Sonntag, 28. November 2010

"Blond wie der Tod" von Laura Levine



Über diesen Roman bin ich bei der Wörterkatze gestolpert und dachte mir: hm... klingt unterhaltsam

Worum geht es?
Gibt es eine größere Herausforderung, als die Memoiren einer schönheitsoperierten Neureichen zu schreiben, deren Hauptbeschäftigung darin besteht, sich in üppigen Schaumbädern zu aalen? Okay, die 3.000 Dollar Honorar pro Woche sind auch ein Grund, warum Jaine Austen, Gelegenheitsschreiberin mit chronischer Geldnot, den Auftrag annimmt. Doch sie hat bald Gelegenheit, ihre Entscheidung zu bereuen, als ihre Auftraggeberin nur wenig später tot in der Badewanne schwimmt. Deren Tochter Heidi wird zur Hauptverdächtigen - und wendet sich Hilfe suchend ausgerechnet an Jaine, die schon immer ein zu weiches Herz und eine Schwäche für Mord hatte ...

Nachlese
Was soll ich sagen? Es ist schon wieder eine Kriminalgeschichte, ohne daß es ein "echter" knallharter Krimi ist. In diesem Monat habe ich mehrere Bücher dieser Art gelesen und wie "Die Katze, die..." ist auch "Blond wie der Tod" ein Roman aus einer Reihe um die Texterin Jaine Austen.

Das Taschenbuch - die Übersetzung stammt von Antje Nissen - ist leichtgängig, locker, witzig und flott zu lesen. Es war genau das Buch, das ich gestern brauchte, um abzuschalten. Also bitte nicht falsch verstehen: Die Protagonistin Jaine Austen ist ein ausgearbeiteter Charakter, und auch die Kriminalgeschichte folgt durchaus einer äh.. gewissen Logik. Aber der Ton des Romans und die Nebenplätze lassen die Geschichte anders dahinfließen als es ein reiner Krimi tun würde :)

Der Roman wird aus der Ich-Perspektive von Jaine Austen erzählt, deren Mutter Fan von Jane Austen. Ich habe auch z.B. Westwood im Roman zur Kenntnis genommen. Allerdings erinnerten mich zwei zitierte Emails (Shoppingkanal, Affaire, orangefarbene Haut) von Jaines Eltern gnadenlos an "Tatsächlich Liebe", quark: Ich meine natürlich "Bridget Jones-Schokolade zum Frühstück"! Der Roman ist 2004 in den USA erschienen, der Film lt. deutscher Wikipedia 2001... hm...

Jaine hat keine Model-Maße wie ihre Freundin bzw. die derzeitige (und dann sterbende) Arbeitgeberin, und wirkt mir ihrem Mundwerk sehr sympathisch, auch wenn sie nicht alles ausspricht, was ihr durch den Kopf schießt. Dennoch sind es im Roman auch diese zwei Bereiche, mit denen mich die Autorin mehr und mehr auf die Nerven ging: Jaine landet offenbar täglich beim Fast-Food-Restaurant, obwohl sie das eigentlich nicht will, um dann doch wieder die nächsten Pommes zu holen. Zum Schluß des Romans habe ich überlegt, ob die Autorin von einem Großunternehmen, das alle Fast-Food-Ketten vereinigt, gesponsert wurde. Das andere war eine gewisse Redundanz in den Beschreibungen, z.B. beim Nachschieben von Informationen

"...'Wieso schreiben Sie nichts davon auf?'
'Weil Margret Mitchell das bereits zu Papier gebracht hat...'
Zugegeben, das war nicht wirklich meine Antwort.",

die irgendwie immer ähnlich eingeleitet wurden oder beim Beschreiben: Ich hatte schon nach zwei klarstellenden vergleichenden Metaphern kapiert, daß das Haus ihrer neuen Arbeitgeberin einfach riesig ist...

ABER wie ich weiter oben schon sagte: Es ist dennoch ein unterhaltsames humorvolles Buch. Jaine ist eine durchaus sympathische Protagonistin, die ebenso wie die anderen Charaktere und die Handlung selbst spürbar überzeichnet ist. Zwar würde ich kein weiteres Buch aus der Reihe kaufen, wohl aber ausleihen. Denn falls die übrigen Romane ähnlich im Ton und in der Handlung sind, sorgt Frau Laura Levine auch mit ihnen für 3 bis 4 Stunden locker-flockige Unterhaltung :)

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