingestolpert ist (Kennenlernen und Schwängern Biggis, Heirat, Doktorarbeit, Geldmangel), zu meistern, ist mir dabei aber zu wankelmütig und ausweichend. Bogus braucht lange jemanden, der ihn anstößt, damit er aktiv wird, ob es nun Merril Overturf ist, sein Doktorvater, der Filmmacher Ralph Packer, Biggi oder später Tulpen.

Ich hatte den Eindruck, daß so, wie Bogus lange Zeit nicht weiß, was er will, auch Irving in diesem Roman am hin- und her experimentieren war was Zeit, Struktur und Stil angeht. "Die Struktur ist das A und O" läßt Irving seine Figur Ralph Packer in diesem Roman sagen. Ich stimme dem zu, finde aber, daß es diesem Roman an einer solchen fehlt. Das mag von Irving ganz bewußt so gewollt sein; als Leserin hat mich das aber genervt. Daneben fand ich es auch enttäuschend, daß der Autor Bogus' Odyssee ausufernd über gefühlte 5/6 des Romans beschreibt, der "Erkenntnisphase"  und der Heimkehr (incl. Beziehungsgeflecht zu den zurückgelassenen Personen) jedoch nur gefühlte 1/6 an "Romanplatz" zugesteht. Bogus flieht mehrfach, statt sich den Problemen zu stellen, handelt häufig gedanken- und verantwortlungslos und dann löst Irving die Geschichte so, wie geschehen auf ... Da fehlte mir einfach etwas ... Schade.

Wie ich der deutschen Wikipedia (klick) gerade entnommen habe, handelt es sich bei "Die wilde Geschichte vom Wassertrinker" um Irvings zweiten Roman. Seinen ersten "Laßt die Bären los" kenne ich nicht, aber John Irving hat vielleicht wirklich noch experimentiert, um "seine Stimme" zu finden...

"Star Trek Vanguard Bd. 3 - Ernte den Sturm" von David Mack


Auch dieses Buch habe ich bereits im Mai 2010 gelesen, an dieser Stelle gibt es nun auch die Nachlese. Und auch hier gibt es

vorab eine Spoilerwarnung.

"Ernte den Sturm" setzt die Geschichte der zwei Vorbände "Der Vorbote" (klick) und "Rufe den Donner" (klick) fort. Es ist auch empfehlenswert, diese beiden Bücher vorher zu lesen. David Mack baut zwar Rückblenden ein und läßt u.a. ein Briefing der USS Sagitarrius-Crew durchführen und damit indirekt des Lesers, aber natürlich bleiben z.B. die feinen Details der Charakterbeziehungen außen vor.

Worum geht es?
Das Mysterium der Taurus-Region offenbart sich. Uralte Geheimnisse liegen auf dem fünften Planeten des Jinoteur-Systems, drei Rivalen kämpfen um ihre Kontrolle: Die Föderation und das Klingonische Imperium wollen sie für ihre Zwecke einsetzen, die Tholianische Versammlung sie vernichten. Aber die Bedrohung auf der entfernten Welt ist gefährlicher als die Völker zunächst annehmen. Die Shedai, die vor Äonen in der Taurus-Region geherrscht haben, erwachen aus ihrem langen Schlaf, um mit ganzer Härte Rache an den Eindringlingen zu nehmen ...

Nachlese
Aber hallo! David Mack, Autor diverser Star-Trek-Romane und insbesondere von "Der Vorbote", meldet sich mit Band 3 der Vanguard-Romanserie eindrucksvoll zurück. Er greift bis auf einen alle größeren Handlungsstränge des Vorbandes auf und führt den "großen" Shedai-Handlungsbogen zu einem vorläufigen Ende. Ich war ja etwas enttäuscht, daß auf den in Band 2 eingeführten "neuen Mitspieler" gar nicht eingegangen wurde. Nun, durch die rasant auf mehreren Ebenen spielenden Geschichte  und dem etwas besser in den Griff bekommenen Lektoratsproblem wurde ich aber für den "vermißten Handlungsbogen" großzügig entschädigt:

Die Shedai-Wanderin ist bemüht, die anderen Shedai zu wecken und benutzt hierfür ohne zu zögern und ohne Rücksicht auf Verluste Tholianer. Und tatsächlich kommen die Benannten und die Namenlosen dieser Rasse zusammen, um die Eindringlinge aus ihrem früheren Reich zu vertreiben: Niederlassungen und Schiffe der Klingonen und der Förderation werden angegriffen. Die politisch zu treffenden Entscheidungen durch Commodore Reyes und Botschafter Jetanien sind schwierig und nicht ohne Konsequenzen. Daneben gibt es einige Entdeckungen in wissenschaftlicher Hinsicht und "die Gruft" auf Vanguard hat eine neue Mitarbeiterin...

Ich habe mich gefreut, etwas über die Tholianer zu erfahren. Mir ging bereits während der Lektüre des zweiten Bandes die TNG-Folge "Das fehlende Fragment" durch den Kopf. Zwar hat die Folge nicht direkt etwas mit den Tholianern zu tun, trotzdem ist sie für mich mit "Ernte den Sturm" verbunden. Als Fan habe ich mich daneben auch gefreut, Hinweise auf sich abzeichnende Ereignisse Star-Trek-Universum zu entdecken.

Gut, ich runzelte etwas die Stirn, als Anna Sandesjo Lampen warf (ok, die Rasse hat zwar Temperament, aber ... Lampen?) oder als ich erfuhr, daß ein Botschafter offenbar einen besserer Geheimdienstoffizier abgibt als T'Prynn. Stärker irritierte mich dann folgendes: David Mack führt die empathische Exfrau von Commodore Reyes als Präsidentin einer Kolonie ein. Reyes empfiehlt ihr dringlich, die von ihr vertretene Kolonie unter den Schutz der Förderation zu stellen. Sie erklärt ihm, sie könne zwar merken, daß er ihr mit seiner Empfehlung nicht schaden wolle und wisse das auch aus ihrer früheren Beziehung. Dennoch hält sie ihm ständig vor, er würde ihr etwas verschweigen, deswegen (ver)traue sie ihm nicht. Auf diesem Standpunkt beharrt sie auch bis zum Schluß.  Hallo? Reyes ist seit Jahre im Militärdienst und jetzt Commander eine Raumstation. Natürlich verheimlicht er ihr Dinge! Sie ist seine Exfrau, dieser Umstand - Geheimnisträger - sollte ihr bekannt sein und außerdem kennt sie Reyes als Privatperson und kann als Empathin seine aktuellen Gefühle "lesen". Der aufgebaute Konflikt Raumstationcommander/ Koloniepräsidentin ist für den Plot erforderlich, aber in ihrem unnachgiebigen "Widerstand" wäre eine mit dem Commodore nicht langjährig Vertraute aus meiner Sicht einfach glaubwürdiger gewesen.

Dennoch, in der Gesamschau habe ich "Ernte den Sturm" als spannendes, mitreißendes Buch empfunden :)