Sonntag, 21. November 2010

"Die Katze, die in den Ohrensessel biß" von Lilian Jackson Braun


Dies ist das zweite Buch aus der Reihe "Die Katze, die ..." von Lilian Jackson Braun. Die Erstauflage stammt offenbar aus dem Jahr 1967. Die Nachlese zum ersten Band "Die Katze, die rückwärts lesen konnte", gibt es hier (klick).

Worum geht es?
Jim Qwilleran, der schnauzbärtige Zeitungsmann, ist nicht gerade begeistert von seiner neuen Aufgabe beim Daily Fluxion. Ausgerechnet Qwill, der eine kunstvolle Draperie nicht von einem einfachen Vorhang unterscheiden kann, soll sich um eine Sonderausgabe über Innenarchitektur kümmern! Doch kaum ist das erste Exemplar von Elegante Domizile erscheinen, als Qwilleran sich auch schon auf einem weitaus vertrauteren Terrain wiederfindet: Einbrecher hatten eine kostbare Jadekollektion aus der luxuriösen Villa gestohlen, die die Titelseite der ersten Ausgabe schmückte, und die Dame des Hauses wurde tot aufgefunden. Nicht nur Qwillerans Schnurrbart beginnt da auf einmal merkwürdig vertraut zu zucken. Auch Koko, seinem genialen Siamkater, sträuben sich die Barthaare, denn es wird zunehmend offensichtlich, dass in der Villa so manches im Argen liegt Doch erst als Koko eines Tages besonderen Geschmack an extravaganten Designermöbeln findet, wird die Fährte richtig heiß.

Nachlese:
Erst einmal: Es gibt mehr Informationen über Jim. Er ist über 45 Jahre alt und hat sich seinen Schnurbart in Großbritannien während des Krieges wachsen lassen. Offenbar kann er ganz hervorragend Foxtrott tanzen  und hat durchaus noch Schlag bei den Frauen :) Er lebt inzwischen seit knapp einem halben Jahr mit Koko zusammen, aber der Siamkater entwickelt seltsame Eigenarten: Er schleckt an Briefmarken und Fotos, frißt Spinnenweben und kaut im weiteren Verlauf der Geschichte sogar an einem Designerstück herum. Dies führt dazu, daß Jim eine "Katzologin" aufsucht und sich beraten läßt ...

Was den Job angeht, ist Jim nicht gerade zufrieden. Er will seinen Chef um die Versetzung zum Lokalteil bitten, als ihm vom Chef die neue Sonntagsbeilage angeboten wird. Jims Hoffnungen auf ein breitgefächertes Spektrum erfüllen sich aber nicht, vielmehr soll es nur um Inneneinrichtung gehen. Und so findet sich Qwilleran erneut in einem Gebiet, von dem er keine Ahnung hat und muß sich wieder anhören: "In unserem Geschäft kann Fachwissen ein Nachteil sein". Jim nimmt Kontakt zu dem umgänglichen und allseits beliebten Innenarchitekten David Lyke auf, der ihm vorschlägt, das Haus des Jadesammlers Taits zu besichtigen. Jim und der Fotograf Bunsen folgen der Empfehlung, die Story wird gedruckt - und umgehend findet dort ein Einbruch statt und Taits Frau stirbt an einem Herzanfall. Oder etwa nicht?

Auch der zweite Teil der Reihe hat mir einen netten Sonntagmorgen beschert. Der Roman ist in sich abgeschlossen. Auf den ersten Teil wird kurz verwiesen, schließlich soll der Leser des zweiten Teils auch wissen, was es mit Koko auf sich hat. Und natürlich ist es nett, wenn man die Details des ersten Buches kennt. Aber man kann "Die Katze, die in den Ohrensessel biß" auch ohne Band 1 lesen und problemlos verstehen.

Der Charakter von Jim Qwilleran wird in einigen Details weiter ausgebaut und auch Koko bekommt wieder etliche Szenen. Dieses Mal wird neben den mit Jims Aufgabenngebiet verbundenen Personen - den klitzekleinen Nebencharakter des japanischen Koches fand ich wirklich reizend - auch mehr auf den Pressefotografen Odd Bunsen eingegangen. Dessen Balkonturnerei war schon bemerkenswert und auch im übrigen mußte ich während der Lektüre dieses Romanes ein paar Mal auflachen. Vielleicht ist der Roman witziger, vielleicht war ich auch in empfänglicherer Stimmung für den Humor der Autorin als beim ersten Roman.

Insgesamt gefiel mir jedenfalls Teil 2 der Reihe besser als Teil 1, dennoch bleibe ich bei meiner dortigen Einschätzung: Lesen der weiteren Teile ja, wenn ich die Möglichkeit habe;  aber neu kaufen - nein ;)

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