Donnerstag, 30. Dezember 2010

"Der schlaue Urfin und seine Holzsoldaten" von Alexander Wolkow


Und hier gibt es schon das "2. Buch" von Alexander Wolkow, welches im Zauberland spielt. Während "Der Zauberer der Smaragdenstadt" sich nah an der Geschichte "Der Zauberer von Oz" orientierte, gibt es - soweit ich weiß - keine Beziehung des zweiten Buches zu den Geschichten von L. Frank Baum - Aber ich lasse mich insoweit auch gerne belehren ...

Ich habe hier die 3. Auflage aus dem Jahr 1994. Die Übersetzung stammt wie beim ersten Buch von Leonid Steinmetz, die Illustrationen sind erneut von Leonid Wladimirski.

Im 1. Buch wurde Elli in einem Packwagen durch einen Sturm in das Zauberland getragen und dieser Wagen fiel auf die böse Zauberin Gingema, die den Sturm beschworen hatte. Gingema hatte das Land der freundlichen Käuer mit Schrecken regiert. Nur ein Käuer traute sich freiwillig in ihre Nähe: der Tischler Urfin. Als Gingema getötet wurde, war Urfin gerade unterwegs. Während Elli ihre Abenteuer im Wunderland erlebte, nahm Urfin Gingemas Eule Guakomolatokint zu sich und zog sich mürrisch und menschenscheu in sein Häuschen zurück. Dann werden während eines Unwetters Pflanzenkeime in Urfins Garten geweht, die unglaublich schnell wachsen und ständig wiederkommen. Urfin hat so seine Mühe mit diesem Unkraut, bis er die Pflanzenreste so zerkleinert und trocknet, dass ein Pulver entsteht.

Dieses Pulver ist wie so vieles im Zauberland besonders und spielt eine ganz entscheidende Rolle in dieser Geschichte mit den Holzsoldaten. Urfin jedenfalls zieht Richtung Smaragdenstadt, um sich zum Herrscher des Wunderlandes auszurufen. Und der Scheuch, der Eiserne Holzfäller und der Löwe versuchen verzweifelt, Elli irgendwie im fernen Kansas zu erreichen und um Hilfe zu bitten ...

Wie schon das erste Buch ist auch "Der schlaue Urfin und seine Holzsoldaten" durchgängig geschrieben und wird ab und an durch Illustrationen aufgelockert. Die Zeichnungen sind erneut stimmig, was auch bedeutet, das sie nicht immer freundlich sind.

 (aus "Der schlaue Urfin und seine Holzsoldaten" von Alexander Wolkow)

Obwohl es auch im ersten Buch um den Kampf gegen zwei böse Zauberinnen ging, ist "Der schlaue Urfin und seine Holzsoldaten" ernster. Urfin ist ein einsamer, unglücklicher Mann, der auszieht,mit seinen Holzsoldaten das Zauberland zu erobern und die Bewohner zu unterdrücken. Dabei macht er auch vor seinem eigenen Volk nicht halt. Aber Urfin ist nicht eindimensional. Natürlich kann man keine psychologische Tiefe eines Kinderbuchcharakters erwarten. Dennoch wird deutlich, das Urfin in seinem Garten eigentlich zufrieden war, bis er in Versuchung geführt wurde. Seine Werke, Heugabeln oder Spielzeug, wurden von den Käuern nicht gemocht: Es war ein Kreislauf von Grimmigkeit und Zurückweisung. Obwohl es eigentlich um den Scheuch, den Eisernen Holzfäller, den Löwen und Elli geht, wird Urfin doch zum Hauptcharakter. Nicht nur das was er tut, wird erwähnt, sondern man erfährt - direkt oder indirekt - was er empfindet. Als Kind habe ich das nicht so gesehen. Ich fieberte dem Zeitpunkt entgegen, wenn Elli zu Hilfe gerufen wird, viel mehr hat mich ihre Geschichte interessiert. Heute empfinde ich das anders...und warum auch nicht :)

Eines will ich noch erwähnen: Wolkows Lösung, was mit den Holzsoldaten geschieht, ist ganz zauberhaft und einer der Gründe - neben den Abenteuern von Elli und ihren Gefährten  - , weshalb ich dieses Buch schon früher so gern mochte.

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